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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.08.2023

Ganz nette Sommerlektüre, die nicht wirklich hält, was sie verspricht

Das Versprechen der Oktoberfrauen
1

Das Buch hat mich durch das sehr schöne, schlicht gestaltete Cover, den Titel und den Klappentext sehr angesprochen. Der erste Teil liest sich gut, auch wenn die Hauptprotagonistin Hanna mir nicht sonderlich ...

Das Buch hat mich durch das sehr schöne, schlicht gestaltete Cover, den Titel und den Klappentext sehr angesprochen. Der erste Teil liest sich gut, auch wenn die Hauptprotagonistin Hanna mir nicht sonderlich sympathisch war. Sie findet in einer Lebenskrise Unterschlupf in einem kleinen Dorf an der Ostsee, in dem jeder alles von jedem zu wissen scheint. Dort schließt sie nach anfänglichen Schwierigkeiten neue Freundschaften. Im zweiten Teil jedoch überschlagen sich die – teilweise sehr konstruiert erscheinenden – Ereignisse, so dass man emotional kaum noch folgen kann und münden schließlich in einem sehr abrupten Ende, das viele Fragen offenlässt.
Ein Buch, das man als Sommerlektüre mit wenig Tiefgang lesen kann, aber auch nicht unbedingt muss. Wer allerdings, wie im Klappentext angedeutet, eine Liebesgeschichte erwartet, wird enttäuscht werden.

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  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 17.07.2023

Viele Drama, wenig Tiefgang

Bleib bei mir, wenn der Sommer geht
1

Das Buch hat mich leider etwas enttäuscht.
Der Schreibstil ist locker und gut lesbar, der Perspektivenwechsel macht die Geschichte interessanter.
Leider wird das Potential der Story nicht ausgeschöpft. ...

Das Buch hat mich leider etwas enttäuscht.
Der Schreibstil ist locker und gut lesbar, der Perspektivenwechsel macht die Geschichte interessanter.
Leider wird das Potential der Story nicht ausgeschöpft.
Die Charaktere sind zu gut, ohne jegliche Ecken und Kanten. Selbst Jesse, "der Böse", ist am Ende geläutert.
Nur Dawn, mit der man sich ja eigentlich identifizieren können sollte, macht eine Kehrtwendung nache der anderen und alle anderen ertragen das lächelnd. So ist das Leben einfach nicht....
Dass River zum Schluss den Sehnsuchtsort ihrer Kindheit für Dawn ausfindig gemacht hat und das Haus dann auch noch zufällig Mrs. Meyer gehört, die natürliche auch nichts besseres zu tun hat, als es Dawn kostenlos zu überlassen, finde ich ziemlich konstruiert - vielleicht hätte es gereicht, wenn er einen ähnlichne Ort für sie gefunden/geschaffen hätte.
Die Idee mit der No-School-Today-Liste finde ich klasse und nachahmenswert bei Schulverweigerung und auch schön, dass man diese Liste am Ende findet.
Insgesamt ein Buch, dass man leicht lesen kann, aber nichts, was man unbedingt gelesen haben muss.

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 18.09.2024

Planlos und unrealistisch

Tage mit Milena
0

Annika ist eine biedere Lübecker Geschäftsfrau und kaum einer weiß von ihrer Vergangenheit in der Hamburger Hausbesetzerszene. Auch Annika selber hat die Ereignisse von damals gut verdrängt. Dann lernt ...

Annika ist eine biedere Lübecker Geschäftsfrau und kaum einer weiß von ihrer Vergangenheit in der Hamburger Hausbesetzerszene. Auch Annika selber hat die Ereignisse von damals gut verdrängt. Dann lernt sie die Klimakleberin Luzie kennen und macht sich mit dieser zunächst eher unfreiwillig auf eine Reise in ihre Vergangenheit. Hierbei verhält sie sich übergriffig Luzie gegenüber, rücksichtslos gegenüber ihrem Mann und versinkt immer wieder in ungerechtfertigtem Selbstmitleid. Dass die beiden auf ihrer überstürzten und planlosen Suche tatsächlich auf Personen aus Annikas Vergangenheit stoßen, ist schon sehr konstruiert.
Alles in allem ein Buch, dass ich nur mit viel Disziplin zu Ende lesen konnte.
Bei der Sache gehalten haben mich lediglich die interessanten Einblicke in die politischen Hintergründe der Hamburger Hafenstraße.

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Veröffentlicht am 29.10.2023

Ein spannendes Thema, aus dem man mehr hätte machen können

Das Buch Eva
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Das Cover hat mich gleich angesprochen – ein florales Design in Verbindung mit geheimnisvollen Schriftzeichen. Das Thema wirkte spannend, der Klappentext versprach eine Auseinandersetzung mit der christlichen ...

Das Cover hat mich gleich angesprochen – ein florales Design in Verbindung mit geheimnisvollen Schriftzeichen. Das Thema wirkte spannend, der Klappentext versprach eine Auseinandersetzung mit der christlichen Religion aus feministischer Sicht.
Am Anfang las es sich auch noch gut: Zwei verletzte, misshandelte Frauen bringen ein geheimnisvolles Buch in ein Kloster. Die für die Bibliothek zuständige Schwester Beatrice bekommt es zur Verwahrung. Ein fanatischer Mönch, dem die Unabhängigkeit des Nonnenklosters ein Dorn im Auge ist, versucht, das Buch zu finden, um es gegen die Schwestern zu verwenden.
Im Verlauf zeigt sich, dass alle Protagonisten, auch unabhängig von dem aktuellen Geschehen, irgendwie zueinander in Beziehung stehen, alte Feindschaften, aber auch alte Freundschaften tuen sich auf.
Dann jedoch entwickelt das geheimnisvolle Buch ein Eigenleben, Frauen werden von ihm verwandelt und gestalten ihrerseits das Buch neu. Dies alles erfährt der Leser oft nur in Andeutungen, vieles muss man erahnen bzw. bleibt im Dunkeln.
Diesen surrealistischen, teils bizarren Teil hätte es meines Erachtens nicht gebraucht. Vielmehr wirkt er in meinen Augen der feministischen Sicht entgegen – es wird der Eindruck erweckt, als könnten Frauen sich den Männern nur mit magischer Hilfe entgegenstellen. Und das fraglich positive Ende ist dann trotzdem nur durch das Eingreifen einer einflussreichen Persönlichkeit möglich.
Der Gegensatz zwischen den oft matriarchalischen Naturreligionen und dem strikt patriarchalischen Christentum wird aufgeworfen, aber am Ende streben selbst die stärksten Frauen doch danach, einen Platz „im Hause Gottvaters“ zu erhalten.
Soll das die feministische Aussage sein?

Fazit: Ein spannendes Thema aus dem man mit Weniger so viel Mehr hätte machen können.




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Veröffentlicht am 05.06.2023

Interessantes Thema, aber eher enttäuschende Umsetzung

Die Reisenden der Nacht
2

Ally bekommt in den 1930ern ein Kind von einem farbigen Musiker. Statt das Land zu verlassen, als dies vielleicht noch möglich gewesen wäre, zieht sie ausgerechnet nach Berlin, wo ihre Tochter Lilith im ...

Ally bekommt in den 1930ern ein Kind von einem farbigen Musiker. Statt das Land zu verlassen, als dies vielleicht noch möglich gewesen wäre, zieht sie ausgerechnet nach Berlin, wo ihre Tochter Lilith im Verborgenen aufwächst. Ally kann Lilth jedoch auch so nicht vor den Rassegesetzen der Nazis schützen und schickt diese unter falschem Namen mit einem jüdischen Ehepaar auf der St. Louis nach Cuba. Dort scheint zunächst alles gut und Lilith steigt über ihren späteren Ehemann Lilith sogar bis in den engeren Zirkel um den Präsidenten Batista auf. Doch nach dem Sturz des Regimes steht sie wieder "auf der falschen Seite", wieder wurde die Chance auf Flucht verpasst und auch Lilith scheint der letzte Rettungsweg, ihre Tochter Nadine wegzugeben - an ein adoptionswilliges Ehepaar in New York. Ein Kriegsverbrecherprozess gegen ihre Adoptivmutter führt Nadine dann wieder nach Deutschland, aber erst Nadines Tochter Luna recherchiert die Familiengeschichte.
Vom Thema her eigentlich sehr interessant. Der Autor hat wohl (wenn man sich das für einen Roman völlig untypische Quellenverzeichnis ansieht) sehr intensiv recherchiert und ist auf viele tragische Einzelschicksale gestoßen. Man hat den Eindruck, dass er sich nicht entscheiden konnte, sondern versucht hat, jedem einzelnen Schicksal ein Denkmal zu setzen. Leider erreicht er damit in meinen Augen das komplette Gegenteil. Es gibt so viele, teils für den Fortgang der eigentlichen Geschichte völlig entbehrliche Nebenhandlungsstränge, dass alles sehr an der Oberfläche bleibt. Durch die Vielzahl der Schicksalsschläge stumpft man etwas ab, außerdem wird vieles so kurz abgehandelt, dass wenig Atmosphäre und Gefühl aufkommen können. Die Protagonisten bleiben ebenfalls sehr oberflächlich, eine Identifikation gelingt kaum.
Die besonders gegen Ende sehr großen Zeitsprünge lassen einen wie im Zeitraffer durch die Handlung fliegen.
Die politischen Ereignisse in Kuba kann man meines Erachtens nur verstehen, wenn man sich mit der Geschichte Kubas gut auskennt. Der Autor ist gebürtiger Kubaner, insofern ist ihm die Geschichte seines Heimatlandes vermutlich geläufig, für die internationale Leserschaft wären jedoch ein paar mehr Hintergrundinformationen hilfreich gewesen.
Das Cover passt für mich nicht wirklich gut zum Inhalt - was genau soll der Leuchtturm verkörpern?
Alles in Allem trotz des interessanten Themas ein eher enttäuschendes Buch. "The German Girl" vom gleichen Autor hat mir deutlich besser gefallen.

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