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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2026

Unterhaltsamer Roman, der zum Nachdenken anregt

Einatmen. Ausatmen.
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Das Buch hat mich angenehm überrascht. Erwartet hatte ich einen leichten, satirischen Roman über den ganzen Achtsamkeits- und Selbstfindungswahn unserer Gesellschaft. Bekommen habe ich eine sehr unterhaltsame ...

Das Buch hat mich angenehm überrascht. Erwartet hatte ich einen leichten, satirischen Roman über den ganzen Achtsamkeits- und Selbstfindungswahn unserer Gesellschaft. Bekommen habe ich eine sehr unterhaltsame Lektüre, die immer wieder ein Schmunzeln oder auch Lacher bereit hält, aber gleichzeitig zum Nachdenken über das eigene Leben anregt.
Maxim Leo schafft es mit seiner leichten Sprache mit ironischem Unterton den Leser schnell zu vereinnahmen und auch wenn die beiden Protagonisten - die Karrierefrau Marlene einerseits und der etwas windige Coach Alex Grow andererseits - durchaus dunkle Seiten und schlechte Eigenschaften haben, wirken doch schon bald sympathisch. Ziemlich jeder wird die eine oder andere Parallele zum eigenen Leben in ihnen entdecken und sich irgendwann unweigerlich fragen, wo er oder sie vielleicht noch einmal auf einen anderen, neuen Weg im Leben abbiegen könnte, um den langweiligen gewohnten Trott gegen erfüllendere Erlebnisse einzutauschen. Eine herrliche Lektüre, die ich sehr empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Regt zum Nachdenken über das Leben an

Jetzt gerade ist alles gut
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Das Buch kommt in Form von Kurzgeschichten daher, die zwar eine gemeinsame Klammer verbindet, ansonsten aber nahezu unabhängig voneinander sind. Darin erzählt der Auto kleine Geschichten und Begegnungen, ...

Das Buch kommt in Form von Kurzgeschichten daher, die zwar eine gemeinsame Klammer verbindet, ansonsten aber nahezu unabhängig voneinander sind. Darin erzählt der Auto kleine Geschichten und Begegnungen, die er im Anschluss an eine zunächst harmlos wirkende, letztlich aber fast lebensbedrohliche Verletzung erlebt.
In ruhiger, warmherziger Sprache schildert er in den einzelnen Episoden, worauf es im Leben wirklich ankommt. Damit regt das Buch zum Nachdenken und Reflektieren des eigenen Lebensstils an und wird so zu einer Art Ratgeber in Romanform. Mich hat es sofort angesprochen und zu etlichen Gedanken inspiriert. Ich empfehle das Buch nicht in einem Rutsch zu lesen, sondern häppchenweise und dazwischen den eigenen Gedanken dazu immer wieder genügend Zeit und Raum zu geben. Dann entfaltet es am besten seine Wirkung.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Ein feinsinniger Roman, der sehr berührt

Sonnenaufgang Nr. 5
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Carsten Henn hat mit „Sonnenaufgang Nr. 5“ erneut einen feinsinnigen Roman geschaffen, der mich sehr bewegt und berührt hat. Nicht zuletzt aufgrund seiner Erzählweise waren mir die Figuren von Anfang sympathisch ...

Carsten Henn hat mit „Sonnenaufgang Nr. 5“ erneut einen feinsinnigen Roman geschaffen, der mich sehr bewegt und berührt hat. Nicht zuletzt aufgrund seiner Erzählweise waren mir die Figuren von Anfang sympathisch und ich war gespannt, welche Geheimnisse sie verbergen.
Im Verbergen ihrer Geheimnisse und ihrer Verletzungen ist insbesondere die alternde Diva Stella Dor eine Meisterin, die angelehnt an Rilkes Gedicht „Das Karussell“ immer wieder gerne einen symbolischen weißen Elefanten vorschiebt, um den Blick auf die Wahrheit zu verstellen. Doch auch ihr junger Biograf Jonas trägt eine schwere Bürde, die erst später enthüllt wird. Zentrales Thema ist Verlust, dem sich nicht nur Stella und Jonas stellen müssen, sondern das sie ebenso mit weiteren Personen in ihrem Umfeld verbindet. Gegen Ende fällt dann im wahrsten Sinne des Wortes die Fassade und es kommt zum Teil durchaus Überraschendes zum Vorschein.
Insgesamt eine sehr warmherzige Geschichte, die mitunter zu Tränen rührt, aber keinesfalls kitschig, sondern durchaus tiefsinnig daherkommt und aus der man am Ende einiges für sich selbst und das eigene Leben mitnehmen kann. Passend zum Titel hat das Buch für mich etwas Wärme und Licht in die trüben Herbsttage gebracht und ich kann es absolut empfehlen.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Toller Coming of Age Roman

Die große Sehnsucht
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Rene Sydow beschreibt in seinem vermutlich auch etwas autobiografischen Roman die Geschichte dreier Freunde kurz vor dem Jahreswechsel 1996/97 in einer Kleinstadt am Bodensee. In ihren letzten Schuljahr ...

Rene Sydow beschreibt in seinem vermutlich auch etwas autobiografischen Roman die Geschichte dreier Freunde kurz vor dem Jahreswechsel 1996/97 in einer Kleinstadt am Bodensee. In ihren letzten Schuljahr vor dem Abitur mischen sich Zukunftspläne mit zarten Liebschaften und über allem steht die Freundschaft.
Da ich nur wenige Jahre vorher aufgewachsen bin, habe ich mich in vielem ein Stück weit selbst wiedergefunden und die Lektüre war für mich eine berührende Zeitreise, die mich an der einen oder anderen Stelle zum Nachdenken angeregt und manchmal auch etwas melancholisch oder gar traurig gemacht hat. Ich hätte noch stundenlang weiterlesen können wie sich Rabe, Fete und Michi auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben durchschlagen. Ein toller Roman.

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Veröffentlicht am 25.09.2024

Nicht nur finster, sondern unglaublich spannend

Finster
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Vorab muss ich alle potentiellen Leser warnen: wer dieses Buch anfängt zu lesen, der legt es so schnell nicht mehr aus der Hand und sollte sich für die nächsten Stunden nichts mehr vornehmen – es macht ...

Vorab muss ich alle potentiellen Leser warnen: wer dieses Buch anfängt zu lesen, der legt es so schnell nicht mehr aus der Hand und sollte sich für die nächsten Stunden nichts mehr vornehmen – es macht süchtig!
Die Handlung dreht sich um den mysteriösen „Greifer“, der über einen Zeitraum von fast 20 Jahren für das Verschwinden mehrerer Jungen verantwortlich sein soll und der nun wieder zugeschlagen hat. Von keinem der Verschwundenen wurde eine Leiche gefunden und es gibt praktisch keine Spuren. Dennoch versucht der inzwischen pensionierte Ermittler der ersten Vermisstenfälle dem Greifer auf die Schliche zu kommen, weil er damals der Mutter eines der verschwundenen Kinder geschworen hatte den Täter zu finden und ihn seitdem das schlechte Gewissen plagt.
In kurzen, meist nur 2 oder 3 Seiten langen Kapiteln, die jeweils einer der handelnden Personen gewidmet sind, schafft es Ivar Leon Menger meisterhaft den Leser in seinen Bann zu ziehen. Jeder scheint seine Geheimnisse zu haben und alle wirken irgendwie verdächtig und die Spannung steigt und steigt mit dem Fortgang der Geschichte um die verschwundenen Teenager in einem düsteren seelenlosen Kaff im Odenwald. Dabei wird vor allem durch Ortsnamen oder auch mal eine regionale Biermarke zwar etwas Lokalkolorit eingestreut, doch hat der Thriller nichts mit den üblichen folkloristischen Regionalkrimis gemein, sondern kann es nicht nur wegen der düsteren Atmosphäre locker mit den bekanntesten und besten Skandinavienkrimis aufnehmen. In Sachen Spannung toppt Mengar hier auch Autorenkollegen aus der allerersten Reihe wie Jussi Adler-Olssen. „Finster“ ist das spannendste Buch, das ich seit langem gelesen habe und ich habe es in zwei Tagen regelrecht verschlungen.

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