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Veröffentlicht am 21.06.2025

Unterhaltsamer Roman - leider ohne Rezepte

Zweite Chancen à la carte
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Sylvie führt in Paris eine Kochschule, in der sie die Lust auf regionale, einfache Küche schürt. Während die Kochschule gut läuft, stellt Sylvie ihren Lover vor die Wahl, sich endlich zu ihr zu bekennen ...

Sylvie führt in Paris eine Kochschule, in der sie die Lust auf regionale, einfache Küche schürt. Während die Kochschule gut läuft, stellt Sylvie ihren Lover vor die Wahl, sich endlich zu ihr zu bekennen oder weiterhin vor seiner (Ex-) Frau zu kuschen; und plötzlich will ein Unbekannter ihre Kochschule in Verruf bringen. Unter ihren aktuellen Schülern sind auch die beiden Australierinnen Gabi und Kate, die beide vor einer Lebenskrise davongelaufen sind - und auf die in Paris offenbar eine zweite Chance wartet....

"Zweite Chancen à la Carte" ist der erste in Deutschland veröffentlichte Roman der erfolgreichen französischen Autorin Sophie Beaumont.

Der Roman besticht durch das Setting: VIele Beschreibungen der französischen Hauptstadt schaffen einen angenehmen Hintergund zur Handlung und wecken die Reiselust. Im Zentrum der Handlung steht Sylvies Kochschule und die ausführlichen Beschreibungen der frischen Produkte und der regionalen, trditionelle Kochkunst, die Spaß macht.

Beaumont schreibt flüssig und mit leichter Hand und das Buch war schnell gelesen. Insbesondere durch den kriminalistischen Teil - den anonymen Angriff auf die Kochschule - kommt Spannung auf.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen die drei Frauen Sophie, Gabi und Kate. Alle stehen an einem Scheidepunkt in ihrem Leben: Sophies wirtschaftliche Existenz ist gefährdet; Kate wurde von ihrem Ehemann betrogen und verlassen und Gabi befindet sich als Kümstlerin in einer Schaffenskrise. Hierbei bleibt die Autorin jedoch immer nur an der Oberfläche und verwendet einige KLischees, bevor es zu einem doch etwas kitschigen Ende kommt, in dem alle Probleme gelöst und die Frauen vor einer vielversprechenden Zukunft stehen.

Zu viel nachdenken darf man als Leser*In hier nicht, aber der Roman soll ja auch einfach nur unterhalten.

Das größte Manko für mich war aber, dass die ausführlichen Beschreibungen der frischen, exquisieten Produkte das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt - und sich dann leider keine zugehörigen Rezepte im Buch finden lassen. Diese wären absolut notwendig gewesen!

Alles in allem ein unterhaltsamer, netter Sommerroman, insbesondere für die LIebhaberinnen von gutem Essen und frischer KÜche und PAris-Begeisterte.

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Schleppend

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
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Der neapolitanische Commissario Salvatore Gaetano soll den Mord an einem Turiner Geschäftsmann aufklären, der ohne Kopf in seiner Wohnung aufgefunden wird - augerechnet an dem Tag, an dem die Neapolitaner ...

Der neapolitanische Commissario Salvatore Gaetano soll den Mord an einem Turiner Geschäftsmann aufklären, der ohne Kopf in seiner Wohnung aufgefunden wird - augerechnet an dem Tag, an dem die Neapolitaner das Stadtfest ihres Schutzheiligen San Gennaro feiern und die Stadt im Chaos versinkt. Dass der Tote offensichtlich Dreck am Stecken hatte und bei seiner Umwelt äußerst unbeliebt war, macht die Sache nicht leichter. Und Gaetano hat darüber hinaus auch eine Menge eigener Probleme. nicht zuletzt mit seinem Bruder Aniello, der nach einem Unfall in einem Pflegeheim vor sich hin vegetiert und seiner Nichte Carla, die heiraten will ....

Fabio Nola ist das Pseudonym eines deutschen Historikers, der während seines Studium selbst viel Zeit in Neapel verbracht und der seiner Liebe zur Stadt und den besonderen Einwohnern und ihren Marotten viel Raum gibt. "Commisaario Gaetona und der lügende Fisch" ist der Auftakt zu einer Krimireihe um den Neapolitanischen Kommissar, der weitere folgen werden.

Dieser Neapel Krimi konnte meine - zugegebenermaßen hohen Erwartungen - allerdings nicht wirklich erfüllen, denn der eigentliche Fall spielt doch eine eher untergeordnete Rolle im Buch und kommt nur schleppend in Gang, Gaetano ermittelt, teilweise unterstützt von seiner schwangeren Kollegin Emilia und Danilo Paese, einem etwas schwerfälligen Verwandten des Primo Dirigente, schweift aber immer wieder in private Belange ab. Er stochert im Dunklen, ein Pater gibt nur mystische Auskünfte und erst ab der zweiten Hälfte kommt endlich Spannung auf und der Fall kommt zu einer - zugegebenermaßen interessanten - Aufklärung.

Die Figuren sind überwiegend klischeehaft und nicht gerade vieldimensional; über allem lag eine recht melancholische Stimmung und ich fühlte mich nicht wirklich wohl in der Geschichte um den doch eher schwierigen Charakter des Commissarios. Das recht negative Frauenbild mag zu Süditalien passen, störte mich aber doch. (Dass Gaetano die recht tumbe Schutzpolizistin Beppa Bellucci fälschlicherweise nur Monica nach der berühmten Schauspielerin Monica Bellucci nennt, fand ich dauerhaft nicht witzig.) Viele Ansätze, die mir zunächst so vielversprechend erschienen, verliefen sich. Selbst Pater Ambrosio. den ich zunächst so interessant fand, weckte schließlich meinen Missmut.

Über Neapel, seinen doch recht ungewöhnlichen Schutzpatron und das Napultiano gibt es hingegen allerhand zu erfahren, was den Krimi für Interessierte lesenswert macht.

Ein Stadtplanauszug von Neapel und ein Glossar des Napulitanos runden das Buch ab.

ICh möchte auch eine Triggerwarnung aussprechen ohne allzu viel zu spoilern, da es um männliche sexuelle Vorlieben geht, die nur schwer zu ertragen sind (wenn Männer nur auf sehr junge Mädchen stehen und die sich daraus ergebenden Folgen...)

Insgesamt kann man sich durchaus von "Commissario Gaetano" unterhalten lassen; meine LIeblingsfigur ist er leider nicht geworden.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Top oder Flop

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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In einem abgelegenen Restaurant kommen fünf (ehemalige) Freunde zusammen, um ein Krimidinner zu spielen. Der sechste Stuhl bleibt leer, denn Maria ist vor fünf Jahren auf einem Musikfestival, das die sechs ...

In einem abgelegenen Restaurant kommen fünf (ehemalige) Freunde zusammen, um ein Krimidinner zu spielen. Der sechste Stuhl bleibt leer, denn Maria ist vor fünf Jahren auf einem Musikfestival, das die sechs Freunde gemeinsam besuchten, spurlos verschwunden. Schnell wird klar, dass die Geschichte des Krimidinners keine fiktive ist, sondern starke Parallelen zu den Vorgängen um Marias Verschwinden aufweist. Offensichtlich möchte einer der FreundInnen mit dem Krimidinner einen Mord aufklären - und einen Mörder im Freundeskreis enttarnen....

"Das Dinner" ist bereits der zweite Thriller der jungen deutschen Autorin (1998) nach "Die Auszeit".

DIe Idee um das aufdeckende Krimidinner hatte mir sehr gefallen; die Umsetzung ist meiner Meinung nach aber nur suboptimal gelungen.

Sehr schön empfand ich die Locked-Room-Atmosphäre im Jetzt in dem abgelegenen Fine-Dining-Restaurant und die Verbindung der Geschichte mit einer Speisekarte.

Während die Geschichte spannend beginnt, machen einige Verwirrungen um die Namen der Protagonisten und größere und kleinere Längen das Lesen einigermaßen beschwerlich. Nach einigen unerwarteten Wendungen nimmt die Handlung dann aber noch einmal richtig FAhrt auf und führt zu einem erschreckenden Ende.

Erzählt wird in zwei Zeitebenen: zum einen wird das Krimidinner gespielt, in dem die fünf Figuren allsamt auch noch einen zweiten Spiel-Namen tragen und mir manches Mal der Überblick verloren ging, als auch im "Früher", als die sechs Freunde am Musikfestival teilnahmen, so dass man die Figuren allesamt gut kennenlernen konnte.

Alle Figuren waren mir ausgesprochen unsympathisch; offenbar waren alle in ihrer KIndheit traumatisiert und litten unter schwerwiegenden Folgen. Alkohol, Drogen und Sex sowie großer Egoismus spielen eine nicht unerhebliche Rolle. Relativ früh fragte ich mich, ob ich diese Zusammenkunft von fünf bzw. sechs Menschen überhaupt als Freunde bezeichnen kann, da von gegenseitiger Sympathie und Vertrauen nichts zu spüren war.

Und gerade darin lag für mich der Grund, warum mir das Lesen kein großes Vergnügen bereitete: DIe Erzählweise war recht einfach und in so gut wie jedem Satz fand sich das F
**-Wort. Überhaupt drehte sich so gut wie alles um dieses Thema und ansonsten wurde eben unflätig geflucht damit, was ich als sehr eindimensional in der Ausdrucksweise der Autorin empfand.

Leider kann ich den Hype um diesen Thriller nicht wirklich verstehen und vergebe wohlwollende drei Sterne.

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Ein Blick in die tiefsten Abgründe

Blutrotes Karma
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Als 1968 die Studentenunruhen in Paris eskalieren und das ganze Land lahm legen, findet der hochintelligente Student Hervé die grausam zugerichtete Leiche seiner von ihm angehimmelten Mitstudentin Suzanne. ...

Als 1968 die Studentenunruhen in Paris eskalieren und das ganze Land lahm legen, findet der hochintelligente Student Hervé die grausam zugerichtete Leiche seiner von ihm angehimmelten Mitstudentin Suzanne. Er bittet seinen Halbbruder Mersch, der, traumatisiert durch seine Teilnahme am Algerien-Krieg und drogenabhängig, bei der unterbesetzten Polizei arbeitet, um Mithilfe. Bald darauf wird auch die Studentin Cécile brutal ermordet und die beiden Halbbrüder machen sich gemeinsam mit der dritten Freundin Nicole auf die Suche nach Mörder, die sie zu einer spirituellen Sekte nach Indien führt. Dabei finden sie schließlich nicht nur eine Glaubensgemeinschaft mit einer abstruses Führerin, den Mörder mit einem unvorstellbar grausamen Hintergrund, sondern auch ihre eigene Geschichte, die sie in das Geschehen verwickelt.....

Jean-Christophe Grangé ist ein in Paris aufgewachsener französischer Autor, der oftmals als der beste Thriller-Autor Frankreichs bezeichnet wird. Insbesondere sein zweiter Roman "DIe purpurnen Flüsse" und dessen Verfilmung machten Grangé in zahlreichen Ländern bekannt. Insofern war ich sehr gespannt auf seinen neuen Thriller "Blutrotes Karma", dessen schwarz-rotes Cover die Blicke auf sich zieht.

Grangé Schreibweise ist eine besondere, Umgangssprache und kluge Sätze finden sich in entsprechenden PAssagen. Ich hätte mir manches Mal ein Glossar gewünscht, da ich einige Ausdrücke (gerade aus den indischen Glaubenslehren) nachschlagen musste.
Dass der Autor in Paris zu Hause ist, ist deutlich erkennbar: Unglaublich viele Straßen- und Ortsnamen finden sich in ausgedehnten Beschreibungen und ich hätte mir manches Mal einige Kürzungen ausbedungen. (Auch Beschreibungen von Toilettengängen usw. empfinde ich als überflüssig.)

Der Thriller beginnt mit sehr langatmigen Beschreibungen des Geschehens in Paris im JAhr 1968 und der seinerzeit ausufernden Gewalt. Auch, wenn ich diese geschichtliche Aufarbeitung nicht uninteressant fand, war auf den ersten ca. 150 Seiten nichts von einem Thriller zu spüren, der erst dann mit dem ersten Mord begann. Dem folgten irrwitzige Verschwörungen, unglaubliche Begebenheiten und unvorstellbare Brutalitätem, doch auch immer wieder Längen, die mich am schnellen Vorankommen hinderten. Immerhin klärte sich am Ende alles logisch auf und endete doch einigermaßen überraschend.

Insbesondere die drei Hauptfiguren Hervé, Mersch und Nicole sind mehrdimensional gezeichnet und gerade ihre schwierigen Eigenschaften waren durchaus glaubhaft. Trotzdem fand ich keinen wirklichen Zugang zu ihnen, sondern beobachtete sie lediglich in ihrem Tun. Auch die vielen weiteren Figuren können wohl allesamt als unsympathisch bis wirklich abgrundtief böse, auf jeden Fall aber bizarr, gesehen werden und führen zu einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Zusammen mit den geschilderten Grausamkeiten und blutigen Morden ist dies sicher kein Buch für Zartbesaitete.

Trotz eines komplexen, hervorragend ausgearbeiteten Falles und vielen gut recherchierten Geschichten konnte mich der Thriller nicht so packen, wie ich es eigentlich erwartet hatte und ich kann ihn nur bedingt empfehlen.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

Anders als erwartet

In Zeiten des Todes
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Als an einem eiskalten Winterabend die Leiche einer jungen, offenbar drogenabhängigen Prostituierten gefunden wird, erlischt das öffentliche Interesse und das der Polizei sehr schnell. Doch der junge Commissario ...

Als an einem eiskalten Winterabend die Leiche einer jungen, offenbar drogenabhängigen Prostituierten gefunden wird, erlischt das öffentliche Interesse und das der Polizei sehr schnell. Doch der junge Commissario Luther Krupp übernimmt mit seiner Kollegin Arianna Lici den Fall, oftmals ausgebremst von fragwürdigen Kollegen und Strukturen. Bald schon erkennt Luther, dass er offenbar einem Serienmörder auf der Spur ist, der schon in weiteren Fällen ähnliche Opfer gefunden hat.... Und parallel recherchiert der junge KriminalJournalist Milla, herausgefordert von seinem Chef, in Sachen Serienmörder und Polizeistrukturen.

Der italienische Schriftsteller Luca d'Andrea hat anhand eines wahren Kriminalfalles recherchiert und mit "In Zeiten des Todes" einen düsteren Krimi erschaffen, der seine Leser*Innen mit nach Bozen nimmt.

Das wunderschöne Titelbild, der vielversprechende Plot und der Zusammenhang mit einem wahren Fall erweckten große Erwartungen in mir und ich stürzte mich begeistert auf dieses neue Werk des Autors; und der genau beschriebene Mord an der jungen Prostituierten versprach spannende Ermittlungen.

Luca d'Andreas besonderes Markenzeichen sind hier nun aber die detailliertesten Beschreibungen der Figuren und Orte und zusammen mit einigen Wiederholungen und den zahlreichen italienischen Namen bremste das für mich den Lesefluss aus; ein paar Straffungen hätte dieser über 700 Seiten lange Krimi gut vertragen können. Wirkliche Spannung kam erst spät auf und wurde dann leider nochmals im Mittelteil stark zurückgefahren, bevor es endlich richtig zur Sache ging und dann - für die vorherigen Längen viel zu schnell - zu einer abschließenden Lösung kam, die jedoch alle Fragen klärte.

Die Sprache ist drastisch, die brutalen Morde und das wenig wertschätzende Miteinander sowohl bei der Polizei als auch der Zeitung werden detailliert beschrieben.

Die Atmosphäre ist insgesamt sehr düster, was durchaus zum Thema passt; doch auch die Figuren blieben für mich fremd und ich dsnstanzierte mich immer mehr von ihnen. Ihre Entwicklungen blieben teilweise im Dunklen. Insbesondere Ariannas Verhalten war für mich wenig nachvollziehbar. Das Zusammenspiel - oder besser gesagt: das Gegeneinander von Luther und Milla und den Perspektivwechsel empfand ich nicht wirklich gelungen.

Vielleicht ist mir der künstlerische Wert dieses Krimis entgangen; ich hatte nach den ersten Leseproben einfach mehr erwartet und fühlte mich beim Lesen nicht wirklich wohl.

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