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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.09.2024

Eigenwillig und bewegend

Die stumme Herzogin
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Ich habe schon viele Bücher von Dacia Maraini gelesen, mit diesem habe ich mich anfänglich etwas schwer getan. Vielleicht lag es an der Zeit, in dem es spielt, oder auch am Stil, an der etwas altertümlicheren ...

Ich habe schon viele Bücher von Dacia Maraini gelesen, mit diesem habe ich mich anfänglich etwas schwer getan. Vielleicht lag es an der Zeit, in dem es spielt, oder auch am Stil, an der etwas altertümlicheren Sprache, vielleicht auch in der Übersetzung.

Das Cover ist etwas anders als hier abgebildet, zeigt auch einen Frauenkopf, Leonardo da Vincis "Porträt einer Dame" aus dem 15. Jahrhundert, eine schöne Frau im Profil mit glatten braunen Haaren, mit Perlen und Bändern geschmückt, ein Blick, der Stille zu verkörpern scheint, insofern gut zum Inhalt des Romans passend, auch wenn er im 18. Jahrhundert spielt.

So hätte ich mir die Herzogin vorgestellt...

Die Sprache, wenn man sich einmal an sie gewöhnt hat, ist sehr schön, flüssig zu lesen, in langen Sätzen, teils mit poetischen und philosophischen Anklängen.

Die tragische und trotzdem nicht düster wirkende Geschichte der Protagonistin ist für mich gut erzählt, der Grund für ihr Trauma, ihre Stummheit erst relativ spät aufgedeckt.

Leseempfehlung, wenn man historische Romane mag.

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Intelligent, tiefsinnig, zerfleischend, mir zu langatmig

Kairos
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Mit großen Erwartungen bin ich an dieses Buch heran gegangen, nicht nur, weil ich endlich einmal etwas von der hochgelobten Jenny Erpenbeck lesen wollte, sondern auch wegen des verliehenen Preises.

Den ...

Mit großen Erwartungen bin ich an dieses Buch heran gegangen, nicht nur, weil ich endlich einmal etwas von der hochgelobten Jenny Erpenbeck lesen wollte, sondern auch wegen des verliehenen Preises.

Den Begriff Kairos musste ich nachschlagen, um den Bezug zum Buch herzustellen, was ich nicht schlimm finde. Das Cover ist schlicht und karg; die Bedeutung des Kartons erschließt sich deutlich beim Lesen des Buches.

Die Geschichte an sich finde ich hochinteressant, das Verhältnis der jungen Frau mit dem sehr deutlich älteren verheirateten Mann in den letzten Jahren der DDR, zumal beide auch mit unterschiedlichem Bildungsniveau ausgestattet sind. Ich hatte so eine Art Pygmalion Geschichte erwartet, aber was Jenny Erpenbeck erzählt, ist doch deutlich anders.

Ihre Sprache ist großartig, außergewöhnlich, interessant, spiegelt sehr gut das Gefühlsleben der beiden Protagonisten wider. Auch die Szenerie der zunächst noch scheinbar intakten, dann zum Schluss hin sich auflösenden DDR ist m.E. gut getroffen - auch wenn ich selbst nicht dort gelebt habe, habe ich mit vielen betroffenen Freunden darüber gesprochen.

Was mich aber vor allem im letzten Drittel des Buches gestört hat, war doch eine gewisse Langatmigkeit, die ich persönlich gerade in Anbetracht der sich langsam verbal "zerfleischenden" Liebenden sehr anstrengend fand. Irgendwann hat es mich einfach nicht mehr berührt.

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Veröffentlicht am 28.08.2024

Außergewöhnliche Thematik mit zahlreichen Wendungen

Anna O.
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Ich bin ein großer Fan von Thrillern, hatte aber bisher noch nichts von Matthew Blake gelesen.

Die Story klang vom Klappentext her völlig verrückt, also zumindest sehr außergewöhnlich. Und ich hatte gerade ...

Ich bin ein großer Fan von Thrillern, hatte aber bisher noch nichts von Matthew Blake gelesen.

Die Story klang vom Klappentext her völlig verrückt, also zumindest sehr außergewöhnlich. Und ich hatte gerade "Der längste Schlaf" von Melanie Raabe gelesen, und dachte, das hier passt dazu.

Das Cover hat mich sehr angesprochen, schlicht und doch sofort packend, dunkle Wimpern und Augenbrauen auf weißem Grund, ein orangefarbener Kreis als "O".

Ich habe das Hörbuch gehört, mit u.a. Oliver Siebeck und Tanja Geke als Sprecher - sehr angenehme und passende Stimmen.

Der Stil des Buches war von Anfang an flüssig, sehr lebendig und super spannend und hielt das auch bis zum Schluss durch. Die Charaktere sind gut beleuchtet und entwickelt, und speziell Anna wird in ihren vielen Facetten sehr gut erfasst.

Die Handlung läuft in zahlreichen Wendungen, zum Ende hin waren es mir trotz aller Spannung doch ZU viele. Nur deshalb gibt es einen Punkt Abzug.

Ansonsten absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.08.2024

Wunderbare Mutter-Tochter-Geschichten

Das erste Licht des Sommers
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Den ersten Teil "An den Ufern von Stellata" habe ich nicht gelesen, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass mir dabei etwas fehlt.

Das Cover begeistert mich, ehrlich gesagt, nicht so sehr, es ist mir ...

Den ersten Teil "An den Ufern von Stellata" habe ich nicht gelesen, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass mir dabei etwas fehlt.

Das Cover begeistert mich, ehrlich gesagt, nicht so sehr, es ist mir einfach zu bunt, auch wenn es an ein modernes Gemälde eines Frauenkopfes erinnert - mit einer Zitrone als Nase.... Ich mag auch solche Art von Bildern nicht, ist aber sehr subjektiv. Nach dem Cover hätte ich das Buch nicht gekauft, aber das soll man ja sowieso nicht.

Ich habe eine Zeit gebraucht, um gut in das Buch hinein zu kommen, wobei mir anfänglich die Personen nicht wirklich nahe gekommen sind. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, vielleicht am Erzählstil, der teilweise recht distanziert, fast sachlich wirkt.

Gerade das Kuddelmuddel der Affären im ersten Drittel beinhaltet ja viel Emotionalität, die ich aber nicht spüre.
Das Italienisch zwischendrin stört mich nur ein wenig, wenn ich mich auch frage, was es soll. Meist es ja im Satz danach übersetzt, aber wozu dann es überhaupt hinschreiben?
Was ich wirklich nicht gut finde, ist bei Normas Geburt die Aussage "sana e bella come il sol" übersetzt mit "schön wie das erste Licht des Sommers". Das stimmt einfach nicht - sollte hier unbedingt der Buchtitel erscheinen???

Die zweite Hälfte des Romans war für mich viel spannender und bunter als die erste. Die neu entstandene oder fortgesetzte oder wieder aufgelebte Liebesgeschichte mit Elias ist sehr schön beschrieben, die Zeit in London und Brasilien auch.
Es passiert ziemlich viel, wobei aus unterschiedlichen Perspektiven und in unterschiedlichen Zeitebenen erzählt wird. Das macht das ganze abwechslungsreich.
Als Fazit ist es für mich ein angenehm zu lesender Familienroman, gute Unterhaltung, nicht mehr, nicht weniger.

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Veröffentlicht am 20.08.2024

Spannend, unterhaltsam, witzig

Die Kunst des Bösen: Ein Krimi aus London
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Ich habe das neu herausgegebene ebook mit dem geänderten Titel "Keine guten Frauen" gelesen.

Der Einstieg in das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die drei Damen sind sehr unterschiedlich, und natürlich ...

Ich habe das neu herausgegebene ebook mit dem geänderten Titel "Keine guten Frauen" gelesen.

Der Einstieg in das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die drei Damen sind sehr unterschiedlich, und natürlich wächst einem die chaotische Isla sofort am meisten ans Herz.

Die Sprayerszene ist mir völlig fremd, aber ich finde, man wird ganz gut heran geführt.

Isla, Ab und Ems werden im Verlauf der Handlung auch als unterschiedliche Charaktere deutlicher. Lange hatte ich nicht die leiseste Ahnung von einem eventuellen Mordmotiv oder einem Täter.

Ich fand das Buch sehr spannend und flüssig geschrieben, aber am Ende ging mir alles viel zu schnell, das Auftauchen des Mörders, und die Rettung. Ich finde, man hätte manches noch besser entwickeln können, vor allem im letzten Viertel.

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