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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2024

Eine ältere Frau und ein jüngerer Mann - trotz guter Ausgangslage eher enttäuschend

The Idea of You
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Solène ist Anfang vierzig, Galeristin und wohnt mit ihrer Teenagertochter zusammen. Sie ist von ihrem Ex-Mann Daniel geschieden. Als sie ihrer Tochter und deren Freundinnen auf ein Konzert der angesagtesten ...

Solène ist Anfang vierzig, Galeristin und wohnt mit ihrer Teenagertochter zusammen. Sie ist von ihrem Ex-Mann Daniel geschieden. Als sie ihrer Tochter und deren Freundinnen auf ein Konzert der angesagtesten Musikband begleitet, gibt es dort auch ein Meet and Greet mit den Stars. Solène unterhält sich lange mit dem Sänger Hayes - der mit Anfang zwanzig fast halb so alt ist wie sie. Die beiden merken, dass da mehr ist zwischen ihnen und sie treffen sich von da an immer wieder, wie es ihre beiden Terminkalender zulassen. Kann diese Liebe trotz Altersunterschied, Berühmtsein und Verpflichtungen bestehen?

Ich habe den Film dazu nicht gesehen, aber nachdem der Film raus kam, wollte ich unbedingt das Buch dazu lesen. Leider konnte es mich nicht überzeugen. Die Ausgangslage ist erstmal nicht verkehrt: eine Frau und Mutter, die mitten im Leben steht und erfolgreich im Job ist, lernt einen der bekanntesten Sänger einer Band kennen, der auch noch halb so alt ist wie sie. Ganz realistisch und alltäglich ist dies natürlich nicht, aber ich fand es dennoch interessant und war gespannt, wie die Autorin dieses Setting ausbaut. Mal eben eine Luxusuhr oder ein Gemälde für mehrere 10.000 Dollar kaufen, weil der Andere es einfach schön fand? Kein Problem für beide.
Das Buch ist aus Solènes Sicht geschrieben, vielleicht auch deshalb fehlte mir etwas beim Schreibstil. Der Altersunterschied ist stets präsent, aber ebenso die Anziehung zwischen den beiden. Leider baut sich diese nur auf Körperlichkeiten auf, sodass kaum Raum für tiefere Gefühle bleibt. Sobald ein Probleme auftaucht, landen die beiden wieder im Bett. So geht es bis zum Schluss, es ist ein Hin und Her zwischen ihnen.
Irgendwann ist Solène mir richtiggehend auf die Nerven gegangen und wurde zunehmend unsympathischer. Sie möchte kaum Gefühle zulassen und handelt viel zu oft unreif und überstürzt. Während Hayes sich Mühe gibt, selbst für ihre Tochter da ist, ihr die Lage empathisch und ruhig erklärt, schafft es Solène nicht, sich eine Beziehung mit Zukunft aufzubauen.
Das Ende konnte mich leider auch nicht wirklich überzeugen auch wenn es mehr Dynamik und Emotionen beinhaltet als der Rest des Buches.

Für mich ein oberflächlicher und von Körperlichkeit geprägter Roman, der trotz ganz gutem Settings viele Schwächen hat und die Emotionen und das Thema des großen Altersunterschieds nicht genügend ausbaut.

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Veröffentlicht am 26.08.2024

Traum oder Trauma?

Ministerium der Träume
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Nushin stirbt unerwartet und hinterlässt ihre Tochter Parvin und ihre Schwester Nasrin fassungslos. Die Polizei sagt, es war ein tragischer Unfall, aber daran glaubt Nasrin nicht. Sie kümmert sich nun ...

Nushin stirbt unerwartet und hinterlässt ihre Tochter Parvin und ihre Schwester Nasrin fassungslos. Die Polizei sagt, es war ein tragischer Unfall, aber daran glaubt Nasrin nicht. Sie kümmert sich nun um die Tochter, die im Jugendalter ist und beide kämpfen mit dem Verlust. Nasrin ist queer und arbeitet als Türsteherin in einer Disco. Parvin meint, dass Nushin auch einem Anschlag zum Opfer gefallen sein könnte und ihr Tod kein Zufall ist. In Rückblenden wird klar, warum sie diesen Verdacht hat und dass er nicht von der Hand zu weisen ist.

Der Klappentext und der Prolog haben mir sehr gut gefallen, aber ich hätte aufgrund dessen etwas anderes erwartet.
Der Schreibstil hat mir nicht sonderlich gefallen, zu oft wird vulgäre Sprache und Jugendsprache benutzt. Nasrin wird sehr gut beschrieben und man kann man sich in ihre Gefühlslage hinein fühlen. Allgemein waren aber sowohl die Charaktere als auch die Handlung meist vorhersehbar. Die Charaktere könnten für meinen Geschmack mehr Tiefe vertragen, da sie viel Potenzial für Komplexität beinhalten.
Der Roman beinhaltet viele wichtige Themen wie die Suche nach der eigenen Identität, Verlust, Familienprobleme und politische Debatten. Für mich sind sie gut angerissen worden, aber es fehlte mir an Tiefe und Spannung. Das letzte Drittel hat mehr an Fahrt aufgenommen, das Ende jedoch hat mich ratlos und verwirrt zurück gelassen.

Das Buch hat einige interessante Stellen und auch die Hauptfigur Nasrin wird gut beschrieben. Mir fehlt jedoch die Spannung und der Tiefgang in der Geschichte, sodass ich das Buch nur eingeschränkt empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 07.07.2024

Unterhaltsame Liebeskomödie mit wenig Tiefgang

An dir führt kein Weg vorbei
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Marina ist Anfang dreißig und verfolgt einen Fünf-Jahres-Plan: sie möchte die langersehnte Beförderung, einen Mann und Kinder. Davon erreicht hat sie zu Beginn des Buches noch nichts und entwickelt daher ...

Marina ist Anfang dreißig und verfolgt einen Fünf-Jahres-Plan: sie möchte die langersehnte Beförderung, einen Mann und Kinder. Davon erreicht hat sie zu Beginn des Buches noch nichts und entwickelt daher eine App, in der Frauen ihre Dates mit Männern bewerten können. Verbissen arbeitet sie sich im Date-Dschungel voran mit ernüchternden Ergebnissen und sortiert daher akribisch potenzielle Nieten aus.
Dann taucht in ihrem Büro Lucas auf, der bislang remote gearbeitet hat. Zusammen sollen sie Freizeitaktivitäten testen, die die Firma online anbietet. Lucas ist Marina höchst unsympathisch, denn auch er strebt dieselbe Beförderung im Unternehmen an. Trotz aller Antipathie Lucas gegenüber kommen sich die beiden "Erzfeinde" näher, obwohl er ihr größter Konkurrent ist und so gar nicht in ihren Plan passt.

Von Lauren Forsythe habe ich den Vorgängerroman nicht gelesen. Vor allem das Cover hat mich angesprochen mit seinen guten Farben und die Leseprobe versprach eine lustige und interessante Story.
Leider wurde ich enttäuscht, denn die Autorin "rast" durch das Buch mit seinen knapp 300 Seiten. Am Anfang begleitet man Marina durch Dates und erfährt mehr über ihren Fünf-Jahres-Plan - etwas, mit dem ich mich zumindest teilweise auch identifizieren kann, da ich im gleichen Alter bin und die Dinge (wie wahrscheinlich bei den meisten von uns) meistens nicht nach Plan verlaufen. Auch als sie Lucas zum ersten Mal im Büro kennenlernt, war ich noch gut in der Geschichte drin. Ab dann ist es für mich allerdings zunehmend abgeflacht und die Geschichte wurde immer vorhersehbarer ohne Wendungen und wenig Tiefgang. Das ist wahrscheinlich auch der Erzählperspektive aus der Sicht Marinas geschuldet. Wir erfahren alles aus ihrer Sicht und hier hat mir die Tiefe und haben mir Beschreibungen gefehlt. Einige Kapitel aus der Sicht von Lucas oder Marinas Freundinnen hätten mich hier sicherlich mehr abgeholt.
Allgemein ist die Geschichte vorhersehbar, was ich nicht schlimm finde, für mich hätten nur Details mehr herausgearbeitet werden können. Grob betrachtet spielt sich die Geschichte innerhalb weniger Tage ab und ein langsames Kennenlernen und Annähern der beiden findet hier kaum statt. Mir wurden zu viele Klischees bedient und ohne Leserunde hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht beendet. Ab der Hälfte war ich regelrecht genervt von Marinas Hin und Her ihrer Gefühle und auch der Epilog konnte mich nicht mehr versöhnlich stimmen.
Der Erzählstil hat mir ganz gut gefallen, auch wenn es zu viel aus der subjektiven Sicht Marinas beschrieben wird.

Ich empfehle die Lektüre allen, die ein Buch lesen möchten, dass sich schnell weglesen lässt und das man gut z.B. im Urlaub lesen kann ohne groß nachzudenken. Zu viel erwarten sollte man von der Geschichte allerdings nicht, aber es ist ein ganz gutes Buch für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Wirr, verstörend und absurd - konnte mich leider gar nicht erreichen

Es war nicht anders möglich
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Martina ist Mitte dreißig, lebt in Berlin und ist arbeitslos. Sie lebt in den Tag hinein und verbringt viel Zeit in verschiedenen Kneipen, wo sie meist mehr Alkohol trinkt, als ihr gut tut. Als ihr Vater ...

Martina ist Mitte dreißig, lebt in Berlin und ist arbeitslos. Sie lebt in den Tag hinein und verbringt viel Zeit in verschiedenen Kneipen, wo sie meist mehr Alkohol trinkt, als ihr gut tut. Als ihr Vater stirbt, an den sie kaum Erinnerungen hat und der sich kaum gekümmert hat, als er sie und ihre Mutter verließ, stürzt Martina in ein Loch, das sie versucht, zu erklären. Wie konnte das alles so weit kommen, fragt sich Martina.

Das Cover hat mich erstmal neugierig gemacht und auch der Klappentext versprach eine tiefgründige Geschichte - ich konnte mir der Geschichte allerdings gar nichts anfangen.
Martina erzählt aus der Ich-Perspektive und man ist live "in" ihren Gedanken. Was spannend und aufschlussreich sein könnte, ist schon von Beginn an verwirrend und verstörend. Am Anfang wird noch Martinas Schmerz über den Verlust ihres Vaters deutlich und wie sie versucht, dies aufzuarbeiten. Auch die Kneipengespräche mit Bekannten und Fremden waren teilweise gut zu lesen, stellen sie die Belanglosigkeit und das Vorbeiziehen der Gedanken gut dar. Martina als Erzählerin ist vor allem anstrengend, sie beschreibt ihre wirren Gedanken, die keinem Muster folgen und sehr oft fehlte mir der rote Faden, alles wirkt zusammenhanglos. Sie versinkt zunehmend in Alkohol und Drogen, zwischendurch liest man Briefe an ihren toten Vater, am Ende landet sie in der Psychiatrie. Eine wirkliche Handlung gibt es nicht, irgendwann habe ich mich nur noch durch die Geschichte "gequält". Auch die Ausdrücke und Gedanken, die Martina mitteilt, sind teilweise mehr als eklig und verstörend.

Der Schreibstil ist meist experimentell und anders, inhaltlich konnte mich die Geschichte überhaupt nicht abholen. Der Klappentext ist für mich irreführend geschrieben, eine Suche und Auseinandersetzung mich sich selbst konnte ich nicht entdecken, der Wahrheit ist Martina auch nicht begegnet. Von mir gibt es leider keine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Unklare Handlung mit undurchsichtigen Charakteren - ich habe leider keinen Zugang gefunden

Arctic Mirage
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Das Ehepaar Karo und Risto macht Urlaub in einer einsamen und verschneiten Gegend Lapplands. Bei einem Autounfall werden beide verletzt, haben aber Glück und können in einem Hotel namens "Arctic Mirage" ...

Das Ehepaar Karo und Risto macht Urlaub in einer einsamen und verschneiten Gegend Lapplands. Bei einem Autounfall werden beide verletzt, haben aber Glück und können in einem Hotel namens "Arctic Mirage" unterkommen. Das luxuriöse Resort bietet viel Komfort, doch in der verschneiten Idylle kommt das Düstere in der Beziehung von Karo und Risto immer mehr zum Vorschein und die Geschichte nimmt einen undurchsichtigen und fatalen Lauf.

Ich war sehr gespannt auf das Buch, da es bereits den Helsingin-Sanomat-Literaturpreis gewonnen hat. Das Cover wirkt auf mich unscheinbar, repräsentiert aber gut die einsame Landschaft Lapplands.
Die erste Seite des Buches hat es direkt in sich: mit einem Paukenschlag wird das Ende quasi vorweggenommen, danach setzt die Geschichte sich vom Anfang an chronologisch fort. Diese Erzählweise fand ich am Anfang sehr spannend, da man genau weiß, wohin die Geschichte führen wird. Danach jedoch flacht die Handlung immer mehr ab. Scheinbar unwichtige Nebenfiguren werden detailliert beschrieben und charakterisiert wie der Arzt im Hotel, der Karo und Risto behandelt oder die Rezeptionistin. Zwischen Karo und Risto ist stets eine Spannung zu spüren, die sich immer mehr verdichtet. Auch das Kennenlernen der beiden und einige andere Punkte aus der Vergangenheit werden thematisiert. Die Handlung bleibt mir dabei fremd, man hangelt sich von einer Unwichtigkeit zur nächsten. Der Erzählstil bleibt dabei ebenso verworren und undurchsichtig wie die Handlung. Leider wird auch die tolle Landschaft nicht wirklich beschrieben, gerade da hätte ich mir viel mehr Beschreibungen gewünscht, welche zur Atmosphäre beigetragen hätten.
Ich habe leider gar keinen Zugang zur Geschichte gefunden und die Handlung, Charaktere und Beschreibungen bleiben mir fremd.

Von mir gibt es leider keine Empfehlung, ich habe viel vom Buch erwartet, wurde aber leider enttäuscht.

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