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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2024

Ganz anders als erwartet

Kleine Monster
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Pia und Jakob werden von der Lehrerin ihres Sohnes zum Gespräch gebeten. Es habe einen Vorfall gegeben, mit einem Mädchen. Es scheint so gar nicht zu ihm zu passen, was Luca vorgeworfen wird. Während Jakob ...

Pia und Jakob werden von der Lehrerin ihres Sohnes zum Gespräch gebeten. Es habe einen Vorfall gegeben, mit einem Mädchen. Es scheint so gar nicht zu ihm zu passen, was Luca vorgeworfen wird. Während Jakob seinen Sohn ohne Umschweife unterstützt, beginnt Pia an ihm zu zweifeln, das Misstrauen der anderen Eltern erinnert sie an Vorkommnisse aus ihrer eigenen Kindheit. Nach und nach wird sie immer mehr mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Die Geschichte in diesem Buch hat mich überrascht, hat sie doch einen ganz anderen Verlauf genommen als ich eigentlich gedacht hatte. Denn der Fokus der Geschichte verlagert sich immer mehr in Pias Vergangenheit, in die Auseinandersetzung mit ihren eigenen Eltern. Was dabei herauskommt, war überhaupt nicht vorhersehbar. Lange konnte ich Pias distanziertes Verhalten nicht nachvollziehen, erst recht spät kommt die Wendung im Geschehen, die alles nochmal in einem anderen Licht beleuchtet.

Das Buch ist nicht immer leicht zu lesen, und doch zeigt es klar und deutlich, dass nicht immer alles so einfach ist wie es auf den ersten Blick erscheint. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2024

Zeitschleife

Death. Life. Repeat.
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James Spencer ist viel mit seinen Freunden Anthony und Worm unterwegs. Sie sind alle mehr an Partys als an der Schule interessiert. Als eines Abends bei einer solchen Party Clara Hart von Anthony missbraucht ...

James Spencer ist viel mit seinen Freunden Anthony und Worm unterwegs. Sie sind alle mehr an Partys als an der Schule interessiert. Als eines Abends bei einer solchen Party Clara Hart von Anthony missbraucht wird und anschließend bei einem Unfall stirbt, muss James sich mit den dunklen Seiten seines Freundes auseinandersetzen. Umso mehr, als die tragische Nacht immer wieder neu geschieht. Wird James diese Wiederholungen beenden können, was muss er dafür tun?

Die Geschichte ist aus der Sicht des Jugendlichen erzählt. James hat selbst einen Verlust zu beklagen, seine Mutter starb ein Jahr davor. Zunächst hat mich das Buch sehr an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ interessiert, wobei die Themen hier sehr extrem sind. Es geht um Gewalt gegen junge Frauen, um das kollektive Schweigen deswegen. Allerdings hat das Buch einige Längen; natürlich braucht es einige Wiederholungen, bis James endlich versteht, was er tun muss. Doch ich finde, man hätte einiges etwas zusammenstreichen können. Man lernt allerdings die Jugendlichen sehr gut kennen im Verlauf des immer wiederkehrenden Abends, in einer neuen Variante beschrieben.

Das Buch erzählt sehr eindrücklich seine Geschichte, so dass ich es unbedingt weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 14.10.2024

Ein Quell düsterer Mysterien

Finster
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Im Mai 1986 verschwindet ein 13jähriger Junge vom Jahrmarkt in Katzenbrunn. Dabei geschieht das nicht zum ersten Mal, immer wieder werden in dem kleinen Dorf Kinder als vermisst gemeldet. Hans J. Stahl, ...

Im Mai 1986 verschwindet ein 13jähriger Junge vom Jahrmarkt in Katzenbrunn. Dabei geschieht das nicht zum ersten Mal, immer wieder werden in dem kleinen Dorf Kinder als vermisst gemeldet. Hans J. Stahl, ehemaliger Kriminalkommissar, entschließt sich, die Ermittlungen, die er seinerzeit nicht beenden konnte, nun auf eigene Faust wieder aufzunehmen. Seine Rückkehr nach Katzenbrunn lässt ihn düstere Geheimnisse aufdecken. Ganz überraschend verschwindet während seiner Anwesenheit in Katzenbrunn ein weiterer Junge – und Stahl will alles tun, um ihn lebend wiederzufinden.

„Katzenbrunn ist ein Quell düsterer Mysterien.“ (S. 282) Ja, es ist eine düstere Atmosphäre, die dieses Katzenbrunn umgibt, mit all den verschwundenen Kindern und der psychiatrischen Klinik am Rande der Ortschaft. Die Geschichte setzt sich aus verschiedenen Perspektiven zusammen, das erleichtert es dem Leser, sich in die verschiedenen Charaktere und deren Motivationen reinzudenken. Wobei bald der Eindruck entsteht, dass hier jeder verdächtig sein könnte, scheint doch jeder hier ein düsteres Geheimnis mit sich herumzutragen. Das erhöht die Spannung im Krimi ungemein, ich habe eifrig mitgerätselt und mich dabei auch auf falsche Fährten verlocken lassen. Die kurzen Kapitel haben mich regelrecht durch die Geschichte gejagt, bis ich das Geheimnis um den Greifer aufgedeckt hatte. Dabei rieselte mir so mancher kalter Schauer über den Rücken.

Mich hat dieser Thriller in seinen Sog eingefangen von der ersten Seite an. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 14.10.2024

Düster, bedrückend, beklemmend

Das Lied des Propheten
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Die Wissenschaftlerin und vierfache Mutter Eilish Stack lebt mit ihrer Familie in Dublin. Kurz nachdem die neu gegründete irische Geheimpolizei ihren Mann Larry, einen bekannten Gewerkschafter, zu einem ...

Die Wissenschaftlerin und vierfache Mutter Eilish Stack lebt mit ihrer Familie in Dublin. Kurz nachdem die neu gegründete irische Geheimpolizei ihren Mann Larry, einen bekannten Gewerkschafter, zu einem Verhör abgeholt hat, verschwindet er ganz. Und damit bricht eine neue Zeit für sie an, denn die neue irische Regierung wird von Gewalt beherrscht. Eilish versucht ihre Familie zu schützen, doch angesichts der Zustände fällt das immer schwerer…

Das Buch erzählt die Geschichte einer Familie, die durch ein autoritäres Regime in eine Katastrophe gerät. Aus dem geordneten und verlässlichen Leben, das Eilish kennt, verschwindet immer mehr das Geordnete und Verlässliche, es wird zunehmend schwerer, ihre Familie zu schützen. Das zu lesen ist äußerst beklemmend und erscheint erschreckend realistisch, denn man fragt sich, wie sicher unsere eigene Welt überhaupt ist. Etwas schwierig fand ich den Einstieg in das Buch, denn der Sprachstil ist anspruchsvoll und die direkte Rede wird nicht ersichtlich abgesetzt. Doch nach einigen Seiten ist mir der Einstieg gelungen, und ich fieberte mit Eilish mit, wie sie ihr Leben angesichts der drastischen Veränderungen noch meistern konnte. Die Gefahr, die bereits auf den ersten Seiten des Buches auftaucht, bleibt bis zuletzt erhalten und ist selbst beim Lesen kaum auszuhalten.

Dieses Buch öffnet die Augen für die Gefahren autoritärer Regimes. Das macht es nicht leicht zu lesen, das Thema ist jedoch so wichtig, dass ich es unbedingt weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Unterhaltsamer Nordseekrimi

Leichenstarr an der Bar
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Der Umweltaktivist Enno Prester stirbt überraschend in den Armen der Friesenbrauerin Gesine Felber. Er wollte ein Geheimnis über die Firma Friesenklima AG aufdecken, doch seine letzten Worte erscheinen ...

Der Umweltaktivist Enno Prester stirbt überraschend in den Armen der Friesenbrauerin Gesine Felber. Er wollte ein Geheimnis über die Firma Friesenklima AG aufdecken, doch seine letzten Worte erscheinen zu kryptisch, um sein Anliegen zu verstehen. Dass sein Geheimnis mit der Friesenklima AG zusammenhängen muss, findet Gesine bald heraus, und sowohl sie wie auch das ganze Dorf Sünnum ist fest entschlossen, seinen Mörder zu finden. Auch wenn Gesine sich dabei immer wieder in größte Gefahr begibt, kann das ihre Entschlossenheit nicht eindämmen.

Das Buch ist bereits der dritte Band über die Friesenbrauerin Gesine Felber, die sich ganz gerne als örtliche Miss Marple betätigt. Für mich war es allerdings der erste Band, und ich denke, man kann die verschiedenen Bände auch gut unabhängig voneinander lesen. Gesine gibt eigentlich immer die Richtung bei den Ermittlungen vor, wobei sie ihrer Tochter als Polizistin wie auch den weiteren Dorfbewohnern gerne mal zu vorschnell ist. Für den Leser ergeben sich dabei immer wieder äußerst vergnügliche Szenen, die Geschichte spiegelt den ostfriesischen Humor, der gerne auch mal etwas derbe daherkommt. Neben dem spannenden Kriminalteil spielt natürlich das Regionale eine wichtige Rolle, man fühlt sich beim Lesen an die Nordsee versetzt. Dass die Polizei dabei nicht ganz so gut wegkommt, weil sie immer wieder recht unprofessionell agiert, kann man dabei ganz gut ignorieren.

Dieser kurzweilige und humorvolle Nordseekrimi macht Lust darauf, mit diesen eigenwilligen Dorfbewohnern auf die nächste Ermittlungstour zu gehen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und bin selbst neugierig geworden auf die weiteren Bände um die Friesenbrauerin und ihre Mitbewohner. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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