Viel Drama, wenig Überraschung, langweilig.
InselrotZunächst muss ich sagen, dass die Inhaltsangabe nicht wirklich stimmt, weil sie nicht zum Beginn des Buches führt, sondern eher zum Ende. Der Neuanfang wegen eines beruflichen Umbruchs ergibt sich erst ...
Zunächst muss ich sagen, dass die Inhaltsangabe nicht wirklich stimmt, weil sie nicht zum Beginn des Buches führt, sondern eher zum Ende. Der Neuanfang wegen eines beruflichen Umbruchs ergibt sich erst spät im Roman, und der Aspekt mit Lars und den wankenden Hochzeitsplänen ist falsch dargestellt. So was kann ich schon einmal nicht leiden. Der Einstieg in die Geschichte war leicht verwirrend. Ich wußte, dass der Roman Teil der Inselfarben-Reihe ist. Der Inhalt und Aufbau der Reihe war mir unbekannt. Daher dachte ich zunächst, Inselrot würde eine Geschichte fortführen. Tatsächlich war es nur ein Zeitsprung hin zu einem Aufreger in der Story, der den Anfang interessanter machen sollte. Leider zieht es sich danach in die Länge. Bis die Anwältin Sandra auf Sylt ankommt, ist ein Viertel des Buches gefüllt, und es sind viele, viele, zu viele Verwicklungen in die Handlung eingebracht. Diese wirkten auf mich wegen der Fülle der Ereignisse konstruiert, überdramatisch und langatmig. Ein ausführlich dargestellter Fall der Anwältin fühlte sich für mich wie Ballast an oder eine Gelegenheit, frauenfeindlich zu werden. In diesem Roman kommen die Frauen nicht gut weg, während man mit den Männern, bei jedem Mist, den sie machen, Mitleid haben soll. Immer wieder wird die Handlung in die Länge gezogen, weil man über ein Geheimnis in diesem Moment nicht sprechen kann. Das fand ich nicht spannend, das fand ich absurd. Der Roman ließt sich flüssig. Die Sprache ist durchaus gefällig, wenn auch aufgrund der häufig verwendeten Redensarten etwas langweilig. Auch die Figuren und die Ideen für die Handlung langweilten mich. Das letzte Viertel habe ich nur noch überflogen. Es gab viel Drama, aber kaum Überraschungen bis auf eine plumpe Irreführung. Die Versuche, spicy zu werden, fand ich deplaziert. Das passte weder zu der Figur Sandra noch zur Handlung. Ich mochte auch nicht die Anknüpfung zu anderen Romanen der Autorin. Im Nachwort steht ungefähr, das sei ein Teil des Konzepts der Reihe, und dass es doch nett wäre, wenn man erfährt, was aus Nebenfiguren wird. Weil ich das nicht wusste, hat es mich eher irritiert, dass auf diese beiden Nebenfiguren so sehr eingegangen wurde. Mich haben die beiden Null angesprochen. Über Sylt wird einiges gesagt, was Orte betrifft. Wer Sylt kennt, mag das vermutlich. Da mich der Roman unterwegs verloren hat, gebe ich ihm 2 Sterne.