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Veröffentlicht am 08.10.2022

Zweiter Band der "Capital Intrigue Buchserie"

Netz des Verrats
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Nachdem eine verdeckte Operation gegen das Kartell erfolgreich abgeschlossen ist, finden sich die Freundinnen Bailey und Viv sowie Layla als auch die Agenten Cass und Zane plötzlich verfolgt und in Lebensgefahr. ...

Nachdem eine verdeckte Operation gegen das Kartell erfolgreich abgeschlossen ist, finden sich die Freundinnen Bailey und Viv sowie Layla als auch die Agenten Cass und Zane plötzlich verfolgt und in Lebensgefahr. Zusätzlich steht Layla auch noch im Zentrum interner Ermittlungen, weil sie eine Affäre mit einem hochrangigen Kartell-Mitglied haben soll. Privatdetektiv Hunter wird angeheuert, um Layla zu schützen, doch sie hadert immer noch mit seiner Untreue, die einst ihre Beziehung beendete. Und auch Izzy gerät unter Mord-Verdacht. ... Wer steckt hinter allem und wie viele Tote wird es noch geben?

Mit "Netz des Verrats" legt die US-amerikanische Prozessanwältin und Justiziarin Rachel Dylan nach "Labyrinth der Angst" den zweiten Band der "Capital Intrigue Buchserie" vor. Sicher lässt sich dieser Band auch lesen, wenn man den ersten Band nicht kennt; die Handlung ist in sich abgeschlossen. Ich muss aber zugeben, dass ich ein wenig Mühe hatte, die vielen beteiligten Figuren, ihre Beziehungen untereinander und zu den zahlreichen amerikanischen Behörden zu entflechten und den Überblick zu behalten, was zu Lasten der Spannung ging.

Dabei tappt der Leser - gemeinsam mit der Hauptfigur Layla und ihren Kolleg*Innen - absolut im Dunklen, wer der Drahtzieher der Mordanschläge ist und wieso das Kartell sich derart unbarmherzig auf diese Agenten eingeschossen hat. Mit Spannung fieberte ich der Auflösung entgegen, die meiner Meinung nach etwas überraschend und völlig unspektakulär das Buch beendete.

Leider bekam ich auch nicht wirklichen Zugang zu den Figuren, die ich erst neu kennenlernen musste und die von Beginn an alle unter Generalverdacht standen. Die "großen LIebesgeschichten" dabei zwischen Layla und Hunter und Cass und Zane störten mich ein wenig in einem Krimi.

Obwohl ich bereits mehrere Bücher mit Genuss gelesen habe, in denen das Thema "Glauben" enthalten war, störten mich hier auch ein wenig die langen Vorträge, die Layla über ihren Glauben an Gott hielt und mit denen sie andere bekehren wollte. Das war mir einfach zu stark aufgetragen - ist aber sicher Geschmackssache.

Den Geheimdienstkräften durch Freundschaft verbunden ist Izzy, vor der viele Details verborgen werden. Sie gerät unschuldig unter Mordverdacht, also ähnlich wie Layla - allerdings steht dieser Handlungsstrang ein wenig abseits des "Netz des Verrates" und dem Kartell und gehört nicht wirklich zu der eigentlichen Handlung, so dass ich lange Zeit den ZUsammenhang suchte (den es nicht gab).

Alles in allem gelang es mir nicht in Gänze, Zugang zu finden; ich kann mir aber vorstellen, dass das Lesevergnügen größer ist, wenn man den ersten Teil der Trilogie kennt. So vergebe ich drei Sterne.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.09.2022

DAs Werk der Sylvia Beach

Die Buchhändlerin von Paris
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Als die junge Amerikanerin Sylvia Beach nach Paris zurückkehrt, wo sie mit ihrer Familie aufgewachsen ist, lernt sie die kämpferische Buchhändlerin Adrienne Monnier kennen. Diese unterstützt sie darin, ...

Als die junge Amerikanerin Sylvia Beach nach Paris zurückkehrt, wo sie mit ihrer Familie aufgewachsen ist, lernt sie die kämpferische Buchhändlerin Adrienne Monnier kennen. Diese unterstützt sie darin, in der französischen Hauptstadt 1919 eine englischsprachige Buchhandlung zu eröffnen: "Shakespeare and Company". Schon bald wird diese zum großen Anziehungspunkt der literarischen Szene und die berühmtesten Schriftsteller*Innen der Zeit gehen bei ihr ein und aus - und in Adrienne findet Sylvia ihre große Liebe. Als "das gefährlichste Buch aller Zeiten", "Ulysses" von James Joyce, in den USA verboten wird und die Karriere dieses wichtigsten Schriftsteller der Moderne im Keim zu ersticken droht, setzt Sylvia ihre gesamte Existenz aufs Spiel und wird zu seiner Verlegerin ....

Mit ihrem Roman "Die Buchhändlerin von Paris" widmet sich die Amerikanerin Kerri Maher mit Sylvia Beach einer starken und aufopferungsvollen Frau, die in ihrem Leben Großes geleistet hat - eine wahre Geschichte.

Mit großer Begeisterung stürzte ich mich auf dieses Buch, das nicht nur als eine LIebeserklärung an alle Buchhändlerinnen gefeiert wird, sondern auch eine Geschichte von mutigen Frauen ist, die für ihre Überzeugungen einstehen. Und Maher beschreibt in flüssigem Stil eine großartige Frau und einen wichtigen Schriftsteller - doch ich muss zugeben, dass der Funke bei mir nicht wirklich überspringen wollte. Zu emotionslos übergeht sie große Katastrophen und lässt ihre Heldin den mehr als schwierigen Joyce mehr oder weniger achselzuckend gewähren. Und so plätschert die Handlung sanft vor sich hin ohne größere Spannung.

Natürlich habe ich mich gefreut, über die großen Schriftsteller des vergangenen Jahrhunderts zu lesen und diese näher "kennenzulernen", und selbstverständlich kann ich Syvia Beach als eine Frau würdigen, die mutig ihren Weg gegangen ist, ihre gleichgeschlechtliche Liebe gelebt hat und sich aufopferungsvoll - nicht nur - um James Joyce und seinen richtungsweisenden "Ulysses" verdient gemacht hat.
Aber ein wenig mehr Emotionen und Spannung hätten dem Unterhaltungsfaktor sicher gut getan.

Auch sind mir ein paar kleinere Fehler bzw. Fragen aufgestoßen, die auf eine schlampige Übersetzung deuten - schade.

Alles in allem habe ich mit der Lektüre diesen Buches einiges gelernt - und trauere ein wenig den "guten alten Zeiten" des Buchhandels hinterher.
Ich vergebe gute drei Sterne und empfehle das Buch an alle literatisch interessierten Leser.

Veröffentlicht am 19.02.2020

Teil eines großen Ganzen

Scheintod
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Die 25jährige Sara erhält überraschend einen Job bei einer renommierten Unternehmensberatungsfirma in Stockholm und beginnt eine LIebesbeziehung zu ihrem Kollegen Johann. Zur Ruhe kommt sie dennoch nicht, ...

Die 25jährige Sara erhält überraschend einen Job bei einer renommierten Unternehmensberatungsfirma in Stockholm und beginnt eine LIebesbeziehung zu ihrem Kollegen Johann. Zur Ruhe kommt sie dennoch nicht, denn in ihrer nächsten Umgebung häufen sich merkwürdige Vorfälle und brutale Verluste - und auch ihre Mutter, die zusammen mit Saras Schwester weiterhin in Örebrö lebt, erleidet einen Zusammenbruch und kommt nicht wieder auf die Beine. Und findet Sara nach dem Tod ihres Vaters einfach nicht in ein normales Leben ...

Mit "Scheintod" legt die schwedische Schriftstellerin und Drehbuchautorin Louise Boije af Gennäs nun den zweiten Teil ihrer Widerstandstrilogie vor, in der es um eine gesellschaftskritische Verschwörungstheorie geht. Meiner Meinung nach ist es unerlässlich, diese Trilogie als Einheit zu sehen und zu lesen, um den Inhalt umfänglich zu verstehen und das künstlerische Schaffen der Autorin überhaupt genießen zu können!
Ohne das Vorwissen aus dem ersten Band "Blutblume" fehlen beim Lesen wichtige Details, die für das Verständnis unerlässlich sind - und in diesem Band bleiben einige Fragen ungeklärt, die mich dringend auf den dritten Band "Feuerrache" warten lassen!

Die Geschichte ist erzählt aus der Ich-Perspektive von Sara, zu der man so eine intensive Beziehung aufbaut und aus der sich ihre Gedanken und Gefühle vor dem Leser offenlegen. So springt auch die nachvollziehbare Verwirrung und der Selbstzweifel der Protagonistin auf den Leser über - und ich muss zugeben, dass mich diese Verwirrung oftmals überrollt hat und ich nach dem roten Faden suchte (was durchaus so gewollt sein dürfte). Den vielen ominösen Vorkommnissen, die auf Sara einprasseln, konnte ich noch keine wirkliche Idee oder Lösung hinter dem Ganzen entgegenstellen und ich hätte mir doch manches Mal gewünscht, dass die eigentliche Verschwörungstheorie, die im Klappentext artikuliert ist, deutlicher zu Tage treten würde.
Auch die Zeitungsartikel, die Saras Vater zusammengetragen hat und die in ihrer tatsächlichen Realität beängstigend sind, stehen für mich nicht wirklich im Bezug zu den Ereignissen, sondern sind einigermaßen willkürlich in die Handlung eingestreut, was den Lesefluss behindert. Louise Boije af Gennäs verlangt eine ganze Menge von ihren Lesern, denen sie unter dem Mantel der "Verschwörungstheorie" viele kleine Häppchen vorwirft!

Demgegenüber ist der flüssige und authentische Schreibstil überaus angenehm zu lesen und die Autorin schafft es mühelos, gut ausgearbeitete Bilder vor dem geistigen Auge des Lesers zu erschaffen und die Figuren eingängig zu beschreiben. Insbesondere die "Vogeldame" war ein toller Nebencharakter in diesem Buch, der sich spannend entfaltete. Sara selbst durchlebt allerdings keine große Entwicklung und ihr Handeln ist auch nicht immer nachvollziehbar. So stellte sich mir insbesondere die Frage, wie eine Frau, die beim Militär ausgebildet wurde, oftmals so naiv und hilflos agieren kann?!

Ganz nebenbei ist noch zu erwähnen, dass die Trilogie mit ihrem grellfarbenen Schnitt (nach orangerot ist der von "Scheintod" nun gelb) ein echter Hingucker ist!

Insgesamt kann ich eine Leseempfehlung aussprechen - allerdings nur nach Lektüre des ersten Bandes "Blutblume".

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Gute Idee - zu kreativ umgesetzt

Verbrannte Gnade
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Holiday tritt nach einer bewegten Vergangenheit in ein Kloster in New Orleans ein, wo sie Musik an der Klosterschule unterrichtet. Aufgrund ihrer sexuellen Neigung, den vielen Tattoos, ihrer Vorliebe für ...

Holiday tritt nach einer bewegten Vergangenheit in ein Kloster in New Orleans ein, wo sie Musik an der Klosterschule unterrichtet. Aufgrund ihrer sexuellen Neigung, den vielen Tattoos, ihrer Vorliebe für Punkrock und ihrem Hang, heimlich zu rauchen, fällt sie aus dem Rahmen und hat eine schwere Stellung bei ihren Mitschwestern und LehrerkollegInnen. Als bei einem Brand in der Schule der Hausmeister umkommt und zwei Schüler schwer verletzt werden, glaubt Holiday an Brandstiftung und Mord. Da sie der Polizei und der Brandermittlerin Ribeau nicht traut, nimmt sie selbst Ermittlungen auf.

Die amerikanische Autorin Margot Douaihy, die selbst kreatives Schreiben am Emerson College unterrichtet, legt mit "Verbrannte Gnade" ihr Krimi-Debut um die äußerst ungewöhnliche Nonne Schwester Holiday vor.

Ich war nicht nur wegen der vielen Vorschusslorbeeren u. a. von Don Winslow sehr gespannt auf diesen Krimi, sondern auch wegen des Settings in New Orleans, einer Stadt, in die ich mich bei einer Louisiana-Reise schwer verliebte. Und wenigstens diesbezüglich wurde ich nicht enttäuscht.

Bereits im ersten Kapitel beobachtet Schwester Holiday den Brand ihrer Schule und die herausfallende verkohlte Leiche des Hausmeisters und so könnte ein Spannungsbogen beginnen, als Holiday beschließt, der Polizei nicht zu trauen und selbst Ermittlungen aufzunehmen. Doch wer nun (wie ich) mit einem interessanten Krimi gerechnet hatte, wird schwer enttäuscht: Außer, dass die unorthodoxe Schwester Überlegungen anstellt und sich wiederholt mit der Brandermittlerin Magnolia Riveaux von der Feuerwehr New Orleans trifft, kann man von "Ermittlungen" nicht wirklich reden. Und die beiden Ermittler der Polizei spielen keine Rolle, außer, dass sie die Nonne selbst verdächtigen und durch Unfähigkeit auffallen. Stattdessen wird in zahlreichen Rückblenden immerhin die Vergangenheit von Holiday enthüllt, sodass wir Leser
INnen erfahren, wie eine solch ungewöhnliche Frau im Kloster landet.
Ach ja, am Ende erfahren wir dann zwar noch, wer den Brand gelegt hat und warum und den Tod von Menschen billigend in Kauf nahm - aber insgesamt hatte ich nach der Lektüre mehr Fragen als vorher.

Schwester Holiday ist durchaus eine interessante Figur, die ohne weiteres als außergewöhnliche Hauptfigur geeignet wäre. Doch es findet keine Charakterentwicklung statt, ihr Verhalten lässt viel Interpretationsspielraum und ist nicht unbedingt herzgewinnend. Ihre Gebete und Glaubensbezeugungen sowie ihre Queerness wird darüber hinaus recht inflationär genannt, ohne dabei irgendeine Form von Tiefe zu entwickeln und so war ich nach einiger Zeit davon genervt - und das, obwohl ich diese Themen durchaus für lesenwert halte.

Überhaupt stellte ich mir beim Lesen häufiger die Frage: Ist das Kunst (oder kann das weg), denn die Autorin hat es mit dem "kreativen Schreiben" wohl etwas übertrieben. Auch die Fülle an Themen, die sie untergebracht hat, glänzen eher durch Quantität als Qualität. In diesem ZUsammenhang ist auch die Drogenverherrlichung zu nennen: Vom Rauchen über das Kiffen bis zu Alkoholmissbrauch und Medikamentenabhängigkeit / -missbrauch ist wiederholt zu lesen.

Auch die weiteren Figuren im Buch blieben klischeehaft und eindimensional und alles andere als Sympathieträger, was den Lesegenuss weiter trübte. Einzig gemocht habe ich nur die Klosterkatze namens "Voodoo".

Abgesehen davon, dass die Zuordnung von "Verbrannte Gnade" zum Genre des Krimis doch recht weit hergeholt ist, lässt sich zusammenfassend sagen, dass die Idee von Margot Douaihy, eine coole Nonne als Ermittlerin fungieren zu lassen, sehr gut war, die Umsetzung aber leider an vielen Stellen hakte. Meine Oma hätte dazu gesagt: "Das sollte so was sein!" ... Für mich wird diese Reihe (als Band 2 ist "Gesegnetes WAsser" ab März 2025 zu haben) nicht weitergehen.

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Offenbar nicht meins...

Leichenstarr an der Bar
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In der Nähe des friesischen Dorfes Sünnum soll eine klimaneutrale Ferienanlage entstehen und die Repräsentantin der "Friesenklima" Unternehmung wirbt bei den Dorfbewohnern für Investitionen in das Projekt. ...

In der Nähe des friesischen Dorfes Sünnum soll eine klimaneutrale Ferienanlage entstehen und die Repräsentantin der "Friesenklima" Unternehmung wirbt bei den Dorfbewohnern für Investitionen in das Projekt. Doch dann stirbt der Umweltaktivist Enno in den Armen der Friesenbrauerin und sie macht sich darin, seinen Tod und vor allem seine rätselhaften letzten Worte zu entschlüsseln, die im Zusammenhang mit der Friesenklima zu stehen scheinen...

"Leichenstarr an der Bar" ist bereits der dritte Band aus der Reihe um die Friesenbrauerin Gesine Felber von dem norddeutschen Autor Joost Jensen, der sich problemlos ohne Vorkenntnisse der vorhergehenden Bände lesen lässt.

An erster Stelle steht hierbei das Setting - Jensen will - nicht nur mit ostfriesischem Schnack und derbem Humor - Fans der Küstenkrimis ansprechen, was fraglos gelingt. Leichte Schreibweise und unkomplizierte Unterhaltung gehen Hand in Hand. Den im Klappentext versprochenen "nordisch-derben Humor" habe ich nicht entdeckt, dann schon eher "haarsträubender Klamauk".

Mit der Krimihandlung selbst konnte ich nicht wirklich warm werden. Gesines Herumschnüffeln ohne Struktur und sehr zum Leidwesen der Polizei , die - in Gestalt ihrer Tochter - doch im Hintergrund steht, war ohne große Spannung und sorgte nicht nur bei den betroffenen Figuren für Ärger; mir fehlte hier doch einiges an Logik und Tiefgang. Das Ende konnte mich nicht überraschen.

DIe Figuren waren recht klischeehaft und sehr eindimensional gezeichnet. Möglicherweise sind sie den Leser*Innen der ersten beiden Bände bekannter, ich hätte mir das ein oder andere Mal doch mehr Informationen gewünscht. So ist mir leider keine ans Herz gewachsen.

Mich hat "Leichenstarr an der Bar" leider enttäuscht, aber ich bin sicher, dass die Friesenbrauerin ihre Fans findet, die in ihr die perfekte Urlaubslektüre sehen.

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