Wenn's zu cozy ist
A Taste of Bitter SecretsHi,
bevor die cozy Autumn-Zeit vorbeigeht und wir so richtig in Weihnachtsstimmung geraten, muss ich unbedingt noch Gedanken zu einem Buch loswerden, dass sich meiner Meinung nach etwas sehr auf cozy Vibes ...
Hi,
bevor die cozy Autumn-Zeit vorbeigeht und wir so richtig in Weihnachtsstimmung geraten, muss ich unbedingt noch Gedanken zu einem Buch loswerden, dass sich meiner Meinung nach etwas sehr auf cozy Vibes konzentriert hat. Ich bin aber vielleicht auch einfach nicht die Richtige für solch ein Buch, denn ich kann mit diesen richtigen „Autumn“-Büchern nichts anfangen (verlegenes Lachen).
Zum Schreibstil:
Ich bin leider so gar nicht mit der Geschichte warm geworden und das lag mit am Schreibstil. Eigentlich war er an sich ganz schön: flüssig und locker und schön beschreibend, sodass man sich die Szenen und Settings sehr gut vorstellen konnte. Allerdings lag der Fokus für mich zu viel darauf, dass alles cozy wirken sollte. Da kamen sehr viele Klischees durch, auf denen die Geschichte sich irgendwie ausruhte. I mean, irgendwann hatte ich verstanden, dass es cozy ist, da brauche ich nicht noch mehr Beschreibungen.
Zur Geschichte allgemein:
Ehrlich gesagt habe ich gar keine richtige Meinung zu Gwen, denn sie wohnt in London und ist Social-Media-Managerin und dann kommt sie zurück zu ihrer Familie und macht dort genau das Gleiche, während sie irgendwie versucht, ihre Familiensituation zu glätten. Was, wieso, weshalb weiß man eine ganz Zeit lang nicht, stattdessen bleibt alles in einem Setting mit immer wieder den gleichen Handlungen. Das einzig Aufregende (oder das, was aufregend sein müsste), ist der Koch Henry, der natürlich super gut aussieht, super gut kochen kann, den alle anhimmeln und der natürlich nicht begeistert ist von Gwen und ihren Ideen, das Restaurant anders zu gestalten. Was ich an Henry etwas schade fand, war, dass er ziemlich schnell als „hot Daddy“ abgestempelt wurde, wobei diese Vibes bei mir so gar nicht ankamen. Das war alles etwas an den Haaren herbeigezogen.
Weshalb Gwen sich zu ihm hingezogen fühlt, konnte ich mir so ungefähr zusammenreimen, aber ich konnte es durch sie nicht nachempfinden. Gwen blieb für mich total starr und unerreichbar. Ich habe sie nicht richtig verstanden und konnte mich so auch gar nicht richtig mit ihr zusammen in Henry verlieben. Emotional blieb die Geschichte für mich so ziemlich schwierig, da sie mich nicht erreichte.
Auch, wenn ich Gilmore-Girls nicht gelesen habe, so habe ich den Vibe dahinter doch schon öfters erzählt bekommen und war dann fast ein wenig erschlagen von den ganzen Hinweisen darauf. Die Autumn-Vibes, die Kleinstadt, ein Restaurant, wo sich alle treffen, Kürbisse natürlich und dann noch Gwens bester Freund, der Rory heißt und eigentlich nur dafür da ist, um sie immer wieder daran zu erinnern, wie toll sie ist. Positive Verstärkung eben, die in diesem Setting aber als zu viel rüberkam, weil gefühlt alles toll war.
Die Geschichte der beiden entwickelte sich für mich nur holprig. Man merkte richtig, wie nach und nach ziemlich plötzlich tiefere Hintergründe hervorgekramt wurden, diese mich aber einfach nicht emotional berühren konnten, weil schon die Basis in den Figuren nicht gelegt war. So werden zwar wichtige Themen aufgegriffen, die hauptsächlich damit zu tun haben, wie die beiden, besonders Henry, sich im Jetzt identifizieren, aber das war mir alles zu wenig in die Geschichte eingebunden und zu unemotional.
Auch das Ende konnte mich nicht richtig überzeugen. Mir ist immer ziemlich wichtig, dass die Lovestory so aufgebaut ist, dass ich hinterher das Gefühl habe, die beiden haben auch noch nach der Geschichte Bestand. Bei Gwen und Henry wäre ich mir da aber nicht so sicher.
Fazit:
Mich konnte die Geschichte leider nicht überzeugen. Das lag vor allem daran, dass ich die Hauptprotagonistin nicht sympathisch fand und mich keine Emotionen erreichen konnten. Auch der Lesefluss war nicht ganz gegeben, weil erst sehr wenig und dann plötzlich alles Knall auf Fall passiert. Was das Buch allerdings hat, sind Cozy Autumn Vibes im Überfluss. Wer also Gefallen an sowas findet (lasst euch nicht vom Cover täuschen), wird mit diesem Buch vielleicht trotzdem glücklich.
Von mir gibt es 2 von 5 Sterne.