Der Inhalt: Auf dem Umschlag steht "Erinnerungen" als Untertitel und darum handelt es sich. Erinnerungen von Christiane Nöstlinger, die hauptsächlich als Autorin für Kinder und Jugendliche bekannt ist. ...
Der Inhalt: Auf dem Umschlag steht "Erinnerungen" als Untertitel und darum handelt es sich. Erinnerungen von Christiane Nöstlinger, die hauptsächlich als Autorin für Kinder und Jugendliche bekannt ist. An ihr eigenes Leben. An das Leben von Menschen, die sie beeinflusst haben. An Familiengeschichte.
Meine Meinung: Ich fand die Offenheit der Christiane Nöstlinger beeindruckend, mit der sie über sehr Privates wie Sexualität und Dinge, die für andere Geheimnisse gewesen waren, sprach. Andererseits war Christiane Nöstlinger wohl jemand, der sich wenig um anderer Leute Meinung scherte. So oder so wirkten die Einblicke, die sie gewährte, auch mich interessant und ehrlich. Einblicke dahinein, wie es ist, im Krieg aufzuwachsen. In anderer Leute Familienleben, das sich zur Darstellung in einer Seifen-Oper sehr gut eignen würde. Aber auch in ihre eigene Gedanken- und Gefühlswelt, wo die negativen Seiten nicht ausgelassen wurden, genau wie bei ihrer Arbeit, die schwierig war und negative Kritik verursachte, obwohl bereits ihr erstes Buch "Die feuerrote Friederike" prämiert worden war. Christiane Nöstlinger war Österreicherin und daher muss man mit Vokabeln rechnen, die man als Deutscher nicht unbedingt kennt. Dafür gibt es aber ein Glossar, wobei sich das meiste aus dem Zusammenhang erschließt. Außerdem enthält das Buch im Anhang eine Bibliografie, aus der man z. B. erfährt, dass Christiane Nöstlinger auch Sachbücher (übers Kochen und Gärtnern) geschrieben hat. Das fand ich ebenso interessant und wissenswert.
"Die dreibeinigen Monster" ist ein Sammelband, der die drei Romane "Dreibeinige Monster auf Erdkurs / The White Mountains", "Das Geheimnis der dreibeinigen Monster / The City of Gold and Lead" und "Der ...
"Die dreibeinigen Monster" ist ein Sammelband, der die drei Romane "Dreibeinige Monster auf Erdkurs / The White Mountains", "Das Geheimnis der dreibeinigen Monster / The City of Gold and Lead" und "Der Untergang der dreibeinigen Monster / The Pool of Fire" und auch das Prequel "Die Ankunft der dreibeinigen Monster / When the Tripods came" in sich vereint.
Das Prequel zur Trilogie von den dreibeinigen Herrschern erzählt, wie sie die Erde übernahmen. Zwei Jungs auf einem Orientierungslauf übernachten in einer Scheune, als sie von Lärm geweckt werden. Vor dem Farmhaus steht ein dreibeiniges Ungetüm, groß 'wie King Kong', das Laurie und Andy zunächst für ein Filmrequisit eines Science Fiction-Films halten. Dann nimmt das Ding das Haus auseinander, 'verschluckt' den Bauern und tötet den Hund und vermutlich auch die Bäuerin. Es ist also von Anfang an klar, wie gefährlich die Tripods sind und glücklicherweise können sie zunächst besiegt werden. Doch dann beschreiten die Dreibeiner einen anderen Weg, um die Kontrolle zu übernehmen. Ich fand das Prequel recht gruselig. Die Gefahr liegt verborgen und wird unterschätzt. Dann baut sich die Dominanz der Tripods aber rasch auf und das Gewohnte und selbst die Familie werden zum Risiko. Es ist beeindruckend, wie schnell und glaubwürdig John Christopher die Sicherheit des vertrauten Alltags zerstört. Dabei malt er ein Bild davon, wie es wohl im Faschismus war, als jeder jeden beäugte, verdächtigte und man jederzeit damit rechnen mußte, in die Gewalt der Herrschenden zu geraten. Spannend wird die Flucht von Laurie und seiner Familie beschrieben, die immer noch eine Etappe weitergehen muss, denn die Gefahr breitet sich rasant aus und lauert nur darauf, dass man am nächsten, vermeintlich sicheren Ziel ankommt. Es passiert wirklich viel. Die Handlung hat viel Tempo und die Geschichte ergänzt die Trilogie der Tripods sehr gut. Obwohl sie aus der Sicht eines Jungen geschrieben wurde, wie die Trilogie auch, konnte ich als Erwachsene sehr gut mitgehen. Denn es werden Themen behandelt, die bedeutend und damit interessant auch höhere Altersgruppen sind.
Die Trilogie spielt einige Zeit, mindestens Jahrzehnte, später. Zu Beginn der Story ist Will Parker 13 Jahre alt und lebt in einem bäuerlichen, mittelalterlich anmutenden Dorf. Er verbringt viel Zeit mit seinem etwas älteren Cousin, bis dieser geweiht wird, danach schlagartig ein anderer ist und sich nicht mehr für Will interessiert. Zwar erhält man durch die Weihe die Privilegien eines Erwachsenen. Aber Will fragt sich, ob er sich wirklich verändern und das Risiko eingehen möchte, durch die Weihe den Verstand zu verlieren. Da trifft er auf Ozymandias, dem augenscheinlich eben dies passiert ist. Von ihm erfährt Will, dass Ozymandias ein freier Mensch ist, der Geisteskrankheit vortäuscht, um junge, ungeweihte Menschen wie Will für den Widerstand zu rekrutieren. Also bricht Will auf in die weissen Berge, in die die Tripoden angeblich nicht vordringen konnten. Von den Tripoden wissen die Menschen weder, was genau sie sind, noch wie sie zu den Menschen gekommen sind. Sie erscheinen einmal im Jahr zum Fest der Weihe, bei der sie Jugendliche in einem bestimmten Alter hochheben und in sich aufnehmen. Nach einigen Stunden werden die Jugendlichen zurückgebracht und tragen auf ihrem geschorenen Kopf eine metallene Kappe, die fest mit dem Fleisch verbunden ist und das Denken verändert. Während seiner Reise findet Will heraus, dass die Tripoden nicht nur solche furchterregende Dinge wie die Weihe tun. Er lernt auch, dass sie Menschen jagen und töten.
Weil es drei Teile gibt, ist klar, dass Will die weissen Berge erreicht. Tatsächlich findet er dort, wie es ihm Ozymandias versprochen hatte, eine Gruppe freier Menschen vor. Diese versuchen, die Tripoden zu erforschen und alte, verloren gegangene Wissenschaften zu beleben. Ihr Ziel ist es, die Menschheit von der Herrschaft der Dreibeiner zu befreien. Will und andere junge Männer werden dafür in eine Stadt der Dreibeinigen Herrscher eingeschleust. Der zweite Teil der Trilogie erzählt von den Anstrengungen, die dafür nötig sind, und wie Will in der Stadt als Sklave der Dreibeiner lebt. Im dritten Teil gelingt es, den Widertstand international zu bündeln. Man hat erfahren, dass die Tripoden nur die Vorhut waren und ein umfassendes Terraforming organisiert wird, um die Welt an die Bedürfnisse der Dreibeiner anzupassen. Das würde alles andere Leben abtöten. Der Widerstand will deshalb die drei Städte der Tripoden, die auf verschiedenen Kontinenten stehen, gleichzeitig zerstören. Übrigens wurden die beiden ersten Teile in den 80er Jahren von der BBC als Serie verfilmt. John Christopher hat eine einfache, beschreibende Sprache. Möglicherweise weil sich die Bücher eher an Kinder und Jugendliche richtet. Ich habe den ersten Teil der Trilogie zu Schulzeiten gelesen und finde die Geschichte als Erwachsene trotzdem noch spannend. Das mag daran liegen, dass Will nicht wirklich kindlich wirkt. Er ist zwar unvernünftig, aufbrausend und stolz. Aber seine Aufgaben sind kein Kinderkram und die Begegnungen mit den Dreibeinern sind gruselig. Ich mag den Stil von John Christopher. Denn einfache Sprache muss nicht langweilig sein. Die Geschichte hat, obwohl sie umfangreich ist, keine Längen. Auch wenn Will sich eine zeitlang in Sicherheit befindet, gibt es viele Dinge zu erfahren und kennenzulernen. Außerdem enthält die Story jede Menge Bedrohungen und Missgeschicke, die sie spannend halten. Insgesamt vergebe ich 5 Sterne.
Inhalt:
Das Buch beginnt im Juni 2007 und damit ca. 3 Jahre nach dem letzten Band der Adrian Mole-Reihe. Damals hatte Adrian nach großem Drama sein Happy End gefunden und war Vater einer kleinen Tochter ...
Inhalt:
Das Buch beginnt im Juni 2007 und damit ca. 3 Jahre nach dem letzten Band der Adrian Mole-Reihe. Damals hatte Adrian nach großem Drama sein Happy End gefunden und war Vater einer kleinen Tochter geworden. Heute jedoch ist er nicht mehr so froh darüber, dass ihn seine Eltern in ihrem abgelegenen, umgebauten Schweinestall aufgenommen hatten. Sein ältester Sohn kämpft in Afghanistan. In Adrians Ehe kriselt es. Der Buchladen, in dem er arbeitet, steht auf der Kippe. Und er muß sehr oft pinkeln.
Meine Bewertung:
Mir hat dieser Band ausgesprochen gut gefallen, auch wenn die Stimmung eine andere ist als in den vorausgehenden Teilen. Deswegen würde ich diesen Band auch nicht bei "Humor" einordnen. Es gibt sie zwar immer noch: die absurden Miseren, das skurrile Pech, die Hiobsbotschaften, welche die Familie Mole magnetisch anzuziehen scheint. Während Adrian bisher jedoch seine Sorgen ignoriert und es dadurch dem Leser erlaubt hat, über diese Vorfälle und Nöte zu lachen, passieren sie nun vor ernstem Hintergrund. Bald ist klar, dass Adrian Prostata-Krebs hat und ihn nicht einfach abschütteln wird. Auf mich wirkt Sue Townsend Beschreibung der Situation sehr authentisch und einfühlend. Adrian reagiert sehr menschlich und nachvollziehbar. Die Themen Trauer, Angst, Verfall und Abschied werden an verschiedenen Stellen der Handlung deutlich, jedoch hat es Sue Townsend geschafft, die Stimmung immer im Bereich des Erträglichen zu halten. Ich habe mich nie unwohl mit der Story gefühlt, sondern die Geschicke von Adrian, seiner Familie und den Freunden gern verfolgt. Sue Townsend hatte so eine Art, oftmals die prägende Emotion einer Szene geschickt kurz aufzubrechen z. B. durch den Trunkenbold Bernard, der in einer gefühlvollen Szene einen kernigen Satz fallen lässt. Die Handlung ist abwechslungsreich, lebhaft und flink. Es ist außerdem schön, dass viele "alte" Figuren aufgetauchen und man erfährt, wie es mit Adrians Schulfreunden oder Ex-Freundinnen weiterging im Leben (leider nichts von seinem Sohn William). Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Es wendet sich nicht nur für Adrian zum Guten und man kann sich zum Schluß über einige sehr gute Ereignisse mitfreuen. Trotzdem ist das Ende offen und auch das habe ich gemocht. Denn wer die Reihe verfolgt hat, der würde sich bei einem Happy End mit einer neuen Liebe nur denken, dass Adrian das ein drittes Mal in den Sand setzt. Von mir bekommt dieser Band 5 Sterne und ich bedauere sehr, dass ich Adrians Leben nicht weiter begleiten kann.
Inhalt:
Nachdem Adrians Haus im letzten Teil (Cappuccino Years) abgebrannt ist (wie gewonnen, so zerronnen), lebt er zunächst mit seinen beiden Söhnen Glenn (13) und William (7) gemeinsam in einem Raum ...
Inhalt:
Nachdem Adrians Haus im letzten Teil (Cappuccino Years) abgebrannt ist (wie gewonnen, so zerronnen), lebt er zunächst mit seinen beiden Söhnen Glenn (13) und William (7) gemeinsam in einem Raum im Haus der Mutter Pauline. Diese ist immer noch mit Ivan Braithwaite verheiratet, so dass Adrian und seine Angebetete, Pandora jetzt Stiefgeschwister sind. Und zwar zu 100%, denn auch Adrians Vater George und Pandoras Mutter Tania sind miteinander verheiratet. Allerdings haben beide Familien keine Lust auf Adrian und die Enkel. Also muss er in eine Sozialwohnung einziehen, gelegen in einem sozialen Brennpunkt. Man schlägt sich so durch in der Nachbarschaft, mit den Kindern, im Job und in der Liebe. Und Adrian schreibt alles nieder, was ihn bewegt, und behält dabei auch Politikgeschehen und Kultur im Auge.
Meine Bewertung:
Ich mag auch diesen Band der Adrian Mole-Serie ausgesprochen gern. Einziges Manko sind die vielen Bezüge zu britischen Promis und Ereignissen. Das war diesmal etwas viel und mir entgeht dort so mancher Witz. Aber an diesem Buch ist trotzdem noch genug, über das man lachen kann. Die Figuren sind so schrill und dramatisch und Sue Townsend gab ihnen ein Leben, das die Handlung des Buches unterhaltsam chaotisch macht. Allen voran Adrian, der sich schnell verliebt und aus unglücklichen Beziehungen schwer lösen kann. Andererseits kann Adrian einem (wenn man ihn quasi von kleinauf kennt) leidtun mit seiner anhaltenden Suche nach Bindung. Auch die beiden Kinder sind neben Wutanfällen und pubertären Dummheiten rührend dargestellt mit ihren Sorgen und Nöten und ihrer Zuneigung zu Adrian. Zudem übt Sue Townsend eine geschickt in die Handlung verflochtene und humorvoll verpackte Sozialkritik. "A satire of our times ... very funny indeed" hat die Sunday Times dazu geschrieben. Von mir erhält dieses Buch 5 Sterne.
Nach dem Klappentext hatte ich mir das Buch sehr anders vorgestellt. Ich dachte, es wäre eher so ein Ding wie die Eroberung des wilden Westens und realistischer. Ich hatte mit Science Fiction gerechnet ...
Nach dem Klappentext hatte ich mir das Buch sehr anders vorgestellt. Ich dachte, es wäre eher so ein Ding wie die Eroberung des wilden Westens und realistischer. Ich hatte mit Science Fiction gerechnet und Fantasy bekommen. Darauf könnte man eigentlich bereits im ersten Kapitel bekommen, als beschrieben wird, dass der Raketenantrieb der ersten Mars-Expedition für einen "Raketensommer" im Winter sorgt. Bei der Darstellung der Marsianer wird Ray Bradbury sehr fantasievoll und hat dazu viele findige Einfälle. Aufgrund der Ähnlichkeiten, die der Autor zwischen Marsianern und Menschen herstellt, weiß man aber, dass es immer um uns Menschen geht; wie wir miteinander umgehen, in der Familie, mit Angestellten, mit anderen Völkern; wo uns das als Menschheit hinführen kann.
Eigentlich ist es ja kein Roman, sondern es sind Kurzgeschichten. Das hätte ich jedoch nicht bemerkt. Auch wenn der "rote Faden" kaum von Figuren gehalten wird, sondern nur durch die fortlaufende Zeit. Kaum eine Figur tritt später nochmals auf. Sie sind nicht wichtig. Wichtig ist, was sie tun. So bleibt ihre Darstellung auch eher oberflächlich. Das betrifft das Aussehen, aber auch innere Prozesse. Das empfand ich jedoch nicht als Manko, sondern als positiv, weil der Autor Gefühle und damit Bewertungen nicht vorgibt. Die Ereignisse, die teils recht beklemmend wirkten, haben mich nachdenklich gemacht. Die Sprache allerdings auch. Als ich verschiedene Übersetzungsfehler entdeckte, war ich mir nicht mehr sicher, dass dies voll umfänglich so beabsichtigt war. Jedenfalls gibt es viel Spielraum für Interpretation und gedanklicher Weiterbeschäftigung. Ich vergebe 5 Sterne.