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VerenaStahl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2024

Ein bisschen zu mystisch und magisch

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Ich war sehr von Matt Haigs Buch „Die Mitternachtsbibliothek“ begeistert und hatte dementsprechend auch große Erwartungen an sein neues Buch. Leider wurden diese für mich nicht erfüllt.

Zunächst zum Positiven: ...

Ich war sehr von Matt Haigs Buch „Die Mitternachtsbibliothek“ begeistert und hatte dementsprechend auch große Erwartungen an sein neues Buch. Leider wurden diese für mich nicht erfüllt.

Zunächst zum Positiven: Der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen, er schafft es wie immer, Gedanken und Gefühle zu transportieren und wird an manchen Stellen sogar fast schon etwas poetisch. Es gibt viele kurze Kapitel, sodass das Buch sich schnell durchlesen lässt. Ich mochte es, dass Grace die ganze Geschichte einem ehemaligen Schüler von sich schreibt. So fühlt man sich als Leser auch direkt angesprochen.

Da der Handlungsort Ibiza ist, gibt es im Hardcover vorne und hinten eine schön bunt illustrierte Karte der Insel, sodass man sich orientieren kann.

Leider konnte mich die Geschichte inhaltlich nicht ganz abholen. Der Ansatz einer über 70-jährigen verwitweten Lehrerin mit tragischer Vergangenheit und den Themen Schuld, Einsamkeit und Anhedonie hat mich sehr angesprochen. Allerdings hätte man viel mehr und tiefgründiger etwas daraus machen können. Ohne viel zu spoilern ist mir die Geschichte irgendwann zu esoterisch und mystisch geworden. Man sollte sich darauf einstellen, dass es sich hierbei nicht um einen realistischen Roman handelt, was an sich nicht so schlimm gewesen wäre. Jedoch war mir das Ganze im Endeffekt zu abgedreht und ich habe ein bisschen den gedanklichen Entwicklungsprozess der Hauptperson vermisst.

Fazit: Wer andere Bücher des Autors kennt, könnte hier enttäuscht werden. Sollte man noch keine Bücher von ihm gelesen haben, könnte man von diesem hier abgeschreckt werden, weitere zu lesen.

Veröffentlicht am 22.08.2024

Erwartungen nicht ganz erfüllt

Wenn sie lügt
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Die Geschichte wurde aus den Perspektiven von Norah und Goran erzählt, wodurch die Erzählung abwechslungsreicher wurde. Norah hat einige anonyme Briefe erhalten, die nach ihrem Exfreund klingen, der vor ...

Die Geschichte wurde aus den Perspektiven von Norah und Goran erzählt, wodurch die Erzählung abwechslungsreicher wurde. Norah hat einige anonyme Briefe erhalten, die nach ihrem Exfreund klingen, der vor zwanzig Jahren ein Pärchen umgebracht hat. Goran hilft ihr dabei herauszufinden, was und wer dahintersteckt. Auch gab es zwischendurch Rückblicke in die Vergangenheit, um für den Leser langsam die Puzzleteile aus der Zeit der Morde zusammenzusetzen. Das Setting in einem kleinen Dorf in Thüringen fand ich sehr passend.

Die Geschichte war für mich etwas vorhersehbar. Eigentlich war mir schon recht bald klar, wer die Briefe geschrieben hat und was seine Motive waren. Generell hätte ich mir mehr Spannung gewünscht, einige Szenen hätten dafür auch Potenzial gehabt. Es gab zwar ein paar brenzlige Situationen, aber diese wurden meist recht schnell und unkompliziert entschärft.

Der Schreibstil ist ganz angenehm, allerdings fand ich ihn an manchen Stellen etwas zu derb bzw. wirkten manche Szenen in einem Thriller deplaziert.

Es mag ein gutes Buch für zwischendurch sein, aber es ist kein must read. Wer viel Spannung möchte, wird hier leider eher nicht fündig.

Veröffentlicht am 28.06.2024

Die erste Lebenshälfte von Agatha Christie

Agatha Christie
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Da jedem der Name Agatha Christie wahrscheinlich ein Begriff ist und ich bisher von ihr als Person nichts wusste, war ich gespannt, mehr über sie zu erfahren.

Die ersten zwei Drittel des Buches beschäftigen ...

Da jedem der Name Agatha Christie wahrscheinlich ein Begriff ist und ich bisher von ihr als Person nichts wusste, war ich gespannt, mehr über sie zu erfahren.

Die ersten zwei Drittel des Buches beschäftigen sich mit Agathas Kindheit und Jugend. Dabei liegt das Augenmerk ganz klar darauf, einen Mann bzw. die Liebe zu finden. Es wird viel auf ihre Gefühlswelt und Gedanken eingegangen. Es ist also eine Mischung aus Biographie und Fiktion. Für mich hat sich der Teil etwas gezogen und hätte kürzer ausfallen dürfen.

Das letzte Drittel, in dem es dann langsam mit ihrer Schriftstellerkarriere vorangeht und sie Reisen unternimmt, fand ich besser und spannender. Die auf dem Klappentext erwähnten Abschnitte ihres Lebens wurden aber leider nur recht kurz angerissen.

Der Schreibstil ist passend zur damaligen Zeit und lässt sich sehr flüssig und schnell lesen.

Das Buch endet abrupt kurz nach ihrer Reise mit dem Orientexpress und der Idee zu Miss Marple im Jahre 1929. Ihre restlichen Lebensjahre bis 1976 werden dann auf vier Seiten im Nachwort zusammengefasst. Da hätte ich mir ehrlich gesagt einen etwas anderen Schwerpunkt gewünscht und gerne mehr über ihre spätere Karriere und ihren weiteren Lebensweg erfahren.

Insgesamt ist das Buch wohl eher für Personen wie mich geeignet, die noch gar nichts über Agatha Christie wissen. Es enthält einige interessante Punkte, auch was generell das Leben Anfang des 20. Jahrhunderts angeht. Die Person der weltberühmten Autorin lernt man dadurch aber leider nur zum Teil kennen.

Veröffentlicht am 14.06.2024

Anders als erwartet

Die kurze Stunde der Frauen
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Die Themengebiete, die sich die Autorin rausgepickt hat, um die Lebenssituation der Frauen der Nachkriegszeit zu verstehen, fand ich vielversprechend und vielfältig: Vergleiche zwischen den Frauen in Ost- ...

Die Themengebiete, die sich die Autorin rausgepickt hat, um die Lebenssituation der Frauen der Nachkriegszeit zu verstehen, fand ich vielversprechend und vielfältig: Vergleiche zwischen den Frauen in Ost- und Westdeutschland, Mythos der Trümmerfrauen, die Mütter der Verfassung, Erziehung, Ehe, Arbeit, etc.

Ich hätte im Endeffekt aber den Fokus auf weniger Themen und damit mehr Vertiefung in bestimmten Bereichen besser gefunden, vielleicht gerade in denen, die der breiten Masse eher unbekannt sind. Trotzdem waren einige interessante und für mich neue Informationen dabei.

Das Buch enthält außerdem Bilder, die passend ausgewählt sind und etwas Abwechslung reinbringen.

Häufig verwendet die Autorin Tagebucheinträge der Frauen, was zu einem direkteren Einblick in das damalige Leben führt. Teilweise fasst sie diese selbst zusammen und zitiert nicht immer wörtlich, wodurch sich leider auch einige Ungereimtheiten und Logikfehler einschleichen.

Irgendwie hat mir zudem ein bisschen der Zusammenhang und Übergang der einzelnen Kapitel gefehlt. Das Oberthema Frauen in der Nachkriegszeit zieht sich zwar durch das gesamte Buch, allerdings lesen sich die einzelnen Kapitel eher wie eigenständige Essays. Oft werden Informationen wiederholt. Insgesamt wurde für mich das, was der Klappentext verspricht, nicht ganz erfüllt. Gerade die Bezugnahme zu unserem heutigen Leben hat z. B. meiner Meinung nach nicht wirklich stattgefunden, außer in ein paar Zahlenvergleichen.

Außerdem wird die Autorin an manchen Stellen wertend und lässt für ein Sachbuch zu sehr ihre eigene Meinung miteinfließen. Da hätte ich mir mehr Neutralität gewünscht.

Veröffentlicht am 11.05.2024

Durchwachsener Thriller

Der Ausflug - Nur einer kehrt zurück
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Die Idee an sich fand ich ganz gut, die Umsetzung hatte allerdings einige Schwächen.

Die Hauptperson Anna, aus deren Perspektive die meiste Zeit erzählt wird, war mir leider nicht wirklich sympathisch. ...

Die Idee an sich fand ich ganz gut, die Umsetzung hatte allerdings einige Schwächen.

Die Hauptperson Anna, aus deren Perspektive die meiste Zeit erzählt wird, war mir leider nicht wirklich sympathisch. Das galt aber eigentlich auch für alle anderen Personen.

Gut hingegen hat mir gefallen, dass Annas Erzählungen durch Vernehmungsprotokolle und Rückblenden unterbrochen wurden. Das hat etwas Abwechslung reingebracht.

Ich fand teilweise die Beschreibung der Wanderroute etwas anstrengend und viel zu ausführlich. Man konnte dem Ganzen nicht folgen, auch weil man oft nicht wusste, ob die schwedischen Namen nun einen Nationalpark, See, Berg, etc. bezeichnen.

Die Spannung war für mich nicht durchgehend da. Am Anfang dauert es sehr lang, bis der Ausflug überhaupt erstmal beginnt. Zwischendrin gibt es zwar ein paar Spannungsspitzen, aber bis zum Ende hält das leider nicht an.
Das Ende war nicht so befriedigend, wie ich erhofft hatte. Es lässt Raum für Spekulationen. Aufgrund der vielen Naturbeschreibungen ist das Buch wahrscheinlich gut für Wander- und Outdoorfans geeignet, die Thriller mögen. Ein Must-read ist es allerdings nicht.