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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2024

Harter Lesestoff

Das Tal der Blumen
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Was für ein Buch!
Also, ich spreche selten Warnungen bei Büchern aus, aber hier fühle ich mich fast dazu verpflichtet: es ist absolut nichts für depressive und sensible Menschen!
Grönland gehört weltweit ...

Was für ein Buch!
Also, ich spreche selten Warnungen bei Büchern aus, aber hier fühle ich mich fast dazu verpflichtet: es ist absolut nichts für depressive und sensible Menschen!
Grönland gehört weltweit zu den Ländern mit der höchsten Selbstmordrate und das thematisiert die Autorin in ihrer Erzählung sehr eindringlich. Grönland ist mit dieser Tatsache überfordert, es gibt zu wenig Anlaufstellen und Therapeuten. Hilfe finden die Betroffenen nicht, weder die suizid gefährdeten noch die hinterbliebenen. Alkoholismus, Gewalt, Missbrauch und Rassismus sind nur einige der Eckpunkte, die zur Sprache kommen.
Ich habe viel über dieses Land und die Natives gelernt, habe jetzt Lust darauf mein Wissen noch mehr zu vertiefen.
Ein wichtiges Buch, das viel Aufmerksamkeit bekommen sollte.
Einzig gestört hat mich die stellenweise sehr grobe Ausdrucksweise und der sehr explizite Lesbensex, der sich für meinen Geschmack nicht schön lesen ließ.
Franziska Hüther hat übersetzt.

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Veröffentlicht am 26.10.2024

Sehr speziell

Bleib
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Ups, das war ja mal ein ziemlich anderes Leseerlebnis. Ich bin ja eigentlich recht hartgesotten, aber in den letzten Stunden hab ich schon mehrmals angewidert mein Gesicht verzogen. Da gibt es schon die ...

Ups, das war ja mal ein ziemlich anderes Leseerlebnis. Ich bin ja eigentlich recht hartgesotten, aber in den letzten Stunden hab ich schon mehrmals angewidert mein Gesicht verzogen. Da gibt es schon die eine oder andere Passage, die ein wenig makaber und grauslich ist.
Aber gut, das wäre das eine, das andere ist der Brief (also das Buch) den die Geliebte an die Ehefrau des Toten, mit dem sie - sie trauernd, er langsam stinkend - herumfährt, schreibt. Es ist eine Offenlegung ihrer Beziehung zu ihm, aber auch ihres Lebens und das war bemerkenswert. Es hat mich dazu angeregt über mein eigenes Leben nachzudenken, über mich als Frau, über meine diversen Beziehungen… und das ist ja schon mal was.
Ihre Trauer konnte ich nicht wirklich spüren, dafür aber ihre Lebensbeichte.
Ein wirklich sehr spezielles Buch, das sicher nicht jedermanns Geschmack trifft, dennoch empfehlenswert und vonSina de Malafosse übersetzt.

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Unterhaltsame Upperclass

Pineapple Street
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Jenny Jackson entführt uns für eine kurze Zeit in die Upperclass New Yorks und wir lernen drei Frauen der Familie Stockton kennen, die zum alten Geldaldel gehört. Da sind zum einen die beiden Schwestern ...

Jenny Jackson entführt uns für eine kurze Zeit in die Upperclass New Yorks und wir lernen drei Frauen der Familie Stockton kennen, die zum alten Geldaldel gehört. Da sind zum einen die beiden Schwestern Georgiana und Darley und zum anderen die eingeheiratete, aus der Mittelschicht stammende, Sasha.
Die Kapitel sind jeweils aus der Sicht dieser unterschiedlichen Frauen erzählt, was das Buch tatsächlich spannend macht, da ein und dieselbe Situation oftmals völlig anders interpretiert wird.
Im Prinzip geht es um die Generation der reichen Millenials, die sich ihrer Privilegiertheit bewusst sind und ihr Kapital mehr oder weniger sinnvoll einsetzen wollen.
Es sind erste Welt Probleme, die wir nebenbei kennenlernen, aber auch durchaus tragische Begebenheiten bis hin zur Einsamkeit, die dicke Bankkonten mit sich bringen können.
Mit leichtem Sarkasmus navigiert die Autorin den Leser durch diese befremdlich dekadente Welt.
Ein kurzweilig geschriebener Roman, der unterhaltsam ist, aber nicht sonderlich tiefgründig. Übersetzt von Barbara Schaden.

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Skurriles Drama

Der Sommer, in dem alles begann
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Ich tu mich ein bisschen schwer, dieses Buch tatsächlich einzuschätzen und zu bewerten, denn es ist recht aussergewöhnlich.
Im Grunde ist es ein Drama, allerdings mit teils skurrilen Charakteren und der ...

Ich tu mich ein bisschen schwer, dieses Buch tatsächlich einzuschätzen und zu bewerten, denn es ist recht aussergewöhnlich.
Im Grunde ist es ein Drama, allerdings mit teils skurrilen Charakteren und der einen oder anderen bizarren Szene, die ich leider nicht weiter ausführen kann ohne zu spoilern.
Rückblickend betrachtet ist es aber schon sehr französisch... also im Sinne von: Drama wie von Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro (Delikatessen, Die Stadt der verlorenen Kinder...)
Sprachlich ist es toll, es liest sich flüssig aber nicht seicht. Der Plot bietet immer gerade genug Spannung, so dass man weiterlesen möchte. Das Ende ist ja anfangs schon vorweg genommen und dennoch will man ja wissen, wie genau es dazu kommen konnte.
Wer mal etwas Aussergewöhnliches lesen möchte, dem sei dieses Buch - in der Übersetzung von Stefaie Jacobs und Jan Schönherr - sehr empfohlen. Ideal an einem lazy weekend zu lesen.

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Veröffentlicht am 24.05.2024

Gelungenes spannendes Debüt

So ist das nie passiert
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Schon der Titel hat in mir Interesse geweckt und ich wurde nicht enttäuscht.
Das Debüt von Sarah Easter Collins ist spannend, erschütternd und sprachlich ganz wunderbar.
Die Geschichte beginnt mit einer ...

Schon der Titel hat in mir Interesse geweckt und ich wurde nicht enttäuscht.
Das Debüt von Sarah Easter Collins ist spannend, erschütternd und sprachlich ganz wunderbar.
Die Geschichte beginnt mit einer Zusammenkunft von Freunden und wir lernen insbesondere Robyn und Willa kennen, die einander schon seit ihrer Teenagerzeit kennen. Vor mehr als zwanzig Jahren ist die jüngere Schwester Willas verschwunden und nie aufgetaucht.
In Rückblicken von Robin und Willa erfahren wir Stück für Stück über deren gemeinsame Vergangenheit, aber auch über Willas erschütternden Familienverhältnisse.
Langsam taucht man tiefer in die Figuren ein, die die Autorin mit viel Liebe zeichnet.
Der Roman entwickelte bei mir eine ungeheure Sogwirkung, auch wenn ich am Ende den einen oder anderen Kritikpunkt hatte: die bösen Charaktere sind mir einfach zu disneyhaft böse und ein bisschen zu viel Zufall bei der Auflösung der Geschichte. Insgesamt konnte ich aber darüber hinwegsehen, da mir der Plot sehr zugesagt hat.
Carola Fischer und Beate Brammertz haben gute Übersetzungsarbeit geleistet - sprachlich fand ich den Roman wirklich sehr gelungen.

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