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Veröffentlicht am 11.10.2024

Ausgesoffen

Ausgesoffen
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Bisher kannte ich Bernd Thränhardt nicht, auch nicht als Bruder von Carlo Thränhardt. Ich wusste nicht, dass er einmal ein sehr guter (Sport)Filmemacher war. Ich wusste eigentlich gar nichts von ihm. Jetzt ...

Bisher kannte ich Bernd Thränhardt nicht, auch nicht als Bruder von Carlo Thränhardt. Ich wusste nicht, dass er einmal ein sehr guter (Sport)Filmemacher war. Ich wusste eigentlich gar nichts von ihm. Jetzt ist dies anders. Mit „Ausgesoffen“ hat Bernd Thränhardt mit einem Co-Autor ein berührendes und in meinen Augen sehr ehrliches Buch über sein Leben und vor allem seine Alkohol- und Kokainsucht beschrieben und von seinem Kampf gegen die Sucht. Er zeigt, wie schnell und wie einfach es geht, in eine Sucht abzurutschen. Eigentlich sogar „nebenbei“, ohne dass man es merkt. Er zeigt schonungslos die Folgen der Sucht und noch mehr die Kämpfe und vielen Niederlagen dagegen. Mich hat das Buch sehr berührt und dabei war es auch noch gut lesbar. Die lakonische direkte Schreibweise gefiel mir gut, auch die kleinen Seitenhiebe gegen einige Berühmtheiten oder das Promi-Business. Das Buch hatte stellenweise viel Humor, aber es hat auch eine große Überzeugungskraft. Man kann Bernd Thränhardt nur wünschen, dass er auch weiterhin sein Leben gegen die Sucht so im Griff hat und dass er vielen Menschen damit helfen kann.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Die Regenbogentruppe

Die Regenbogentruppe
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Das Buch spielt in Indonesien in einem kleinen Ort. Die Kinder der reicheren Leute können eine Schule der Minengesellschaft besuchen. Die Kinder der Armen - Fischer, Plantagenarbeiten, Hilfsarbeiter in ...

Das Buch spielt in Indonesien in einem kleinen Ort. Die Kinder der reicheren Leute können eine Schule der Minengesellschaft besuchen. Die Kinder der Armen - Fischer, Plantagenarbeiten, Hilfsarbeiter in der Mine - haben diese Möglichkeit nicht. Doch mit dem Zusammenbringen von 10 Kindern für eine Schulklasse besteht die Möglichkeit, eine kleine Schule weiterzuführen. Die Kinder nutzen diese Gelegenheit - die einzige Chance für Bildung und ein besseres Leben. Andrea Hirata ist selbst einer dieser Schüler und beschreibt die Zeit in der Schule, aber auch abseits derselben. Er schreibt mit viel Fantasie und Poesie. Die Schüler sind alle kleine Persönlichkeiten - sehr unterschiedlich, aber jeder ist wichtig für die Klasse. Jeder bringt sich auf seine Weise ein. Jeder kann irgendetwas besonderes - und wenn es nur die Freundlichkeit ist, die er verbreitet. Das macht die Klasse und das Buch so besonders. Es zeigt die Möglichkeiten, die Kinder mit Bildung erhalten. Es zeigt aber auch Verständnis untereinander, Hilfe und Spaß. Das Buch sollte zur Pflichtlektüre in unseren Schulen werden, damit die Jugendlichen begreifen, wie gut sie es hier mit der Ausbildung haben (auch wenn hier nicht alles in Ordnung ist). Noch mehr sollte dieses Buch aber Pflichtlektüre für alle Entscheider in Politik und Verwaltung werden, damit sie begreifen, dass eine Kürzung jeglicher Gelder für Schule und Ausbildung der absolut falsche Weg ist. All dies zeigt das Buch auf eine anrührende und trotzdem humorvolle Weise.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Wir sind doch Schwestern

Wir sind doch Schwestern
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Gertrud wird 100. Ihre Schwestern Paula (98) und Katty (84) bereiten diesen Geburtstag auf dem Hof von Katty vor. Doch neben den unterschiedlichen Vorstellungen der Drei gibt es viele unaufgearbeitete ...

Gertrud wird 100. Ihre Schwestern Paula (98) und Katty (84) bereiten diesen Geburtstag auf dem Hof von Katty vor. Doch neben den unterschiedlichen Vorstellungen der Drei gibt es viele unaufgearbeitete Probleme aus der Vergangenheit. Besonders Gertrud und Katty streiten fast ständig über alles. Sie können nicht miteinander, aber auch nicht ohne. Paula ist mehr die lustige Vermittlerin in der Mitte – aber eben nicht nur. Auch sie hat so ihre Geheimnisse. Und so prallen dicht gedrängt unterschiedliche Lebensauffassungen und Erinnerungen aufeinander. In den verschiedenen – auch zeitlichen – Rückblenden erinnern sich die Schwestern an ihr eigenes und ihr gemeinsames Leben, aber auch an Verdrängtes, an Weltgeschichte und Zeitgeschehen. Das Buch ist nicht nur eine Familiengeschichte, sondern auch eine Geschichte Deutschlands. Dabei gelingt es Anne Gesthuysen, trotz eigentlich kleiner unbedeutender Ereignisse eine unheimliche Spannung zu erzeugen. Man gewinnt alle 3 Schwestern lieb und beginnt gleichzeitig, seinen eigenen Umgang mit „alten Leuten“ zu überdenken, man hat Verständnis für ihre Vorstellungen und Respekt vor ihrer Lebensleistung. Gleichzeitig ist dieses Buch wunderbar warmherzig und unterhaltend. Wirklich rundum gelungen und ich empfehle es jedem zum Lesen.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Zorn - Vom Lieben und Sterben

Zorn - Vom Lieben und Sterben
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Der 2. Fall für die Hauptkommissare Zorn und Schröder. Das Buch beginnt ganz banal mit Einbrüchen in Kleingartenanlagen. Die Jugendlichen werden bald gefasst. Aber dann wird ein Jugendlicher dieser Bande ...

Der 2. Fall für die Hauptkommissare Zorn und Schröder. Das Buch beginnt ganz banal mit Einbrüchen in Kleingartenanlagen. Die Jugendlichen werden bald gefasst. Aber dann wird ein Jugendlicher dieser Bande nach dem anderen grausam ermordet. Und Chef Zorn und sein Untergebener Schröder ermitteln wieder.
Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und ehrlich gesagt, mich hat die Handlung, also die eigentlichen Ermittlungen, gar nicht so interessiert. Obwohl die Handlung selbst spannend ist und man auf viele falsche Fährten gelockt wird. Aber der Reiz dieses Buches (wie auch im Vorgängerband) liegt für mich eindeutig in den Personen von Zorn und Schröder und jetzt auch der neuen Staatsanwältin. Hauptkommissar Zorn ist eigentlich ein total unsympathischer Mensch, arrogant, leicht reizbar, faul und ungerecht. Trotzdem ist er am Ende nicht wirklich unsympathisch, man schwankt zwischen Lachen und Mitgefühl. Wesentlich besser kommt das Hauptkommissar Schröder, sein Untergebener, herüber, der die eigentliche Ermittlungsarbeit macht, sehr viel Witz hat und auch viel mehr auf dem Kasten, aber auch seine eigenen „Leichen“ aus der Vergangenheit. Ich habe die Annäherung der beiden auf Augenhöhe mit viel Spaß verfolgt und hoffe auf einen 3. Fall. Ebenfalls gut an dem Buch hat mir gefallen, dass die Morde zwar sehr brutal und auch außergewöhnlich sind, dieses aber nur in Andeutungen beschrieben ist. Die eigentlich Details laufen dann in der Fantasie des Lesers ab. Dazu kleine und größere Seitenhiebe auf das aktuelle Geschehen. Mein Fazit: das Buch ist einfach super.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Später Frost

Später Frost
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Dieses Erstlingsbuch hat mich überzeugt. Die Deutsch-Schwedin Stina Forss wechselt von der Polizei aus Berlin ins ruhige schwedische Växjo (den wahren Grund dazu erfährt man erst ganz am Ende des Buches) ...

Dieses Erstlingsbuch hat mich überzeugt. Die Deutsch-Schwedin Stina Forss wechselt von der Polizei aus Berlin ins ruhige schwedische Växjo (den wahren Grund dazu erfährt man erst ganz am Ende des Buches) und arbeitet dort mit der gerade beförderten Kommissarin Ingrid Nyström zusammen. Der erste Fall ist ausgerechnet ein Mord, und zwar an dem englischen Schmetterlingsforscher Balthasar Frost. Doch bei diesem Mord ist nichts so wie es scheint, weder die Mörder noch das Opfer, wie bei den Ermittlungen immer deutlicher wird.
Und ganz nebenbei erfährt man noch viel aus dem Privatleben der beteiligten Polizisten.
Hier ist den Autoren auf Anhieb ein tolles Buch gelungen. Es ist eines in bester „Wallander-Qualität“. Nicht auf jeder Seite trieft das Blut, stattdessen gehen die Ermittlungen anfangs sehr ruhig vorwärts, um im Laufe des Buches immer mehr an Fahrt aufzunehmen und mit überraschenden Wendungen zu punkten und so eine ganz eigene Spannung zu erzeugen. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

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