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Veröffentlicht am 18.10.2024

Deutscher Meister

Deutscher Meister
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Johann (Heinrich Rukelie) Trollmann ist ein junger Boxer im Deutschland Anfang der 30er Jahre. Er kommt aus einfachen Verhältnissen und hat sich hochgearbeitet. Dabei sind seine Trainingsmethoden und sein ...

Johann (Heinrich Rukelie) Trollmann ist ein junger Boxer im Deutschland Anfang der 30er Jahre. Er kommt aus einfachen Verhältnissen und hat sich hochgearbeitet. Dabei sind seine Trainingsmethoden und sein Leben alles andere als das, was man heute mit einem Leistungssportler verbinden würde. Und er muss noch einen „Nachteil“ ausgleichen. Er und seine Familie gehören zu den Sinti und waren in Deutschland damit schon verpönt. Das wird noch schlimmer, als 1933 die Nazis an die Macht gekommen die Rassengesetze verabschieden. Inzwischen hat Trollmann einen professionellen Manager und auch Trainer. In mehreren Kämpfen wurde er um den Sieg betrogen. Jetzt hat Hitler den Boxsport sozusagen „geadelt“ und die Führung des Boxverbandes setzen als erstes radikal die Rassengesetze um und entfernen alle Juden aus dem Verband, bei den Trainern, Boxern, Boxställen und Managern. Damit fehlt aber auf einmal ein Herausforderer für den Kampf um den Deutschen Meister und Trollmann soll als Ersatz einspringen. Der Verband stellt sich ihn als Verlierer vor, doch Trollmann hat eigene Vorstellungen und trainiert hart…
Das Buch erzählt die Geschichte des Boxers Trollmann in einer kurzen Zeit und zwischen und über wenige Kämpfe. Ich bin kein Boxfan und wußte daher nicht, dass Trollmann eine reale Person war. Auch im Verlaufe des Buches hat sich mir dies nicht erschlossen. Trotzdem gefiel mir das Buch gut. Auch als Laie konnte ich dem Geschehen gut folgen, es wurde nicht wirkliches Fachwissen verlangt, die Beschreibung der Kämpfe war manchmal etwas zu lang für mich. Andererseits fand ich bewundernswert, wie man überhaupt einen Boxkampf über mehrere Runden beschreiben kann. Die schwierige Situation von Trollmann wurde gut beschrieben, auch die der anderen Boxer und der einfachen Leute und Boxfans. Nicht so gut gefallen hat mir der Stil, dass die beteiligten Personen fast ausschließlich mit dem Nachnamen benannt wurden und ganz wenige direkte Rede erfolgte bzw. es kaum Dialoge gab, sondern immer nur „über“ etwas berichtet wurde. Das schuf in meinen Augen eine ständige Distanz zu den Personen. Man kam auch Trollmann nicht „näher“. Das fand ich schade. Doch ansonsten ist es eine gut gelungene Zeitbeschreibung zu Beginn der Naziherrschaft aus dem Bereich des Sports.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Hartz IV

Ich hartz dann mal ab
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Robert - die Hauptperson dieses Buches - ist ein Verlierer, aber ein selbst gewählter. Von Kind an schwerhörig, hasst er jegliche praktische Arbeit. Aus diese Grund entscheidet er sich für das Abitur und ...

Robert - die Hauptperson dieses Buches - ist ein Verlierer, aber ein selbst gewählter. Von Kind an schwerhörig, hasst er jegliche praktische Arbeit. Aus diese Grund entscheidet er sich für das Abitur und nach der Wende beginnt er ein Studium, welches er aber bald abbricht. Und dann beginnt seine "Karriere" als Schmarotzer. Er macht genau so viel, um in den "Genuss" von Arbeitslosengeld und später Hartz IV zu kommen. Und er macht möglichst viel, um in diesem Status zu bleiben und die soziale Hängematte so gut als möglich und so lange wie irgend möglich zu genießen. Irgendwie kommt er zu Frau und 2 Kindern, aber auch die Frau ist arbeitslos. Eine typische Klischeefamilie, ein typisches Klischee für einen Hartz-IV-Empfänger. Eigentlich ist Robert ein schmieriger stinkfauler Typ. Und eigentlich müsste man auf diesen Kerl eine unheimliche Wut bekommen. Aber Schock: genau das passiert mir nicht, mir ist der Kerl nicht mal unsympatisch und irgendwie kann ich ihn am Ende fast verstehen. Die Erlebnisse im Arbeitsamt, die sinnlosen Maßnahmen und die oft an Schikanen grenzende Forderungen (leider kaum Förderungen) durfte ich in meiner Familie auch erleben - Arbeit gefunden haben wir dann immer selbst, ohne auch nur die kleinste Hilfe vom Amt. Natürlich überzeichnet das Buch völlig und natürlich bedient es so ziemlich alle Vorstellungen, die über den typischen Hartz-IV-Empfänger kursieren. Und trotzdem: ich habe es in einem Zug ausgelesen, mich keine Sekunde gelangweilt (sicher auch dank der flüssig geschriebenen, recht kurzen Kapitel) und mich oft sogar amüsiert. Nur die Zeichnungen gefielen mir gar nicht - daher nur 4 Punkte.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Spannungslos

Home Before Dark
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Marsi kommt zurück in den kleinen Ort, in dem sie aufgewachsen ist und in dem ihre Schwester vor zehn Jahren spurlos verschwand. Sie möchte versuchen, endlich aufzuklären, ob ihre Schwester eventuell noch ...

Marsi kommt zurück in den kleinen Ort, in dem sie aufgewachsen ist und in dem ihre Schwester vor zehn Jahren spurlos verschwand. Sie möchte versuchen, endlich aufzuklären, ob ihre Schwester eventuell noch lebt und was damals passiert ist. Doch überall rennt sie eigentlich gegen Wände und niemand will darüber sprechen, selbst ihre Eltern nicht.

Das Buch wird als atemberaubender Psychothriller beworben. Dann muss ich ein anderes Buch gelesen haben. Der Stil ist okay, die Autorin kann gut schreiben. Allerdings fehlte für mich dieses Mal komplett und durchgehend die Spannung. Anfangs wird vor allem damit gespielt, dass Stina noch leben könnte. Komischerweise hatte ich niemals dieses Gefühl. Nicht eine Sekunde lang. Auch das eigenartige Verhalten der Eltern fand ich eher komisch, aber nicht unbedingt spannend. Es wurden auch einige weitere Verdächtige präsentiert, aber irgendwie hat mich das alles nicht vom Stuhl gerissen. Zum Ende hin gibt es noch einige überraschende Wendungen. Sie kommen für mich aber so spät, dass es das Buch insgesamt nicht mehr gerettet hat. Es ist für mich maximal ein eher durchschnittlicher Krimi.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Zu wenig

Amalfi Mortale. Kein Urlaub ohne Mord
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Die Autorin Eleanor fährt zu einer Lesereise nach Italien und wird von einigen anderen Autoren und ihren engsten Mitarbeitern begleitet. Dabei ist auch ein Fanclub. Die Reise verläuft nicht ungestört und ...

Die Autorin Eleanor fährt zu einer Lesereise nach Italien und wird von einigen anderen Autoren und ihren engsten Mitarbeitern begleitet. Dabei ist auch ein Fanclub. Die Reise verläuft nicht ungestört und es gibt mehrere Mordanschläge und letztendlich auch Tote. Die Polizei scheint unfähig zu sein und so beginnen sie, selbst zu ermitteln.

Ich hatte mir unter dem Buch einen Cosy crime mit Italien-Flair vorgestellt. Ein wenig Flair gab es. Doch bei allem anderen wurde ich über weite Strecken eher enttäuscht. Es war von allem viel zu wenig: zu wenig Witz, zu wenig Krimi, und viel, viel zu wenig Spannung. Selbst wenn es in diesem Genre generell nicht so spannend ist, aber über lange Seiten fühlte ich mich eher „zugelabert“. Auch damit wäre ich klargekommen, denn es war zumindestens gut lesbar. Bis man an eine Stelle mit einer Fußnote kommt. und letztendlich gibt es mehr als 200 Fußnoten. Und damit wird jeder Lesegenuss und auch jeder Lesefluss komplett unterbrochen. Zumal dort auch irgendwie sehr viel gespoilert wird und manche Anmerkungen hätte man problemlos in den normalen Text unterbringen können. Die meisten allerdings hätte man weglassen sollen. Am Ende habe ich sie gar nicht mehr gelesen, weil ich einfach nur darüber genervt war und nicht verstehe, wie man auf so eine komische Idee kommen konnte. Auch beim Täter lag ich sehr zeitig schon richtig, ohne das Motiv zu wissen. Alles in allem ist daher das Buch für mich nur durchschnittlich und mäßig und ich würde nicht unbedingt eine Leseempfehlung aussprechen wollen.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Hat nicht überzeugt

Meeresdunkel
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Zwei Familien auf dem Weg nach Mallorca. Nicht alle Familienangehörigen kommen ganz freiwillig mit, aber sie haben ein besonders günstiges Angebot von einer Ferienhausvermietung erhalten und freuen sich ...

Zwei Familien auf dem Weg nach Mallorca. Nicht alle Familienangehörigen kommen ganz freiwillig mit, aber sie haben ein besonders günstiges Angebot von einer Ferienhausvermietung erhalten und freuen sich auf die Finca über den Klippen am Ende des Ortes. Dumm nur, dass beide das gleiche gebucht haben. Da sie nichts anderes finden, arrangieren sie sich miteinander. Jeder hat irgendwas zu verbergen und die Atmosphäre ist ziemlich spannungsgeladen. Bis es den ersten Toten gibt.

Ein wunderschönes Cover, ein Klappentext, der neugierig macht. Dann allerdings über weite Strecken wird es eher eine Enttäuschung. Alles lässt sich gut und flüssig lesen und anfangs beginnt die Geschichte auch sehr gut. Doch mehr und mehr fehlt jegliche Spannung und als gerade ein wenig davon aufkommt, gibt es einen Schwenk in die Vergangenheit. Und damit das nächste Problem für mich. Das Motiv einer alten Jugendliebe reicht für mich nicht aus für die Verrenkungen, die da gemacht werden, und auch die weiteren Abläufe überzeugen mich irgendwie nicht mehr. Vom Ende will ich dann gar nicht reden. Ich hatte wohl einfach mehr erwartet. So ist der Thriller für mich allenfalls Durchschnitt.

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