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Veröffentlicht am 23.06.2025

Filmreifer Pageturner mit aktueller Relevanz

Reset
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Selten habe ich mir so schwer getan, eine Rezension zu schreiben, die diesem Buch auch nur annähernd gerecht wird!

Ich lese normalerweise keine Bücher mit Endzeitszenarien, aber diese Geschichte fühlte ...

Selten habe ich mir so schwer getan, eine Rezension zu schreiben, die diesem Buch auch nur annähernd gerecht wird!

Ich lese normalerweise keine Bücher mit Endzeitszenarien, aber diese Geschichte fühlte sich gerade zu Beginn so erschreckend real an, da wir alle inzwischen ständig dabei sein, Nachrichten auf ihre Echtheit zu hinterfragen und nicht auf Fakes oder gar fiese Deep Fakes hereinzufallen. Was ein Computervirus und KI weltweit anrichten könnte, führt uns dieses Buch anschaulich vor Augen.

Peter Grandl hat hier einen Thriller geschaffen, der unheimlich gut recherchiert ist und dem Leser geballtes Wissen aus verschiedensten Bereichen vermittelt. Auch das Ermittlerteam kommt aus unterschiedlichen Bereichen und alle bringen ihre ganz eigenen Geschichten mit. Vier Figuren sind dabei von zentraler Bedeutung: Seiko Ito ist eine Cybercrime-Expertin des japanischen Geheimdienstes. Camille Milloz ist die leitende Kriminalhauptkommissarin der deutschen Bundesanwaltschaft, Valentine O'Brien ist ein britischer Counter Terrorism Inspector von Scotland Yard. Jill Jones, eine der tragenden Säulen der New York Times, die dafür sorgt, dass die alten analogen Druckmaschinen reaktiviert werden, um mithilfe von Amateurfunkern aus ganzer Welt wieder wahrheitsgetreue Nachrichten unter die Menschen zu bringen. Und es gibt noch zahlreiche Nebenfiguren, die nicht minder interessant sind und wesentlich zur Geschichte beitragen. Der Autor haucht seinen Figuren so gekonnt Leben ein, dass ich sie sehr schnell ins Herz schloss und mit ihnen mitfieberte. Die persönlichen Geschichten und Gefühle der einzelnen Figuren kamen hier ebenfalls nicht zu kurz und führen abseits des Plots zu einem befriedigenden Ende. Grandls bildstarker Schreibstil trägt dazu bei, dass das Kopfkino läuft und läuft und läuft. Ich konnte dieses Buch kaum aus der Hand legen, die Spannung hatte mich von Anfang bis Ende gepackt und auch wenn ich das Ende eher unwahrscheinlich empfand, fand ich es doch sehr schade, Seiko, Akira, Camille, Valentine, Jill, Coffee und auch den Kampfpiloten Wolf wieder loszulassen, zu sehr hatte mich jede(r) von ihnen mit ihren ganz eigenen Erlebnissen ergriffen.

RESET ist nicht nur ein mega Thriller, sondern beinhaltet sogar Parallelen zu Faust. Ein Buch voller Tiefgang, welches sehr deutlich macht, wie weit wir Menschen von der digitalen Technik abhängig sind und wo es hinführen könnte, wenn diese Kommunikationsnetze zusammenbrechen und wir nichts und niemandem mehr glauben können.

Da Peter Grandl auch als Regisseur und Drehbuchautor arbeitet, hoffe ich sehr, dass er sich schon an die Arbeit gemacht hat, das Drehbuch zu schreiben und RESET zur Verfilmung vorzubereiten. Diese Geschichte gehört ins Kino!

Mein Fazit:
Dieser Thriller enthält erschreckend realistische Szenarien, die aktueller nicht sein könnten. Es ist temporeich und grandios geschrieben, anspruchsvoll und nicht mit Gesellschaftskritik geizend. Als Leser wird man mitgenommen auf eine spannende Reise, die Realität und Fiktion verschwimmen lässt.
Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Von der ersten bis zur letzten Seite mitreißend

Vorsehung
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Der Verstand sagt "Unsinn!"
Das Unterbewusstsein flüstert "Und wenn es vielleicht doch stimmt?"
(Seite 92)

Eine bizarre und unheimliche Vorstellung, wenn man ungefragt gesagt bekommt, in welchem Alter ...

Der Verstand sagt "Unsinn!"
Das Unterbewusstsein flüstert "Und wenn es vielleicht doch stimmt?"
(Seite 92)

Eine bizarre und unheimliche Vorstellung, wenn man ungefragt gesagt bekommt, in welchem Alter und wie man sterben wird! Es ist noch einmal etwas völlig anderes, wenn man es wissen will und eine Wahrsagerin deshalb aufsucht. Doch wenn man es eben nicht wissen will oder wie die Buchfiguren nicht damit rechnet - wie lebt man nach so einer unerwünschten Auskunft dann weiter? Denn eins ist klar: das Leben wird danach nicht mehr dasselbe sein, so sehr man vielleicht auch versuchen wird, das Gehörte zu verdrängen oder gar zu vergessen. Es zu vergessen, wird den meisten sicher unmöglich sein, also stellt sich die Frage: was macht man nun damit? Lebt man sein Leben dann bewusster, versucht man verkrampft, das vermeintliche Schicksal abzuwenden und in die Gegenrichtung zu steuern?

Auf dem Flug von Hobart nach Syney geht eine ältere Dame - die später von den Medien als die "Todesdame" bezeichnet wird - durch den Mittelgang, zeigt auf jeden Passagier und nennt diesen dann ungefragt Todesart- und Alter. Manche verschlafen ihre persönliche Prophezeiung glücklicherweise oder nehmen es mit Humor, wenn sie erfahren, dass sie ein hohes Alter erreichen werden.

Doch diejenigen, die prophezeit bekommen, dass sie angeblich bereits in absehbarer Zeit sterben sollen, bleiben davon nicht unberührt. Als Leser begleitet man diese Menschen und sieht, was so eine Prophezeiung bei ihnen und ihren Angehörigen auslösen kann.

Da ist Leo (42), Bauingenieur. Ethan (29), verliebt in seine Mitbewohnerin. Sue (63), der in drei Jahre ein Krebstod vorausgesagt wird. Eve, die gerade erst geheiratet hat. Paula, deren Baby Timmy im Alter von 7 ertrinken soll. Die Stewardess Allegra, die an diesem Flugtag 28 wird und angeblich das 29. Lebensjahr nicht erreichen wird...

Jeder von ihnen geht anders damit um, aber keinen lässt es unberührt. Und auch nicht die, die ihnen am nächsten stehen und diese Prophezeiungen ebenfalls nicht vergessen können ... vor allem, als die ersten Todesfälle publik werden und die innere Unruhe steigt.

Auch die sogenannte Todesdame, mit bürgerlichem Namen Cherry Hetherington, lernt man zwischendurch näher kennen, auch wenn man bis zum Schluss rätselt, warum sie diese Prophezeiungen ausgesprochen hat. Die Kapitel alternieren zwischen Cherry und den o.a. Passagieren, mal sind die Kapitel kurz, mal länger, aber jedes nimmt einen mit und berührt. Die Autorin Liane Moriarty schreibt prägnant, bildstark und so direkt und unverblümt, dass man nicht anders kann, als mitzufiebern. Durch die persönliche Ansprache durch Cherry fühlt man sich als Leser direkt angesprochen und schwankt zwischen Verständnis für sie auf der einen und Mitgefühl für die Betroffenen auf der anderen Seite hin und her.

Spätestens nach dem Ende dieser Geschichte fragt man sich selbst: wie würde mein eigenes Leben nach so einer Prophezeiung weitergehen, wie würde ich reagieren, was würde ich daraus machen, wie würde meine Familie damit umgehen?

Dieses Buch ist wie ein Sog, ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen und habe jedes Kapitel genossen. Es ist wirklich toll geschrieben und nimmt einen auf eine Reise mit, von der man mit etwas mehr Nachdenklichkeit zurückkommt.

Für mich eines der Buch-Highlights 2025. Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Bewegend, wie ein Märchen für Erwachsene

Pearly Everlasting
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Cover und Titel haben mich zunächst wenig angesprochen, beides ist im eher schlichten Look des Diogenes-Verlags gehalten und daher wenig spektakulär. Doch wer schon einige Bücher des Verlages kennt, weiß ...

Cover und Titel haben mich zunächst wenig angesprochen, beides ist im eher schlichten Look des Diogenes-Verlags gehalten und daher wenig spektakulär. Doch wer schon einige Bücher des Verlages kennt, weiß auch, dass sich oft wahre Schätze zwischen den Buchdeckeln befinden.... so auch in diesem Fall!

Es geht um ein junges Mädchen namens Pearly Everlasting, die mit einem kleinen Schwarzbären namens Bruno in einem kanadischen Holzfällercamp der frühen 30-er Jahre aufwächst. Die Lebensbedingungen sind hart, die Familie arm. Der Vater ist der Koch des Camps, die Mutter Heilerin. Pearly hat auch noch eine ältere Schwester namens Ivy, doch es ist Bruno, mit dem sie praktisch seit ihrer Geburt zusammenist und ihn als ihren Bruder bezeichnet. Die beiden haben eine sehr innige Verbindung zueinander. Als ein neuer Vorarbeiter das Camp übernimmt, ist ihm der Bär von Anfang an ein Dorn im Auge und er verkauft ihn an einen Händler...

Die Beschreibungen über das harte Leben in dem Holzfällercamp ließ mich von Beginn an in eine andere Welt eintauchen, von der ich bisher nichts wusste. Die ersten Jahrzehnte des beginnenden 20. Jahrhunderts in dieser unwirtlichen Umgebung, umgeben fast nur von groben Holzfällern und von Mythen über Old Jack prägen Pearly Everlasting auf eine besondere Weise. Die Erzählung aus Pearly's Perspektive ist intensiv und geht unter die Haut, hauptsächlich des wunderschönen Schreibstils der Autorin Tammy Armstrong geschuldet. Es liest sich wie eine Legende oder eine Art Märchen für Erwachsene, zart und eindrücklich zugleich beschreibt sie ihr Aufwachsen im Camp und ihren Aufbruch ins Ungewisse, um ihren Bärenbruder wiederzufinden. Gerade diese undramatisierte Art des Schreibens hat mich oft sehr bewegt und zu Tränen gerührt, besonders jedoch, als man Bruno ihr und ihrer Familie weggenommen hat. Figuren wie die Liederfängerin, Old Jack, Thankful Robinson und vielen mehr trägt dazu bei, dass man sich wie in einem Film fühlt.

Ein großes Lob geht an den Übersetzer Peter Torberg, der es geschafft hat, die
Geschichte ins Deutsche zu übertragen, ohne dass die Magie, die in und zwischen den Zeilen steckt, verloren geht.

Fazit:
Eine magische Geschichte in etwas unscheinbarem Diogenes Cover, die sehr berührt und zu den Büchern gehört, die man auch ein zweites Mal lesen möchte.

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Erschütternde Schicksale, die viel zu spät ans Licht der Öffentlichkeit kamen

Im Namen der Barmherzigkeit
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Die Geschichte erinnerte mich im ersten Moment an die "Schwabenkinder", die schon als kleine Kinder von ihren Berghöfen losziehen mussten, um bei Bauern zu schuften. Damals hörte ich zum ersten Mal davon, ...

Die Geschichte erinnerte mich im ersten Moment an die "Schwabenkinder", die schon als kleine Kinder von ihren Berghöfen losziehen mussten, um bei Bauern zu schuften. Damals hörte ich zum ersten Mal davon, dass Familien ihre Kinder aus der Not heraus weggaben, weil sie selbst so arm waren, dass sie kaum für sie aufkommen können. Was die Kinder oft erleiden mussten, mag man sich kaum vorstellen. Manche hatten Glück, viele leider nicht.

Auch mit Heimkindern wurden bis in die 80-er Jahre so verfahren, wie die Autorin recherchiert hat. Lange wurde dieses Thema schön unter den Teppich gekehrt, doch früher oder später kommt alles ans Tageslicht, wenn es auch für die Kinder zu spät war, denn die traumatischen Auswirkungen auf ihr weiteres Leben konnte niemand wieder gut machen.

So geschah es auch der kleinen Steffi, die 1970 mit gerade einmal 2 1/2 Jahren auf den Hof der steirischen Bauernfamilie Kellerknecht kommt. Sie ist das jüngste von mehreren Pflegekindern und lernt schnell, dass sie für die kargen Mahlzeiten hart arbeiten muss und es kein Erbarmen gibt... und erst recht keine Liebe. Noch bevor sie zehn Jahre alt ist, vergeht sich der Bauer regelmäßig an ihr und als sie mit 15 von ihm schwanger wird, wird sie in ein Kloster abgeschoben.

Die Geschichte von Steffi - als stellvertretendes Schicksal so vieler anderer - geht wirklich unter die Haut. Nicht allein deshalb, weil Hera Lind es versteht, sie so zu erzählen, dass man nicht anders kann, als mitzuleiden und sich gleichzeitig immer wieder zu fragen, wie es sein konnte, dass diese Machenschaften so lange unter den Teppich gekehrt wurden. Was für ein erbärmliches, liebloses Leben hatten diese Kinder und wie erging es den meisten, wenn sie erwachsen wurden? Ihr Schicksal macht mich traurig und wütend zugleich und wird noch lange in mir nachhallen.

Ich mochte die Bücher von Hera Lind früher nicht so sehr, doch in den den letzten paar Jahren hat sich dies geändert, weil mich die Schicksale, die sie beschreibt, immer sehr berühren und mich lange beschäftigen.

Fazit: Eine Geschichte, die unter die Haut geht - und im Herzen bleibt.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Die Vergangenheit ruht nie ... Eiskalte Spannung am Polarkreis

Blutbuße
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Zum Inhalt:
im kleinen, beschaulichen Wintersportort Åre tummeln sich vor Ostern viele Urlauber. Auch die Immobilienentwicklerin Charlotte Wretlind aus Stockholm ist hier und belegt eine Suite im besten ...

Zum Inhalt:
im kleinen, beschaulichen Wintersportort Åre tummeln sich vor Ostern viele Urlauber. Auch die Immobilienentwicklerin Charlotte Wretlind aus Stockholm ist hier und belegt eine Suite im besten Hotel im Ort, wo sie kurz darauf auf grausame Weise getötet wird. Viele Hotelgästen brechen ihren Urlaub daraufhin ab und fahren nach Hause, denn der Mörder ist zunächst nicht bekannt. Ein neuer Fall für Hanna Ahlander sowie ihren Kollegen Daniel Lindskog, die umgehend die Ermittlungen aufnehmen. Diese führen sie in ein verlassenes Hotel außerhalb von Åre, welches vom Opfer abgerissen und durch ein schickes Luxushotel ersetzt werden sollte. Ist dies der Grund für ihren gewaltsamen Tod? Alles deutet zunächst darauf hin, zumal diese das Hotel noch aus ihrer Kindheit kannte. Doch so einfach ist die Lösung natürlich nicht und als ein zweiter Mord geschieht, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit...

Zum Buch:
"Blutbuße" ist der dritte Band der beliebten Bestseller-Autorin Viveca Sten mit der Hauptprotagonistin Hanna Ahlander. Die Handlung spielt in Åre, einem beliebten Skiort im Norden Schwedens, nahe der Grenze zu Norwegen. Die Spannung baut sich kontinuierlich bis zum fesselnden Ende hin auf. Wie es sich für einen guten Krimi gehört, legt die Autorin verschiedene Fährten aus und somit gibt es gleich mehrere Verdächtige, die ein Motiv gehabt haben könnten, Charlotte Wretlind zu töten. Wie im wahren Leben auch, ist nichts so, wie es auf den ersten Blick erscheint und die wahren Hintergründe - und menschlichen Abgründe - entblättern sich nach und nach und zeigen, dass die Vergangenheit nie wirklich vergangen ist. Das Ermittlerteam besteht aus Hanna Ahlander, die immer noch recht neu in der Dienststelle ist, sich aber bereits gut integriert hat. Daniel Lindskog ist ihr Vorgesetzter, mit dem sie eng zusammenarbeitet und die Ermittler Raffe und Anton vervollständigen das starke Kleeblatt. Die atmosphärische Dichte kommt bei Viveca Sten ebenfalls nie zu kurz: angefangen vom stimmigen Cover schafft sie es, die Schönheit der Natur und die Unbarmherzigkeit der eisigen, schneereichen Tage und Nächste im hohen Norden zu beschreiben, was der Story noch das gewisse Extra an Stimmung verleiht. Durch die Zeitform Präsens ist alles sehr direkt und unmittelbar und durch die kurzen Kapitel wird das Tempo der Geschichte deutlich forciert. Durch eine weitere Erzählperspektive erhält man als Leser zwischen den einzelnen Kapiteln noch Rückblicke ins Jahr 1973 und versteht dadurch nach und nach die Hintergründe.


Persönliche Meinung:
Mit Hanna hat die Autorin eine sympathische Figur geschaffen: auf den ersten Blick wirkt sie etwas introvertiert, doch je besser man sie kennenlernt, umso mehr erwärmt man sich für sie, denn sie hat das Herz auf dem rechten Fleck und ein sicheres Bauchgefühl. Auch der Ermittlungsleiter Daniel Lindskog ist einer der Hauptfiguren und wie Hanna ein Charakter mit Ecken und Kanten. Man fühlt mit, wie er den Spagat zwischen junger Familie und der zügigen Auflösung dieses Falles hinzubekommen versucht. Hanna und Daniel sind schnell zu einem Team zusammengewachsen und ergänzen sich sehr gut. Insgeheim fühlt Hanna sich aber mehr zu Daniel hingezogen und auch Daniel scheint langsam Gefühle für sie zu entwickeln. Doch er hat noch mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen, die sich immer wieder in heftigen Wutausbrüchen Bahn brechen. Auch Anton hat mich schon im letzten Band beschäftigt: wann wird er endlich zu seiner sexuellen Orientierung stehen? Das Privatleben von Hanna, Daniel und auch Anton nehmen recht viel Raum ein. Das ist sicher nicht jedermanns Sache bei einem Krimi, bei dem es in erster Linie um Opfer, Täter und Motive geht. Dennoch mag ich persönlich gerade das sehr gerne, da auch Polizisten schließlich nur Menschen sind und somit menschlich (und nicht immer rational) handeln.
Übrigens: wer die ersten beiden Bände nicht gelesen hat, dürfte trotzdem problemlos mitkommen, da die wesentlichen Dinge, die das Verständnis erleichtern, im vorliegenden Band gut eingearbeitet wurden.
Ich habe mich wieder bestens unterhalten gefühlt und hoffe, die Forsetzung lässt nicht allzu lange auf sich warten. Auch kann ich mir eine Verfilmung dieser Serie jetzt schon gut vorstellen. Mir ist diese Serie inzwischen wirklich ans Herz gewachsen und ich freue mich schon auf den nächsten Fall.

Fazit:
Fesselnder und komplexer Krimi von einer Autorin, die ihr Handwerk versteht wie kaum eine andere. Spannende und unterhaltsame Lesestsunden sind garantiert.
Absolute Leseempfehlung!

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