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Veröffentlicht am 23.11.2025

Wenn's zu cozy ist

A Taste of Bitter Secrets
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Hi,
bevor die cozy Autumn-Zeit vorbeigeht und wir so richtig in Weihnachtsstimmung geraten, muss ich unbedingt noch Gedanken zu einem Buch loswerden, dass sich meiner Meinung nach etwas sehr auf cozy Vibes ...

Hi,
bevor die cozy Autumn-Zeit vorbeigeht und wir so richtig in Weihnachtsstimmung geraten, muss ich unbedingt noch Gedanken zu einem Buch loswerden, dass sich meiner Meinung nach etwas sehr auf cozy Vibes konzentriert hat. Ich bin aber vielleicht auch einfach nicht die Richtige für solch ein Buch, denn ich kann mit diesen richtigen „Autumn“-Büchern nichts anfangen (verlegenes Lachen).

Zum Schreibstil:
Ich bin leider so gar nicht mit der Geschichte warm geworden und das lag mit am Schreibstil. Eigentlich war er an sich ganz schön: flüssig und locker und schön beschreibend, sodass man sich die Szenen und Settings sehr gut vorstellen konnte. Allerdings lag der Fokus für mich zu viel darauf, dass alles cozy wirken sollte. Da kamen sehr viele Klischees durch, auf denen die Geschichte sich irgendwie ausruhte. I mean, irgendwann hatte ich verstanden, dass es cozy ist, da brauche ich nicht noch mehr Beschreibungen.

Zur Geschichte allgemein:
Ehrlich gesagt habe ich gar keine richtige Meinung zu Gwen, denn sie wohnt in London und ist Social-Media-Managerin und dann kommt sie zurück zu ihrer Familie und macht dort genau das Gleiche, während sie irgendwie versucht, ihre Familiensituation zu glätten. Was, wieso, weshalb weiß man eine ganz Zeit lang nicht, stattdessen bleibt alles in einem Setting mit immer wieder den gleichen Handlungen. Das einzig Aufregende (oder das, was aufregend sein müsste), ist der Koch Henry, der natürlich super gut aussieht, super gut kochen kann, den alle anhimmeln und der natürlich nicht begeistert ist von Gwen und ihren Ideen, das Restaurant anders zu gestalten. Was ich an Henry etwas schade fand, war, dass er ziemlich schnell als „hot Daddy“ abgestempelt wurde, wobei diese Vibes bei mir so gar nicht ankamen. Das war alles etwas an den Haaren herbeigezogen.

Weshalb Gwen sich zu ihm hingezogen fühlt, konnte ich mir so ungefähr zusammenreimen, aber ich konnte es durch sie nicht nachempfinden. Gwen blieb für mich total starr und unerreichbar. Ich habe sie nicht richtig verstanden und konnte mich so auch gar nicht richtig mit ihr zusammen in Henry verlieben. Emotional blieb die Geschichte für mich so ziemlich schwierig, da sie mich nicht erreichte.

Auch, wenn ich Gilmore-Girls nicht gelesen habe, so habe ich den Vibe dahinter doch schon öfters erzählt bekommen und war dann fast ein wenig erschlagen von den ganzen Hinweisen darauf. Die Autumn-Vibes, die Kleinstadt, ein Restaurant, wo sich alle treffen, Kürbisse natürlich und dann noch Gwens bester Freund, der Rory heißt und eigentlich nur dafür da ist, um sie immer wieder daran zu erinnern, wie toll sie ist. Positive Verstärkung eben, die in diesem Setting aber als zu viel rüberkam, weil gefühlt alles toll war.

Die Geschichte der beiden entwickelte sich für mich nur holprig. Man merkte richtig, wie nach und nach ziemlich plötzlich tiefere Hintergründe hervorgekramt wurden, diese mich aber einfach nicht emotional berühren konnten, weil schon die Basis in den Figuren nicht gelegt war. So werden zwar wichtige Themen aufgegriffen, die hauptsächlich damit zu tun haben, wie die beiden, besonders Henry, sich im Jetzt identifizieren, aber das war mir alles zu wenig in die Geschichte eingebunden und zu unemotional.

Auch das Ende konnte mich nicht richtig überzeugen. Mir ist immer ziemlich wichtig, dass die Lovestory so aufgebaut ist, dass ich hinterher das Gefühl habe, die beiden haben auch noch nach der Geschichte Bestand. Bei Gwen und Henry wäre ich mir da aber nicht so sicher.

Fazit:
Mich konnte die Geschichte leider nicht überzeugen. Das lag vor allem daran, dass ich die Hauptprotagonistin nicht sympathisch fand und mich keine Emotionen erreichen konnten. Auch der Lesefluss war nicht ganz gegeben, weil erst sehr wenig und dann plötzlich alles Knall auf Fall passiert. Was das Buch allerdings hat, sind Cozy Autumn Vibes im Überfluss. Wer also Gefallen an sowas findet (lasst euch nicht vom Cover täuschen), wird mit diesem Buch vielleicht trotzdem glücklich.

Von mir gibt es 2 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Zu flach

A Wild Cowboy's Heart
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Die ersten Seiten des Buches waren ein wenig, als wäre man in eine bereits laufende Geschichte eingestiegen. Und dann ist auch schon wieder alles ganz anders. Und dann ist es zwei Jahre später. Vielleicht ...

Die ersten Seiten des Buches waren ein wenig, als wäre man in eine bereits laufende Geschichte eingestiegen. Und dann ist auch schon wieder alles ganz anders. Und dann ist es zwei Jahre später. Vielleicht erahnt ihr es schon: der Einstieg war mir etwas zu holprig bzw. zu wenig einleitend. Erst dann bekommt man die Chance, Maisie richtig kennenzulernen.

Maisie ist die jüngste der drei Schwestern und der Freigeist unter ihnen. Zudem hat sie ihre beste Freundin verloren, weshalb sie ein bisschen verloren wirkt. Im Grundprinzip ist es das aber auch schon. Ich fand ihre Charaktergestaltung ziemlich flach gehalten, denn Maisie hat krasse Versagensängste, die sich durch das komplette Buch ziehen, obwohl sie oftmals alles andere als logisch wirken und die Handlung auch nicht voranbringen. Ich hätte mir bei ihr einfach gewünscht, dass sie mehr für das kämpft, was sie sich erträumt und nicht einfach so durch den Handlungsverlauf dümpelt. Vor allem, weil ihr bereits in den ersten Kapiteln die Lösung für ihre Unzufriedenheit mit ihrem Leben vor die Füße gelegt wird. Das zieht sich ein bisschen durch die Handlung, dass Maisie nicht so recht den Mut aufbringt, einfach zu tun, was sie sich wünscht. Und auch am Ende des Buches wurde es nur kurz behandelt und nicht richtig als Entwicklung aufgenommen. So blieb sie für mich recht eindimensional und hat definitiv nicht all ihr Potential ausgeschöpft.

Ebenfalls schade fand ich, dass man schon gleich zu Anfang als Leser:in alles präsentiert bekam, was es brauchte, um die Geschichte aufzulösen. So passierte bis zum Ende eigentlich nichts wesentlich Interessantes. Stattdessen war es ein in die Länge ziehen dort, wo eigentlich die ganze Basis fehlte, um die wichtigen Entwicklungen emotional und komplex für uns Leser:innen begreifbar zu machen.

Wer da am ehesten noch ein bisschen Tiefe zeigte, war Hayes, der zumindest alles, was ihm so passierte, mit uns Leser:innen teilte und bei dem man die Entwicklung konkret mitbekam. Auch wenn ich letztlich nicht verstanden habe, wie seine ganze Motivation nur aus Maisie hervorging und eigentlich nicht von ihm selbst kam. Meiner Meinung nach muss sowas schon intrinsisch sein, damit es langfristig glücklich macht und nicht für jemand anderes.

Was ich einfach sehr schade an der Geschichte fand, war, dass die Beziehung zwischen Maisie und Hayes nur im „Danach“ besprochen wurde. Es gibt den Tod der Freundin, die gleichzeitig Hayes‘ Ehefrau war, und dann einen Zeitsprung von zwei Jahren zu dem Zeitpunkt, an dem die beiden schon enge Freunde sind und schon mehr füreinander empfinden. Es wird dann zwar darüber geredet, dass sie sich in dieser Zeit sehr nahe gekommen sind und sich eine Stütze waren, aber ich hätte diesen Prozess doch zu gerne selbst miterlebt. Miterlebt, wie Hayes zurück ins Leben gefunden hat, wie Maisie ihre Stärke aus ihm gezogen hat und wie dann langsam die ersten Gefühle entflammt sind. Und nicht erst das Ende, das eigentlich nur darin bestand, dass sie ihrer Anziehung nachgegeben (übrigens auch sehr schnell) haben und dann nur noch ein ganz klein wenig darüber nachdenken, ob die Freundin/Frau das so gewollt hätte. Das blieb mir einfach alles zu flach. Ich konnte zwar mitschwärmen, die Emotionen aber nicht richtig mitempfinden. Sie waren einfach nicht stark genug.

In diese zwei Jahre fiel zudem die Annäherung Maisies an ihre Schwestern, mit denen sie vorher gar nicht soo dicke war. Jetzt im Ist-Zustand konnte ich da gar keine emotionale Bindung spüren, weil die drei ein Geschäft zusammen haben, die älteste auch noch Maisies Chefin ist und ich eben nicht mitbekommen habe, wie die drei sie angenähert haben. Und durch was. So blieben alle Nebencharaktere bloße Hüllen, die ihren Zweck erfüllten. Beckett und Amalie, Clara und Sullivan wurden ebenso leer in ihrem Charakter als Paare angedeutet, für die hier nur eine simple Beschreibung bestehend aus aneinandergereihten Klischees Platz hatte.

Für mich persönlich war dann noch enttäuschend, dass Hayes 1. meilenweit entfernt davon war, ein Cowboy zu sein (aber gut, Erwartungshaltung sollte auch einfach immer nicht zu groß sein, dann ist man hinterher glücklicher. Allerdings hatte der Titel ja was anderes angedeutet.) und 2. gefiel es mir überhaupt nicht, wie seine Arbeit mit den Pferden beschrieben wurde. Denn diese klang sehr unreflektiert und ahnungslos. Es schien mir nicht, als hätte die Autorin sich wirklich mit Horsemanship oder ähnlichen Themen auseinandergesetzt bzw. diese richtig recherchiert. Sowas mag ich immer gar nicht, weil es echt ein falsches Bild erzeugt.

Einzig am Schreibstil kann ich überhaupt nichts aussetzen. Er war flüssig und flott lesbar und hat dann, wenn sich Zeit genommen wurde, etwas etwas ausführlicher zu erzählen, auch entsprechende Inhalte transportieren können. Der Handlungsverlauf allgemein jedoch war knapp gesagt zu sehr verkürzt. Erst hinterher habe ich gesehen, dass das Buch nur 253 Seiten hat, was man hier deutlich merkte. Schade, wenn einfach noch ein wenig mehr Zeit zum Erzählen geblieben wäre, hätte das Buch glaube ich richtig gut werden können. Denn die Idee ist echt süß.

Fazit:
Die Grundidee des Buches ist charmant, aber die Umsetzung bleibt deutlich hinter ihrem Potential zurück. Besonders Maisie als Hauptfigur bleibt zu blass und entwickelt sich kaum, während wichtige emotionale Prozesse nur angedeutet, aber nicht erlebbar gemacht werden. Beziehungen, die eigentlich berühren sollten, verpuffen, weil der Weg dorthin fehlt – sowohl in der Freundschaft, als auch in der Liebe. Auch thematisch verschenkt das Buch viel, vor allem in Bezug auf Trauer, Selbstfindung und die Arbeit mit Pferden. Positiv hervorzuheben ist der angenehm flüssige Schreibstil, der das Lesen leicht macht. Insgesamt hätte der Geschichte mehr Tiefe, mehr Seiten und mehr Mut zur Entwicklung gutgetan meiner Meinung nach. Schade.

2 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Crazy American Story

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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Zum Schreibstil:
Ich musste mich hier echt erst ein wenig einlesen. Und das lag nicht nur daran, dass im Präsens geschrieben wurde, sondern vor allem auch daran, dass ich mich mit Phoebe erst anfreunden ...

Zum Schreibstil:
Ich musste mich hier echt erst ein wenig einlesen. Und das lag nicht nur daran, dass im Präsens geschrieben wurde, sondern vor allem auch daran, dass ich mich mit Phoebe erst anfreunden musste und (und das gehört für mich auch immer zum Schreibstil) die sehr vergangenheitslastige Erzählweise hat mich unheimlich darin gebremst, mich einzufühlen. Dazu kamen auch im späteren Erzählverlauf immer wieder längere Erzählpassagen, die nicht so richtig vorankamen.
Ansonsten ist der Schreibstil eher humoristisch, aber auch trocken und oft dramatisch, ohne dies auf einem Grundlevel zu halten. Ich war deshalb oft einfach irritiert und konnte nicht so richtig mit dem Flow gehen. Der Humor konnte dafür aber gut die eher depressive Anfangsstimmung von Phoebe ausgleichen.

Zur Geschichte allgemein:
Phoebe war für mich echt kein leichter Charakter. Einfach, weil ich mich so komplett gar nicht mit ihr identifizieren konnte. Sie lässt sich komplett hängen, macht alles von anderen abhängig von zeigt anfangs das Gegenteil von Optimismus. Man erfährt außerdem erst etwas später, weshalb sie so drauf ist, was natürlich erstmal viel Unverständnis erzeugt. Aufklärung gibt es über die Rückblicke, die aber gerade anfangs sehr große Teile der Geschichte einnehmen und den Eindruck bestätigen, dass Phoebe eher in der Vergangenheit lebt als in der Gegenwart.

Erst nach circa 100 Seiten nimmt das Buch so richtig Fahrt auf. Es wird wild und crazy. Denn auf der Hochzeit läuft plötzlich alles gar nicht mehr so wie geplant und Phoebe ist mittendrin. Schön war, wie Lila und Phoebe sich ergänzen. Wie sie voneinander lernen und beide nach und nach in ihrem Charakter reifen. Umso enttäuschender war es dann, als Phoebe doch wieder Rückschritte macht. Man weiß während der ganzen Handlung also praktisch nie, woran man ist. Selbst das Hochzeitspaar wird in Frage gestellt. Erzähltheoretisch war das super. Es passierten immer wieder unerwartete Dinge, alle müssen sich fragen, was sie wirklich wollen und die Charaktere der Figuren kamen immer mehr zum Vorschein. Was dabei aber vergessen wird, ist, dass Phoebe sich anfangs suizidieren will und es danach wenig bis gar nicht mehr thematisiert wird. Das finde ich schon eher problematisch, da es statistisch gesehen doch sehr unwahrscheinlich ist, dass ein Mensch das so ohne weiteres, nur durch eine wilde Hochzeit, vergisst bzw. überwinden kann.

Auch, wenn das Thema und auch Phoebes Depressionen eher schwach thematisiert wurden, haben die Figuren dennoch bewiesen, dass sie auch tiefgründigere Gespräche führen konnten. Durch die durchwachsene Hochzeitsgesellschaft kamen immer wieder ganz unterschiedliche Leute dazu, miteinander zu reden und bringen immer mehr Facetten in Phoebes wie auch Lilas Perspektive. Das mochte ich ganz gerne und hat einen guten Ausgleich zu den eher lustigen Handlungselementen geschaffen. Es passierte aber auch nicht selten, dass die Dialoge ins schräge umschwenkten und es auf einmal komisch wurde, zu lesen oder auch einfach lang. Einiges hätte man an solchen Stellen definitiv noch kürzen können, während Phoebes Ausarbeitung noch ein paar Seiten mehr gebraucht hätte.

Ganz allgemein kann man dann vielleicht noch sagen, dass dies definitiv eine sehr konstruierte Geschichte ist. Ein Aufeinandertreffen von Figuren, die normalerweise eher nicht miteinander reden würden, Situationen, die wohl eher nicht gehäuft auftreten und eine Hochzeit, die vlt. im realen Leben schon längst abgesagt worden wäre. Damit muss man umgehen können:)

Fazit:
Das Buch konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. Der Schreibstil wirkte auf mich oft sperrig, da die stark vergangenheitsorientierten Passagen den Lesefluss bremsten und der humoristisch-trockene Tonfall nicht immer stimmig wirkte. Auch Phoebe als Hauptfigur blieb mir lange fremd und schwer zugänglich, was das Einfühlen deutlich erschwerte. Zwar nahm die Handlung ab einem gewissen Punkt Fahrt auf und bot einige überraschende Wendungen sowie spannende Charakterentwicklungen, doch die schwache und stellenweise problematische Thematisierung von Phoebes Depressionen hinterließ einen faden Beigeschmack. Insgesamt wirkte die Geschichte zu konstruiert und unausgewogen, sodass die positiven Momente leider nicht genug Gewicht hatten.

2 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Mir fehlte die Liebe

Hidden Scars
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Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich ganz okay. Ich kam gut in die Geschichte rein und konnte der Handlung gut folgen. Einzig die fehlende Nahbarkeit hat mich beim Lesen etwas gestört. Es wirkte ein wenig ...

Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich ganz okay. Ich kam gut in die Geschichte rein und konnte der Handlung gut folgen. Einzig die fehlende Nahbarkeit hat mich beim Lesen etwas gestört. Es wirkte ein wenig wie gespielt und nicht, wie aus dem Moment gegriffen. Besonders in Situationen, in denen die Protagonisten in einer hektischen Situation waren.

Zur Geschichte allgemein:
Es wird komplett aus der Perspektive von Hazel erzählt, die am Anfang dieses Buches gerade aus Portugal in die Staaten zurückkehrt und ein eher beschauliches Leben lebt. Als sie „Logan“ kennenlernt, ahnt sie somit überhaupt gar nichts. Sie ist aber nicht nur unwissend, sondern generell gutgläubig und ein wenig naiv. Charaktereigenschaften, die im Handlungsverlauf sowohl in die gute als auch in die schlechte Richtung gehen können. Bei Hazel war es ein wenig von beidem. Sie ist unfassbar liebenswert mit ihrem unterschütterlichen Glauben in das Gute in jedem Menschen. Gleichzeitig war ich aber auch oft genervt von ihr, weil sie sich stets von allen anderen nur herumschubsen ließ. Sei es ihre beste Freundin, die eigentlich ziemlich bitchy ist, oder eben Caleb, der sie immer wieder auflaufen lässt. Aber dazu später mehr. Erst einmal soll es um Hazel gehen, die noch eine krasse Backgroundstory mit sich herum trägt: (Achtung, vielleicht ist das jetzt ein Spoiler für euch, sowie Triggerwarnung) Sie hat eine Essstörung. Oder hatte. So ganz verstanden habe ich das über den Handlungsverlauf hinweg nicht, denn es wird zwar immer wieder aufgegriffen, aber eine richtige Auseinandersetzung in Hazels Gedanken gibt es dazu nicht. Der Einzige, der es offen mitbekommt und Hazel dort in ihrer Entwicklung unterstützt (bei ihr aber leider nicht richtig wahrnehmbar), ist Caleb, der ihr zeigt, dass er sie unabhängig von ihrem Gewicht liebt. Das fand ich sehr süß und auch sehr wichtig. Er lässt da nichts auf sie und ihn kommen und kann so überzeugend auf sie einwirken. Nur fehlt bei Hazel eben die Auseinandersetzung. Es geschieht einfach ganz plötzlich, dass sie sich jetzt gut mit ihrem Körper fühlt und kann dann auch mal ganz easy, ohne irgendwelche negativen Gedanken, zu einem Bademodenshooting gehen. Etwas, dass ich mir als eher problematisch für jemanden vorstelle, der schon lange Zeit mit sich und seinem Körper kämpft.

Diese Kurzsichtigkeit bezieht sich auch auf die anderen Figuren in diesem Buch. Logan beispielweise macht echt krasse Sachen, zeigt aber nie Reue oder wird auch nur mal richtig zur Auseinandersetzung mit seinen Taten gezwungen. Stattdessen wird es einmal erwähnt und ist dann erledigt. Genauso ist es mit Grace, Oliver, Hazels Mutter und eigentlich allen anderen. Und eben Caleb.

Caleb ist anfangs noch in verdeckter Mission unterwegs, wenn man es denn so nennen will. Im Gegensatz zu Hazel kommt man als Leser:in aber sehr schnell auf die Lösung des Rätsels. So ist es keine wirkliche Überraschung als herauskommt, dass Caleb Caleb ist. Von ihm bekommen wir einige Einblicke in seine frühste Vergangenheit, die sehr emotional und berührend sind. Sie teasern eine tiefgründige Backgroundstory an, diese wird aber erst sehr spät im Handlungsverlauf aufgegriffen und konnte mich aufgrund der fehlenden Kommunikation seinerseits mit Hazel und allen anderen auch nicht komplett einnehmen. Es war nicht spürbar, nicht mitreißend und bestenfalls gut konstruiert, aber nicht ausgeschrieben. Das fand ich super schade, weil anfangs schon ein paar Christian-Grey-Vibes rüberkamen, diese aber nicht verfolgt wurden. Stattdessen blieb er durchweg ein Geheimnis.
Caleb war aber auch auf anderer Ebene für mich nicht überzeugend: Ich konnte ihn nicht mit Hazels Herzchen in den Augen ansehen. Etwas, was ich normalerweise bei fast jedem Liebesroman kann, weil ich mich mit der Protagonistin in den Love Interest (oder andersherum) verliebe. Hier war es aber nicht so. Zwar war/ist Caleb anfangs nett, aber er zeigt auch sofort Red Flags, die ich einfach nicht ignorieren konnte. Dazu gehörte: Er wertschätzt sie nicht, alles muss immer nach ihm gehen, er fühlt sich nicht in sie ein, er ist gewalttätig (zum Glück nicht ihr gegenüber), er gibt immer ihr die Schuld und er entschuldigt sich nie. Das zieht sich durch die ganze Handlung und macht es echt schwer, Hazel nicht entgegen zu schreien, sie solle ihn einfach verlassen. Ehrlich gesagt habe ich anfangs auch mal wieder den Klappentext nicht gelesen und war mir erst gar nicht sicher, wer nun der Love Interest ist. Logan oder Caleb. Und dann war ich etwas entsetzt, dass sie Caleb gewählt hat. Denn ganz ehrlich: Sobald ein Typ anfangt, um sich zu schlagen, bin ich raus.
Und Hazel, naiv wie sie ist, ignoriert jede einzelne dieser Red Flags. Ja, es gibt eine Auseinandersetzung, ja, es wird deutlich, dass er irgendwo was falsch gemacht hat. Aber immer ist es an Hazel, es wieder gerade zu biegen. Damit ist es für mich eine toxische Beziehung und nicht unbedingt eine, zum Schwärmen.

So war die Verbindung zwischen den beiden für mich nicht so richtig spürbar und auch die anderen Figuren blieben für mich schlecht greifbar. Calebs Vater ist auch so ein Kandidat zum Beispiel. Ich denke, da hätte man eigentlich noch viel mehr rausholen können, denn die Grundsteine waren gut gelegt. Das tatsächliche ständige Auf und Ab ohne richtige Aufklärung und ohne, dass Emotionen übertragen wurden, machte es aber sehr schwer, sich von der Handlung mitreißen zu lassen. Die Widersprüche häuften sich, die spicy Szenen haben dann auch eigentlich nie Sinn gemacht und das Ende war eher an den Haaren herbeigezogen. Da hat auch der Epilog nichts Gutes mehr beitragen können.

Fazit:
Für mich war dieses Buch leider eine Enttäuschung. Die Storyline ist nicht wirklich mitreißend und erzählt eher die Geschichte einer toxischen Liebe zwischen einer naiven Protagonistin und einem Protagonisten, der die Red Flags geradezu sammelt. Die Grundidee fand ich dabei super und in Calebs Vergangenheit lagen definitiv viele Emotionen. Es konnte aber im Handlungsverlauf nicht umgesetzt werden. Somit kann ich dieses Buch leider nicht weiterempfehlen.

2 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Kein Pageturner

We Conquer the Dark
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Ich lese schon lange Bücher von Emma Scott und bin normalerweise sehr begeistert von ihrem Schreibstil, der zwar locker ist, aber auch immer die richtigen Worte findet, um jede Menge Tiefe zu erzeugen. ...

Ich lese schon lange Bücher von Emma Scott und bin normalerweise sehr begeistert von ihrem Schreibstil, der zwar locker ist, aber auch immer die richtigen Worte findet, um jede Menge Tiefe zu erzeugen. Hier allerdings fehlt mir das ein wenig. Es wirkte etwas runtergeschrieben.
Zur Geschichte allgemein:
Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, weil die Fantasyelemente sehr groß angekündigt wurden. So war ich voller Vorfreude und guter Dinge, als es auch sofort losging mit der Fantasy. Lucy trifft auf Casziel und erst danach wurden beide Figuren uns Leser:innen erklärt. Lucy ist introvertiert, verkriecht sich gerne in ihrer kleinen Wohnung, lässt sich bei der Arbeit herumschubsen und ihr fehlt jegliche Orientierung im Leben. Eigentlich ist sie einfach nur da und macht weiter. Als Casziel in ihr Leben tritt, passiert für sie zum ersten Mal etwas Spannenderes. Und Casziel ist spannend, denn er erzählt erstmal nicht wirklich viel. Was aber gleich deulich wurde: Lucy hat vor ihm keine Angst und fühlt sich mit ihm verbunden und irgendwie sind da auch noch so Träume, die sie mit ihm in Verbindung bringt. Eine überirdische Verbindung also anscheinend, die sie sich erstmal nicht erklären kann.

Die Geschichte besteht dann daraus, dass Casziel uns in seinen kurzen POVs mitnimmt in seine Welt oder zumindest seine Welt auf Erden. Was dabei glaube ich klar gemacht werden soll: Casziel ist böse. Oder wird zumindest so dargestellt. Das steht im krassen Kontrast zu dem, was er mit Lucy zusammen erlebt, denn in ihrer Welt macht er geradezu langweilig normale Dinge mit ihr. Eine kleine Fake-Love-Story wird eingeflochten, die ich aber an keiner Stelle als sinnvoll erachtet habe, denn keiner war mit dem Herzen dabei und die Beweggründe waren auch keine richtigen. Stattdessen tingeln sie also durch Lucys langweiligen Alltag und ich musste mich zusammenreißen, keine Seiten zu überspringen.
Von vorneherein hat man außerdem das Gefühl, man liest keine Liebesgeschichte, sondern nur das Ende einer. Durch Einschübe aus der Vergangenheit/Träume wird dies natürlich nochmal extra deutlich und soll ja auch der Sinn der Geschichte sein, aber es kam dadurch keine Spannung auf. Ich habe beim Lesen einfach nur darauf gewartet, dass irgendwas Spannendes passiert. Dass ich ein besseres Gefühl für Casziel und seine „Bösartigkeit“ bekomme und dass die Fantasyromance ihren Fantasyteil auch bekommt. Leider bleibt diese Facette der Geschichte sehr grob erzählt. Die Welt der Dämonen wurde für mich nicht greifbar.

Schwierig fand ich auch die Entwicklung der Protagonisten. Beide hängen sehr in ihren Selbstzweifeln fest, was in geballter Ladung nicht unbedingt zuträglich für die Story ist. So stützen sie sich nur bedingt bzw. gar nicht. Lucy entwickelt sich zwar, aber irgendwie nicht auf natürliche Art und Weise. Stattdessen scheint sie ihren Charakter nur mit einem anderen zu überschreiben und fertig ist. Casziel findet zumindest ein wenig mehr Selbstvertrauen, aber er braucht sehr sehr lange dafür und seine „Wendung“ artet dann auch in ziemlicer Überdramatik aus.

Die Lovestory zwischen den beiden fand ich dadurch alles andere als heiß. Das Buch wird als Romance mit Tendenz zur Dark Romance beworben. Dark war für mich hier aber tatsächlich gar nichts. Casziel zeigt seine böse Seite nie und generell sind alle Dämonen hier ziemliche softies. Man versteht ein wenig, dass so Tiefe erzeugt werden soll, indem eben nicht jeder einfach nur gut der böse ist, aber die Abkehr vom Bösen, der sie angeblich verfallen sind, erfolgte so schnell, dass es einem Wetterumschwung in der Regenzeit glich: von jetzt auf gleich. Die Sexszenen waren ebenfalls eher soft und wenig spektakulär. Wer sich hier also auf Dark Romance freut, den/die muss ich leider enttäuschen. Wer nicht so gut damit klarkommt: dieses Buch sollte kein Problem für euch sein.
Ein letzter Punkt und eigentlich auch mein wichtigster: Die Story ist nicht neu. Klar, dass muss sie letztlich auch nicht sein, aber ich habe solche Geschichten vor einigen Jahren massenhaft gelesen, weil sie da gerade total im Trend waren. Jetzt ist das vielleicht abgeflacht und einige werden sowas vielleicht auch noch nicht gelesen haben, für mich aber hat es der ohnehin schon wenig spannenden Geschichte noch mehr Spannung genommen. Es waren einfach viele Klischees, die da aneinandergehängt wurden.

Fazit:
Leider konnte mich diese Story überhaupt nicht überzeugen. Ich kam schlecht in einen Lesefluss, weil mir die Spannung fehlte. Die Chemie zwischen den Protagonisten ist zwar da, aber durch Klischees, eine eher alte Storyidee und wenig vorwärts in der Handlung, kam sie auf das Jetzt bezogen nicht gut zur Geltung. Es wirkte eher wie das Ende einer Lovestory. Das tatsächliche Ende war mir dann fast zu dramatisch und gleichzeitig der Einzige richtige Fantasyanteil. Das war mir deutlich zu wenig. Schade, ich glaube hier haben meine (durch viele viele Emma Scott-Bücher vorher geschürte) Erwartungen einfach nicht mit der Story übereingestimmt.

2 von 5 Sterne von mir.

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