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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.11.2024

Starke und berührende Geschichte

Hot Mess
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Drei Frauen, die an einem Wendepunkt ihres Lebens stehen: Lexi betreibt zusammen mit ihrer besten Freundin und ihrem Partner als Manager einen Podcast. Doch die Beziehungen leiden zunehmend unter dem unternehmerischen ...

Drei Frauen, die an einem Wendepunkt ihres Lebens stehen: Lexi betreibt zusammen mit ihrer besten Freundin und ihrem Partner als Manager einen Podcast. Doch die Beziehungen leiden zunehmend unter dem unternehmerischen Druck. Währenddessen bekommt Joanne mit ihrem Freund ein Kind, doch die Elternschaft setzen sie beide unter ungeahnte Herausforderungen. Sie fühlt sich ausgegrenzt, weil ihr Baby ihren Tagesablauf diktiert und sie nicht mehr mit ihren Freundinnen feiern und trinken gehen kann. Claires Leben hingegen scheint momentan völlig normal, doch ihre Freundinnen haben vermutlich eine neue Chat-Gruppe ohne sie gegründet und entfernen sich immer mehr von ihr: Warum?

Drei Frauen um die 30, deren Freundschaften auf die harte Probe gestellt werden. Die Autorin hat die Situationen von Lexi, Joanne und Claire anschaulich und sehr intensiv dargestellt. Das Geschehen wird auch aus den drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Somit erhält man einen tiefen Einblick in die verschiedenen Charaktere und deren Lebenssituationen. Und auch wenn wir Leserinnen nicht dasselbe wie sie erlebt haben, ist das Geschehen trotzdem hautnah und berührend dargestellt. Dazu kommen die kurzweiligen Ereignisse und das Ergebnis ist ein emotionales Buch, das mich immer mitgerissen hat. Sophie Whites Geschichte hat mich aufgrund der auseinanderbrechenden und teils toxischen Beziehungen berührt, sodass sich mein Herz über die schmerzvollen Erfahrungen der drei Protagonistinnen zusammengezogen hat, ich wütend auf deren Freundinnen war, die sie schlecht behandelt haben, aber auch völlig mitgerissen von der Spannung war, die sich bis zum Ende hin immer mehr zuspitzt.

>>Warum geht es in all den Filmen und Songs eigentlich immer um gescheiterte Liebe? Zerbrochene Freundschaften waren weitaus schmerzhafter und komplizierter.<< S. 489

Einzig gestört hat mich, dass die Geschichte neben den realistischen und nachvollziehbaren Frauenfreundschaften teilweise sehr überzogen ist. Vor allem in Joannes Teil hab ich oft ungläubig und entrüstet mit dem Kopf geschüttelt. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Es wird auf einer Beerdigung über das nun doch durch Krankheit erreichte Wunschgewicht der Toten geredet. Außerdem benimmt sich Joanne meiner Meinung nach oft einfach unmöglich! Ihre neue Mutterrolle ist schwer, aber deswegen verhält man sich doch nicht selbst wie ein Kind? Wenn es humorvoll die Geschichte auflockern sollte, finde ich es nicht witzig. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass Joanne aufgrund der späteren Geschehnisse ein vergleichender Gegenpol sein könnte. Ich mag glauben, dass diese überspitzten Situationen ein sprachliches Mittel von Sophie White sind, denn die Autorin hat einen wirklich anschaulichen und geschickten Schreibstil.


Fazit:
„Hot Mess“ ist eine überaus spannende und berührende Geschichte über drei unbeständige und schmerzhafte Frauenfreundschaften. Ich habe mit Claires, Lexies und Joannes Situation mitgefiebert, was sich immer wieder in meiner erschrockenen, wütenden, traurigen und verletzten Miene beim Lesen gezeigt hat. Auch wenn mir letztere Protagonistin immer unsympathischer wurde, ist dies vielleicht einfach ein Stilmittel der Autorin. Denn sie hat einen wirklich tollen Schreibstil, mit dem sie das Geschehen anschaulich, berührend und nahbar beschrieben hat. Ein schönes und starkes Buch über Frauenfreundschaften und wie sich diese verändern können.

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  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 01.10.2024

Schöner Liebesroman mit noch schönerem Setting

This could be love
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Louisa ist ein aufsteigender Tennisstar, doch mit ihrer Verletzung muss sie erstmal pausieren. Damit sie wieder fit wird, trainiert sie in der Tennisschule ihrer Patentante Kay auf Hawaii. Als sie beim ...

Louisa ist ein aufsteigender Tennisstar, doch mit ihrer Verletzung muss sie erstmal pausieren. Damit sie wieder fit wird, trainiert sie in der Tennisschule ihrer Patentante Kay auf Hawaii. Als sie beim Joggen am Strand ohnmächtig wird, gabelt Vince sie auf. Während sie fleißig für ihr Comeback trainiert, trifft sie immer wieder auf den Nachbarn Vince und entwickelt mehr und mehr Gefühle für ihn. Doch hat die Liebe der beiden nach ihrer Zeit auf Hawaii überhaupt eine Zukunft?

Als Enemies-to-Lovers würde ich diesen New Adult Roman nicht bezeichnen, weil das Problem schnell gelöst ist. Louisas Tante Kay lebt und arbeitet in ihrer Tennisschule, wo sich direkt daneben Vinces Grundstück befindet. Er möchte dort ein Surfer-Hostel eröffnen, doch Kay ist strikt dagegen, weil sie zu viel Lärm und Unruhe befürchtet. Lou hält sich daraufhin zurück, aber mit der Zeit fühlt sie sich zu Vince hingezogen und verbringt trotzdem Zeit mit ihm. Also stellte Kays Abneigung nicht wirklich ein Problem dar und der Nachbarschaftstreit wurde auch recht einfach gelöst, finde ich.

Die großen Themen in diesem Roman sind Tennis und Hawaii. Von einem anderen Buch hatte ich schon einen guten Einblick in die Tenniswelt, weshalb ich mich bei Lous Trainings direkt gut eingefunden und wohlgefühlt habe. Die junge Sportlerin ist ehrgeizig, liebt den Sport und schießt vielleicht mal kurz übers Ziel hinaus. Vince hingegen ist auch zielorientiert, aber genießt auch das Leben. Somit hat er Lous hartes Training immer wieder entschleunigt. Wobei mich später in ihrer Beziehung gestört hat, dass Vince oft auf ihrer Karriere zu sprechen kommt und immer wieder nachhakt. Hier hatte ich etwas Angst, dass die Beziehung zu unausgewogen werden könnte, aber zum Glück haben sich meine Bedenken schnell in Luft aufgelöst. Wobei das Ende der beiden irgendwie etwas unnötiges Drama beinhaltet hat. Die beiden gehen oft Schnorcheln oder an den Strand. Ich finde die Beschreibungen der Natur- und Tierwelt Hawaiis richtig schön. Die hawaiianischen Besonderheiten und das Setting haben mir sehr gut gefallen.


Fazit:
“This could be Love” ist ein schöner Liebesroman mit toll beschriebenen Setting auf Hawaii. Die Liebe zwischen den beiden Protagonisten fand ich manchmal etwas holprig, aber insgesamt habe ich die Lektüre sehr genossen.

Veröffentlicht am 30.09.2024

Frustrierend, aber gut

The Monet Family – Shine Bright Like a Treasure
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Durch einen Unfall verliert Hailie ihre Großmutter und Mutter, wie sie dachte ihre letzten Verwandten. Doch in Amerika hat sie fünf Halbbrüder, bei denen sie von nun an leben soll. Die älteren Brüder sind ...

Durch einen Unfall verliert Hailie ihre Großmutter und Mutter, wie sie dachte ihre letzten Verwandten. Doch in Amerika hat sie fünf Halbbrüder, bei denen sie von nun an leben soll. Die älteren Brüder sind unnahbar, unhöflich und abweisend. Plötzlich in einer großen Luxusvilla lebend fehlt Hailie materiell an nichts, doch die Brüder nehmen sie nicht gerade herzlich auf. Außerdem verbergen sie Geheimnisse und stellen strenge Regeln auf. Die Geschichte ist somit eher düster und enthält auch viele potenzielle Trigger, die hinten im Buch aufgeführt werden.

Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um die unnahbare und geheimnisvolle Monet-Familie. Das Benehmen von Hailies Brüdern ihr gegenüber hat mich so wütend gemacht, dass dieses Gefühl stets meine Leseerfahrung dominiert hat. Als sie zu ihnen kommt, stellen sich beispielsweise nur zwei der fünf Brüder vor, was unfreundlich ist und nur der Anfang ihrer distanzierten Geschwisterbeziehung. Die Ausnahme ist Will, der fürsorglich ist und sich auch mal nach Hailie und ihren Gefühlen erkundigt. Ich hatte keinen Spaß beim Lesen, ich war einfach nur noch wütend, bei jedem Gespräch zwischen Vincent und Hailie und jeder gebrochenen Regel mehr. Aber ich habe eben genauso verspürt, weil die Autorin die Geschichte so unfassbar gut und nahbar geschrieben hat. Durch die Ich-Perspektive erfahren wir wirklich jeden Gedanken und jedes Gefühl von Hailie, angefangen von ihrer Trauer über ihre verstorbene Mutter, ihre Unsicherheit und Angst, ihre Entschlossenheit sich nicht unterkriegen zu lassen und ihre kurzen Mutausbrüche. Hailies Situation ging mir sehr zu Herzen.

Die Geschichte ist von Beginn an berührend und spannend. Wir folgen Hailie während sie sich in ihrem neuen Leben und der neuen Familie zurechtfinden muss. So wissen wir Leser/innen auch so gut wie nichts über die Brüder und erfahren Stück für Stück immer nur wenig. Ich finde es etwas schade, dass kaum meine offenen Fragen im ersten Band beantwortet wurden, bin deshalb aber umso gespannter auf die Fortsetzungen. Auch wenn ich dadurch manchmal enttäuscht war, ist das Geschehen trotzdem fesselnd und nie langweilig. Es passiert immer etwas und birgt oft sehr viele Emotionen. Ich bin nun sehr gespannt, wie Hailies Geschichte weitergehen wird, denn die letzten Sätze machen extrem neugierig und ich liebe letzte Sätze, die viel über die Geschichte aussagen.


Fazit:
Der erste Band von „The Monet Family“ ist sehr spannend und düster, denn Hailies Halbbrüder sind unnahbar, streng und wenig liebevoll. Deshalb war ich beim Lesen ständig wütend, aber die Autorin hat die Geschwisterbeziehung und Hailies Situation wirklich anschaulich dargestellt. Ich bin gespannt auf die nächsten Bände, denn ich hab noch so viele Fragen und Wünsche! Zum Glück ist es nicht mehr lange hin.

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Gelungene Fortsetzung

Magische Bilder
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Um der Gefahr der Inquisitoren, allen voran Nicéphore, zu entkommen, müssen Art und seine Freunde die verbliebenen Meister aus den Bildern befreien, denn nur so haben sie eine Chance zu gewinnen. Während ...

Um der Gefahr der Inquisitoren, allen voran Nicéphore, zu entkommen, müssen Art und seine Freunde die verbliebenen Meister aus den Bildern befreien, denn nur so haben sie eine Chance zu gewinnen. Während Art durch die Welt reist, stehen ihm Amin und Wu stets zur Seite. Doch die Inquisitoren kommen den Magus‘ immer näher.

Der zweite Teil knüpft unmittelbar an seinem Vorgänger an, wodurch man wieder direkt in der spannenden Handlung gefangen ist. Art, Amin und Wu reisen in bestimmte Städte um dort die verbliebenen Bilder zu finden und erleben allerhand Abenteuer, weil sie der Gefahr der Inquisitoren trotzen müssen. Dadurch ergibt sich eine spannende, erlebnisreiche Geschichte, die nie langweilig wird. Vor allem die Wendungen, die sich immer wieder im Kampf gegen die Zeit und die Inquisitoren ergibt, konnten mich sehr oft überraschen, schockieren und fesseln. Somit konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen, weil Akram El-Bahay das Geschehen wirklich geschickt aufgebaut hat.

Andererseits hat mich an seinem Schreibstil verwirrt, dass manche Situationen von hinten aufgebaut wurden. Ein Charakter empfindet etwas, das ich zunächst nicht nachvollziehen konnte, weil erst danach beschrieben wird, was passier ist, wodurch dieser Charakter eben so empfindet. Im ersten Teil der Buchreihe ist mir dieser Erzählstil nicht aufgefallen. Ebenfalls nicht ganz nachvollziehbar ist für mich die Liebesgeschichte: Arts Gefühle für Wu waren einfach da und ich hab mich auch lange Zeit gefragt, wie eigentlich Wu dem jungen Magier gegenüber empfindet. Da dies aber eine spannende Fantasy-Geschichte mit tollen Ideen ist, hat mich die zu wenig entwickelte Liebe nicht zu sehr gestört.


Fazit:
„Der Meister der siebten Familie“ ist ein gelungener Abschlussband. Auch wenn ich die Situationsbeschreibung und die Liebesgeschichte weniger gelungen finde, hat mich die Geschichte mit tollen Ideen, spannende Momenten, vielen Abenteuern und überraschenden Wendungen überzeugt.

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Veröffentlicht am 04.09.2024

Sommer, Modelbranche und Romantik

One last shot - Macht es am Ende doch noch Klick?
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Nach 10 Jahren Funkstille ploppt auf Emersons Handys die Erinnerung „Wenn du bis 28 nicht verheiratet bist, dann heiratest du Theo!“ (S. 15) auf. Die beiden waren als Jugendliche sehr gute Freunde und ...

Nach 10 Jahren Funkstille ploppt auf Emersons Handys die Erinnerung „Wenn du bis 28 nicht verheiratet bist, dann heiratest du Theo!“ (S. 15) auf. Die beiden waren als Jugendliche sehr gute Freunde und verliebt, doch dann trennten sich ihre Wege. Das nun erfolgreiche Model Emerson vermisst Theo sehr und lässt sich kurzerhand für sein nächstes Fotoshooting buchen. Vor der wunderschönen Kulisse in Cinque Terre treffen sich die beiden nun wieder. Doch ist eine Freundschaft oder sogar Beziehung noch möglich?

Die Geschichte wird aus beiden Perspektiven geschildert, was mir gut gefallen hat, weil es für mich schön zu erfahren war, warum sie in einer Situation so gehandelt haben, wie sie es taten. Außerdem kann man dadurch erst so richtig in den Gefühlswelt der beiden eintauchen. Dazwischen gibt es immer wieder Erinnerungen an ihre gemeinsame Schulzeit, was viel mehr Hintergrund bietet und mir gezeigt hat, dass die beiden unbedingt zusammen gehören. Ich hab so mitgefiebert! Ich finde das Buch hat den Vibe einer Liebesgeschichte, wo jede/r weiß, dass die beiden zusammengehören, nur sie selbst nicht. Zumindest empfand ich es so. Und die Entwicklung ihrer Beziehung und Aufarbeitung ihrer Entzweiung wird langsam, nachvollziehbar und sehr schön beschrieben. Ich hab zwar manchmal doch auch die Augen verdreht und frustriert aufgeseufzt, aber insgesamt ist das zwischen Emerson und Theo wunderschön, etwas besonderes und zuweilen auch romantisch. Ich finde es gut, dass die beiden auch viel miteinander geredet haben. Obwohl Bademoden geshootet werden, hängt Theo nicht sabbernd hinter der Kamera oder Emerson unwohl in knappen Klamotten davor. Es hat mir gut gefallen, dass die sexy Momente zu anderen Zeitpunkten eingeflochten wurden.



Fazit:
“One last Shot” ist eine wunderschöne Second-Chance-Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat. Es gibt sexy Situationen, viele nahe Momente und Gespräche, die Modebranche als Rahmenhandlung und ein wunderschönes Setting an Italiens Küste. Eine wundervolle Liebesgeschichte fürs Herz!