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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2024

Unfreiwilliger Familienschatz

The Monet Family – Shine Bright Like a Treasure
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Vorweg soll gesagt sein: Dies ist der erste Band einer Trilogie, am Ende bleiben dadurch die meisten Fragen noch offen. Fand ich etwas schade, da ich mir zumindest ein paar Antworten gewünscht hatte, aber ...

Vorweg soll gesagt sein: Dies ist der erste Band einer Trilogie, am Ende bleiben dadurch die meisten Fragen noch offen. Fand ich etwas schade, da ich mir zumindest ein paar Antworten gewünscht hatte, aber so bin ich natürlich nochmal extra motiviert, die Fortsetzung zu lesen.
Falls man sich davon nicht stören lässt, erwartet einen eine spannende Geschichte über die 15jährige Hailie, die ihre bekannte Familie verliert und von ihren ihr fremden 5 Halbbrüdern aufgenommen wird.
Am Anfang braucht man kurz, um die Brüder unterscheiden zu können, jedoch sind sie doch recht unterschiedlich und gut charakterisiert, sodass man sich schnell ein Bild von ihnen bilden kann. Im Verlaufe der Handlung wird dieses dann weiter vertieft oder auch ein wenig auf den Kopf gestellt.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, man fliegt durch die Seiten. Teilweise fand ich Hailie jedoch ein wenig nervig, ihre Entscheidungen waren nicht immer nachvollziehbar und manche Aktionen/Gedanken eher unnötig für den Verlauf der Handlung. An manchen Stellen reagiert sie erwachsen, dann jedoch wiederum wie ein noch jüngeres Kind und sehr unvernünftig. Klar, sie ist ein Teenager, aber manchmal empfand ich es als nicht ganz passend.
Positiv wahrgenommen habe ich jedoch hingegen die Entwicklung der Beziehung zu ihren Brüdern. Zwar gab es hier auch einige Stolpersteine und Rückfälle, aber es war schön zu lesen, wie sich die Familie kennenlernt und langsam annähert.
Auch potentiell triggernde Themen werden behandelt, aber wer damit kein Problem hat, kann sich auf eine spannende Lektüre freuen, in der sich die Charaktere auch weiterentwickeln.

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Veröffentlicht am 25.09.2024

Zwischen Märchen, Realität und Horror

Cascadia
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Kinder träumen ja gerne mal davon, dass ihre Zukunft wie im Märchen verlaufen wird: Happy End, Freundschaften und die Liebe halten ewig, alle sind glücklich. Cascadia interpretiert das Märchen Schneeweißchen ...

Kinder träumen ja gerne mal davon, dass ihre Zukunft wie im Märchen verlaufen wird: Happy End, Freundschaften und die Liebe halten ewig, alle sind glücklich. Cascadia interpretiert das Märchen Schneeweißchen und Rosenrot neu und zeigt dabei auf, was passiert, wenn man selbst als Erwachsener noch diesem kindlichem Märchenglauben nachhängt.
Ähnlich wie im Märchen treffen zwei Schwestern auf einen Bären, der auf ihre Insel schwimmt und sich anschließend ungewöhnlicherweise weigert weiterzuziehen.
Während die jüngere Schwester Sam ihn so schnell loswerden will und Angst hat, ist die ältere Elena geradezu fasziniert von dem wilden Tier.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Sam erzählt, sodass man als Leser eindrucksvoll mitbekommt, wie die Geschehnisse rund um den Bären und ihre schwerkranke Mutter ihrem mentalen Zustand zusetzen. Kombiniert mit den Beschreibungen rund um die Insel und ihrem trostlosen Job baut dies eine eindrucksvolle Atmosphäre auf, die immer mehr Untertöne von Horror annimmt, je weiter die Handlung fortschreitet.

Sam war mir hierbei nicht immer sympathisch, eher im Gegenteil, jedoch war sie ein durchaus interessanter Charakter. Teilweise hat mich ihr Verhalten jedoch doch etwas zu sehr gestört. Hierdurch sind ebenfalls einige Längen in der Erzählung entstanden, ich hatte das Gefühl, die Handlung tritt im Mittelteil etwas auf der Stelle. Insgesamt fand ich die Atmosphäre aber faszinierend und diese Interpretation des Märchens spannend.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Weisheiten einer besonderen alten Dame

Tee auf Windsor Castle
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Tee auf Windsor Castle ist ein kleines, aber durchaus feines Buch über eine zufällige und doch sehr außergewöhnliche Begegnung. Kate nimmt an einer Führung durch Windsor Castle teil, verläuft sich auf ...

Tee auf Windsor Castle ist ein kleines, aber durchaus feines Buch über eine zufällige und doch sehr außergewöhnliche Begegnung. Kate nimmt an einer Führung durch Windsor Castle teil, verläuft sich auf der Suche nach der Toilette und freundet sich mit ihrer Retterin an: Betty, den meisten Menschen als Queen bekannt.

Es folgen viele unterhaltsame Dialoge, in denen diese zwei sehr ungleichen Menschen sich näher kennenlernen und auch voneinander lernen. Immer wieder teilt Betty auch ihre Lebensweisheiten mit Kate und dem Leser. Diese sind zwar nichts, was man nicht schon mal woanders gehört hätte, aber im Kontext doch ganz nett zu lesen.

Der Charme des Buches liegt hauptsächlich darin, dass Kate nicht ahnt, mit wem sie hier nachts noch um die Häuser zieht oder versteckte Liebespläne schmiedet. Betty kann hierdurch auch schön sie selbst sein, was zu einigen spaßigen Situationen führt. Auch Royals sind am Ende des Tages nur Menschen, dies wird hier ganz schön vermittelt.
Insgesamt ein süßes kleines Buch, besonders für Fans der Royals, das man gemütlich bei einer Tasse Tee auslesen kann.

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Veröffentlicht am 16.09.2024

Die Macht der Bücher

Mondia-Dilogie 1: Silent Secrets
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Eine geheime Bibliothek unterhalb Paris, eine Geheimgesellschaft, eine verlorene Tochter mit besonderen Kräften und Gegenspieler, die auch vor Mord nicht zurückschrecken - all dies führt in Silent Secrets ...

Eine geheime Bibliothek unterhalb Paris, eine Geheimgesellschaft, eine verlorene Tochter mit besonderen Kräften und Gegenspieler, die auch vor Mord nicht zurückschrecken - all dies führt in Silent Secrets zu einem abenteuerlichen Roadtrip quer durch Europa.
Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven von Sim und Remy erzählt, wodurch einem beide Charaktere gut nähergebracht werden und man als Leser zu Beiden eine gute Beziehung aufbaut. Abgesehen davon werden auch einige Nebencharaktere eingeführt, jedoch bleiben diese bis auf zwei Ausnahmen recht blass und auch bei diesen wünsche ich mir, im nächsten Band noch mehr von ihnen lesen zu können.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, die Kapitel sind nicht zu lang und bauen Spannung auf, gleichzeitig ist die Sprache schön unkompliziert. Die Beschreibungen fangen die Atmosphäre gut ein, ohne dabei zu überladen zu wirken.

Das Erzähltempo der Geschichte ist meiner Meinung nach passend, man lernt zunächst in Ruhe die Hauptcharaktere und ihre Welt kennen, bevor eine spannende Reise beginnt. Hier weist die Erzählung jedoch auch leichte Längen auf, da sich die Missionen dann doch später etwas ähneln - so war ich froh, als es schließlich in den letzten Teil ging. Anstatt einem Abschluss wird dann jedoch eher der nächste Band aufgebaut, auf den ich jetzt auch schon gespannt bin.
Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten, allerdings ist noch ein bisschen Luft nach oben für den Folgeband, in dem die Handlung dann vermutlich auch richtig Fahrt aufnehmen kann, nachdem man hier jetzt alles dafür vorbereitet hat.

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Leben im Wandel

Verlassene Nester
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"Verlassene Nester" fühlt sich ein wenig wie ein Dokumentarfilm an: Wenige Jahre nach der Wende wirft man einen Blick in eine kleine Stadt in der ehemaligen DDR, lernt das Leben dort kennen und begleitet ...

"Verlassene Nester" fühlt sich ein wenig wie ein Dokumentarfilm an: Wenige Jahre nach der Wende wirft man einen Blick in eine kleine Stadt in der ehemaligen DDR, lernt das Leben dort kennen und begleitet einige Einwohner auf besondere Art. Die dreizehnjährige Pilly steht hier im Mittelpunkt, aber auch ihr Vater, die Tanten und Freunde rücken immer wieder mal in den Fokus.
Besonderen Eindruck hinterlässt die Sprachgewalt, der Schreibstil wirkt sehr poetisch, die Symbolik ist gelungen und immer wieder entdeckt man schöne Wortschöpfungen und Formulierungen. Auch die Beschreibungen sind ansprechend, man fühlt sich leicht in die damalige Zeit und diese Stadt versetzt. Dies stellt jedoch gleichzeitig auch einen Kritikpunkt dar: Oft sind es zu viele beschreibende Abschnitte auf einmal, statt Handlung oder zwischenmenschlichen Interaktionen wird nur Atmosphäre geschaffen, was sich teilweise doch ziehen kann. Eine Kürzung hier hätte die tollen Beschreibungen eher glänzen lassen.

Ich habe dieses Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen und dadurch viele zusätzliche Erfahrungsberichte und Hintergrundwissen erhalten, sodass ich das Buch und dessen Kontext besser verstehen konnte. Meiner Einschätzung nach würde ich ohne dieses Wissen über das Leben in der DDR vermutlich einen Stern weniger vergeben, da doch einige unbekannte Begriffe und Lebensumstände vorkommen.

Handlungsmäßig passiert nichts "Großes", viel mehr schaut man einigen Bewohnern in den Sommerferien zu, wie Pilly bei der Entdeckung ihrer Sexualität und ersten Gefühlen oder ihrer Tante beim Versuch, die Leerstelle der verschwundenen Mutter zu füllen. Auch wenn dies nicht im klassischen Sinne spannend ist, übte die Geschichte doch eine Art Sog auf mich aus und ich wollte weiterlesen. Ich kann mir jedoch auch vorstellen, dass es für manche Menschen etwas langweilig sein kann. Auch bleiben einige Fragen offen oder werden der eigenen Interpretation überlassen. Empfehlen kann ich dieses Buch zusammengefasst denjenigen, für die nicht alles geklärt sein muss und die sich gerne in atmosphärischen Beschreibungen verlieren.

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