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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.08.2025

Lebensläufe

Die Hummerfrauen
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Der kleine Ort Stone Harbor am Meer in Main und die davor liegende Insel Eagle Island werden im Sommer von allerlei Touristen bevölkert. Im Winter allerdings gehört der Ort den Einheimischen allein, von ...

Der kleine Ort Stone Harbor am Meer in Main und die davor liegende Insel Eagle Island werden im Sommer von allerlei Touristen bevölkert. Im Winter allerdings gehört der Ort den Einheimischen allein, von denen die meisten seit Jahrzehnten Hummerfischer sind. Erst in letzter Zeit gibt es auch Fischerinnen, so Ann und Julie, die aus unterschiedlichsten Gründen diesen Beruf ausüben. Dazu kommt noch Mina, die es lernen will. Doch diese drei Frauen haben in ihrem Leben schon viel aushalten müssen, was sie zu dem macht, dass sie heute sind. Und woraus Hilfe und Freundschaft entsteht, die zur Familie wird.

Das Buch ist eher leise. Die Geschichte wird in der Gegenwart und in Rückblenden erzählt. Gerade das macht es am Anfang aber extrem schwer beim Lesen, weil man nicht weiß, wer wer ist und wie zusammengehört und in welcher Zeit das stattfindet (trotz der Jahreszahlen in den Kapitelüberschriften). Der Mittelteil ist dann eher ruhig und manchmal ein wenig zu lang. Das Ende birgt Überraschungen. Dazwischen liegt ganz viel Lebensweisheit und Wärme, Verständnis und besondere Frauen. Wer das alles mag und nicht unbedingt auf große Spannung aus ist, wird das Buch mögen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Düster

Blutrote Grazien
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Im Darknet wird die grausame Folterung und Ermordung einer Frau übertragen. Die Leiche dazu wird in der Nähe von Meran gefunden. Seit langem gab es kein so schweres Verbrechen mehr in der beschaulichen ...

Im Darknet wird die grausame Folterung und Ermordung einer Frau übertragen. Die Leiche dazu wird in der Nähe von Meran gefunden. Seit langem gab es kein so schweres Verbrechen mehr in der beschaulichen Stadt. Die Kommissare Aron und Marie beginnen die Ermittlungen. Doch es geht nur langsam vorwärts und es bleibt nicht die einzige Leiche …

Das Buch ist für mich zweigeteilt. Auf der einen Seite sehr gut und flüssig zu lesen und mit viel Spannung. Lange Zeit bleibt verborgen, was der Täter erreichen will. Und vor allem, wer es sein könnte. Selbst am Ende gibt es dann noch einmal eine Überraschung. Da Taten selbst sind sehr heftig, aber – wie ich glaube – hochaktuell in der heutigen Zeit, mit den technischen Möglichkeiten und den Psychopaten, die sich im Darknet tummeln.

Bei der Umsetzung der Geschichte hat mir einiges nicht so gut gefallen. Anfangs gab es kaum Privates zu den Ermittlern, was ich gut finde. Für mich stehen lieber die Ermittlungen im Vordergrund. Doch im Laufe des Buches änderte sich das und gefühlt ging es nicht mehr viel um Ermittlungen, sondern mehr um Whisky, viel Sex mit wechselnden Partnern oder Alkoholaussetzer allgemein. Vor allem die Figur das Aron war da für mich nicht immer schlüssig (für mehr Erklärungen müsste ich allerdings zu stark spoilern). Manchmal gab es aber auch eigenartige Zeitsprünge. So wurde ein Profiler aus Deutschland angekündigt. Während die Ermittler eine Nacht im Bett verbringen, taucht der Profiler aber plötzlich auf (Wann ist er angekommen? Wieso gab es keine entsprechenden Beratungen/Austausch mit den Kommissaren im Buch?) und hat vor Ort schon mehrere Tage ermittelt. Da war ich manchmal etwas irritiert.

Gut wiederum fand ich die Einbindung realer Orte in Meran und auch in der Umgebung. Da ich selbst erst vor wenigen Wochen dort war, konnte ich mir tatsächlich alles plastisch wieder vor Augen führen, was das Lesen sehr schön machte.

Mein Fazit: Wer auf düstere und auch brutale Thriller steht, wird mit dem Buch gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Deutscher Meister

Deutscher Meister
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Johann (Heinrich Rukelie) Trollmann ist ein junger Boxer im Deutschland Anfang der 30er Jahre. Er kommt aus einfachen Verhältnissen und hat sich hochgearbeitet. Dabei sind seine Trainingsmethoden und sein ...

Johann (Heinrich Rukelie) Trollmann ist ein junger Boxer im Deutschland Anfang der 30er Jahre. Er kommt aus einfachen Verhältnissen und hat sich hochgearbeitet. Dabei sind seine Trainingsmethoden und sein Leben alles andere als das, was man heute mit einem Leistungssportler verbinden würde. Und er muss noch einen „Nachteil“ ausgleichen. Er und seine Familie gehören zu den Sinti und waren in Deutschland damit schon verpönt. Das wird noch schlimmer, als 1933 die Nazis an die Macht gekommen die Rassengesetze verabschieden. Inzwischen hat Trollmann einen professionellen Manager und auch Trainer. In mehreren Kämpfen wurde er um den Sieg betrogen. Jetzt hat Hitler den Boxsport sozusagen „geadelt“ und die Führung des Boxverbandes setzen als erstes radikal die Rassengesetze um und entfernen alle Juden aus dem Verband, bei den Trainern, Boxern, Boxställen und Managern. Damit fehlt aber auf einmal ein Herausforderer für den Kampf um den Deutschen Meister und Trollmann soll als Ersatz einspringen. Der Verband stellt sich ihn als Verlierer vor, doch Trollmann hat eigene Vorstellungen und trainiert hart…
Das Buch erzählt die Geschichte des Boxers Trollmann in einer kurzen Zeit und zwischen und über wenige Kämpfe. Ich bin kein Boxfan und wußte daher nicht, dass Trollmann eine reale Person war. Auch im Verlaufe des Buches hat sich mir dies nicht erschlossen. Trotzdem gefiel mir das Buch gut. Auch als Laie konnte ich dem Geschehen gut folgen, es wurde nicht wirkliches Fachwissen verlangt, die Beschreibung der Kämpfe war manchmal etwas zu lang für mich. Andererseits fand ich bewundernswert, wie man überhaupt einen Boxkampf über mehrere Runden beschreiben kann. Die schwierige Situation von Trollmann wurde gut beschrieben, auch die der anderen Boxer und der einfachen Leute und Boxfans. Nicht so gut gefallen hat mir der Stil, dass die beteiligten Personen fast ausschließlich mit dem Nachnamen benannt wurden und ganz wenige direkte Rede erfolgte bzw. es kaum Dialoge gab, sondern immer nur „über“ etwas berichtet wurde. Das schuf in meinen Augen eine ständige Distanz zu den Personen. Man kam auch Trollmann nicht „näher“. Das fand ich schade. Doch ansonsten ist es eine gut gelungene Zeitbeschreibung zu Beginn der Naziherrschaft aus dem Bereich des Sports.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Hartz IV

Ich hartz dann mal ab
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Robert - die Hauptperson dieses Buches - ist ein Verlierer, aber ein selbst gewählter. Von Kind an schwerhörig, hasst er jegliche praktische Arbeit. Aus diese Grund entscheidet er sich für das Abitur und ...

Robert - die Hauptperson dieses Buches - ist ein Verlierer, aber ein selbst gewählter. Von Kind an schwerhörig, hasst er jegliche praktische Arbeit. Aus diese Grund entscheidet er sich für das Abitur und nach der Wende beginnt er ein Studium, welches er aber bald abbricht. Und dann beginnt seine "Karriere" als Schmarotzer. Er macht genau so viel, um in den "Genuss" von Arbeitslosengeld und später Hartz IV zu kommen. Und er macht möglichst viel, um in diesem Status zu bleiben und die soziale Hängematte so gut als möglich und so lange wie irgend möglich zu genießen. Irgendwie kommt er zu Frau und 2 Kindern, aber auch die Frau ist arbeitslos. Eine typische Klischeefamilie, ein typisches Klischee für einen Hartz-IV-Empfänger. Eigentlich ist Robert ein schmieriger stinkfauler Typ. Und eigentlich müsste man auf diesen Kerl eine unheimliche Wut bekommen. Aber Schock: genau das passiert mir nicht, mir ist der Kerl nicht mal unsympatisch und irgendwie kann ich ihn am Ende fast verstehen. Die Erlebnisse im Arbeitsamt, die sinnlosen Maßnahmen und die oft an Schikanen grenzende Forderungen (leider kaum Förderungen) durfte ich in meiner Familie auch erleben - Arbeit gefunden haben wir dann immer selbst, ohne auch nur die kleinste Hilfe vom Amt. Natürlich überzeichnet das Buch völlig und natürlich bedient es so ziemlich alle Vorstellungen, die über den typischen Hartz-IV-Empfänger kursieren. Und trotzdem: ich habe es in einem Zug ausgelesen, mich keine Sekunde gelangweilt (sicher auch dank der flüssig geschriebenen, recht kurzen Kapitel) und mich oft sogar amüsiert. Nur die Zeichnungen gefielen mir gar nicht - daher nur 4 Punkte.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Schwächer

Der Mann aus dem Nebel
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Kommissarin Fria hat einen neuen Fall. In der Nähe von Flensburg wird in einem Wald eine vergrabene Leiche entdeckt. Einziger Anhaltspunkt ist ein Schmuckstück, dass sie zur Familie von Groten führt. Steinreich ...

Kommissarin Fria hat einen neuen Fall. In der Nähe von Flensburg wird in einem Wald eine vergrabene Leiche entdeckt. Einziger Anhaltspunkt ist ein Schmuckstück, dass sie zur Familie von Groten führt. Steinreich und einflussreich. Und bald werden ihr die Ermittlungen verboten. Doch dann kommt überraschend eine Einladung zum 90. Geburtstag des Familienoberhauptes auf Sylt und Fria ist erneut im Spiel. Und bald gibt es die nächsten Toten.

Ich habe schon mehrere Bücher des Autors gelesen und fand sie gut. Dieses allerdings war für mich etwas schwächer. Was in erster Linie an einer der Hauptfiguren liegt: dem Unbekannten. Da laufen viele Sachen im Hintergrund, die großen Einfluss auf die Ermittlungen haben, aber die für mich etwas verworren bleiben und mir so Spannung am Buch und Spaß am Lesen nahmen. Daher ist das Buch für mich leider nur Durchschnitt.

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