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Veröffentlicht am 23.09.2024

Bücher sind gefährlich

Das elfte Manuskript
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Ebba hat gerade in einem Verlag als Lektorin angefangen. Sie übernimmt eine der wichtigsten Autorinnen und stellt dabei fest, dass das letzte Buch dieser - das sogenannte elfte Manuskript - spurlos verschwunden ...

Ebba hat gerade in einem Verlag als Lektorin angefangen. Sie übernimmt eine der wichtigsten Autorinnen und stellt dabei fest, dass das letzte Buch dieser - das sogenannte elfte Manuskript - spurlos verschwunden ist. Es gibt keine Kopie und das hat weitreichende Folgen. Zur gleichen Zeit hat der Polizist Henrik mit einem Mord an einer Frau zu tun, die scheinbar niemand kennt und niemand vermisst. Die ganzen Schwierigkeiten steigern sich noch, als die Pandemie mit Covid ausbricht und zu starken Einschränkungen im Leben führt.

Das Buch lässt sich gut lesen. Die Geschichte wird in drei unterschiedlichen Erzählsträngen vorgebracht, die sich erst ganz am Ende verbinden. Und die einiges an Überraschungen bringen, auch wenn man meint, zwischendrin eine Ahnung zu haben. Am Anfang allerdings bis etwa zur Hälfte des Buches ist die Spannung sehr niedrig gehalten. Auch sind einige der Hauptfiguren, in dem Fall der Polizist Henrik und die ehemalige Polizistin Hanne, sehr speziell und wirken oft eher unsympathisch oder nicht kompetent. Das Ende allerdings macht vieles wieder wett und daher kann ich eine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Lebensgeschichte

Der Blick reicht weit zurück von hier
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Das Buch erzählt die Geschichte von Josef. 1929 im polnischen Thorn geboren, wächst er ohne Mutter und mit einem ständig abwesenden Vater bei den Großeltern auf. Er erlebt das Erstarken der Nazis, den ...

Das Buch erzählt die Geschichte von Josef. 1929 im polnischen Thorn geboren, wächst er ohne Mutter und mit einem ständig abwesenden Vater bei den Großeltern auf. Er erlebt das Erstarken der Nazis, den Zweiten Weltkrieg und hinterher Gefangenschaft in russischen und polnischen Lagern. Er erlebt Freundschaft und Hilfe und geht nach dem Krieg in den Westen. Erst in den Harz und später ins Ruhrgebiet. Fast zum Ende seines Lebens wird er auch noch ein berühmter Fotograf.

Das Buch ist eine sehr persönliche Geschichte, die mir gut gefallen hat. Thorn kenne ich selbst und mich hat der Wiederaufbau dieser schönen alten Stadt begeistert. Auch die verschiedenen Erlebnisse sind gut beschrieben. Und besonders hat mir immer wieder gefallen, dass Josef versucht, ein anständiger Mensch zu sein und dass er immer wieder in verschiedenen Notsituationen Hilfe erhält - oft überraschend. Das Buch ist gleichzeitig Zeit- wie auch Familiengeschichte. Ich kann eine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 18.09.2024

Schwieriger Beginn

Die Berghebamme – Hoffnung der Frauen
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Ende des 19. Jahrhunderts in Oberbayern kommt Maria in das kleine Dorf zurück. Sie ist dort als sogenannter Bankert aufgewachsen und dann nach München gegangen, um dort in einer neu gegründeten Schule ...

Ende des 19. Jahrhunderts in Oberbayern kommt Maria in das kleine Dorf zurück. Sie ist dort als sogenannter Bankert aufgewachsen und dann nach München gegangen, um dort in einer neu gegründeten Schule eine Hebammenausbildung zu machen. Wieder zurück im Dorf hat sie es extrem schwer. Einige erkennen ihre neue Ausbildung nicht an, andere stören sich daran, dass sie von einer ledigen Mutter stammt und wieder andere, wie der Pfarrer, halten stur an alten Bräuchen fest.

Das Buch ist der Beginn einer Trilogie um die Hebamme Maria. Es ist gut lesbar und zeigt deutlich auf, wie zum einen die großen Unterschiede zwischen Stadt und Land in der ärztlichen Versorgung waren. Aber auch, wie schwer es Frauen hatten, die etwas außerhalb der Gesellschaft standen. Gleichzeitig aber auch, wie gefährlich es für die Frauen zur damaligen Zeit immer noch war, Kinder zu bekommen. Das alles ist gut beschrieben und man liest es mit viel Empathie. Manchmal ging mir manches etwas zu schnell in der Konfliktlösung. Und ich bezweifle, dass zur damaligen Zeit Ausdrücke wie doof oder sauer sein verwendet wurden. Das alles sind aber eher Kleinigkeiten und so kann ich gern eine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Berührt

Und später für immer
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Es ist März 1945. Johann Meinert ist 25, Pilot und in den letzten Kriegswochen desertiert. Er schafft es bis zu Onkel und Tante und versteckt sich in der Scheune. Eigentlich will er nach Hause zu seiner ...

Es ist März 1945. Johann Meinert ist 25, Pilot und in den letzten Kriegswochen desertiert. Er schafft es bis zu Onkel und Tante und versteckt sich in der Scheune. Eigentlich will er nach Hause zu seiner Frau und dem wahrscheinlichen Baby, denn er weiß nicht, ob er schon Vater ist. Der letzte Brief seiner Frau liegt viele Monate zurück. Doch so gut er auch versucht, unsichtbar zu bleiben, wird das Nachbarsmädchen Frieda auf ihn aufmerksam. Und damit steigt die Gefahr, dass er verraten, entdeckt und damit getötet wird.

Das Buch berührt. Der Stil ist sehr direkt und oft kurz und relativ trocken. Trotzdem kann man die Geschichte des jungen Soldaten stets nachvollziehen. Seine Pläne und Wünsche, aber auch seine furchtbaren Ängste vor Entdeckung und Tod sind gut beschrieben. Auch die Entwicklung vom begeisterten Soldaten zu einem nachdenklichen Menschen, der nur Frieden und zu seiner Familie will, ist nachvollziehbar. Die Gefährlichkeit der damaligen Zeit ist klar erkennbar. Man drückt ihm einfach nur die Daumen, dass er es nach Hause schafft. Die Geschichte ist grob an die Erlebnisse des Großvaters des Autors angepasst. Ich hätte mir nur gewünscht, dass man als Leser am Ende erfährt, ob er wirklich Vater geworden ist und ob er einen Sohn oder eine Tochter hat. Natürlich weiß man, dass es einen Sohn geben wird, der Vater des Autors ist. Aber ist es genau dieser im Buch erwähnte oder ein späteres Kind? Irgendwie wäre das für mich als Abschluss schöner gewesen.

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Veröffentlicht am 09.09.2024

Überleben im Slum

Maybrick und die Toten vom East End
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Joseph Maybrick ist kürzlich befördert worden und Chef einer Polizeidivision im East End, einem berüchtigten Slum in London um 1910. Er selbst stammt von dort und hat sich hochgearbeitet. In den Slums ...

Joseph Maybrick ist kürzlich befördert worden und Chef einer Polizeidivision im East End, einem berüchtigten Slum in London um 1910. Er selbst stammt von dort und hat sich hochgearbeitet. In den Slums wird eine Kinderleiche gefunden, so hindrapiert, dass sie gefunden werden soll. Zusammen mit den Kollegen und seinem Freund, dem Arzt Dave Roberts, sucht er den Täter und sie geraten unbeabsichtigt in die Auseinandersetzungen der verschiedenen Banden. Und es verschwinden weiter Kinder…

Das Buch hat mich im positiven Sinn überrascht. Dabei ist es weniger der Kriminalfall, der eigentlich auch nicht so wirklich viel Spannung hat bzw. erst gegen Ende hin. Aber die Beschreibungen des Lebens und der Umstände, die die Menschen dort aushalten müssen, sind sehr detailliert und erzeugen viel Empathie. Es hat mir gefallen, dass es nicht ein eindeutiges Gut oder Böse gibt, sondern verschiedene Facetten aufgezeigt werden. Dabei ist der Stil relativ geradlinig und so wird das Buch sehr gut lesbar. Von mir gibt es eine Leseempfehlung

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