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Veröffentlicht am 02.04.2018

Der falsche Amerikaner

Der falsche Amerikaner
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Auf das Buch „Der falsche Amerikaner“ wurde ich von meiner Frau aufmerksam gemacht und der Inhalt machte mich wider Erwarten tatsächlich neugierig auf das Buch.

Jack Barsky wurde den Nachkriegsjahren ...

Auf das Buch „Der falsche Amerikaner“ wurde ich von meiner Frau aufmerksam gemacht und der Inhalt machte mich wider Erwarten tatsächlich neugierig auf das Buch.

Jack Barsky wurde den Nachkriegsjahren in Ostdeutschland geboren und wuchs in der DDR auf.
Von Kindesbeinen an wird er in der Ideologie des Sozialismus geschult und glaubt mit aller Inbrunst an das System. Von der Schule bis zum Ende des Studiums durchläuft er alle Phasen der Indoktrinierung innerhalb des Systems hinter dem Eisernen Vorhang. Als er aufgefordert wird für die Sowjetunion als Agent zu arbeiten stimmt er mit Begeisterung zu und lässt sich ausbilden, voller Überzeugung das Richtige zu tun. Er wird in die USA geschickt und soll sich dort unter einer falschen Identität ein neues Leben aufbauen.

Trotz beginnender Zweifel bleibt Jack seiner Mission treu und baut sich ein bürgerliches Leben in den USA auf. Er heiratet und wird Vater von mehreren Kindern. Im Lauf der Jahre erkennt er, dass vieles nicht so klar ist wie es ihm beigebracht wurde und es kein reines Schwarz und Weiß gibt.
Als er den Befehl zur Rückkehr bekommt ersinnt er eine List um in den USA bleiben zu können. Nur kurze Zeit später wird er enttarnt und das FBI beginnt mit den Verhören, bei denen er äußerst kooperativ mit arbeitet. Es kommt daraufhin anstelle einer Gefängnisstrafe zu einer Begnadigung.

Alle Ereignisse, die ihn als Agent immer wieder vor einer Enttarnung bzw. Strafe geschützt haben, sieht er als Zeichen Gottes, schwört dem anerzogenen Atheismus ab und lässt sich taufen.

Der Klappentext auf der Buchrückseite kündigt eine mitreißende Geschichte an und diesen Eindruck kann ich nach der Lektüre des Buches nur bestätigen.

Dank eines leicht verständlichen Schreibstils wird man schnell in den Bann des spannend geschriebenen Lebensberichts mit seinen ulkigen Anekdoten, aber auch vielen ernsten Passagen gezogen.

Wer allerdings einen Agenten ala James Bond 007 erwartet, wird hier eher enttäuscht werden. Den Leser erwartet stattdessen die Realität in einer noch nicht lange zurückliegenden Vergangenheit mit all ihren Illusionen und Ängsten, die solch ein Leben im Schatten mit sich bringt.

Von mir bekommt die Biographie „Der falsche Amerikaner“ 5 Bewertungssterne!

Veröffentlicht am 19.11.2017

Die Attentäterin

Die Attentäterin
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Mit „Die Attentäterin“ gibt es endlich wieder ein neues Buch von Daniel Silva um den Agenten Gabriel Allon zu lesen.

Ich habe den Autor vor einiger Zeit für mich entdeckt und nach meinen bisherigen positiven ...

Mit „Die Attentäterin“ gibt es endlich wieder ein neues Buch von Daniel Silva um den Agenten Gabriel Allon zu lesen.

Ich habe den Autor vor einiger Zeit für mich entdeckt und nach meinen bisherigen positiven Leseerfahrungen mit Herrn Silvas Werken war es keine lange Überlegung auch dieses neuste Buch zu schmökern.

In Paris und Amsterdam werden mehrere mörderische Attentate durch den IS verübt. Eines der Anschlagsziele ist ein jüdisches Dokumentationszentrum, in dem auch eine gute Freundin von Gabriel Allon, dem angehenden neuen Chef des israelischen Mossad, um Leben kam
Hinter all den Anschlägen steckt Saladin, ein Mann ohne Gesicht.

Das Buch war für mich, der schon mehrere Romane um Gabriel Allon gelesen hat, eine spannende Erfahrung. Gestaltete sich der Einstieg anfangs etwas zäh, konnte ich mit Fortschreiten der Seitenzahl immer tiefer in die komplexe fesselnde Handlung einsteigen.
Wie auch in seinen anderen Büchern versteht es der Autor mit einer Vielzahl von Handlungssträngen und Personen eine solide Spannungskurve aufzubauen. Die Charaktere sind mit ihren Ecken und Kanten glaubwürdig gestaltet und geben der Geschichte damit Tiefgang.

Viele Ereignisse, die im Roman beschrieben werden, wecken Erinnerungen an reale Terroranschläge, die die Welt entsetzt haben. Stellenweise könnte man meinen einen Tatsachenbericht zu lesen und keine der Fantasie des Autors entsprungene Geschichte.

Von mir gibt es 5 Bewertungssterne und eine klare Leseempfehlung!

Ich danke Netgalley für das Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 24.09.2017

Der Präsident

Der Präsident
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Mit „Der Präsident“ liefert der Autor Sam Bourne einen Thriller ab, der aktueller wohl nicht sein könnte.

Die Bürger der USA haben gewählt und das neue Staatsoberhaupt könnte vom Bild eines besonnen ...

Mit „Der Präsident“ liefert der Autor Sam Bourne einen Thriller ab, der aktueller wohl nicht sein könnte.

Die Bürger der USA haben gewählt und das neue Staatsoberhaupt könnte vom Bild eines besonnen Führers einer Weltmacht nicht weiter entfernt sein.
Maggie Costello ist als Mitarbeiterin im weißen Haus hautnah dabei als sich ein immer erschreckenderes Bild aus politischen Intrigen, Korruption, Erpressung, Verschwörungen und sexuellen Übergriffen offenbart.
Kann irgendjemand den machtbessenen Demagogen noch stoppen oder steht die Welt endgültig am Abgrund eines neuen Krieges?

Wenn auch wohl eher nicht beabsichtigt, finden sich im Buch frappierende Parallelen zum derzeitigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.

Die Geschichte startet von Beginn an mit hohem Tempo und die 52 Kapitel verbindet ein durchgängiger roter Faden. Fiktion und Realität scheinen zu verschwimmen und erdachte Szenen zu einer Krise mit Nordkorea bekommen vor den aktuellen tagespolitischen Ereignissen einen fast schon prophetischen Anstrich, der einem den Angstschweiß auf die Stirn treten lässt.

Daneben fesselt ein Schreibstil, der mitnimmt an die Buchseiten und es fällt mir als Leser schwer mich aus dem Bann der Geschichte zu lösen. Mit den erschreckenden aktuellen Bezügen wirkt das Buch auch noch lange nach.

Mein Fazit: Top aktuell und mehr als lesenswert! 5 Bewertungssterne!

Veröffentlicht am 30.07.2017

Stadt der Verschwundenen

Stadt der Verschwundenen
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Beim Stöbern habe ich das Buch „Stadt der Verschwundenen“ von James Marrison entdeckt und der Inhalt hat mich sofort angesprochen.

Die Handlung spielt während einer der dunkelsten Zeiten Argentiniens: ...

Beim Stöbern habe ich das Buch „Stadt der Verschwundenen“ von James Marrison entdeckt und der Inhalt hat mich sofort angesprochen.

Die Handlung spielt während einer der dunkelsten Zeiten Argentiniens: der Militärdiktatur, im Jahr 1981.

Der junge Guillermo Downes eilt einer jungen Frau zu Hilfe, die von der Militärpolizei verschleppt zu werden droht, kann es aber nicht verhindern.
Darauf aufbauend beginnt eine verzweifelte Suche und während die Handlung des Politthrillers fortschreitet, werden Stück für Stück die Grausamkeiten, Folterungen und ihre Vertuschung der Vorkommnisse während der Diktatur offen gelegt.

Der Roman ist flüssig geschrieben und die Gräueltaten lassen immer wieder den Atem stocken, vor allem vor dem Hintergrundwissen, dass man hier keine rein erdachten Fakten liest. Die Story aus Lügen und Intrigen wird geradeaus und ohne große Überraschungen erzählt. Dabei ist die Handlung zwar nicht vorhersehbar, aber auch nicht besonders fesselnd. So hätte es mich nicht gestört, dass Buch für einige Tage aus der Hand zu legen.

Außerdem bleibt mir der Thriller stellenweise zu sehr an der Oberfläche und auch einigen der Hauptprotagonisten fehlt es für meinen persönlichen Geschmack etwas an Ecken und Kanten im Profil.

Mich hat das Buch nichtsdestotrotz nachdenklich gemacht. Unsere Menschenrechte, sind nicht so selbstverständlich wie wir immer denken und tagtäglich werden Menschen, die für die Einhaltung dieser Grundrechte kämpfen verhaftet, verschleppt, gefoltert und sogar getötet. Das Buch versteht es aufzuzeigen, was passiert, wenn die Demokratie einer Diktatur weichen muss. Und besonders weit muss man in diesen Tagen nicht gehen, um genau so etwas wieder beobachten zu können.

Ich habe zwischen 4 und 5 Sternen geschwankt, möchte diesem Buch aber doch 5 Sterne geben, weil es allein durch seinen aufrüttelnden Charakter einen Stern mehr verdient hat.

Veröffentlicht am 02.07.2017

Teufelskälte

Teufelskälte
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Ich habe bereits den ersten Roman „Der letzte Pilger“ von Gard Sveen gelesen und nachdem mich dieser regelrecht gefesselt hat, war ich sehr gespannt auf das neue Buch. Gemeinsam ist „Teufelskälte“ und ...

Ich habe bereits den ersten Roman „Der letzte Pilger“ von Gard Sveen gelesen und nachdem mich dieser regelrecht gefesselt hat, war ich sehr gespannt auf das neue Buch. Gemeinsam ist „Teufelskälte“ und „Der letzte Pilger“, dass in beiden Büchern Kommissar Bergmann ermittelt. Mehr Zusammenhänge gibt es nicht und man kann beide Bücher unabhängig voneinander lesen.

Der Mord an einer Prostituierten führt Kommissar Bergmann wider Erwarten auf die Spur einer Mordserie aus den 80er Jahren, die als aufgeklärt gilt und deren Täter in der psychiatrischen Abteilung eines Hochsicherheitsgefängnisses sitzt. Je weiter die Ermittlungen voranschreiten, desto lauter werden die Zweifel, ob der Täter auch wirklich der Täter war oder ob es einen Komplizen gibt bzw. gab.
Für Tommy Bergmann weckt der Fall Erinnerungen und führt ihn psychisch an seine Grenzen.

Der Autor schreibt seine Bücher in einem überzeugenden fesselnden Schreibstil, der von der ersten Zeile an fesselt und einen durch das ganze Buch hindurch nicht los lässt.

Der Roman ist in vier Buchabschnitte unterteilt und von Abschnitt zu Abschnitt taucht man mehr in die Geschichte ein. Anfangs präsentieren sich verschiedene Handlungsstränge, die erst mit Fortschreiten der Handlung einen Blick auf das große Ganze offenbaren. Vielschichtige nicht einfach zu durchschauende Protagonisten führen auf unterschiedliche Pfade, lassen mich als Leser auch ein Mal in die Irre laufen und verraten ihre Geheimnisse nur widerwillig. Der Blick auf menschliche Abgründe mit psychopathischen Mördern, welche ihre Opfer verstümmeln über Gewalt in der Ehe bis hin zu Vergewaltigung und Missbrauch in der Kindheit, schicken mich als Leser durch ein Wechselbad der Gefühle.

Das Ende des Buches lässt mich etwas unbefriedigt zurück, da mich der Autor in mancherlei Hinsicht in der Luft hängen lässt. Es fühlt sich ein wenig so an, als ob einem auf der Zielgeraden, wo man die Ziellinie schon vor Augen hatte, das endgültige Ziel geklaut wird.
Das Nachwort im Buch versöhnt mich dann schon wieder halbwegs mit Herrn Sveen, da er hier offen legt, dass es eine Fortsetzung geben wird und auch schon einen kleinen Einblick in den Inhalt gewährt.

Mit einem Danke für einen ausgesprochen gelungenen psychologisch brillanten Thriller, meiner Bewertung mit 4,5 Sternen – die ich auf 5 aufrunde, verbinde ich den ausdrücklichen Wunsch an den Autor, dass er sein Schreibgerät zum Glühen bringt und mir bald – am besten schon gestern – die Fortsetzung präsentiert!