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Veröffentlicht am 30.06.2025

Die Geschichte hat mit dem Klappentext wenig gemeinsam - für mich eher enttäuschend und ohne Emotionen

Das kleine Café der zweiten Chancen
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Himari Misaki, einst Wunderkind am Klavier, kommt nach einem Unfall in England, wo sie auf ein Internat geschickt wurde, zurück zu ihrer Mutter nach Sapporo in Japan. Die Mutter hatte auf eine große Karriere ...

Himari Misaki, einst Wunderkind am Klavier, kommt nach einem Unfall in England, wo sie auf ein Internat geschickt wurde, zurück zu ihrer Mutter nach Sapporo in Japan. Die Mutter hatte auf eine große Karriere ihrer Tochter gehofft, doch nun wird Himari auf eine normale Schule geschickt. Himari plagen große Ängste vor Mobbing an der neuen Schule, doch an ihrem ersten Schultag trifft sie auf ihrem Schulweg auf eine ältere Frau, die ihr mit Ratschlägen die Angst nehmen kann. Sie erwähnt auch ein Café, in dem sie sich mal treffen können, doch als Himari nach der Schule erneut bei der Frau vorbei schauen möchte, ist das Haus nicht mehr da. Kurzerhand fährt sie zu besagtem Café und erfährt dort, dass die beiden Besitzer den Kunden für 4 Minuten und 33 Sekunden in die Vergangenheit schicken können um zu einem Ereignis zurückzukehren, dass sie in der Gegenwart bereuen. Himari wünscht sich diese Möglichkeit auch für sich, doch das ist gar nicht so einfach.

Ich war sehr gespannt auf die Geschichte, weil ich die Idee und den Klappentext sehr interessant fand. Leider hat das Buch für mich nur wenig von dem spannenden Klappentext gehalten. Für mich war klar, dass das Café hier im Vordergrund der Handlung steht mit den Kunden und den Besitzern. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass Himari selbst den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte darstellt. Vielleicht etwas irreführend ist für Europäer auch die Bezeichnung "Student" im Klappentext, Himari ist Schülerin und geht noch in die Mittelstufe. Die Geschichte wird aus ihrer Ich-Perspektive erzählt, was dem Leser gut ihre eigene Geschichte näher bringt, aber von der eigentlichen Idee des Cafés abweicht.

Auch die "Regeln" des Zurückreisens im Café waren für mich nicht immer nachvollziehbar oder verständlich. Die Besitzer sind eigentümlich, aber waren mir noch am greifbarsten, Himari erscheint oft naiv und emotionslos, auch der Erzählstil konnte mich so leider nicht abholen. Andere Autoren wie Satoshi Yagisawa haben das meiner Meinung nach sehr viel besser geschafft und bringen trotz nüchternen Schreibstils die Emotionen gekonnt rüber.

Für mich war das Buch leider eher eine Enttäuschung, weil es mit dem Klappentext wenig gemein hat und eher ein Jugendbuch denn ein Wohlfühlbuch ist.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Keine Spannung und nervige Charaktere - konnte mich nicht überzeugen

Die Villa
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Ein Junggesellinnenabschied in Marbella soll das große Highlight vor Aoifes Hochzeit werden. Gemeinsam mit vier Freundinnen will sie es dort richtig krachen lassen. Doch die Reise endet für Aoife tödlich ...

Ein Junggesellinnenabschied in Marbella soll das große Highlight vor Aoifes Hochzeit werden. Gemeinsam mit vier Freundinnen will sie es dort richtig krachen lassen. Doch die Reise endet für Aoife tödlich und der Mord wird nie aufgeklärt. Drei Jahre später möchte Dani, die an dem Abend vor drei Jahren große Erinnerungslücken hat, mit den anderen drei Frauen dem Todestag von Aoife gedenken und überredet sie, mit ihr nach Marbella zu reisen. Sie erhofft sich, endlich Klarheit zu bekommen, was damals wirklich passiert ist. Schnell reißen jedoch alte Wunden auf und jede der vier versucht, ihre eigenen Geheimnisse zu schützen.

Mich haben das Cover und der Klappentext direkt angesprochen. Auch wenn das Setting mit den Protagonisten nicht neu ist, war ich trotzdem gespannt. Leider hat mich die Geschichte nicht überzeugt.
Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht der vier Frauen erzählt, wobei Dani hier den meisten Anteil hat. Außerdem wird zwischen Gegenwart und Vergangenheit gesprungen, woran ich mich beim Lesen erstmal gewöhnen musste, da es verwirrend ist, der Handlung und den vielen Personen zu folgen. Die Protagonistinnen an sich sind mir allesamt unsympathisch und es auch leider geblieben. Irgendeine von ihnen ist immer genervt, Dani versucht, alle mitzureißen, die anderen wollen lieber nach Hause und sind am nörgeln. Es kommt weder ein richtiger Lesefluss noch Spannung auf, auch die viele wörtliche Rede trägt dazu bei. Die Figuren bleiben undurchsichtig und ohne Tiefe. Ich hatte auf ein großes Finale gehofft, wurde aber leider enttäuscht, die Auflösung tritt ebenso auf der Stelle wie der Rest. Ein anderer Kritikpunkt ist der Umgang mit Alkohol, der in großen Massen zu jeder Zeit fließt und die teilweise sehr obszönen Szenen.

Für mich leider eine Enttäuschung trotz toller Ausgangslage, die viel Potenzial bietet. Schade!

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Kommt nicht an den ersten Band heran - zu verworrene und komplizierte Handlung

Das Mörderarchiv: Der Tod, der am Dienstag kommt
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Annie lebt mittlerweile in Castle Knoll auf Gravesdown Hall. Sie hat sich mehr oder weniger in die Dorfgemeinschaft eingelebt, trotzdem fühlt sie sich oft alleine auf dem riesigen Anwesen. Zu Beginn der ...

Annie lebt mittlerweile in Castle Knoll auf Gravesdown Hall. Sie hat sich mehr oder weniger in die Dorfgemeinschaft eingelebt, trotzdem fühlt sie sich oft alleine auf dem riesigen Anwesen. Zu Beginn der Handlung begegnet sie Peony Lane, der Wahrsagerin, die auch einst Frances vorausgesagt hat, dass sie ermordet wird. Auch Annie bekommt einige kryptische Andeutungen, mit denen sie nichts anfangen kann. Kurz darauf wird Peony auf dem Anwesen in der Orangerie tot aufgefunden - mit einem Messer im Rücken, auf dem mehr als genug Fingerabdrücke von Annie sind. Annie ermittelt erneut und noch immer gibt es einige ungeklärte und nicht aufgedeckte Geheimnisse in Castle Knoll...

Ich wollte zunächst den zweiten Band in einer Leserunde lesen, konnte mich aber aufgrund der Vielzahl an Personen und Nebenhandlungen überhaupt nicht orientieren. Ein Personenverzeichnis oder Familienstammbaum fehlt auch im zweiten Band, was das Verständnis erheblich stört und für viel Verwirrung sorgt. Deshalb habe ich mir den ersten Band vorgenommen und fand die Geschichte gut - dementsprechend gespannt war ich auf den zweiten Band.
Ich musste mich beim Lesen noch mehr konzentrieren als im ersten Band um den Überblick zu behalten. Annie wirkt noch unstrukturierter, zerstreuter und verkopfter als im ersten Band. Es gibt so unzählig viele lose Enden in den Mordermittlungen, dass nur wenige davon aufgegriffen werden und man als Leser kaum noch hinterher kommt. Die Freude am Miträtseln und Kombinieren wurde mir beim Lesen immer mehr genommen und ich bin recht lustlos durch die Seiten geflogen.
Frances' Tagebucheinträge sind wieder mal recht spannend und geben Hinweise auf frühere Verstrickungen der Figuren und heutige Ermittlungen. Annie in der Gegenwart kann mich jedoch als Ermittlerin nicht überzeugen. Vor allem ihre Beziehung zu Detektive Crane ist mir irgendwann auf die Nerven gegangen, da Annies Freundin Jenny auch immer wieder darüber gekichert hat und Annie mit vielsagenden Blicken bedacht hat.

Für mich kann der zweite Band nicht mit dem ersten mithalten, es werden so viele falsche Fährten gelegt und lose Enden eingeflochten, dass für mich die Handlung zu verwirrend blieb. Schade!

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Tolle Ausgangslage in einem Spiegelkabinett - trotzdem ausbaufähig

Nell
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1932: Die junge Nell verschwindet in einem Spiegelkabinett auf einem Jahrmarkt. Sie lebt von nun an dort, kann sich zwar außerhalb des Kabinetts frei bewegen, ist jedoch darin gefangen. Sie altert nicht ...

1932: Die junge Nell verschwindet in einem Spiegelkabinett auf einem Jahrmarkt. Sie lebt von nun an dort, kann sich zwar außerhalb des Kabinetts frei bewegen, ist jedoch darin gefangen. Sie altert nicht und die Menschen um sie herum nehmen sie nicht wahr.
Heute: Alwin ist Illustrator und arbeitet gerne in einem Café an seinen Projekten. Bereits öfter ist ihm eine junge Frau aufgefallen, die dort mit einem Buch sitzt, aber nicht beachtet wird. Sie bestellt nichts und ihre Kleidung und Aufmachung wirken wie aus der Zeit gefallen. Alwin fasst sich ein Herz und spricht Nell an. Die beiden kommen sich näher und verlieben sich - kann die Liebe jedoch unter diesen Umständen bestehen?

Der Klappentext verspricht eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die ein ebenso ungewöhnliches Setting bietet. Ich war sehr gespannt, wurde jedoch eher enttäuscht. Das Cover wirkt wie ein Gemälde, für mich passt die weiße Schrift des Titels nicht zum Rest und geht fast unter in den anderen Farben.
Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, in dem die junge Nell im Spiegekabinett verschwindet. Man ist sofort im Geschehen, Zeit, Raum und Realität verschwimmen und auch sprachlich haben diese Seiten mich angesprochen. Es folgt ein abrupter Cut, man ist im Hier und Jetzt. Es wird eine Situation im Spiegelkabinett mit drei Jugendlichen geschildert, die auch die heute typische Jugendsprache verwenden. Das hat das Ganze für mich etwas holprig gemacht und man war nicht mehr im Lesefluss wie noch im Prolog.
Generell habe ich mir aufgrund des Klappentextes etwas ganz Anderes unter der Geschichte vorgestellt. Die Geschichte rast nur so dahin auf den knapp 180 Seiten. Die Figuren bekommen kaum Tiefe und Farbe, man sympathisiert nicht wirklich mit den Protagonisten. Der Cut nach der ersten Hälfte kam für mich ebenso abrupt wie das erste Kapitel nach dem Prolog. Ich hätte mir viel mehr Beschreibungen gewünscht, eine Atmosphäre wird nicht beschrieben und kommt auch nicht auf beim Lesen.Was zudem den Lesefluss stört ist die wechselnde Sicht der Protagonisten. Oft von Zeile zu Zeile abwechselnd wird aus einer anderen Perspektive geschrieben, sodass man kaum hinterherkommt und die Geschichte eine Dynamik entwickelt, mit der ich nicht zurecht kam.

Die Ausgangslage bietet so viel Potenzial: im Spiegelkabinett verschwinden, was hat es damit auf sich? Wie lebt es sich dort, wie können Traum, Fantasie und Wirklichkeit verschwimmen und wie kommt Nell da wieder heraus? Mir haben Details gefehlt, es wird lediglich an der Oberfläche gekratzt, wichtige Fragen bleiben offen.
Trotz allem ist es ein ungewöhnliches Buch, dem eine Chance geben sollte, wer Geschichten abseits der breiten Masse sucht.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Langatmige und nicht auserzählte Handlung mit Charakteren ohne Tiefe

Das Wohlbefinden
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1907: Anna Brenner ist eine einfache Arbeiterin, die in die Heilstätten Beelitz geschickt wird. Sie besitzt anscheinend übernatürliche Kräfte und wird in den Heilstätten als Medium und Hellsichtige angefeindet. ...

1907: Anna Brenner ist eine einfache Arbeiterin, die in die Heilstätten Beelitz geschickt wird. Sie besitzt anscheinend übernatürliche Kräfte und wird in den Heilstätten als Medium und Hellsichtige angefeindet. Dies wird auch für den Leiter immer mehr zum Problem. Johanna Schellmann ist wohlhabend und Schriftstellerin. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann Clemens, der Arzt ist und zwischenzeitlich auch in den Heilstätten forscht und ihren beiden Kindern zusammen. Für die Recherche zu einem Roman reist Johanna nach Beelitz und lernt dort Anna kennen. Zwischen den beiden ungleichen Frauen entsteht eine Verbindung.
1967: Die mittlerweile über 80-jährige Johanna möchte noch einmal einen erfolgreichen Roman schreiben und versucht, die Vergangenheit aufzuarbeiten.
2020: Vanessa, Johannas Urenkelin, lebt in Berlin und sucht verzweifelt eine Wohnung. Durch einen Makler bekommt sie ein Manuskript und Notizen ihrer Urgroßmutter in die Hand.

Wegen des Covers und Klappentextes wollte ich das Buch sehr gerne lesen - auch die Nominierung zum Deutschen Buchpreis 2024 ließ mich mit großen Erwartungen in die Lektüre starten. Leider wurde ich enttäuscht und hätte ich das Buch nicht innerhalb einer Leserunde gelesen, hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen.
Aufgrund der drei Zeitebenen war ich gespannt, wie die Autorin den Bogen spannen möchte: drei Frauen in drei Epochen. Der Einstieg fällt leicht und der Schreibstil ist der jeweiligen Zeit angepasst. Man startet im Jahr 1907 und erhält einen guten Einblick in die Arbeit der Heilstätten Beelitz - ein Grund, warum ich das Buch lesen wollte. Nach etwa einem Drittel flacht die Handlung aber leider ab und man fragt sich als Leser, wo die Autorin einen eigentlich mit der Geschichte hinführen möchte. Die Figuren, allesamt mit großem Potenzial, bleiben blass und ohne Tiefe. Alle drei Frauen bleiben einem unsympathisch und keine ruft große Emotionen oder Empathie hervor.
Auch die Handlung bleibt leider unklar. In der zweiten Hälfte plätschert sie so dahin und vermeintlich wichtige Dinge und Situationen werden angerissen, aber nicht weiter verfolgt und unwichtige Handlungen werden in die Länge gezogen. Das Ende konnte mich ebenfalls nicht überzeugen, es wirkt konstruiert und zu vieles, gerade in Bezug auf Anna, bleibt unklar. Oft kam es mir beim Lesen vor, als wären die Handlungsstränge von Johanna im Jahr 1967 und Vanessa im Jahr 2020 noch dazu erfunden worden um die Handlung aus dem Jahr 1907 in die heutige Zeit zu holen. Sie wirken eher unnötig und geben der Geschichte keinen Mehrwert.

Positiv fand ich, dass die Autorin in die Recherche sehr viel Zeit und Mühe investiert hat, man merkt, dass sie sich mit diesem Thema auseinander gesetzt hat, auch wenn die Geschichte rund um die Heilstätten Beelitz zu kurz kommt.

Ich habe mir einen Roman um zwei starke Frauen in der damaligen Zeit im Kaiserreich erhofft und eine besondere Verbindung der beiden, die intensiv beschrieben wird. Leider wurde ich dahingehend trotz viel Potenzial enttäuscht und die Nomierung für den Deutschen Buchpreis und die Longlist kann ich nicht nachvollziehen. Schade!

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