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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2017

Eine Anschlagsserie hält London in Atem ...

Eleven - 11
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"Eleven" ist der zweite Thriller aus der Feder von Leon Sachs. Dabei entführt er den Leser nach London, wo ein Terroranschlag die Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Doch nicht nur London ist betroffen, ...

"Eleven" ist der zweite Thriller aus der Feder von Leon Sachs. Dabei entführt er den Leser nach London, wo ein Terroranschlag die Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Doch nicht nur London ist betroffen, sondern ganz Großbritannien. Schnell fällt der Verdacht auf islamistische Gotteskrieger. MI5 und MI6 arbeiten fieberhaft an der Klärung der Hintergründe und dabei offenbaren sich so einige Verflechtungen von hochrangigen Agenten und Politikern. Liam York, ein untergetauchter Ex-Elitesoldat wird von seiner Vergangenheit eingeholt und versucht in dem ganzen Wirrwarr weitere Anschläge zu verhindern und den wahren Tätern auf die Spur zu kommen. Aber wem kann er trauen? Leon Sachs hat hier ein Szenario beschrieben, dass mittlerweile durchaus nahe an der Realität sein könnte. Dabei schreibt er unglaublich spannend und mitreißend. Die Story hat mich von Anfang an gefesselt und auch bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Immer wieder erfährt der Leser kleine neue Details oder es ergeben sich unerwartete Wendungen durch die Verstrickungen der Geheimdienste. Dabei bleibt die ganze Zeit das Tempo des Thrillers hoch, so dass man das Buch fast nicht zur Seite legen kann. Für mich ist "Eleven" eines der Lesehighlights im Bereich Thriller in diesem Jahr und eine klare Empfehlung. Leon Sachs hat mich sofort für sich gewinnen können und ich werde auch sicher noch seinen Debütroman "Falsche Haut" lesen.

Veröffentlicht am 26.10.2017

Das Europa des 16. Jahrhunderts unter dem Joch der Religionen

Das Fundament der Ewigkeit
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"Das Fundament der Ewigkeit" ist der dritte Band der Kingsbridge-Reihe von Ken Follett. Obwohl die beiden Vorgängerbände schon lange in meinem Buchregal schlummern, war dies mein erster gelesener Roman ...

"Das Fundament der Ewigkeit" ist der dritte Band der Kingsbridge-Reihe von Ken Follett. Obwohl die beiden Vorgängerbände schon lange in meinem Buchregal schlummern, war dies mein erster gelesener Roman aus dieser Reihe. Das stellt aber keinerlei Problem dar, denn er spielt auch in einer anderen Epoche als die Vorgänger. Die Kathedrale von Kingsbridge spielt ebenfalls eine untergeordnete Rolle, viel mehr geht es um die Glaubenskonflikte in Europa zwischen Katholiken und Protestanten im 16. Jahrhundert. Dabei startet Follett mit mehreren Handlungssträngen innerhalb Europas und führt diese nach und nach zusammen. Im Mittelpunkt dabei steht Ned Willard, mit dessen Erinnerung im Prolog auch die Geschichte startet. Schnell hatte mich diese dann auch eingefangen und ich tauchte ab in die fiktive Welt des Autors. Und dabei mischt er sehr geschickt echte Historie wie zum Beispiel die "Barthalomäusnacht" mit reiner Fiktion. Mir gefällt dieser Schreibstil sehr gut und nicht umsonst sind Autoren wie Ken Follett oder Rebecca Gablé hier Meister ihres Faches. Man muss als Leser kein großer Historiker sein, aber die lebendige Handlung nimmt einen mit auf die Zeitreise. Die Figuren sind alle gut beschrieben, so konnte ich mir diese alle sehr gut bildlich während des Lesens in meiner Phantasie vorstellen. Und auch die Spannung kommt nicht zu kurz, immer wieder fiebert man mit den Protagonisten mit. Dies ist zwar nicht wirklich notwendig, denn bei Follett gewinnen eigentlich immer letztendlich die Guten. Trotzdem ist es so, dass man nur so von Seite zu Seite weiterlesen möchte. Daher ist für mich dieses Buch eines der Lesehighlights von 2017. Die Geschichte nahm mich immer mit und es ist für mich unerheblich wieviel wahre Historie eingeflochten ist. Fakt ist, das Ken Follett einen spannenden Roman geschrieben hat, der mich auf seine Zeitreise eingeladen hat.

Noch ein paar kurze Worte zur Hardcover-Ausgabe: Der Druck des Umschlags gefällt mir sehr gut. Das Erfühlen des Emblems und der Buchstaben ist gelungen. Auch die Landkarte und die Zeichnungen im Buch finde ich sehr schön. Einzig die Preisgestaltung des Verlages empfinde ich ein wenig übertrieben. Natürlich lässt sich mit Autoren wie Ken Follett gutes Geld verdienen, aber 36 Euro ist schon mal ein Brocken. Daher kann ich auch viele Leser verstehen, die bewusst auf die Taschenbuchausgabe warten. Hier hätte ein wenig Augenmaß seitens des Lübbe-Verlags sicherlich gut getan und ich wäre mir sicher, dass dann einige Leser mehr zur Hardcover-Ausgabe greifen würden.

Veröffentlicht am 07.10.2017

Tödliche Spekulationen im Bayerischen Wald

Osserblut
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"Osserblut" ist der zweite Krimi von Manfred Faschingbauer und seinem Protagonisten Moritz Buchmann. Der Kriminaloberkommissar aus München verbringt derzeit seine Freizeit im Bayerischen Wald und wird ...

"Osserblut" ist der zweite Krimi von Manfred Faschingbauer und seinem Protagonisten Moritz Buchmann. Der Kriminaloberkommissar aus München verbringt derzeit seine Freizeit im Bayerischen Wald und wird in einen grausamen Mord verwickelt. Dabei wird er auch gleich mit den Ermittlungen betraut. Unterstützung erhält er von seiner Regensburger Kollegin Mel, einem jungen ihm anvertrauten Kollegen Sven und dem örtlichen Polizisten Karl. Schnell konzentrieren sich die Ermittlungen auf den geplanten Bau eines Pumpspeicherwerks am Osser und den möglichen Gegnern und Profiteure dieses Projekts. Das Opfer war am Ort nicht gerade beliebt und so findet man schnell Verdächtige, die in Betracht kommen. Aber so einfach macht es Manfred Faschingbauer dem Leser nicht. Immer wieder lässt er seine Ermittler in die falsche Richtung laufen, zweifeln und zusehen wie sich Spuren zerschlagen. Sogar der Hauptprotagonist ist davor nicht verschont und hadert mit sich und seinen Entscheidungen. Aber letztendlich offenbart sich ein Motiv und Täter den man anfangs nicht auf der Rechnung hat. "Osserblut" ist für mich ein gelungener Krimi, der von Seite zu Seite immer mehr Spannung aufbaut. Mit zunehmender Seitenzahl zog mich die Geschichte immer tiefer rein und bereitete mir Lesevergnügen. Die Kapitel sind dabei immer wieder aus den verschiedenen Perspektiven der jeweiligen Figuren geschrieben, was speziell in einigen Momenten sehr gut die dargestellte Situation und Gefühlslage widerspiegelt. In Summe für mich ein guter Regionalkrimi und ich bin gespannt auf mögliche weitere Bände.

Veröffentlicht am 25.09.2017

Was geschah in den Reihen der BKA-Gruppe 6?

Todesreigen
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"Todesreigen" ist der vierte Fall aus der Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez Reihe von Andreas Gruber. Ursprünglich hatte es mal als Trilogie begonnen, aber ich freute mich zu hören als Andreas Gruber ...

"Todesreigen" ist der vierte Fall aus der Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez Reihe von Andreas Gruber. Ursprünglich hatte es mal als Trilogie begonnen, aber ich freute mich zu hören als Andreas Gruber entschied die Reihe fortzuführen. Und ich hatte nicht zu viel erwartet, denn auch dieser Band beginnt gleich spannend. Auch waren schnell die offenen Fragen aus dem Cliffhanger des dritten Band "Todesmärchen" geklärt, so dass man sich als Leser voll auf das aktuelle Geschehen konzentrieren konnte. Diesmal muss Sabine Nemez in den eigenen Reihen des BKA ermitteln und da trifft sie auf eine Mauer des Schweigens innerhalb der Ermittler der alten "Gruppe 6". Vertuschungen und Todesopfer erlebt sie dabei und der derzeit suspendierte Maarten S. Sneijder spielt auch nicht mit offenen Karten. Doch je mehr sie an den Ermittlungen gehindert wird, um so größer wird ihr Engagement. Als Leser hatte ich diesmal schnell einen Verdacht, der sich auch bestätigte. Der Spannung tat dies aber keinerlei Abbruch. Auch dieser Band ist wieder kurzweilig und ich flog nur so über die Seiten. Diese Reihe zählt derzeit zu meinen absoluten Favoriten und ich freue mich schon auf den nächsten Fall des Ermittlerteams. Andeutungen wie es weitergehen könnte, hatte man am Ende erfahren und ich muss sagen diese Konstellation wird interessant.

Veröffentlicht am 30.08.2017

Ludwig der Strenge wird seinem Namen gerecht ...

Blutföhre
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"Blutföhre" ist der erste Roman der Autorin Monika Pfundmeier. Dabei greift sie eine alte Sage auf, die zur Zeit Ludwig des Strengen am Schloss in Friedberg in Bayern spielt. Der Herzog, der seinen Beinamen ...

"Blutföhre" ist der erste Roman der Autorin Monika Pfundmeier. Dabei greift sie eine alte Sage auf, die zur Zeit Ludwig des Strengen am Schloss in Friedberg in Bayern spielt. Der Herzog, der seinen Beinamen durch die Hinrichtung seiner ersten Ehefrau erhielt, strebt danach seinem Neffen Konradin (der letzte des Geschlechts der Staufer) zum Königstitel zu verhelfen. Graf Ulrich von Mehring steht dem Vorhaben kritisch gegenüber, was den Wittelsbacher Ludwig immer erzürnt. Letztendlich endet die Geschichte tragisch, Ludwig wird abermals seinem Beinamen gerecht und die Blutföhre überdauert alles als stummer Zeitzeuge. Mir war im Vorfeld diese Sage unbekannt, obwohl ich geografisch als Münchner nicht weit vom Geschehen wohne. Monika Pfundmeier schaffte es aber sehr geschickt die Historie mit Fiktion zu verknüpfen und mich dadurch in die Geschichte im Jahr 1268 eintauchen zu lassen. Zwar benötigte ich anfangs ein wenig in die Sprache der damaligen Zeit hineinzukommen, dies war aber nach wenigen Seiten kein Problem mehr. Der Leser begleitet die Protagonisten beim Streben nach Macht, Rachsucht, Mord und Liebe. Dabei konnte ich mir diese wunderbar bildlich vorstellen und mit Ulrich und Agnes mitleiden. Für mich ist Monika Pfundmeier hier ein sehr guter historischer Roman gelungen, der auch noch in meiner bayerischen Heimat spielt. Man darf gespannt sein auf weitere Bücher der Autorin.