Begriffsstutzige Ermittlerin, altbackene Story, Handlung zieht sich
Ohne Wenn und AberInhalt: Es handelt sich bei diesem Roman um den Auftakt-Band zur Serie "Kati Blum ermittelt - Ein Bayreuth-Krimi". Kati Blum ist Anfang 30 und bereits Witwe. Ihr Mann Thorsten verstarb vor einem Vierteljahr ...
Inhalt: Es handelt sich bei diesem Roman um den Auftakt-Band zur Serie "Kati Blum ermittelt - Ein Bayreuth-Krimi". Kati Blum ist Anfang 30 und bereits Witwe. Ihr Mann Thorsten verstarb vor einem Vierteljahr überraschend an einem Herzinfarkt. Sie lebt noch in der gemeinsamen Wohnung auf dem Grundstück der wohlhabenden Schwiegereltern. Eines abends kurz vor Weihnachten wird sie dort von zwei Männern in Bärenkostümen überfallen. Sie wollen "die Klunker" von Thorsten zurückhaben, sonst... Kati hat keine Ahnung von "den Klunkern". Aber sie findet eine Spur nach Bad Bentheim. Unterwegs gabelt sie Lars auf, der eine Motorpanne hat.
Bewertung: Auf den ersten Seiten dachte ich noch, dass es etwas werden könnte mit Kati Blum/Birgit Gruber und mir. Aber bald störte ich mich an Katis Aschenputtel-Situation und der Demut, die sie der entgegen bringt. Im weiteren Verlauf fühlte ich mich immer stärker an einen Doris-Day-Film der 1960er erinnert. Allerdings überwiegt das Altbackene den Charme deutlich. Jemand „verhält sich schwul“, Kati Blum „ist eben eine Frau – unberechenbar und manchmal zickig“, Lars reißt sein Pflaster ab, weil er „ist doch kein Mädchen“ und so weiter. Alte Klischees. Abgegriffene Bildsprache. Sich wiederholende Phrasen. Handlungsabschnitte, die sich langatmig hinziehen, weil es musste ja unbedingt der Krimi um eine Liebesgeschichte erweitert werden. Diese konnte ich nicht ansatzweise nachvollziehen und es hat für mich Null geknistert. Die Zufälle, die Doris Day/Kati Blum zu etwas Erotik verhelfen, und die Anzüglichkeiten fand ich eher peinlich, da einfallslos und plump. Ich verstand, dass die Beziehung auf dem Was-sich-liebt-das-neckt-sich-Klischee beruht. Jedoch ist mir unverständlich, wie man einen Mann toll finden kann, vor dem man Angst hat und von dem man denkt, dass er ein Idiot sei. Für mich total unplausibel. Unplausibel war aber noch viel mehr an der Story. Beispielsweise, dass man aus einem Muffin mit Kirsche oben drauf eine Nase für einen Schneemann machen kann. Auch an anderer Stelle hatte ich den Eindruck, dass der Effekt vorging und es egal war, ob etwas bei genauerem Nachdenken an sich unrealistisch ist. Kati Blums Verhalten war ebenso unplausibel. Z. B. wird sie überfallen, aber die Polizei ruft sie nicht. Sie stellt auch Zusammenhänge nicht/erst sehr viel später her, die für den Leser auf der Hand liegen. Dabei hatte ich leider kein Gefühl des Triumphs, die Story zu durchschauen, sondern ich fühlte Unmut über diese dumme Ermittlerin. Zudem spielt dieser Bayreuth-Krimi überwiegend nicht in Bayreuth und dem Lektorat sind etliche Grammatikfehler durchgegangen. Weil ich mich zum Ende hin kaum noch motivieren konnte und die letzten 20 Seiten nur noch quer gelesen habe, gebe ich dem Roman 2 Sterne.