Spannender, temporeicher Krimi mit unerwarteten Wendungen
Solothurn hüllt sich in SchweigenEine Informantin der Polizei wird kurz vor einem vereinbarten Treffen tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Wenig später findet man am Aareufer die Leiche eines jungen Mannes. Zunächst ist unklar, ob beide ...
Eine Informantin der Polizei wird kurz vor einem vereinbarten Treffen tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Wenig später findet man am Aareufer die Leiche eines jungen Mannes. Zunächst ist unklar, ob beide Fälle zusammenhängen, aber bald wird klar, dass beide jungen Leute mit einem deutsch-arabischen Familienclan in Verbindung standen.
Hauptmann Dominik Dornach, der schon in den Vorgängerbänden schwierige Fälle lösen konnte, wird mit diesem Fall betraut und kann sich auch hier wieder auf die „Mitarbeit“ seiner Tochter verlassen, einer Studentin der Rechtswissenschaften, die quasi undercover und auf eigene Faust Antworten auf ihre eigenen Fragen haben will. Denn auch sie kannte die junge ermordete Frau als Kommilitonin.
Das Buch ist spannend und temporeich, die Charaktere nicht auf den ersten Blick zu erfassen. Das muss auch Dornachs Tochter Pia feststellen, die sich in ihrer Einschätzung auch mal hat täuschen lassen.
Das war mein erster Solothurn-Krimi von Christof Gasser. Ich war auf das Buch aufmerksam geworden, weil mir „Spiegelberg“, der in diesem Jahr erschienene Krimi gut gefallen hatte. Ich hätte besser mit Band 1 der Reihe angefangen, am Anfang hatte ich doch einige Schwierigkeiten, mich mit den einzelnen Personen vertraut zu machen. Aber das hat dem Lese-Spaß keinen Abbruch getan.
Meine einzige Kritik ist, dass eine Wendung, die mehrfach verwendet wird, am Schluss vom Leser bereits erwartet wird. So war die letzte Wendung nicht mehr wirklich eine Überraschung für mich.
Trotzdem bleibt ein positives Fazit: man sollte öfter mal über unsere südliche Grenze schauen, die Schweizer Krimi-Autoren schreiben spannend und gut.