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Veröffentlicht am 14.02.2025

Die Suche nach Schuld bei den anderen

Zorniger
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Dieser Roman von Eva Förster ist eine etwas 130 Seiten lange Erzählung über Schicksale im Leben und den Lauf der Dinge.

Die ersten Schicksalsschläge im Leben des Wolfgang Mühlberger werden den Lesern ...

Dieser Roman von Eva Förster ist eine etwas 130 Seiten lange Erzählung über Schicksale im Leben und den Lauf der Dinge.

Die ersten Schicksalsschläge im Leben des Wolfgang Mühlberger werden den Lesern gleich zu Beginn präsentiert, so dass nur noch die Frage übrig bleibt: Wie wird dieser Mann damit umgehen können?

Zunächst starb vor wenigen Jahren Mühlbergs Frau Franziska. Sie hatte Krebs. Alleine seine Frau zu verlieren war für ihn ein schwerer Schlag. Ein Schlag, bei dem er offenbar seine Tochter Nathalie, die Anfang Zwanzig ist, alleingelassen hatte.

Nathalie hatte sich letztendlich vor Kurzem selbst in die Psychiatrische Klinik einweisen lassen. Sie litt zu sehr an Depression. Dann kommt der Anruf aus der Psychiatrie und er wird informiert, dass seine Tochter in der letzten Nacht verstorben ist. Der Arzt bittet um Mühlbergers Erlaubnis, die Leiche von Nathalie obduzieren zu dürfen. Er wolle der Ursache für den plötzlichen Herzstillstand auf den Grund gehen und redet etwas von Broken-Heart-Syndrom.

Mühlberger denkt sich, dass doch dann jemand Schuld an dem Tod seiner Tochter haben muss. Er fragt: Wer trägt die Schuld an Nathalies Tod? Er versucht den Tod seiner Tochter zu rekonstruieren und Erklärungen zu finden. Er fährt in ihre Wohnung, durchforstet ihr Handy, liest Tagebucheinträge, trifft sich mit ihrer besten Freundin. An seiner Seite wird von einem Freund begleitet.

Erst jetzt lernt er seine Tochter ganz neu kennen. Er muss sich eingestehen, dass er nichts, aber auch gar nichts über seine Tochter wusste, dass er so gut wie nicht an ihrem Leben teilgenommen hatte.

Ebenso trifft er bei seiner Recherche im Leben seiner Tochter auf einen alten Studienkollegen von der Humboldt-Uni. Noch zu Zeiten der DDR hatten beide einen Auseinandersetzung, die dazu führte, dass seinem Kommilitonen die Karriere verbaut wurde.

Die Vergangenheit hat Mühlberger eingeholt und verdrängte Gefühle gelangen wieder an die Oberfläche. Doch was hat die alte Geschichte mit dem Tod seiner Tochter zu tun?

Eva Förster hat in dieser Erzählung die Schicksalsschläge im Leben eines Mannes zusammengebracht, der das Alte längst vergessen hatte. Zielstrebig für sie den Leser immer weiter zu der Frage, was da tatsächlich vorgefallen sein könnte. Neue Erkenntnisse führen zunächste zu Überraschungen und enden schließlich mit einer Wendung und einer Auflösung, die nicht gerade ein Happy End darstellt, aber doch plausibel als Abschluss hingenommen werden kann.

Bis auf Wolfgang Mühlberger sind die Figuren nicht mit allzuviel Tiefe ausgestattet. Sie sind funktional und nachvollziehbar in ihren Handlungen und Reaktionen.

Die Dialoge werden sparsam eingesetzt, schließlich spielt sich aber auch viel im Kopf des Protagonisten ab . Unendlich lange Gespräche werden die Leser suchen müssen. Mich hat es aber auch nicht gestört.

Mir hat die einfühlsame Geschichte gefallen und die sich entwickelnden Fragestellungern waren für mich spannend genug, um weiterzulesen, damit sie mir beantwortet wurden. Es ist mitnichten ein Kriminalroman, was auch niemand behauptet hat, und dennoch wird der Schuldige an einem Tod gesucht. Das geschieht mit einem Blick in den Kopf der Hauptfigur. Aufgrund der Kürze der Erzählung für jeden an Geschichten Interessierten schnell zu konsumieren.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 23.12.2024

Zwischen Ehrenmord und Diebstahl

Sinnlos
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Dieser Roman ist der siebte Fall für den Münchner Kriminalrat Benedict Schönheit und sein Team, den der Autor Thomas Michael Glaw nun veröffentlicht hat. Es ist ein Kriminalroman aus der Münchner Kunstszene, ...

Dieser Roman ist der siebte Fall für den Münchner Kriminalrat Benedict Schönheit und sein Team, den der Autor Thomas Michael Glaw nun veröffentlicht hat. Es ist ein Kriminalroman aus der Münchner Kunstszene, bei dem sich die Ermittlungen bis nach Wien erstrecken. Für mich ist es der erste Roman von diesem Autor, den ich damit kennengelernt habe.

Der Prolog des Romans eröffnet mit einem Mord, der mysteriös bleibt. Das weibliche Opfer liegt im Visier des nachtlichttauglichen Zielfernrohrs. Ihren Blick richtet sie über den Fluss, ohne wirklich hinzuschauen, bevor sie den Kopf abwendet. Dann erfolgt auf der anderen Seite des Flusses ein sanfter Druck auf den Abzug. Ein Zischen in der Luft. Das Opfer kippt nach hinten und bricht zusammen. Mysteriös ist dieser Einstieg schon, denn „Zischen in der Luft“? Mehr als interessant.

Der Roman startet nicht mit einem toten Körper, sondern mit dem brutalen Mord an einer jungen Dame. Man erlebt als Leser hautnah mit, wie die junge Frau beinahe sieht, wie ihr Leben durch einen Schuss endet. Die Mordkommission unter der Führung von Kriminalrat Benedict Schönheit wird überrascht und bekommt die Aufgabe, sich mit diesem Fall zu befassen.

Benedict Schönheit, der Hauptcharakter, ist ein verführerischer Mann, der geschickt mit Frauen umgeht. Dies wird durch seine Beziehungen zu drei unterschiedlichen Frauen deutlich. Einerseits hat er eine Lebensgefährtin namens Martina, die Journalistin ist. Andererseits lernt er in diesem speziellen Fall die junge Kunststudentin Eva kennen. Zudem gibt es eine Wiederbegegnung zwischen ihm und Monika, einer ehemaligen Studienkollegin, die nun Staatsanwältin im aktuellen Fall ist.

Obwohl die Tote die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, stammt sie aus dem Libanon. Vor vielen Jahren kam sie im Alter von drei Jahren mit ihren Eltern als Asylbewerber nach Deutschland und erhielt Anerkennung. Vor einiger Zeit hat sich ihr Vater radikalisiert und ist zu einem extrem fanatischen Muslim geworden, der die Frauen der Familie vollständig unterdrückt. Die Tote konnte es zu Hause nicht mehr aushalten, insbesondere nachdem sie gezwungen werden sollte, einen Cousin zu heiraten. Sie floh nach München, versteckte sich vor ihrem Vater und ihrem sogenannten Verlobten und begann ein Studium an der Kunsthochschule. Nebenbei schrieb sie unter einem Pseudonym für die Süddeutsche Zeitung.

Der Autor lässt den Leser nicht lange Zeit, um in das Setting, welches hauptsächlich in München lokalisiert ist, gemütlich einzusteigen. Es geht sofort mit den Ermittlungen los und als Leser lernt man dabei die Mitarbeiter und Bekannten von Schönheit kennen. Es ist ein breit gefächertes Figurenensemble, von denen jeder seine Macken und Vorzüge hat und die dem Leser durchaus sympathisch sein können. Unterstützt wird dieses Ensemble durch eine Figurenliste zu Beginn des Romans, in welcher neben dem Namen ein Einzeiler steht, der etwas zu der Figur aussagt. Das ist mal etwas Anderes.

Weniger Tippfehler wären wünschenswert, da fehlende Wörter oder Buchstaben den Lesefluss in »Sinnlos« erheblich beeinträchtigen. Oft ist es notwendig, den Satz mit einer korrigierten Version im Kopf nochmals zu lesen, um ihn verstehen zu können. Ich persönlich mag mich auch nicht gerne mit langen, bis zu 60 Seiten langen Kapiteln auseinandersetzen. Da habe ich es lieber kurz und knackig und freue mich, wenn mich ein Autor darin unterstützt.

»Sinnlos« von Thomas Michael Glaw ist ein spannendes Buch, das mit einem raschen Einstieg in die Handlung überzeugt. Die vielen Irrwege und Wendungen halten die Leser auf Trab, während die zahlreichen Figuren eine willkommene Ablenkung bieten. Besonders das sympathische und menschliche Team sticht hervor, ergänzt durch witzige Frotzeleien und eine schleichende Romantik, die sowohl im als auch außerhalb des Teams für interessante Dynamiken sorgt.

Allerdings gibt es einige Schwächen. Die zahlreichen Tippfehler und teils fehlenden oder falschen Worte trüben das Lesevergnügen erheblich. Zudem sind die Kapitel oft zu lang, was den Lesefluss stören kann.

Insgesamt ist es ein unterhaltsamer Krimi, der trotz seiner Mängel aufgrund der fesselnden Ermittlungen und der lebendigen Figuren lesenswert bleibt. Ideal für Fans von kniffligen Rätseln und humorvollen Teamdynamiken!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

Veröffentlicht am 14.10.2024

spannende Agentengeschichte

Pflicht und Ehre
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Dies ist der mittlerweile 19. Thriller mit der Hauptfigur Jack Ryan. Nachdem ich die Kinofilme und die Fernsehserien gesehen hatte, war es endlich mal an der Zeit, einen Roman zu lesen. Tom Clancy, der ...

Dies ist der mittlerweile 19. Thriller mit der Hauptfigur Jack Ryan. Nachdem ich die Kinofilme und die Fernsehserien gesehen hatte, war es endlich mal an der Zeit, einen Roman zu lesen. Tom Clancy, der auf jeden Fall mit “Jagd auf Roter Oktober” berühmt wurde, hat den vorliegenden Roman allerdings nicht selbst geschrieben, denn er verstarb bereits 2013. Aber für den Autor Grant Blackwood war es nicht der erste Roman aus dieser Reihe, den er im Namen des großen Autors verfasste.

Jack Ryan junior, der Sohn des Präsidenten, hat gerade eine Auszeit von seinem Job beim geheimen Nachrichtendienst Campus genommen. Er wurde beurlaubt. Doch plötzlich wird er Ziel von Anschlägen. Der erste Überfall erfolgte vor einem Supermarkt und überraschte ihn komplett. Obwohl er weiß, dass er den Vorfall eigentlich seinen Kollegen oder den Secret Service melden sollte, bleibt er sich als Hitzkopf treu und versucht alleine herauszubekommen, wer und warum man es auf ihn abgesehen hat. Er hat einen Verdacht, dass diese Angriffe mit seiner Beziehung zu einer iranischen Geheimdienstagentin zusammenhängen könnten. Aber bei seinen Ermittlungen stößt er auf etwas völlig Unerwartetes. Eine blutige Spur führt ihn zur Rostock Security Group.

Das private Sicherheitsunternehmen hat sich zu einem Riesen in der Branche entwickelt. Bei Jack Ryan kommt der Verdacht auf, dass diese deutsche Firma möglicherweise Terroranschläge vortäuscht, um ihre eigene Bedeutung zu untermauern. Immerhin geht es in der Sicherheitsbranche um eine Menge Geld, eine ganze Menge Geld. Alleinstehend tritt Jack Ryan dem Kampf gegen die illegale Miliz entgegen. Ihr nächstes Ziel ist ein Staudamm. Falls dieser zerstört wird, schweben Tausende Menschen in Lebensgefahr.

„Pflicht und Ehre“ ist ein spannender Thriller, der mit actionreichen Verfolgungsjagden und einem fesselnden Geheimdienstplot aufwartet. Die kurzen Kapitel machen das Lesen im Handumdrehen möglich und die bekannten Figuren, wie Jack Ryan, sorgen für zusätzliche Spannung. Die europäischen Schauplätze verleihen der Handlung einen besonderen Flair.

Allerdings gibt es auch einige Schwächen. Die weitschweifigen Wegbeschreibungen und die übertrieben detaillierten Straßenverläufe lassen den Thriller manchmal aufgebläht wirken. Man hat das Gefühl, der Autor hat sich eher auf Google Maps verlassen als auf eigene Erlebnisse.

Insgesamt ein unterhaltsames Buch, wenn man sich für spannende Agentengeschichten interessiert, aber man sollte sich auf etwas langatmige Passagen einstellen.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

Veröffentlicht am 08.10.2024

Literatur auf Korn genommen

Lies mir das Buch vom Tod
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Dies ist ein solider Kriminalroman von Christoph Güsken, der in Münster beheimatet ist. Es ist der achte Roman um den ehemaligen Hauptkommissar Niklas de Jong, der nicht müde wird, immer wieder darauf ...

Dies ist ein solider Kriminalroman von Christoph Güsken, der in Münster beheimatet ist. Es ist der achte Roman um den ehemaligen Hauptkommissar Niklas de Jong, der nicht müde wird, immer wieder darauf hinzuweisen, dass er Exkommissar und nicht Kommissar ist.

Münster strebt wie viele andere Städte danach, ein Zuhause für Bücher zu werden. Während der Veranstaltung Münster liest soll die Stadt eine ganze Woche lang wie ein aufgeschlagenes Buch für Einwohner und Besucher sein. Allerdings wird die ungetrübte Freude am Lesen abrupt unterbrochen, als im neuen Landesmuseum eine Leiche mit gebrochenem Genick in einer Ausstellung für Kriminalromane entdeckt wird.

Normalerweise meidet Exhauptkommissar de Jong Mordfälle, aber in diesem Fall handelt es sich um eine persönliche Angelegenheit, da der Tote sein Freund Ollie Frings war. Es gibt bestimmte Fragen, die er unbedingt beantworten möchte. Beispielsweise, ob es möglicherweise einen Zusammenhang mit der beliebten Büchertalkshow Menetekel gibt, die Ollie kurz vor seinem Tod moderiert hat. Zusätzlich wird de Jong gebeten, einige undurchsichtige Aspekte aufzuklären.

Es dauert nicht lange, bis sich im literarischen Umfeld bald ein weiterer Mord ereignet. Während die Kripo hektisch ermittelt, um weitere Opfer zu verhindern und den Ruf der Stadt zu schützen, führt de Jong’s Spur zurück in die frühen Neunzigerjahre, zu seinem ersten Kriminalfall als junger Polizist in Münster. Damals wurde ein Doppelmord am Berg Fidel begangen, der von den Medien als der schrecklichste Verbrechen der Stadtgeschichte, bekannt als der Mundharmonika-Mord, bezeichnet wurde. Dieser Fall wurde nie aufgeklärt. Bis heute …

Christoph Güsken hat mit der Rückblende auf den ersten Fall des jungen Polizisten sozusagen eine zweite Geschichte in einem separaten Handlungsstrang konstruiert. Dieser weitere Handlungsstrang sorgt für zusätzliche Spannung.

Das Polizeiteam hat Schwierigkeiten aufgrund der großen Anzahl von Verdächtigen. Besonders der Leiter der Kripo möchte die Fälle so schnell wie möglich abschließen, um den Druck von der Presse und seinem eigenen Ruf zu nehmen. Allerdings stehen sie vor einer Vielzahl von Lügen, Betrug und Geheimnissen, die der ehemalige Kommissar erkennen kann, aber nicht das Kripoteam. Zusätzlich hat der Hauptkommissar mit einem persönlichen Problem zu kämpfen. Und auch ich selbst hätte nie den Täter erkannt, der mir auf dem Literaturfestival immer wieder begegnet.

Die Figuren, denen ich hier begegne, erscheinen alle vielschichtig und sorgfältig gezeichnet. Es scheint, als würde jeder diese Menschen kennen. Der Autor integriert sie geschickt in eine teils arrogante und elitäre Literaturszene und gibt uns einen kleinen Einblick in die Realität dieser Szene.

Trotz einiger weit hergeholterf Szenen fügen sich diese dank des subtilen Sarkasmus und des humorvollen Schlagabtauschs in der wörtlichen Rede zu einem unterhaltsamen Bestandteil des Kriminalfalls zusammen.

Christoph Güsken hat mit seinem Buch »Lies mir das Buch vom Tod« eine spannende, interessante und unterhaltsame Geschichte geschaffen, die mir dank des humorvollen Tons und der literarischen Festivalatmosphäre in Münster viel Freude bereitet hat.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Krimi mit Pariser Flair

Die Schatten von Paris
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Dies ist der siebte Roman aus der Reihe um den Pariser Richter Jacques Ricou, den der Autor Ulrich Wickert vor vielen Jahren ersonnen hat.

Fast wie eine Hinrichtung wirkt es, als ein Mann nahe des Genfer ...

Dies ist der siebte Roman aus der Reihe um den Pariser Richter Jacques Ricou, den der Autor Ulrich Wickert vor vielen Jahren ersonnen hat.

Fast wie eine Hinrichtung wirkt es, als ein Mann nahe des Genfer Sees mit fünf präzisen Schüssen ermordet wird. Das Besondere daran: Er war Teil einer Eliteeinheit des französischen Geheimdienstes! Unbeabsichtigt wird der Pariser Untersuchungsrichter Jacques Ricou in den Fall hineingezogen und gerät in die Intrigen einflussreicher Politiker. Es wird ein Fall für Jacques Ricou!

Es ist, als ob ein Schachspiel plötzlich in einem Blutbad endet: Mit fünf präzisen Zügen wird ein wichtiger Spieler aus dem Spiel genommen. Das Erschreckende: Er war Teil der geheimen Strategie des Königs! Unabsichtlich wird der Schiedsrichter in die Intrigen der mächtigen Figuren verwickelt.

Gemeinsam mit der Journalistin Margaux – nebenbei auch Ricous Partnerin – und Kommissar Jean Mahon lässt sich Jaques Ricou von keinen Hindernissen und Einschüchterungsversuchen entmutigen. Sie verfolgen vielversprechende Spuren in der französischen Hauptstadt. Was Ricou nicht erahnt, ist, dass zwei Spezialagenten beauftragt wurden, einen unliebsamen Untersuchungsrichter auszuschalten – und sie sind ihrem Ziel schon sehr nahe … In Kürze werden fünf gezielte Schüsse fallen.

»Die Schatten von Paris« von Ulrich Wickert ist ein Kriminalroman, der gekonnt politische Recherche mit dem Flair des französischen Lebens verbindet. Die lebendige Darstellung von Paris und seinen Bistros zieht den Leser sofort in ihren Bann. Es gibt viele kleine Details und Informationen über Straßen, Stadtteile, Plätze, Gebäude oder andere besondere Orte, die auch gut in einen Reiseführer passen würden. Wickert gelingt es, die komplexen Verflechtungen zwischen Geheimdiensten und der französischen Regierung spannend darzustellen, und das Spiel zwischen Richter, Polizei und Medien sorgt für zusätzliche Dynamik.

Die Verbindungen nach Mali und die Beziehungen in Marokko bringen eine interessante internationale Dimension in die Geschichte. Allerdings werden die Politiker in diesem Roman nicht so tiefgehend zur Verantwortung gezogen, wie es Wickert in früheren Werken gelungen ist. Zudem hätte die Spannung etwas intensiver sein können. Dennoch bleibt der Roman insgesamt angenehm und unterhaltsam zu lesen. Definitiv empfehlenswert für Fans von Krimis und zeitgenössischen politischen Themen!

Abschließend lässt sich sagen, dass lesenswerte Kriminalromane im heutigen Paris nicht nur durch ihre fesselnde Handlung bestechen, sondern auch das einzigartige Lebensgefühl der Stadt einfangen. Die Mischung aus geheimnisvollen Verwicklungen und der pulsierenden Atmosphäre der Metropole macht jeden Roman zu einem Erlebnis, das zum Mitfühlen und Nachdenken anregt. Egal, ob Sie ein eingefleischter Krimiliebhaber sind oder einfach nur neugierig auf das Pariser Flair, diese Geschichten laden dazu ein, in eine Welt voller Rätsel und Emotionen einzutauchen. Tauchen Sie ein, und lassen Sie sich von der Magie Paris’ und seinen faszinierenden Kriminalfällen verzaubern.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024