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Veröffentlicht am 06.10.2024

Emotion pur

Kein Winter ohne dich
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„Kein Winter ohne dich“ ist das dritte Buch von Emily Stone. Die Vorgänger „Für immer im Dezember“ und „Jedes Jahr im Winter“ waren für mich in den vergangenen beiden Jahren echte Saison-Highlights. Die ...

„Kein Winter ohne dich“ ist das dritte Buch von Emily Stone. Die Vorgänger „Für immer im Dezember“ und „Jedes Jahr im Winter“ waren für mich in den vergangenen beiden Jahren echte Saison-Highlights. Die Erwartungen werden also nicht kleiner, wenn ich zu einem Buch der Autorin greife. Die Vorfreude auf den neuen Roman war riesig – gemischt mit der bangen Frage, ob Emily Stone ihren eigenen Standard halten und mich auch ein drittes Mal emotional vollends abholen kann. Ich nehme es an dieser Stelle gleich vorweg: Jaaa, sie hat es wieder geschafft!
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Darum geht’s: Es könnte der perfekte Tag schlechthin sein. An einem verschneiten Vormittag kurz vor Weihnachten begegnen sich Holly und Jack in einem kleinen Café. Auf Anhieb ist da eine besondere Verbindung. Aber wenig später schlägt das Schicksal zu und für Holly wird aus dem schönsten der schlimmste aller Tage…
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Ihr möchtet eine tiefgründige und emotionale Geschichte? Ihr möchtet im einen Moment lachen und im anderen weinen? Dann lege ich euch die Bücher von Emily Stone wärmstens ans Herz. Auch mit ihrem neuen Roman „Kein Winter ohne dich“ bedient die Autorin wieder die volle Bandbreite an Gefühlen und liefert einmal mehr eine Geschichte mit Mehrwert. Natürlich geht es um Liebe, aber auch noch um so viel mehr. Seid euch im Klaren darüber, dass ihr hier keine zuckersüße Lovestory bekommt. Emily Stone schaut nicht durch die rosarote Brille. Sie schreibt vielmehr Geschichten aus dem Leben – und das ist bekanntlich kein Ponyhof.
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Ich habe den Roman aufgeschlagen und reingelesen und wusste schon nach wenigen Seiten, dass ich auch dieses Buch von Emily Stone lieben werde. Ich hatte gleich wieder diesen Vibe, den ich für die Autorin mittlerweile als typisch bezeichnen würde. Die Stimmung bewegt sich zwischen leicht-locker und schwermütig, ohne allzu sehr in das jeweilige Extrem auszuschlagen. Wenn ihr das Buch lesen wollt, stellt euch auf Themen wie Unfall, Krankheit, Verlust, Tod und Trauerbewältigung ein. Lasst euch davon aber nicht abhalten, denn Emily Stone schafft es, dass immer ein gewisser Hoffnungsschimmer über allem schwebt. Dazu passend ist Holly eine Protagonistin, wie ich sie liebe. Sie ist stark und schwach zugleich. Zerbrechlich und doch irgendwie unkaputtbar. Negative Erfahrungen haben sie geprägt, aber sie hat den Glauben an das Gute nie ganz verloren. Sie ist menschlich, sympathisch und greifbar. Deshalb war ich ganz bei ihr und konnte total mit ihr mitfühlen. Aber auch in die anderen Charaktere konnte ich mich hineinversetzen und ihr Denken und Handeln nachvollziehen. Ständig habe ich verschiedene Perspektiven eingenommen und mich gefragt, wie ich selbst wohl in dieser oder jener Situation agieren würde.
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Die Geschichten von Emily Stone verlaufen nie geradlinig. Sie schlagen Haken und nehmen Wege über Berge und durch Täler. Sie spiegeln das Leben in all seiner Durchwachsenheit wider. Das macht sie für mich so emotional wertvoll, weil ich immer etwas daraus ziehen und ableiten kann. Ich kann euch sagen: Auch diesmal habe ich wieder so viele unterschiedliche Gefühle durchlebt und auch diesmal hatte ich am Ende wieder Tränen in den Augen. Und das ist bei mir ein absolutes Qualitätsmerkmal.

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Veröffentlicht am 05.10.2024

Atmosphärischer Schweden-Krimi

Blutbuße
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Wenn man mich nach Empfehlungen für Autor*innen aus Schweden fragt, wird ein Name immer mit als erstes fallen: Viveca Sten. Sten begleitet mich mit ihren Krimis nun schon viele Jahre. Von der Sandham-Reihe ...

Wenn man mich nach Empfehlungen für Autor*innen aus Schweden fragt, wird ein Name immer mit als erstes fallen: Viveca Sten. Sten begleitet mich mit ihren Krimis nun schon viele Jahre. Von der Sandham-Reihe bin ich ihr, ohne mit der Wimper zu zucken an den Polarkreis gefolgt – und auch hier hat Sten mich bisher nicht enttäuscht. Die ersten beiden Bände waren für mich bereits fünf Sterne-Krimis. Jetzt erscheint mit BLUTBUße der mittlerweile dritte Band der Reihe. Auf den neuen Fall für Kommissarin Hanna Ahrlander habe ich mich im Vorfeld schon riesig gefreut.
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Darum geht’s: Charlotte Wretlind wird in ihrem Hotelzimmer erstochen. Die Immobilienentwicklerin hatte im Skigebiet Åre ein neues Luxushotel geplant – sehr zum Missfallen der Anwohner…
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Was mag ich nun an Stens Krimis? All das, was sie auch diesmal wieder zuverlässig liefert. Fangen wir mit ihrem Schreibstil an, der einfach so flott und flüssig ist, dass er mich mit kurzen Kapiteln wieder einmal leichtgängig durch über 500 Seiten führt. Wenn ich ein Buch von Viveca Sten zur Hand nehme, schlage ich es auf und bin direkt in der Geschichte. Das Setting und die Atmosphäre sind so bildhaft und eindrücklich beschrieben, dass ich gefühlt mittendrin bin. So auch in BLUTBUße. Ich finde mich umgeben von Schnee in einer überfüllten Hotellobby wieder. Die Stimmung ist gereizt. Die perfekte Ausgangslage, um zügig einen Mord geschehen zu lassen. Der Krimi startet also gleich mal mit einer gehörigen Portion Nervenkitzel und Hochspannung.
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Der Mord ruft die Ermittler Hanna Ahrlander und Daniel Lindskog auf den Plan. Zu den beiden habe ich in den ersten beiden Bänden der Reihe bereits eine gute Bindung aufbauen können. Ihr Privatleben nimmt neben dem Fall eine wichtige Rolle ein. Die Charaktere und ihre Geschichte werden wieder ein Stückchen weiterentwickelt. Ich bin jetzt schon neugerig, in welche Richtung es hier künftig noch gehen wird.
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Damit komme ich jetzt mal zum eigentlichen Fall. Der Handlungsverlauf und das Spannungslevel sind typisch für einen Krimi. Ein zweiter Mord bringt die etwas vor sich hindümpelnden Ermittlungen nochmal einen entscheidenden Schritt voran. Außerdem wird mit dem Element eines Erzählstrangs in der Vergangenheit gearbeitet. Nur ganz kurz werden Informationen eingestreut, die sich zunächst nicht zuordnen lassen. Man hat halt nur diese Ahnung, dass es irgendwo einen Zusammenhang geben muss. Der wird dann auch hergestellt und der Fall schlüssig aufgelöst. Das passiert diesmal ohne nennenswerte Höhen und Tiefen. Auch der große Überraschungseffekt bleibt aus. Dafür entschädigt der Schlussteil nochmal mit einem rasanten Showdown.
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Fazit: BLUTBUßE ist für mich nicht der beste und spannendste Krimi von Viveca Sten. Das gleicht sich aber aus, weil bei ihren Büchern einfach immer das Gesamtpaket stimmt. Wenn der Fall mich nicht restlos begeistern kann, lasse ich mich eben mehr in die Stimmung, Atmosphäre und/oder Entwicklung der Personen fallen. Das Zusammenspiel aller Komponenten ergibt für mich das große Ganze. Und das stimmt eben, so dass ich im Gesamtkontext der Reihe auch diesmal wieder zu einer 5 Sterne-Leseempfehlung komme.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

Tischler unter Verdacht

Prost, auf Brunngries
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Ihr habt Stress im Alltag, 1000 Dinge im Kopf und eigentlich steht euch der Sinn gerade so gar nicht nach Lesen? Da habe ich was für euch. Macht doch mal einen Abstecher nach Brunngries. Egal, was passiert, ...

Ihr habt Stress im Alltag, 1000 Dinge im Kopf und eigentlich steht euch der Sinn gerade so gar nicht nach Lesen? Da habe ich was für euch. Macht doch mal einen Abstecher nach Brunngries. Egal, was passiert, die Krimireihe von Friedrich Kalpenstein zaubert mir einfach immer ein Lächeln ins Gesicht. Und das mittlerweile schon zum 10. Mal.
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Darum geht’s: Katja Brendel, die Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma, wird tot im Straßengraben gefunden. Überfahren. Die Spur führt zu Kommissar Tischler. Dessen Jaguar steht nach einer feucht-fröhlichen Feier zerdeppert vor seiner Haustür. Und Tischler kannte das Opfer…
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Für den Jubiläumsband hat Friedrich Kalpenstein sich etwas ganz besonderes einfallen lassen. Kommissar Tischler als Hauptverdächtiger in einem Mordfall. Hat mein liebster Provinz-Kommissar tatsächlich etwas mit der Tat zu tun? Dem musste ich sofort auf den Grund gehen und habe mich quasi mit ganz Brunngries in die Ermittlungen gestürzt. Der Fall ist aufgrund der Ausgangslage diesmal besonders brisant und spannend. Der Krimi ist dadurch schon ein bisschen anders angelegt als die vorangegangenen Bände. Aber er ist genauso gut. Hier zeigt sich diesmal ganz besonders, wie sehr die Brunngrieser in einer Krise zusammenhalten. Und das, obwohl einige ihr eigenes Süppchen im Verborgenen kochen und Geheimnisse hüten. Aber auf Kommissar Tischler lässt keiner was kommen. Seine Unschuld muss aufgedeckt werden. Diese Grundstimmung hat mir gut gefallen. Tischlers Kollege Fink darf diesmal die Ermittlungen leiten. Wobei Tischler selbst sich trotz Suspendierung natürlich nicht aus der Sache raushalten kann.
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Gewohnte Brunngries-Elemente kommen aber auch nicht zu kurz. Der Humor, witzige Szenen und treffsichere Dialoge haben sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Die Charaktere sind wieder allesamt so skurril und gleichzeitig liebenswert, wie ich sie kenne. Nur gibt es diesmal eben ein Extra an Spannung obendrauf. Damit ist das Jubiläum rundum gelungen. Der 10. Fall tanzt ein bisschen aus der gewohnten Reihe. Er nimmt automatisch eine gewisse Sonderposition ein und wird mir deshalb besonders in Erinnerung bleiben.

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Veröffentlicht am 18.09.2024

Erfrischend anders

Agency for Scandal
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Historische Romanze trifft Cosy Crime. Das klingt gut. Und fast zu schön, um wahr zu sein. Als ich schon mal etwas gelesen habe, was in die Regency + Krimi-Richtung ging, hat es mir nicht so gut gefallen. ...

Historische Romanze trifft Cosy Crime. Das klingt gut. Und fast zu schön, um wahr zu sein. Als ich schon mal etwas gelesen habe, was in die Regency + Krimi-Richtung ging, hat es mir nicht so gut gefallen. Bei der “Agency for Scandal” von Laura Wood ist das anders. Hier funktioniert die Kombi nämlich hervorragend und ist ganz nach meinem Geschmack.
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“Agency for Scandal” ist als Wohlfühlbuch für Leser*innen ab 14 Jahren deklariert. Ein Jugendbuch also. Hm, das ist immer so eine Sache. Tatsächlich hatte ich hier keine Sekunde das Gefühl, ein Buch zu lesen, das gar nicht für meine Altersklasse gedacht ist. Die Geschichte war auch für mich als erwachsene Leserin, die historisches Setting und Detektivgeschichten mag, absolut lesenswert. Die unterschiedlichen Genres werden hier leichtgängig und selbstverständlich miteinander vereint. Ich habe den Roman jedenfalls von vorne bis hinten genossen und sehr gerne gelesen.
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Zu Beginn habe ich mich scheinbar in einer typischen Regency-Romance wiedergefunden. Es ist Ballsaison und Izzy Stanhope verknallt sich in Max Vane, den Duke of Roxton. Unter welchen Umständen das passiert, ist so herzig und erfrischend beschrieben, dass ich direkt mal hin und weg war. Beide Protagonisten hatten da direkt mein Herz erobert. Und so ging es weiter. Es bleibt nicht allein beim historischen Romance-Anteil. Hinzu kommt noch eine wirklich spannende Gauner- und Detektivgeschichte . Und so wie der Mix hier serviert wird, hat es mir einfach großen Spaß gemacht. Izzy ist eine tolle, wenn auch atypische Regency-Heldin. Warum, müsst ihr selber lesen, aber sie ist schon was Besonderes. Auch die Dynamik zwischen Max und ihr stimmt. Die Story ist wie ein Ü-Ei mit Spannung, Spiel und Schokolade - in diesem Fall mit Spannung, Herz und Humor.
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Kurz gesagt: Ich liebs! Und ich möchte auf jeden Fall auch den Folgeband “Season for Scandal” lesen. Der ist für das kommende Frühjahr angekündigt.

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Veröffentlicht am 14.09.2024

Willkommen in Starling House

Starling House
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Das richtige Buch zur richtigen Zeit. It’s a match! So ging es mir mit STARLING HOUSE von Alix E. Harrow. Das Buch hatte ich mir im vergangenen Jahr auf die Leseliste geschrieben. Da war mir der Titel ...

Das richtige Buch zur richtigen Zeit. It’s a match! So ging es mir mit STARLING HOUSE von Alix E. Harrow. Das Buch hatte ich mir im vergangenen Jahr auf die Leseliste geschrieben. Da war mir der Titel (mal wieder) im Bchclub von Reese Witherspoon aufgefallen. Zwischenzeitlich hatte ich es dann mal gestrichen, weil ich doch Zweifel hatte, ob es ein Buch für mich ist. Letztendlich war die Anziehungskraft aber größer. Und jetzt bin ich froh, dass ich diese wunderbare Geschichte für mich entdecken durfte.
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Darum geht’s: Die Bewohner von Eden meiden Starling House. Um das alte Herrenhaus ranken sich mysteriöse und unheimliche Geschichten von Albträumen, Tod und Ungeheuern. Nur Opal ist von Starling House auf seltsame Weise fasziniert. Als der aktuelle Besitzer ihr eine Stelle als Haushälterin anbietet, nimmt sie an…
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Wie Opal habe ich staunend vor den Toren von STARLING HOUSE gestanden und Einlass begehrt. Ich musste einfach entdecken, was sich hier für eine Geschichte verbirgt. Rein optisch war es zwischen mir und diesem Buch Liebe auf den ersten Blick. Schon die Gestaltung der Originalausgabe hatte mich sehr angesprochen. Was der Goldmann Verlag bei der deutschen Auflage daraus gemacht hat, setzt noch mal eins drauf. Schockverliebt und andächtig habe ich das Buch in den Händen gehalten. Erwartungsvoll habe ich die ersten Sätze gelesen und sofort war ich in den Bann gezogen. Alix E. Harrow hat einen Schreibstil, den ich als ganz besonders und wunderschön empfunden habe. Er ist opulent und bildhaft, atmosphärisch und fesselnd, intensiv und tiefgründig, poetisch und dabei doch leichtgängig. Genauso facettenreich ist auch die Geschichte, die sich nicht mal eben so in eine Schublade stecken lässt. Verschiedene Elemente spielen hier rein. In unterschiedlicher Ausprägung findet man hier eigentlich von fast allem etwas. Fantasy, Schauerroman, Kriminalgeschichte, Märchen, Lovestory und und und. STARLING HOUSE steckt voller Albträume, gleichzeitig aber auch voller Romantik und Magie.
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Das Tor hat sich geöffnet und STARLING HOUSE hat mich mit Haut und Haaren eingesogen. Ich bin komplett in dieser Geschichte versunken und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Für mich ist dieser Roman etwas ganz Besonderes. Ein echter Schatz. Ja, ein Highlight.

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