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Veröffentlicht am 11.10.2024

Immer wieder das Meer

Immer wieder das Meer
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Dieses Buch hat mich wirklich überrascht. Es wird als eine Liebesgeschichte zwischen 3 Schwestern und einem Mann beschrieben. Im Grunde stimmt das auch, aber es ist viel mehr als eine nur kitschige Liebesgeschichte. ...

Dieses Buch hat mich wirklich überrascht. Es wird als eine Liebesgeschichte zwischen 3 Schwestern und einem Mann beschrieben. Im Grunde stimmt das auch, aber es ist viel mehr als eine nur kitschige Liebesgeschichte. Es ist ein Buch mit viel Gefühl, aber ohne Kitsch. Und eigentlich ist es auch eine Art Familiengeschichte.
Die 3 Schwestern Roberta, Lucia und Nannina sind vom Alter her etwa 10 Jahre auseinander. Sie lernen nacheinander im Abstand von einigen Jahren den Dichter Alessandro kennen und verlieben sich in ihn. Alle 3 haben mit ihm eine Beziehung und betrachten ihn als den Mann ihres Lebens, aber nur eine wird er heiraten. Von der Heirat erfährt man auf der ersten Seite, aber erst am Ende des Buches erfährt man, warum und wen er heiraten wird. Dazwischen ist ganz viel Familie – Beziehungen untereinander, zu Eltern und Großeltern, Krankheit, Tod, Fehler, Missverständnisse. Erzählt werden die Kapitel immer aus der Sicht einer Schwester und anfangs hatte ich damit ein wenig Probleme, weil die eine Schwester schon vom Tod der Eltern berichtet, im nächsten Kapitel bei einer anderen Schwester leben sie aber noch. Doch ganz schnell versteht man das System und dadurch wird auch immer eine Spannung erzeugt, weil man zwar das Ergebnis kennt, aber nicht weiß, wie es dahin gekommen ist.
Insgesamt ist es ein sehr schönes und gefühlvolles Buch. Eigentlich passiert nicht so viel besonders aufregendes – halt einfach Familienleben, aber dieses ist wunderbar beschrieben mit all den schönen und schlechten Seiten. Man kann problemlos mitfühlen und verstehen, ohne Partei für eine Person ergreifen zu müssen. Und gerade den Bereich Krankheit kennt wohl jeder irgendwie aus seinem Umfeld. Ein wirklich gelungenes Buch.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Himmlische Träume

Himmlische Träume
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Auf dem Cover ist der Vermerk, dass "Himmlische Träume" das Nachfolgebuch von "Chocolat" ist, was so nicht ganz korrekt ist, denn dazwischen gibt es noch ein weiteres Buch, das mir leider völlig entgangen ...

Auf dem Cover ist der Vermerk, dass "Himmlische Träume" das Nachfolgebuch von "Chocolat" ist, was so nicht ganz korrekt ist, denn dazwischen gibt es noch ein weiteres Buch, das mir leider völlig entgangen ist. So fehlten mir in "Himmlische Träume" manchmal einige Zusammenhänge. Allerdings nicht in den ganz wesentlichen Themen.
"Himmlische Träume" beginnt ein wenig "umständlich". Anfangs hatte ich ein paar Probleme, mich an die oft geschwungenen Sätze zu gewöhnen. Wie ein Fluss, der nicht gerade ist, sondern ganz viele Kurven macht. Doch nach wenigen Seiten hatte ich mich an diesen Fluss nicht nur gewöhnt, ich fand ihn einfach bezaubernd. Wunderbare Beschreibungen und Szenen in dem kleinen französischen Dorf, in das Vianne nach einem "Brief aus dem Grab" mit ihren beiden Töchtern zurückkehrt. Dort hat sich vieles und eigentlich doch wenig geändert. Wenig, weil die Leute immer noch so leben wie schon immer, die Nachbarn beobachten, misstrauisch sind, aber auch lebensfroh, die Türen bleiben unverschlossen, Kriminalität gibt es fast nicht. Aber die Veränderungen: Die Flusspiraten aus dem ersten Buch sind weggezogen. Statt dessen leben in diesem Stadtteil nun Emigranten: Marrokaner, Algerien usw. - Maghrebiner genannt. Also Moslems. Anfangs gibt es sogar so etwas wie eine gute Nachbarschaft, doch das ändert sich im Laufe der Zeit in einen Krieg und der Dorfpriester ist mitten drin. Ihm wird die Ursache dieser Feindschaft nachgesagt, dabei hat gerade er sich bemüht, tolerant zu sein. Und er ist nicht in erster Linie die Ursache ... Vianne hat viel zu tun, erfährt viel, vermittelt ... es ist ein wunderbares Buch, das die Situation in Frankreich gut beschreibt (aber dieser Ort hätte auch jederzeit ein Dorf in Deutschland sein können), die Probleme zwischen den Religionen, aber auch innerhalb derselben. Nicht alles, was auf den ersten Blick so erscheint, ist auch wirklich so. Nicht jeder Moslem ist christenfeindlich, nicht jeder Christ tolerant. Doch genau dafür wirbt das Buch - aber so gut in eine Geschichte eingepackt, dass es auch ein wunderbares Lesevergnügen ist.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Ausgesoffen

Ausgesoffen
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Bisher kannte ich Bernd Thränhardt nicht, auch nicht als Bruder von Carlo Thränhardt. Ich wusste nicht, dass er einmal ein sehr guter (Sport)Filmemacher war. Ich wusste eigentlich gar nichts von ihm. Jetzt ...

Bisher kannte ich Bernd Thränhardt nicht, auch nicht als Bruder von Carlo Thränhardt. Ich wusste nicht, dass er einmal ein sehr guter (Sport)Filmemacher war. Ich wusste eigentlich gar nichts von ihm. Jetzt ist dies anders. Mit „Ausgesoffen“ hat Bernd Thränhardt mit einem Co-Autor ein berührendes und in meinen Augen sehr ehrliches Buch über sein Leben und vor allem seine Alkohol- und Kokainsucht beschrieben und von seinem Kampf gegen die Sucht. Er zeigt, wie schnell und wie einfach es geht, in eine Sucht abzurutschen. Eigentlich sogar „nebenbei“, ohne dass man es merkt. Er zeigt schonungslos die Folgen der Sucht und noch mehr die Kämpfe und vielen Niederlagen dagegen. Mich hat das Buch sehr berührt und dabei war es auch noch gut lesbar. Die lakonische direkte Schreibweise gefiel mir gut, auch die kleinen Seitenhiebe gegen einige Berühmtheiten oder das Promi-Business. Das Buch hatte stellenweise viel Humor, aber es hat auch eine große Überzeugungskraft. Man kann Bernd Thränhardt nur wünschen, dass er auch weiterhin sein Leben gegen die Sucht so im Griff hat und dass er vielen Menschen damit helfen kann.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Die Regenbogentruppe

Die Regenbogentruppe
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Das Buch spielt in Indonesien in einem kleinen Ort. Die Kinder der reicheren Leute können eine Schule der Minengesellschaft besuchen. Die Kinder der Armen - Fischer, Plantagenarbeiten, Hilfsarbeiter in ...

Das Buch spielt in Indonesien in einem kleinen Ort. Die Kinder der reicheren Leute können eine Schule der Minengesellschaft besuchen. Die Kinder der Armen - Fischer, Plantagenarbeiten, Hilfsarbeiter in der Mine - haben diese Möglichkeit nicht. Doch mit dem Zusammenbringen von 10 Kindern für eine Schulklasse besteht die Möglichkeit, eine kleine Schule weiterzuführen. Die Kinder nutzen diese Gelegenheit - die einzige Chance für Bildung und ein besseres Leben. Andrea Hirata ist selbst einer dieser Schüler und beschreibt die Zeit in der Schule, aber auch abseits derselben. Er schreibt mit viel Fantasie und Poesie. Die Schüler sind alle kleine Persönlichkeiten - sehr unterschiedlich, aber jeder ist wichtig für die Klasse. Jeder bringt sich auf seine Weise ein. Jeder kann irgendetwas besonderes - und wenn es nur die Freundlichkeit ist, die er verbreitet. Das macht die Klasse und das Buch so besonders. Es zeigt die Möglichkeiten, die Kinder mit Bildung erhalten. Es zeigt aber auch Verständnis untereinander, Hilfe und Spaß. Das Buch sollte zur Pflichtlektüre in unseren Schulen werden, damit die Jugendlichen begreifen, wie gut sie es hier mit der Ausbildung haben (auch wenn hier nicht alles in Ordnung ist). Noch mehr sollte dieses Buch aber Pflichtlektüre für alle Entscheider in Politik und Verwaltung werden, damit sie begreifen, dass eine Kürzung jeglicher Gelder für Schule und Ausbildung der absolut falsche Weg ist. All dies zeigt das Buch auf eine anrührende und trotzdem humorvolle Weise.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Wir sind doch Schwestern

Wir sind doch Schwestern
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Gertrud wird 100. Ihre Schwestern Paula (98) und Katty (84) bereiten diesen Geburtstag auf dem Hof von Katty vor. Doch neben den unterschiedlichen Vorstellungen der Drei gibt es viele unaufgearbeitete ...

Gertrud wird 100. Ihre Schwestern Paula (98) und Katty (84) bereiten diesen Geburtstag auf dem Hof von Katty vor. Doch neben den unterschiedlichen Vorstellungen der Drei gibt es viele unaufgearbeitete Probleme aus der Vergangenheit. Besonders Gertrud und Katty streiten fast ständig über alles. Sie können nicht miteinander, aber auch nicht ohne. Paula ist mehr die lustige Vermittlerin in der Mitte – aber eben nicht nur. Auch sie hat so ihre Geheimnisse. Und so prallen dicht gedrängt unterschiedliche Lebensauffassungen und Erinnerungen aufeinander. In den verschiedenen – auch zeitlichen – Rückblenden erinnern sich die Schwestern an ihr eigenes und ihr gemeinsames Leben, aber auch an Verdrängtes, an Weltgeschichte und Zeitgeschehen. Das Buch ist nicht nur eine Familiengeschichte, sondern auch eine Geschichte Deutschlands. Dabei gelingt es Anne Gesthuysen, trotz eigentlich kleiner unbedeutender Ereignisse eine unheimliche Spannung zu erzeugen. Man gewinnt alle 3 Schwestern lieb und beginnt gleichzeitig, seinen eigenen Umgang mit „alten Leuten“ zu überdenken, man hat Verständnis für ihre Vorstellungen und Respekt vor ihrer Lebensleistung. Gleichzeitig ist dieses Buch wunderbar warmherzig und unterhaltend. Wirklich rundum gelungen und ich empfehle es jedem zum Lesen.

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