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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2017

Überbewertete Fantasy basierend auf einer guten Idee, allerdings auch mit einem hingerotzten Ende.

Vier Farben der Magie
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Hm. Wie beginnt man denn eine Rezension von einem Buch, das einem nicht gefallen hat? .. Also. Der Premise ist eigentlich ziemlich gut, die Ausführung hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Erst einmal ...

Hm. Wie beginnt man denn eine Rezension von einem Buch, das einem nicht gefallen hat? .. Also. Der Premise ist eigentlich ziemlich gut, die Ausführung hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Erst einmal wurde ungefähr 200 Seiten lang der Rahmen aufgebaut, die verschiedenen Parallelwelten beschrieben, die Charaktere eingeführt – woran an sich natürlich überhaupt nichts auszusetzen ist, da es wichtiger als alles andere ist, dass man ausgefleischte Charaktere hat – jedoch gibt es noch keinen roten Faden, keinen Story-Strang, der Interesse und Spannung erzeugt, es passiert also gelinde gesagt einfach nichts. Ungefähr ab 3/4 des Buches geht es dann endlich los.


[...]


Sehr coole Idee, schöne Erzählsprache, leider hat das Buch aufgrund der Tatsache, dass alles erst seeehr langsam (bzw. gar nicht) und gegen 3/4 des Buches ziemlich gehetzt passiert, eher nicht so gut abgeschnitten bei mir. Die Teaser am Ende des Buches auf die Ideen, die in den Folgebänden aufgegriffen werden, reizen mich absolut nicht, der Plot in diesem Band war eher „meh“ umgesetzt, ich werde diese Trilogie also nicht zu Ende lesen. Deshalb gibt es für mich nur 2/5 Sternen.



Die komplette Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

Veröffentlicht am 28.05.2017

Ein zu großer Hype für ein zu kleines Buch. Seltsame Erzählmethoden zerstören leider das Werk.

Ein fauler Gott
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"Ben ist krank, ohne wirklich krank zu sein. Der Platz hinter seiner Nase ist durchs Weinen gewachsen und stößt von innen gegen seine Augen. Eigentlich müsste er aufstehen. Doch er traut sich nicht. Gestern ...

"Ben ist krank, ohne wirklich krank zu sein. Der Platz hinter seiner Nase ist durchs Weinen gewachsen und stößt von innen gegen seine Augen. Eigentlich müsste er aufstehen. Doch er traut sich nicht. Gestern ist sein Bruder gestorben."

Zuerst einmal kurz und knapp zum Inhalt: Der kleine Jonas ist gestorben und lässt seine Mutter und seinen älteren Bruder Ben zurück. Die Beiden versuchen nun, mit dem Verlust klarzukommen, jeder auf seine Art. Aber als Ben nach einer Weile merkt, dass seine Mutter nicht mehr mit ihrem Leben bzw. dem Leben als solches klar kommt, hilft er ihr bei der Trauer. Eine sehr traurige Geschichte mit einem schönen Ende.

Nun zu meiner Meinung! Quick and dirty: Sehr gehyptes Buch mit einer schönen Idee, die Umsetzung war jedoch nicht mein Fall. Ganz ehrlich: Ich kann den Hype um das Buch nicht verstehen. Natürlich ist es eine sehr anrührende Geschichte und eine tolle Idee, aber meiner Meinung nach hat doch die Erzählweise nicht so gut gepasst. Aber mal von vorne. Die Geschichte beginnt damit, dass Bens Bruder Jonas gestorben ist. Nun muss er trotz seinen 12 Jahren erst einmal verstehen, was das bedeutet. Seine Mutter versinkt immer weiter in ihrer Trauer; die Lücke, die Jonas hinterlassen hat, versucht sie zunächst mit allerhand Tätigkeiten zu schließen, nachdem das aber alles nichts hilft, muss Ben Trauerhilfe leisten. Zwischen Penis-Abenteuern mit seinem Freund Chrisse und Winnetou-Geschichten muss er seine eigene Trauer bewältigen und dabei muss Ben seiner Mutter unter die Arme greifen, damit sie sich nicht in ihrer Trauer verliert. Dabei wechselt die Erzählperspektive zwischen den Charakteren hin und her, wobei man weder Bens noch Ruths Gedankengänge zu fassen bekommt, sondern alles aus der allwissenden Erzählperspektive berichtet bekommen, die ich etwas seltsam fand. Es hat sich also nicht wirklich die Perspektive verändert, sondern nur die Art der Erzählung. Während diese bei Ruths Anteil der Geschichte völlig in Ordnung war, wurde bei Ben eine „vereinfachte“ Form gewählt, die wohl ein wenig seine Gedankengänge widerspiegeln sollte, die ich allerdings einfach nur merkwürdig fand.

"„[Die Figur auf dem Sarg] soll uns daran erinnern, dass der liebe Gott einen Engel gebraucht hat. Und dafür hat er sich Jonas ausgesucht.“ Fauler Gott. Fauler Kackgott."

Natürlich ist er erst 12, aber Ben kam mir doch ein wenig unreif vor. Ihm hat einiges an Grundverständnis gefehlt, teilweise wirkte er doch sehr kindisch und mutterfixiert, und dabei geht mit 12 doch langsam die Zeit des gegen-die-Eltern-Rebellierens los. Ansonsten fand ich die äußeren Gegebenheiten ziemlich interessant: Das Buch spielt in Westdeutschland in den 70er Jahren, und in die Richtung und über diesen Zeitabschnitt, vor allem nicht in Deutschland, habe ich noch nichts gelesen.

Die Richtung, in die Ruth sich zusehends entwickelt hat, hat mir gar nicht gut gefallen, aber ich möchte hier natürlich nicht zu viel verraten. Storymäßig ist nach Jonas‘ Tod bei Ruth nicht allzu viel passiert (verständlich), Ben hat jedoch die ersten Schritte in Richtung Teenager-Leben gewagt, und ich hatte das Gefühl, als sei sein Charakter auch ein wenig ausgefleischter als der von Ruth.

Sie hat erwartet, in der Trauer um ihren Sohn zu etwas Wesentlichem vorzudringen. Doch stattdessen brachte die kränkende Normalität der letzten Wochen nur Überdruss hervor und die matte Erkenntnis, dass Jonas nicht mehr da ist. Ruths Leben ist zum Stillstand gekommen und in eine Anhäufung leerer Augenblicke von nagender Belanglosigkeit zerfallen.

Alles in allem kann man festhalten, dass „Ein fauler Gott“ eine sehr schöne und traurige Idee angepeilt hat, sie meiner Meinung nach allerdings durch den Erzählstil etwas verschossen hat. Außerdem kann ich noch sagen, dass ich eigentlich nie das Gefühl hatte, ein trauriges Buch zu lesen, das einen runterzieht, obwohl es um das Betrauern des Bruder bzw. des Sohnes geht. Aber leider war das Buch für mich nur eine 2/5. Vielleicht habe ich am „Hype-Effekt“ vorbeigelesen, vielleicht ist es einfach nur nicht meins. Schade.

Blog: http://killmonotony.wordpress.com

Veröffentlicht am 17.11.2017

Politische Inkorrektheit, um zu schockieren: Die „Selbstverfickung“ eines Wutbürgers

Selbstverfickung
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Ehrlich gesagt, habe ich mich außerhalb des Klappentextes vor der Lektüre von Oskar Roehlers „Selbstverfickung“ nicht großartig mit dem Buch auseinandergesetzt. Hätte ich das mal besser getan! Denn was ...

Ehrlich gesagt, habe ich mich außerhalb des Klappentextes vor der Lektüre von Oskar Roehlers „Selbstverfickung“ nicht großartig mit dem Buch auseinandergesetzt. Hätte ich das mal besser getan! Denn was Roehler hier in den Mantel einer Fiktion wickelt, könnte sehr gut eine zur Spitze getriebene Autobiographie sein. Bei Recherchen nach der Lektüre, die mich doch etwas verdattert zurückgelassen hat, habe ich auch noch herausgefunden, dass „Selbstverfickung“ fast nicht herausgegeben wurde — kein Verlag wollte es veröffentlichen! Jetzt machte so vieles Sinn. Doch zunächst einmal zum Inhalt: Gregor Samsa (frei nach Kafka), unser Protagonist, ist ein verbrauchter alter Regisseur, der seine besten Tage hinter sich hat. Die Wohlstandsverwahrlosung greift um sich, und Samsa verbringt seine Tage mit diversen Puffbesuchen, gelangweilten Shoppingtouren und dem übermäßigen Verzehr von Hummer. Die ewige Unentschlossenheit versucht er durch gewiefte Selbsttäuschung zu eliminieren, die Beziehung mit seiner Tochter ist ins Absurde gelaufen. Voller Hass und Verachtung blickt er auf seine Vergangenheit zurück, als er einige wenige Erfolge als Filmeschmied verbuchen konnte. Diese Medienlandschaft, diese verkommenen „Schauspieler“, wie sie sich schimpfen, lösen in Samsa eine kalte Wut aus. Politisch inkorrekt regt er sich aber auch über die Menschen in seinem Umfeld auf, sei es nun der „affenartige“ Sicherheitsmann am KaDeWe oder die gammligen Flaschensammler, die mit überzogener Gewaltbereitschaft „ihre“ Mülleimer verteidigen. Samsa hegt einen Hass gegen Gott und die Welt und macht auch keinen Hehl darum. Einzig allein mit seiner Tochter, die bei ihm lebt, versteht er sich noch gut, wobei deren Beziehung auch zu etwas verkommen ist, das für Außenstehende sehr merkwürdig wirken muss. Denn aus der Langeweile spielen die beiden immer wieder ein kleines „Programm“ ab, wenn sie mal wieder zuhause ist. Samsa macht sich wortwörtlich zum Hund und kläfft penetrant um ihre Aufmerksamkeit — nicht unähnlich wie Roehler mit diesem Buch.

Wovor hatte er eigentlich Angst? Dass er die Cargo-Hose nicht finden würde? […] Er wusste, dass er nicht aufgeben würde, die Hose zu suchen, auch wenn er dabei den ganzen Tag verplempern würde. Das war die Krux. Er würde wieder Dinge tun, die absolut sinnlos waren. Weil er es sich in den Kopf gesetzt hatte. Obwohl ihm jegliche Lust dazu fehlte. Es war das gleiche Prinzip wie bei den Nutten. Er ging, obwohl er überhaupt keine Lust hatte, wie ferngesteuert in den Puff, nur weil Montag war, lustlos wie zu einer Routineuntersuchung.

Nüchtern, voller geballtem Hass, politisch inkorrekt und mit mehr Instanzen des Wortes „ficken“ wie im Gesamtwerk von Charlotte Roche knallt uns Oskar Roehler seine „Selbstverfickung“ vor den Latz. Der Eindruck entsteht, es handele sich hier um die Memoiren eines Wutbürgers erster Klasse, die Ausrufezeichen liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit „ficken“ und „Schwanz“ – man kommt als Leser aus dem ungläubigen Staunen kaum heraus. Doch leider ist das Staunen keine gute Art von Staunen: Denn was anfänglich noch sehr interessant beginnt (Alternder Regisseur vertreibt seine Zeit, treibt sich rum, ist grummelig und muffelig a lá Ove), artet sehr schnell aus. Die Szene im Matratzencenter zu Beginn des Buches, wo Samsa sich scheinbar um die Gefühle des Verkäufers schert und diesen mit dem Kauf einer Matratze glücklich macht, nur um diese später zu stornieren, macht stark den Eindruck, als handele es sich bei „Selbstverfickung“ um ein interessantes, witziges Buch über einen Menschen in seinen besten Jahren, der mit diesen aber nichts mehr anzufangen weiß. Doch weit gefehlt. „Selbstverfickung“ artet, wie der Name bereits vermuten lässt, nach einigen weiteren Seiten aus in ein schwanzgesteuertes Abenteuer, angereichert mit ewigen Hasstiraden. Kann man den anfänglich leicht muffigen und schrulligen Gregor, der schlicht seinem Hedonismus frönt, vielleicht noch gut leiden, schlägt die Sympathie doch schnell ins Gegenteil um. Immer wütender wird unser Protagonist, bis er sich letzten Endes statt in einen Käfer in einen Hund, der eine Windel trägt, verwandelt. Versteht ihr nicht? Keine Sorge, ich nämlich auch nicht.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.de

Veröffentlicht am 15.08.2017

Zwei Expeditionen in die Antarktis, zwei Forscherteams und zwei langatmige Geschichten — „Everland“ kann durch Sprache und Atmosphäre überzeugen, der Spannungsboden bleibt jedoch flach.

Everland
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Vom Cover und Klappentext gelockt, wurden bei mir bei dem Titel „Everland“ direkt Assoziationen an fantastische Geschichten und Bücher ausgelöst und in Erwartung eines fantastischen Abenteuerromans (oder ...

Vom Cover und Klappentext gelockt, wurden bei mir bei dem Titel „Everland“ direkt Assoziationen an fantastische Geschichten und Bücher ausgelöst und in Erwartung eines fantastischen Abenteuerromans (oder zumindest einem, in dem es zur Sache geht!) zu Rebecca Hunts Roman gegriffen. Leider wartete hier eine herbe Enttäuschung auf mich, denn Spannung kam hier keine auf. Doch zunächst einmal zum Inhalt:

Im Jahr 1913 entdeckt das Forschungsteam der „Kismet“ bei einer Antarktis-Mission eine unbekannte Insel, die sie „Everland“ taufen. Klirrende Kälte und eine Landschaft der des Mondes gleich, schicken die Forscher zunächst drei Männer los, um die Insel zu erkunden. Doch was für Dinners, Napps und Millet-Bass anfangs wie der Jackpot aussah, da diese unbetretenes Land auskundschaften sollten und womöglich Erkenntnisse von unschätzbarem Wert für die Wissenschaft mitbringen, entpuppt sich schon bald als Alptraum. Mit ihren komplett gegensätzlichen Persönlichkeiten geraten die Männer immer wieder in Streitigkeiten und Unstimmigkeiten. Keine gute Voraussetzung, um zwei Wochen lang in der eisigen Kälte zu überleben…

2012, knapp hundert Jahre später, bricht das zweite Forschungsteam nach Everland auf, und wieder einmal sind drei Personen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, gezwungen, auf kleinstem Raum zusammenzuleben und Feldforschung zu betreiben. Das Schicksal der Männer von 1913 ist Brix, Decker und Jess bekannt: In den 1960er Jahren wurde die Geschichte um Millet-Bass, Napps und Dinners verfilmt, sodass die Crew-Mitglieder der zweiten Mission bereits wissen, was auf sie zukommt. Doch leider haben sie sich und ihre Fähigkeiten überschätzt…

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

Veröffentlicht am 15.07.2017

Als Gesellschaftskritik getarnter Roman verliert sich in Absurditäten und unnötiger Obszönität.

Beautiful You - Besser als Sex!
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Oh je. Wo fange ich an? Gelockt hat mich nicht das Cover, auch nicht der Titel, sondern der Klappentext. Mit Chuck Palahniuks „Beautiful You“ hatte ich eine Gesellschaftssatire erwartet, die wohl auch ...

Oh je. Wo fange ich an? Gelockt hat mich nicht das Cover, auch nicht der Titel, sondern der Klappentext. Mit Chuck Palahniuks „Beautiful You“ hatte ich eine Gesellschaftssatire erwartet, die wohl auch da ist, nur leider habe ich sie vor lauter überzogenen und lächerlichen Handlungssträngen leider nicht finden können. Ich hatte mich vorher über das Buch informiert, bei einem Goodreads Rating von 2,96 war ich skeptisch, aber einige Menschen haben dann doch 5 Sterne vergeben; die Reviews mit niedrigen Bewertungen wirkten doch etwas, hm, empört von feministischer Seite. Da dachte ich, hey, wieso nicht? ? Dass ich mit diesem Buch leider einen Fehlgriff begangen habe, habe ich dann ca. nach 100 Seiten gemerkt. Aber jetzt mal zum Inhalt!

Penny ist ein normales Mädchen, das drei mal durch die Anwaltsprüfung gefallen ist und nun als Mädchen für alles in einer Kanzlei arbeitet. Sie hat ein wenig Babyspeck auf den Rippen und weiß nichts von der Schönheit, die in ihr schlummert. Tollpatschig und jungfräulich ist die Gute auch. Das Ganze mag jetzt an 50 Shades erinnern, aber… heben wir uns das auf. Zufällig lernt sie den berühmten Maxwell kennen, der sich gerade mit 50 Millionen Dollar für „seelische Grausamkeit“ aus seiner letzten Beziehung gekauft hat. Penny wird in die Jet-Set Welt entführt und trotz der Warnung seiner Ex, bloß keinen Sex mit Maxwell zu haben, geht sie gleich mit ihm aufs Zimmer… Was dann geschieht, ist kein romantischer Akt der Liebe, sondern eine Reihe von Experimenten, in denen Maxwell verschiedenste Spielzeuge und Pülverchen verwendet, um Penny in Ekstase zu bringen. Wer jetzt denkt „Pff, da kann ich auch 50 Shadeslesen“, sei gewarnt! Diese Sextoys sind nämlich der Prototyp für eine ganze Reihe neuer Produkte, die bald schon auf den Markt kommen sollen. Als es jedoch so weit ist, hat Penny schon längst verstanden, dass hier etwas gewaltig faul ist und dass Maxwell irgendetwas plant. Nur was? Als die Sextoys dann auf dem Markt sind, stehen alle Frauen Schlange vor den Läden und schon sehr bald findet man Frauen nur noch in ihren Schlafzimmern vor, wo sie sich ihren tiefsten Instinkten hingeben. Die Männer und Kinder verzweifeln derweil und prozessieren durch die Stadt. Alle Frauen außer Penny scheinen nicht zu merken, was hier vor sich geht… Doch kann sie etwas gegen die sich anbahnende Epidemie unternehmen? Was ist Maxwells Geheimnis? Und was haben Nano-Roboter und eine Sexhexe namens Baba Graubart mit der ganzen Sache zu tun?

Chuck Palahniuk ist eigentlich jedem seit „Fight Club“ ein Begriff. Deshalb habe ich auch etwas mehr Erwartungen in diesen Roman gesteckt, die aber leider alle unterboten wurden. Palahniuk erzählt hier zwar mit einer flüssigen Schreibe und einer direkten Art die Geschichte um Penny, es ist aber die Geschichte, die mich nicht überzeugen konnte. Die Idee, dass man mittels primitiver Instinkte die Frauen alle in ihre Schlafzimmer verbannen kann und ein großer Konzern es durch weitere Manipulation dann noch schafft, die ganzen Einkaufsgewohnheiten der Frauen zu verändern, mag ja an sich interessant sein, jedoch nicht sonderlich realistisch. Dass Maxwell durch seine Sextoys 93% der weiblichen Weltbevölkerung unter Kontrolle haben will, erscheint mir doch sehr hoch gegriffen. Dazu noch der Zustand der Benutzerinnen… Ausgelaugt, dürr, apathisch und für keinen Rettungsversuch zu begeistern. Dann spinnt Palahniuk den Faden noch weiter und überstrapaziert die Handlung immer mehr, indem er zusätzliche, teilweise auch sehr alberne Handlungsstränge einbaut. Ich habe beim Lesen zwar gemerkt, dass die ganze Handlung ein wenig ins Abstruse abrutscht, und erst, als ich jemandem von dem Buch berichtet habe, wurde mir klar, wie albern das alles klingt. Da hilft dann selbst der beste Schreibstil nichts, um das Buch aus seiner Höhle hervorzulocken.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com