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Veröffentlicht am 27.10.2024

Retro Love

Love Me Like It's Yesterday
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„Love Me Like It’s Yesterday“ von Juliane Käppler ist eine ungewöhnliche Lovestory, in der zwei völlig gegensätzliche Welten aufeinanderprallen.
Die 36-jähre Juno ist mit Herz und Seele Möbelrestauratorin ...

„Love Me Like It’s Yesterday“ von Juliane Käppler ist eine ungewöhnliche Lovestory, in der zwei völlig gegensätzliche Welten aufeinanderprallen.
Die 36-jähre Juno ist mit Herz und Seele Möbelrestauratorin und setzt auch ansonsten lieber auf Altbewährtes. Ein Handy besitzt sie nicht und von Sozialen Medien hält sie sich komplett fern. Stattdessen liebt Juno alles aus den 80-er Jahren, sowie Videokassetten, Musiktapes und Schallplatten. Als überraschend der attraktive Taro in ihrer Werkstatt auftaucht, damit sie seinen japanischen Teeschrank restauriert, ahnt Juno nicht, dass Taro eigentlich ein bekannter YouTube-Star ist und sie seine neue Challenge. Dating-Coach Taro hat unter Druck einer Wette zugestimmt, dass er mit seinen Methoden jede Frau von sich überzeugen kann. Also dokumentiert er seine Fortschritte mit Juno auf seinem Kanal, während er langsam echte Gefühle für sie entwickelt.

Wer eine leichte und humorvolle RomCom erwartet, der wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Ich gebe zu, dass meine Erwartungshaltung nach dem Cover und Klappentext auch zunächst eine andere war, aber trotzdem kann man sich auf diese besondere Lovestory einlassen.
Die Autorin lässt sowohl Juno als auch Taro aus ihren Sichtweisen erzählen, was mir immer sehr gefällt. Die Einblicke in ihre Gefühle sind aufschlussreich, auch wenn man als Beobachter weiß, dass wie bei einem Unfall in Zeitlupe alles auf den großen Knall zusteuert.
Juno ist sympathisch, aber sie ist mit ihren Ansichten etwas aus der Zeit gefallen. Ich kann ihre Beweggründe verstehen und es ist erschreckend, wie groß der Druck der Gesellschaft ist, sich anzupassen, damit man nicht zurückgelassen wird.
Taro ist dazu der Gegensatz, aber er merkt langsam, dass er sich in den Welten der Sozialen Medien selbst verloren hat. Zuerst erscheint ihm Junos Welt völlig unverständlich, aber bald beginnt er, sich darauf einzulassen und die Vorteile zu verstehen.
Juliane Käppler spricht sehr viele ernste Themen an und bringt einen damit automatisch zum Nachdenken. Das finde ich auch gut und wichtig, aber ehrlicherweise war mir die generelle Sichtweise oft zu negativ. Es ist richtig, die Dinge zu hinterfragen und zu reflektieren, doch hier gibt es ausschließlich Negativbeispiele. Diese existieren ohne Frage und leider viel zu häufig, aber eben nicht ausschließlich. Es kommt, wie überall, auf das richtige Maß an.
Die Lovestory zwischen Taro und Juno konnte mich definitiv abholen und der Funke sprang auch über. Welchen Kompromiss sie wählen oder ob sie überhaupt zueinander finden, sollte man auf jeden Fall selbst im Buch lesen.

Mein Fazit:
Ich gebe gern eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.10.2024

Romantikpaket

Winterzauber im Château
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„Winterzauber im Château“ von Vivien Gilland ist eine weihnachtliche Enemies-to-Lovers, die in einem Romantikhotel den Schweizer Alpen spielt.
Livia ist ein Workaholic und das will sie auch zu Weihnachten ...

„Winterzauber im Château“ von Vivien Gilland ist eine weihnachtliche Enemies-to-Lovers, die in einem Romantikhotel den Schweizer Alpen spielt.
Livia ist ein Workaholic und das will sie auch zu Weihnachten voll ausleben. Sie hasst die Feiertage und alles, was damit zusammenhängt, und würde sie am liebsten ignorieren. Trotzdem lässt sie sich von ihrer besten Freundin Nane überreden, das neue Hotelprojekt von deren Bruder zu testen. Mit Marco verbindet Livia eine ausgeprägte Hassliebe, die auf Gegenseitigkeit beruht. Doch nun müssen beide das geplante Romantikpaket des Hotels ausprobieren, welches den drohenden Ruin abwenden soll. Leider hat Livia seit dem Betrug ihres Ex-Freundes jeglicher Romantik abgeschworen, was Marco vor eine unlösbare Aufgabe stellt. Zudem sind die beiden nur selten einer Meinung, obwohl die Chemie immer funkensprühender wird.

Das verschneite Setting in den Schweizer Bergen schreit geradezu nach Romantik und auch die vorweihnachtliche Stimmung passt hervorragend. Der Schreibstil von Vivien Gilland liest sich leicht und flüssig und beide Hauptfiguren erzählen jeweils aus ihrer eigenen Perspektive.
Livias Hauptinhalt in ihrem Leben ist ihr anspruchsvoller Job als Vertragsanwältin, obwohl er sie längst nicht mehr glücklich macht und die überzogenen Ansprüche ihrer Eltern sowieso nie erfüllen könnte. Die Auszeit im Château tut ihr wirklich gut und endlich richtet sie ihren Blick mal auf andere Dinge.
Marco ist eigentlich genauso ein Workaholic wie Livia, der private Beziehungen nie zur Priorität machte. Das bereut er teilweise, aber er kann auch nur schwer aus alten Mustern ausbrechen.
Die Unternehmungen der beiden sind abwechslungsreich und lassen die Herzchen zwischen ihnen immer stärker fliegen. Aber ob sie auch ihre Ängste in Bezug auf die Liebe überwinden können, dass muss man im Laufe der Geschichte selbst herausfinden.
Die Lovestory ist wirklich nett und sorgt für entspannte Lesestunden. Sie löst aber auch nicht gerade einen Sturm der Gefühle aus, was aber nicht schlimm ist.

Mein Fazit:
Ich gebe gern eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 20.10.2024

Bedrohliche Schatten

Shadow
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„Shadow“ von Sophia Como ist eine Romantic Suspense, die an der sonnigen Küste Siziliens spielt.
Nach ihrem Schulabschluss in England reist Sofia nach Sizilien, wo ihre Wurzeln liegen und sie ganz sie ...

„Shadow“ von Sophia Como ist eine Romantic Suspense, die an der sonnigen Küste Siziliens spielt.
Nach ihrem Schulabschluss in England reist Sofia nach Sizilien, wo ihre Wurzeln liegen und sie ganz sie selbst sein kann. Doch nur wenige wissen, dass Sofia in den letzten Jahren von einem Stalker verfolgt wurde, der sich nun plötzlich wieder gemeldet hat. Bei ihrer warmherzigen Familie will sich Sofia neu sortieren und Abstand gewinnen, aber auch hier kann sie ihre Ängste nicht komplett abschütteln. Der geheimnisvolle und wortkarge Student Valentin, der auf dem Weingut ihrer Familie als Aushilfe jobbt, weckt Sofias Neugier. Seine kühle Ausstrahlung hält so ziemlich alle auf Abstand, aber Sofia will hinter die Fassade blicken. Valentin hat ganz persönliche Gründe, die ihn nach Castellammare del Golfo geführt haben, und diese will er auf keinen Fall preisgeben.

Sophia Comos Schreibstil ist leicht und flüssig, so dass man schnell den Einstieg in die Geschichte findet. Die Handlung wird hauptsächlich aus der Perspektive von Sofia erzählt, aber auch Valentin kommt zu Wort, was mir sehr gefallen hat. Mit seiner eigenen Sichtweise konnte ich ihn in vielen Dingen besser verstehen, vor allem, da er ansonsten sehr zurückhaltend mit Worten und Emotionen ist. Es gibt noch eine dritte Perspektive, die des mysteriösen Stalkers, die zwar interessant, aber trotzdem nicht wirklich angsteinflößend war. Hier hätte man noch ein wenig intensiver vorgehen können.
Sofia hat neben den Bedrohungen durch ihren Stalker auch noch einige andere Dinge zu verarbeiten, wie ihre hässliche Trennung vom toxischen Ex, Mobbing, den Tod ihrer Mutter und das Verlassenwerden durch ihren britischen Vater. Das war jede Menge und ich hatte das Gefühl, dass dadurch vieles nur oberflächlich abgehandelt wurde.
Valentin hat ebenfalls einige Traumata im Gepäck und zusätzlich eine sehr niedrige Impulskontrolle, so dass er lieber auf Abstand bleibt. Die Annäherung der beiden ist zwar schön erzählt, aber der letzte Funke ist bei mir nicht so richtig übergesprungen. Irgendwie konnten mich die Emotionen der beiden nicht ernsthaft berühren.
Das Setting ist hingegen mein absolutes Highlight und die bildhaften und detailreichen Beschreibungen haben dafür gesorgt, dass ich am liebsten sofort meine Koffer gepackt hätte. Die ganze Atmosphäre ist so lebendig und man kann die salzige Meeresluft fast schnuppern.

Mein Fazit:
Sizilien pur und eine nette Lovestory. Von mir gibt es gern eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.10.2024

Second Chance in Alaska

Coast Guard Alaska - Beim zweiten Mal ist es für immer
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„Coast Guard Alaska – Beim zweiten Mal ist es für immer“ von Jennifer Snow ist der gelungene Auftakt ihrer romantischen Coast Guard Alaska Reihe.
Skylar Beaumont stammt aus einer langen Reihe von Gesetzeshütern, ...

„Coast Guard Alaska – Beim zweiten Mal ist es für immer“ von Jennifer Snow ist der gelungene Auftakt ihrer romantischen Coast Guard Alaska Reihe.
Skylar Beaumont stammt aus einer langen Reihe von Gesetzeshütern, die sich stets um Recht und Ordnung in ihrer Heimatstadt Port Serenity, Alaska, gekümmert haben. Eigentlich wollte sie als frischgebackener Captain der Coast Guard jedoch lieber in wärmeren Orten stationiert werden, wo sie erstens nicht im Schatten ihres erfolgreichen Vaters steht und zweitens überall an ihren Ex-Freund Dex erinnert wird. Dex Wakefield war Skylars große Highschool-Liebe, der früher die gleichen Träume wie sie hatte. Doch dann brach er ihr Herz und ließ sie ziehen. Leider sorgt Dex gleich nach Skylars Ankunft dafür, dass sie den Kopf verliert, und er macht kein Geheimnis daraus, dass er sie unbedingt zurückhaben will.

Jennifer Snow bleibt ihrem Lieblingsschauplatz Alaska treu, wo die heißen Funken zwischen den Protagonisten gegen das raue und eisige Wetter ankämpfen müssen. Vielleicht macht dieser Kontrast aber auch den besonderen Reiz ihrer Wohlfühlstorys aus, bei denen das Happy End garantiert ist.
Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und die Autorin hat ihrer romantischen Second Chance gleich noch einen Hauch von Romeo und Julia verpasst, da die Wakefields und die Beaumonts bereits seit Generationen verfeindet sind.
Skylar hat Träume und Ziele, die mit der unfreiwilligen Rückkehr nach Port Serenity einen Dämpfer erhalten. Aber vielleicht war dieser Versetzung auch ein Glücksfall, denn so kann sie endlich die unglücklich geendete Beziehung zu Dex aufarbeiten.
Zumindest hat Dex diesen Plan, denn die Hintergründe seiner damaligen Trennung hatten ernste Hintergründe, von denen Skylar nie etwas erfahren hat. Ich habe Dex von Anfang an die Daumen gedrückt, denn er spielt keine Spielchen und ist mit seinen aufrichtigen Gefühlen fast schon schmerzhaft offen und verletzlich.
Der Wohlfühlfaktor steht hier an erster Stelle, so dass die Dramen eher soft daherkommen und die Konflikte schnell gelöst werden. Das ist aber nicht schlimm, denn es passt zu den sympathischen Charakteren. Wer also entspannte Lesestunden sucht und keine krasse Gefühlachterbahn, der ist hier genau richtig.

Mein Fazit:
Ich gebe gern eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 03.10.2024

Märchenhafter Rollentausch

Mirror: Weiß wie Schnee
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„Mirror – Weiß wie Schnee“ von Lucia Herbst ist eine ungewöhnliche Märchenadaption, in der altbekannte Figuren ganz neue Seiten zeigen.
Lena ist Ärztin in München und eine gutherzige Idealistin. Ihre langjährige ...

„Mirror – Weiß wie Schnee“ von Lucia Herbst ist eine ungewöhnliche Märchenadaption, in der altbekannte Figuren ganz neue Seiten zeigen.
Lena ist Ärztin in München und eine gutherzige Idealistin. Ihre langjährige Beziehung plätschert so dahin und ihre jüngere Stiefschwester, für die Lena seit dem Tod ihrer Eltern das Sorgerecht hat, macht ihr ziemliche Sorgen. In einer märchenhaften Parallelwelt kämpft Lenas Ebenbild Luna als böse Königin am Hof von Schneewittchens Vater gegen fiese Intrigen und um ihr Überleben. Als letzte Rettung sieht sie in ihrem Zauberspiegel die verblüffende Ähnlichkeit zu Lena und tauscht kurzerhand ihre Rollen. Plötzlich steckt also Lena in der Rolle der verhassten Königin, die sich mit den anderen Märchenfiguren auseinandersetzen muss. Kann sie den vorbestimmten Pfad ändern oder ist ihr Schicksal nun besiegelt?

Lucia Herbst wirft in ihrer ungewöhnlichen Märchenadaption ein paar spannende und interessante Fragen auf, die sich kritisch mit den alten Geschichten auseinandersetzen. Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und die Handlung wird bis auf den Prolog ausschließlich aus der Perspektive von Lena erzählt.
Kann man die Figuren aus den Märchen einfach in vorgegebene Schubladen stecken oder ist ihr Charakter vielleicht auch viel facettenreicher oder nur missverstanden? Lenas Entdeckungstour im Märchenreich räumt mit alten Klischees auf und wirft ein völlig neues Bild auf die vermeintlichen Bösewichte. Ich finde diese Grundidee gut und durchaus gelungen umgesetzt, auch wenn Lena manchmal ein wenig aufgesetzt in ihrer Rolle als Therapeutin wirkt.
Der neue Blickwinkel macht wirklich Spaß und es ist spannend, wie Lena versucht, das ursprünglich geplante Ende abzuwenden. Auf der Gegenseite wirbelt Luna Lenas Leben in München ziemlich durcheinander, aber vielleicht ist hier dieser neue Blickwinkel auf eingefahrene Situationen mal dringend notwendig.
Ich hätte wahrscheinlich gern noch ein paar mehr Kapitel aus Lunas Sichtweise gelesen, denn trotz ihrer Ecken und Kanten mochte ich sie wirklich gern. Das Ende lässt Spielraum für mehr, was ich mir auf jeden Fall gut vorstellen könnte.

Mein Fazit:
Von mir gibt es gern eine Leseempfehlung!

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