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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2024

Wieder ein Volltreffer für mich

Wohnverwandtschaften
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Als Constanze, eine Frau, die eigentlich mitten im Leben steht, sich auf einmal in einer WG mit drei anderen erwachsenen Menschen wiederfindet – dem Hamburger Wohnungsmarkt sei Dank – stuft sie die neue ...

Als Constanze, eine Frau, die eigentlich mitten im Leben steht, sich auf einmal in einer WG mit drei anderen erwachsenen Menschen wiederfindet – dem Hamburger Wohnungsmarkt sei Dank – stuft sie die neue Wohnsituation zunächst als vorübergehend ein. Aber das Zusammenleben mit diesen so ganz unterschiedlichen Menschen entpuppt sich als überraschend angenehm und herzlich, so dass ein baldiger Abschied immer mehr in den Hintergrund rückt.
Ich gebe ganz ehrlich zu: Ich habe alles von Isabel Bogdan gelesen. Und so unterschiedlich ihre Bücher auch sind, ich bin jedes Mal wieder hellauf begeistert von ihrem Schreibstil und von ihrem trockenen Humor. Darauf hatte ich mich auch bei ihrem neuen Werk riesig gefreut – und wurde definitiv nicht enttäuscht.
Alle in der WG fand ich als Charaktere interessant und sympathisch, wobei ich insbesondere Murat und Constanze total gerne gelesen habe. Ich mochte auch den Aufbau mit den vier Perspektiven und den zusätzlichen gemeinsamen Dialogen, die sich ein bisschen wie ein Drehbuch oder Theaterstück lasen – das hat zusammen super funktioniert. Bei den inneren Dialogen war man praktisch live mit dabei, so dass man als Leser wirklich mitfühlen konnte.
Dass das Thema Demenz im Buch eine Rolle spielt, kam für mich sehr überraschend. Mir hat es gut gefallen, wie es aufgearbeitet wurde – allerdings hätte ich es zugegebenermaßen gerne vorher gewusst, weil ich direkt davor ein anderes Buch zu dem Thema gelesen hatte.
Insgesamt habe ich das Buch unheimlich gerne gelesen und die Seiten flogen nur so dahin. Es gibt so einige Szenen, die mir sehr im Gedächtnis geblieben sind, und ich habe auch das ein oder andere Mal sehr gelacht. In diesem Sinne gibt es von mir auch für dieses Buch der Autorin eine absolute Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 18.10.2024

Nachdenklich, emotional, authentisch

Ava liebt noch
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Ava ist 43, ihre drei Kinder werden immer selbständiger – und irgendwie hatte sie sich mehr vom Leben erhofft. Aber dann verliebt sie sich, Hals über Kopf, in Kieran, der fast zwanzig Jahre jünger ist, ...

Ava ist 43, ihre drei Kinder werden immer selbständiger – und irgendwie hatte sie sich mehr vom Leben erhofft. Aber dann verliebt sie sich, Hals über Kopf, in Kieran, der fast zwanzig Jahre jünger ist, und ihre ganze Welt scheint ins Wanken zu geraten.
Tolles Cover, genialer Titel und auch der Klappentext klang richtig interessant und hat mich neugierig auf das Debüt der Autorin gemacht. Aber die Umsetzung übertraf meine Erwartungen sogar noch – insbesondere weil hier endlich mal eine Geschichte auserzählt wird.
Mich hat Avas Perspektive und die emotionale, nachdenkliche Erzählweise auf jeden Fall abgeholt, um nicht zu sagen mitgerissen. Insbesondere zu Beginn konnte ich das Buch kaum beiseitelegen, auch weil die beschriebenen Begegnungen und Gefühle sehr authentisch wirkten. Die Geschichte wird in der zweiten Hälfte ruhiger, aber das fand ich nicht störend, sondern es hat einfach dazu gepasst.
Für mich hat die Autorin also mit ihrem Erstling auf ganzer Linie überzeugt. Wer Lust hat auf die Geschichte einer Frau, die eben nicht nur Mutter ist, der sollte hier unbedingt zugreifen. Mir wird Avas Geschichte definitiv im Gedächtnis bleiben.

Veröffentlicht am 17.10.2024

Urban Fantasy rund um die Artussage

Jewel & Blade, Band 1: Die Wächter von Knightsbridge (Knisternde New-Adult-Romantasy von der SPIEGEL-Bestseller-Autorin von "Silver & Poison")
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Harper hat aus familiären Gründen ihr Studium abgebrochen und arbeitet nun in der Goldschmiede ihrer Familie, was sie aber keinesfalls unglücklich macht, denn sie hat ein besonderes Händchen dafür. Dann ...

Harper hat aus familiären Gründen ihr Studium abgebrochen und arbeitet nun in der Goldschmiede ihrer Familie, was sie aber keinesfalls unglücklich macht, denn sie hat ein besonderes Händchen dafür. Dann erfährt sie jedoch ungeahnte Neuigkeiten über das Verschwinden ihres Vaters vor acht Jahren – und das ist nur der Gipfel des Eisbergs an neuen Erkenntnissen, die sich um eine Gemeinschaft der Ritter von König Artus und geheimnisvolle magische Fähigkeiten drehen.
Ich will ganz ehrlich sein: New Adult und Romantasy sind nicht unbedingt Schlagworte, die mich dazu bringen, ein Buch zu lesen. Anne Lück konnte mich aber bereits mir ihrer „Silver & Poison“-Reihe schwer begeistern, so dass ich diese Werbeargumente mal außen vor gelassen habe… Und darüber bin ich sehr, sehr froh, denn „Jewel & Blade“ war eine wirklich tolle Urban Fantasy, die mich durchweg begeistern konnte – ganz ohne Kitsch und die üblichen New-Adult-Problemchen.
Die Autorin hat, wie ich finde, eine ganz tolle Welt geschaffen, in der man nach und nach erfährt, dass die Erben der Ritter von König Artus weiterhin eine Gemeinschaft bilden. Es geht dabei um erstaunliche magische Fähigkeiten, aber auch um diverse Mythen und Sagen, die sich um Artus, Merlin & Co. ranken. Begeistern konnte mich das Buch aber in jedem Fall auch mit seinen interessanten Figuren, an deren Seite ich unglaublich gerne die Entwicklungen dieser Geschichte verfolgt habe – allen voran Harper und Lark.
Allen Urban-Fantasy-Fans (und solchen, die es noch werden wollen) kann ich dieses spannende und originelle Buch also unbedingt empfehlen. Nach dem bösen Cliffhanger auf den allerletzten Seiten kann ich den nächsten Teil jedenfalls kaum erwarten!

Veröffentlicht am 15.10.2024

Außergewöhnliche Stimme

Der Bademeister ohne Himmel
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Die fünfzehnjährige Linda hadert mit ihrem Leben. Wären da nicht Kevin, ihr einziger Freund, und Hubert, der an Demenz leidende Nachbar, hätte sie schon aufgegeben. Aber so verbringt sie lange Nachmittage ...

Die fünfzehnjährige Linda hadert mit ihrem Leben. Wären da nicht Kevin, ihr einziger Freund, und Hubert, der an Demenz leidende Nachbar, hätte sie schon aufgegeben. Aber so verbringt sie lange Nachmittage nebenan bei dem pensionierten Bademeister, wo man nie weiß, ob der Tag unerwartet komisch, traurig oder berührend endet.
Selten konnte mich ein Titel so sehr begeistern: Neben dem Titel wusste ich vorher nur, dass ich bisher nur Gutes über das Buch gehört hatte, aber ich habe mich riesig darauf gefreut. Und dann, nach nur wenigen Seiten, hatte mich Linda schon gepackt und ich konnte es kaum beiseitelegen.
Wer vielleicht selbst in der Familie Kontakt mit dem Thema Demenz hatte, dem wird vieles bekannt vorkommen. Aber Linda hat nicht nur eine sehr eigene Stimme, die vor trockenem Humor nur so strotzt, sie hat auch eine sehr eigene Sichtweise auf die Dinge – insbesondere darauf, wie man Hubert unterstützen kann. Mir hat das sehr gefallen, welche Wege ihre Gedanken gehen und wie sie sie in Worte fasst.
Überhaupt hat mich der Schreibstil der Autorin sehr begeistert: Er wirkt so mühelos und unangestrengt und ist trotzdem oft geradezu poetisch. Die Art und Weise, wie sie das Ende gestaltet hat, hat für mich das Leseerlebnis außerdem perfekt abgerundet.
Wer Lust auf eine leise, besondere Geschichte mit einer außergewöhnlichen Stimme hat, der ist hier goldrichtig. Mir werden Linda und der Bademeister ohne Himmel auf jeden Fall noch lange im Gedächtnis bleiben – und die Autorin werde ich definitiv im Auge behalten. Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 19.09.2024

Spannend, genreübergreifend, besonders

Der längste Schlaf
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Mara ist Wissenschaftlicher und als solche natürlich in der Lage rational zu denken. Allerdings leidet sie seit ihrer Kindheit massiv an Schlaflosigkeit, was manchmal dazu führt, dass sie am nächsten Tag ...

Mara ist Wissenschaftlicher und als solche natürlich in der Lage rational zu denken. Allerdings leidet sie seit ihrer Kindheit massiv an Schlaflosigkeit, was manchmal dazu führt, dass sie am nächsten Tag eben kaum einen klaren Gedanken fassen kann – obwohl das Thema Schlaf sogar ihr berufliches Spezialgebiet ist. Als sie völlig überraschend ein Anwesen in Deutschland, ihrer alten Heimat, erbt, siegt ihre Neugier und sie wagt einen Besuch. Aber was hat es wirklich mit dem Erbe des alten Herrenhauses auf sich und wieso hat sie wieder diese merkwürdigen Träume?
Für mich war es das erste Buch von Melanie Rabe, aber ich hatte schon viel Gutes über sie gehört und die Idee zum Buch klang einfach richtig interessant, so dass ich mich wirklich darauf gefreut habe. Und ich wurde alles andere als enttäuscht.
Als Leser startet man mit der Protagonistin in London und erfährt nach und nach ihren Hintergrund sowie viele interessante und spannende Informationen zum Thema Schlaf, mit dem sich die Wissenschaftlerin ja beschäftigt. Der Bogen nach Deutschland, wo die Handlung fortgesetzt wird, schafft dann einen Szenen-, aber auch Tempowechsel – von der Großstadt in die Provinz. Und ab hier wird es dann spannend und auch ein bisschen unheimlich!
Die Protagonistin Mara hat mir gut gefallen: Durch den Zwist zwischen ihrem Wissenschaftlerdasein und ihren merkwürdigen Träumen bietet sie schon relativ viel Spannungspotenzial, sie ist aber auch eine durchweg sympathische Person. Daneben gibt es so einige Nebenfiguren, von denen auch ein paar durchaus merkwürdig sind – das hat die Geschichte auf jeden Fall bereichert.
Mit ihrem Schreibstil und durch den gekonnten Aufbau hat mich die Autorin förmlich in die Geschichte hineingezogen und ich habe diese besondere Geschichte unheimlich gerne gelesen. Das war für mich definitiv nicht das letzte Buch von Melanie Raabe! Aus diesem Grund gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung!