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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2024

Spannung, Spuk und prophetische Träume

Der längste Schlaf
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Die Protagonistin dieser interessanten Geschichte ist Mara, eine Neurowissenschaftlerin, die eine Koryphäe im Bereich der Schlafforschung ist. Sie selbst hat allerdings seit Jahren Schlafstörungen und ...

Die Protagonistin dieser interessanten Geschichte ist Mara, eine Neurowissenschaftlerin, die eine Koryphäe im Bereich der Schlafforschung ist. Sie selbst hat allerdings seit Jahren Schlafstörungen und Angst vor den eigenen Träumen. Sie hat erlebt, dass Dinge von denen sie geträumt hat tatsächlich passiert sind, verstörenderweise auch der tödliche Autounfall ihrer Eltern.

Die überraschende Erbschaft eines Wildfremden führt sie aus ihrer Wahlheimat London zurück nach Deutschland in das kleine, (fiktive) Örtchen Limmerfeld. Ein altes Herrenhaus, dessen Besitzerin sie so unverhofft geworden ist, ragt majestätisch auf einem Hügel über dem mittelalterlichen Stadtkern und Mara versucht herauszufinden wer und vor allem warum sie diese außergewöhnliche Immobilie geschenkt bekommen hat.

Es gibt noch einen weiteren, geheimnisvollen Erzählstrang, der zunächst für Verwirrung sorgt. Kontinuierlich baut Melanie Raabe eine Spannung auf, der man sich nicht entziehen kann. Außerdem streift sie in ihrer Erzählung den Bereich des magischen Realismus, was sich beim Thema Schlaf und Träume anbietet.

Es spukt sogar ein bisschen, bevor es bei der Auflösung noch zu der einen oder anderen überraschenden Wendung kommt.

Ein unterschwelliges Thema des Roman‘s ist übrigens auch Andersartigkeit.



Mich hat der neue Roman von Melanie Raabe bestens unterhalten, und ganz nebenbei habe ich zu Thema Schlafen noch ein paar interessante neue Informationen mitgenommen.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Etwas überladen

Hope’s End
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„ Auf Hope‘s End ist die Vergangenheit immer präsent.“


Kit ist eine fürsorgliche Krankenschwester, die sogar die eigene Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt hat. Doch seit deren Tod ist sie in der Krankenpflege ...

„ Auf Hope‘s End ist die Vergangenheit immer präsent.“


Kit ist eine fürsorgliche Krankenschwester, die sogar die eigene Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt hat. Doch seit deren Tod ist sie in der Krankenpflege quasi nicht mehr vermittelbar, denn man wirft ihr vor beim Suizid ihrer Mutter geholfen zu haben. Nachweisen lässt sich ihre angebliche Schuld allerdings nicht. Deshalb ist sie auch nicht verhaftet worden, aber ihr guter Ruf ist ruiniert.

Ihre Agentur bietet Kit einen einzigen Job an in einem Herrenhaus auf den Klippen. Es ist eine Pflegestelle, die sonst keiner haben will.

Die Patientin Leonora Hope soll vor 50 Jahren ihre gesamte Familie umgebracht haben, den Vater, die Mutter sowie die eigene Schwester. Man konnte ihr den Mehrfachmord aber nicht nachweisen, und so lebt sie heute gelähmt als Pflegefall immer noch in dem Haus mit dem Namen „Hope‘s End“. Auch sprechen kann sie nach mehreren Schlaganfällen nicht mehr. Eine Kommunikation mit Leonora ist lediglich mit Klopfzeichen möglich.

Kit nimmt die Stelle an. Sie hat keine Wahl. Nachdem sie Leonora kennengelernt hat, will sie irgendwie herausfinden, was damals passiert ist, ein gefährliches Unterfangen, wie sich herausstellt.



Die Geschichte ist spannend und hat jede Menge interessanter Wendungen. Immer wenn ich dachte, jetzt überblicke ich alles, passierte wieder etwas Neues und veränderte meinen Blickwinkel erneut.

Nichts ist wie es scheint auf Hope‘s End. Zu allem Übel begann auch das Haus irgendwann zu rumoren und es war nur eine Frage der Zeit wie lange es noch einigermaßen sicher auf der Klippe stehen würde.

Die Sprecherinnen Astrid Schulz und Lisa Rauen haben für mein Empfinden einen richtig guten Job gemacht. Man kann sich die Charaktere hinter den Stimmen wirklich gut vorstellen. Die herrische Stimme der resoluten Hausdame Mrs Baker ist fast schon unangenehm aber passend. Erzählt wird die Geschichte aus Kit‘s Sicht und auch aus Sicht der gelähmten Patientin Leonora, die immer wenn die junge Pflegerin sich wieder Dinge zusammengereimt hat, Einblicke in ihre Erinnerungen gewährt.

Am Ende jagt ein Twist den nächsten, was die Geschichte leider überladen hat. Auf die Lösung zu kommen, ist deshalb auch unmöglich.

Hier hat es die Autorin ein bisschen übertrieben. Trotzdem habe ich das Buch gerne gehört. Spannung und ein bisschen Grusel passen ja auch perfekt in den beginnenden Herbst.

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Veröffentlicht am 05.10.2024

Spannender Mittelteil der Árora Reihe

Blutrot
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Auch der 2.Teil der Áróra Reihe, ein 3- Teiler, der in Island spielt, hat mir wieder gut gefallen. Man kann die Bücher unabhängig voneinander lesen. Es erhöht aber den Lesespaß die Reihenfolge einzuhalten, ...

Auch der 2.Teil der Áróra Reihe, ein 3- Teiler, der in Island spielt, hat mir wieder gut gefallen. Man kann die Bücher unabhängig voneinander lesen. Es erhöht aber den Lesespaß die Reihenfolge einzuhalten, da man immer tiefer in die Geschichte einsteigt und die Vorgeschichte der Figuren schon kennt.

Áróra ist eine unabhängige Finanzermittlerin, die sich gut damit auskennt, verschwundene Gelder aufzuspüren. Sie wird von ihrem Polizistenfreund Daniel bei einem Fall hinzugezogen und soll eine Geldübergabe übernehmen. Die Frau des reichen Unternehmers Flosi wurde nämlich entführt. Die Sache entpuppt sich als komplexer, als zunächst gedacht und ich bin der wendungsreichen Handlung gerne gefolgt. Nebenher geht es auch wieder um Áróra‘s verschwundene Schwester Ísafold. Áróra hat ihrer Mutter versprochen so lange in Island zu bleiben, bis sie Ísafold gefunden hat. Dass sie sich zwischendurch in Daniel verlieben würde war nicht geplant.

Der Krimi ist recht unblutig, was ich mochte und vermittelt reichlich Island Vibes. Die Charaktere, auch die Nebenfiguren sind interessant und entwickeln sich weiter. Die Handlung wird durch die kurzen Kapitel spannend vorangetrieben. Die Auflösung war für mich nicht ganz unerwartet. Trotzdem hat mich der Krimi gut unterhalten und ich freue mich auf den 3. und letzten Band der Reihe.

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Ein gesellschaftskritischer Thriller

VIEWS
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Ein Thriller von Marc Uwe Kling ( bekannt geworden durch die Bücher rund um ein kommunistisches Känguru), da war ich gespannt!

Zunächst einmal fällt der für den Autor typische flapsige Ton auf, den er ...

Ein Thriller von Marc Uwe Kling ( bekannt geworden durch die Bücher rund um ein kommunistisches Känguru), da war ich gespannt!

Zunächst einmal fällt der für den Autor typische flapsige Ton auf, den er auch in diesem Buch aufrechterhält, der in einem Thriller aber zugegebenermaßen etwas irritiert. Auf der anderen Seite lieben ihn seine Fans dafür, genauso wie für die Gesellschaftskritik, die er stets mit viel Sarkasmus in seinen Texten unterbringt, so auch in „ Views“.

Zum Inhalt:

Die alleinerziehenden BKA Beamtin Yasira Saad, Mutter einer 16jährigen Tochter muß gemeinsam mit ihrem Team einen Vergewaltigungsfall an einer Teenagerin aufklären. Das Mädchen wurde seit einiger Zeit vermisst und im Netz taucht jetzt ein Video auf, bei dem neben dem Opfer drei dunkelhäutige Männer zu sehen sind. Das Video geht viral und ruft die rechte Szene auf den Plan, die dieses „Verbrechen an einer deutschen jungen Frau“ sofort für ihre Propaganda nutzt.

Yasira wird unter anderem aufgrund ihres eigenen familiären Backgrounds zur Leiterin des Ermittlungsteams ernannt. Diese „Ehre“ wird ihr im Laufe der Ermittlung noch ganz schön auf die Füße fallen. Die Spurenlage ist mau, der Zeitdruck enorm, denn die Rechtsradikalen drohen schon mit Selbstjustiz.



Der Fall ist superspannend, und Marc Uwe Kling behandelt genau die aktuellen Themen unserer Zeit. Er macht allerdings ziemlich viele Töpfe auf, so dass sein Thriller zeitweise etwas überladen wirkt.

Trotzdem hat es mir gut gefallen und ich hatte eine unterhaltsame Lesezeit. Das Ende war schon sehr abrupt. Ich hätte es mir etwas ausführlicher gewünscht, aber es war dann auch OK für mich.

Und ja, ich gehöre zu der Fraktion, die sagt der Autor kann auch Thriller und Krimis schreiben. Gerne mehr davon!

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Veröffentlicht am 20.09.2024

Ein Abenteuerroman

Der Fluss
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Auf dieses Buch habe ich mich riesig gefreut. Ganz viel Natur und Abenteuer, haben meine Erwartungen hochgeschraubt!

Es geht um die beiden jungen Männer Wynn und Jack, die sich ein Freisemester für eine ...


Auf dieses Buch habe ich mich riesig gefreut. Ganz viel Natur und Abenteuer, haben meine Erwartungen hochgeschraubt!

Es geht um die beiden jungen Männer Wynn und Jack, die sich ein Freisemester für eine mehrwöchige Kanutour auf dem nordkanadischen Maskwa River genommen haben. Sie beide lieben die Natur und freuen sich nicht nur auf die sportliche Herausforderung beim Durchqueren der menschenleeren Wildnis Nordkanadas, sondern auch auf das Angeln, das Übernachten im Freien und den Hauch von Nervenkitzel, den sie verspüren, wenn sie auf jegliche Kommunikationsmittel der modernen Welt verzichten bei ihrer Reise. Dennoch sind sie erfahren und gut ausgerüstet mit Kleidung, Proviant und einem Gewehr für alle Fälle.

Peter Heller beschreibt die beeindruckende Natur bis ins kleinste Detail. Umso verstörender ist der Bruch, als die Freunde Brandgeruch wahrnehmen und realisieren, dass es in unmittelbarer Nähe einen gewaltigen Waldbrand gibt.

Doch der Autor läßt seine Protagonisten nicht einfach vor dem Feuer fliehen, sie werden in einen „Notfall“ eines anderen Kanuten verwickelt und verlieren nicht nur gefährlich viel Zeit, sondern auch den Großteil ihrer Ausrüstung.Außerdem werden sie in eine weitere für sie lebensgefährliche Situation hineingezogen.

Die Feuerwalze bewegt sich unerbittlich in ihre Richtung. Selbst ein Fluss bietet da keinen Schutz mehr, wenn er nicht breit genug ist. Das Ausmaß der Naturgewalten wird vom Autor sehr eindringlich beschrieben. Man fiebert und leidet mit und hofft, dass dieses Abenteuer ein gutes Ende nehmen wird.

Gut gelungen fand ich die immer wieder eingestreuten Rückblicke, durch die man als Leser die beiden jungen Männer näher kennenlernt und erfährt wie ihre Freundschaft entstanden ist, was sie verbindet und was ihnen im Leben schon widerfahren ist.

Die Naturbeschreibungen fand ich schön, auf die detailreichen Ausführungen zu Kanutechniken bis hin zu ausführlichen Packlisten hätte ich auch gut verzichten können.

Ich kann verstehen, dass Peter Heller seinem Roman kein klassisches Happy End geben wollte, trotzdem hadere ich etwas mit dem Abschluss der Geschichte und das nicht nur weil es wirklich sehr abrupt kommt.

Alles in allem gefiel mir der Roman aber wirklich gut, auch wenn es für mich nicht ganz das Highlight war, dass ich mir erhofft hatte.

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