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Veröffentlicht am 05.11.2024

Morgenland

Morgenland
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Lilya Wasserfall lebt in Palästina. Ihre Eltern sind aus Deutschland geflohen und sie sieht sich im Widerstand gegen die englischen Besatzer. Sie bereitet sich auf einen großen Kampfeinsatz vor und wird ...

Lilya Wasserfall lebt in Palästina. Ihre Eltern sind aus Deutschland geflohen und sie sieht sich im Widerstand gegen die englischen Besatzer. Sie bereitet sich auf einen großen Kampfeinsatz vor und wird enttäuscht, denn sie erhält den Befehl, sich in Deutschland nach einem angeblich toten Wissenschaftler umzusehen. Elisas Lind glaubt nicht, dass sein Bruder Raphael Lind in Deutschland gestorben ist. Und so muss Lilya ihren Plan von einem bewaffneten Widerstand gegen England vergessen. Statt dessen fliegt sie 1946 über London nach Deutschland auf der Suche nach einem (vielleicht) Toten.

Ich hatte mich auf das Buch gefreut. Die Zeit 1946 hat mich sehr interessiert. Die Situation der Juden in Palästina, in Europa und vor allem in Deutschland war für mich von großem Interesse. Doch das Buch hat mich letztendlich enttäuscht. Ich bin ganz schwer in die Geschichte reingekommen. Dabei kann ich nicht mal einen konkreten Grund nennen, doch die Figuren – allen vor allem Lilya – blieben für mich einfach blass. Ich hatte nicht einmal das Gefühl einer ungefähren Vorstellung der Menschen. Sie blieben irgendwie kalt. Statt dessen bin ich mehrfach beim Lesen eingeschlafen und mehr und mehr machte sich Langeweile und Enttäuschung breit. Ich kämpfte mich buchstäblich weiter – immer in der Hoffnung, dass ich irgendwie in die Geschichte reinkommen werde. Aber genau das passierte nicht. Irgendwann habe ich aufgegeben und nach etwas mehr als der Hälfte des Buches mit dem Lesen aufgehört. Das ist mir sehr lange nicht mehr passiert. Doch ich habe dazwischen noch ein nicht sehr interessantes Sachbuch gelesen, das mich mehr angesprochen hat, als dieser Roman. Aus diesem Grund habe ich mich letztendlich entschieden, meine Zeit nicht mehr mit diesem Buch zu verbringen.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Das verrückte Tagebuch des Henry Shakleford

Das verrückte Tagebuch des Henry Shackleford
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Henry ist ein 12-jähriger Sklave und wird wider Willen von John Brown aus der Sklaverei befreit und begleitet diesen eine längere Zeit. Dabei wird er aber Zwiebel genannt und für ein Mädchen gehalten. ...

Henry ist ein 12-jähriger Sklave und wird wider Willen von John Brown aus der Sklaverei befreit und begleitet diesen eine längere Zeit. Dabei wird er aber Zwiebel genannt und für ein Mädchen gehalten. Er erkennt schnell, dass er damit erst einmal bessere Chancen hat und lässt alle in dem Glauben.

Das Buch hat mich einfach nur enttäuscht. Ich hatte eine Geschichte/historischen Roman über die Hintergründe dieser Zeit und John Brown erwartet. Ich kannte diese historische Figur aus anderen Büchern, dort wurde er aber meist nur am Rande erwähnt. So freute ich mich über ein Buch, das mehr oder weniger ihn als Hauptperson hat. Doch in diesem Buch hatte ich das Gefühl, John Brown ist einfach nur ein durchgeknaller Fanatiker, der mit mehr Glück als Verstand so lange leben konnte. Man erfuht kaum etwas über die Hintergründe, auch kaum etwas darüber, warum seine Familie das so unterstützte. Auch Henry als Hauptfigur war eine Person, der ich nicht näher kommen konnte. Generell empfand ich den Stil als sehr durcheinander und teilweise auch wirr. Wenn man nicht gewusst hätte, wie es den Sklaven wirklich gegangen ist – nach dem Lesen des Buches hätte man sich gefragt, warum überhaupt eine Befreiung stattfinden sollte. Eigentlich ging es doch allen gut – sie verdienten eigenes Geld – waren froh über ihre Besitzer usw. Mehr und mehr quälte ich mich durch die Seiten und musste mich regelrecht zum Weiterlesen zwingen. Das war überhaupt kein Buch für mich.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Mystery Girl

Mystery Girl
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Samuel (Sam) Kornberg ist ein ziemlicher Loser. Er nennt sich Schriftsteller, doch seine 3 geschriebenen Bücher vergammeln im Schreibtisch. Ab und zu macht er einen Job, doch die letzten 5 Jahre hat er ...

Samuel (Sam) Kornberg ist ein ziemlicher Loser. Er nennt sich Schriftsteller, doch seine 3 geschriebenen Bücher vergammeln im Schreibtisch. Ab und zu macht er einen Job, doch die letzten 5 Jahre hat er mehr oder weniger von seiner Frau gelebt, die in der Modebranche arbeitet. Dann verlässt sie ihn und fordert als erstes, das er eine ordentliche Arbeit annehmen soll, sonst würde sie nicht zurückkommen. Er bemüht sich zumindest darum und landet bei Solar Lonsky. Er ist Privatdetektiv, verlässt aber niemals das Haus. Und so wird Sam sein Assistent. Er soll eine mysteriöse Frau beschatten, doch da geht so einiges schief …
Was sich wie eine Art lustiger Krimi anhört oder zumindest wie eine nette Geschichte, war für mich der größte Reinfall seit langer Zeit. Die ersten Seite fand ich den Stil noch ganz witzig, doch das nutzte sich sehr schnell ab. Danach quälte ich mich von Seite zu Seite und war regelmäßig in großer Versuchung, das Buch einfach in die Ecke zu schmeißen. Die Figuren sind durchweg fast alle irgendwie sehr schräg (um nicht das Wort durchgeknallt zu benutzen), die Geschichte ist unglaubwürdig und teilweise auch gähnend langweilig. Dazu kommen noch die seitenlangen Ausführungen zur Freudschen Psychologie und zu allen möglichen (vor allem älteren) Filmen und immer wieder auch viel Pornografie. Möglich, dass ich das Buch einfach nicht verstanden habe, denn in Psychologie habe ich nur Grundwissen und bei den genannten Filmen kenne ich mich kaum aus. Wenn das allerdings die Vorbedingung ist, um das Buch zu verstehen, wird es nicht viele verständige Leser finden. Für mich war es eine einzige Enttäuschung und selbst der eine Punkt dafür ist noch zu viel.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Drowning

Drowning - Tödliches Element
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Carl kommt zu sich - und kann sich an nichts mehr erinnern. Neben ihm schreit eine junge Frau entsetzt auf. Er kennt sie nicht. Nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus fühlt er sich in seinem ziemlich verwahrlosten ...

Carl kommt zu sich - und kann sich an nichts mehr erinnern. Neben ihm schreit eine junge Frau entsetzt auf. Er kennt sie nicht. Nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus fühlt er sich in seinem ziemlich verwahrlosten Zuhause völlig fremd. Die Mutter trinkt und er ist gerade 16 und erst nach und nach setzen einige Erinnerungen ein. Er war mit seinem älteren Bruder Rob und dessen Freundin Neisha am See. Warum sie ins Wasser gingen, weiß er nicht mehr - aber am Ende ist Rob tot, ertrunken. Und Neisha gerade so von ihm gerettet. Doch es blitzen immer nur Erinnerungsfetzen auf, er fühlt sich schuldig. Und immer, wenn er mit Wasser in Berührung kommt, sieht er Rob vor sich, der ihm droht.
Das Buch soll ein Thriller sein. Für mich war es eine einzige Enttäuschung. Das kleine bißchen Spannung vom Anfang verfliegt ganz schnell. Denn man hat nur das Gefühl, Carl wird verrückt und man liest die Beschreibung, wie jemand wahnsinnig wird. Aber je weiter die Geschichte vorangeht, umso unwahrscheinlicher wird alles. Auf einmal klingt es wie Fantasy. Dann gibt es ein paar "normale" Seiten und wieder verschwimmt alles in einem endlosen zähen Brei, kreist um sich selber und nervt letztendlich nur. Möglich, dass ich die Geschichte einfach nicht verstanden habe. Aber ungefähr ab der Hälfte des Buches habe ich mir damit dann auch keine Mühe mehr gegeben. Es ist schon länger her, dass ich in meinen Augen so ein schlechtes und auch sinnloses Buch gelesen habe. Ich kann es niemanden empfehlen.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Nilowsky

Nilowsky
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Markus Bäcker, 14 Jahre alt, muss von Pankow an den Stadtrand von Ostberlin umziehen, weil seine Eltern im benachbarten Chemiewerk eine gute Arbeit finden. Das ganze spielt Mitte der 70er Jahre in einer ...

Markus Bäcker, 14 Jahre alt, muss von Pankow an den Stadtrand von Ostberlin umziehen, weil seine Eltern im benachbarten Chemiewerk eine gute Arbeit finden. Das ganze spielt Mitte der 70er Jahre in einer grauen, tristen und furchtbar stinkenden Gegend. Die neue Wohnung liegt direkt an den Bahngleisen über einer heruntergekommenen Kneipe. Die Kneipe führt Nilowsky sen., der sein eigener bester Gast ist. Markus beginnt eine Art Freundschaft mit dem Sohn des Kneipers Reiner und dessen Freundin Carola, die zwar 17 ist, aber nicht älter als 13 werden will. Die Freundschaft, die diesen Namen eigentlich nicht verdient, dauert als eine eigenartige Beziehung über mehrere Jahre.
Diese Jahre beschreibt das Buch. Zwar irgendwie chronologisch, aber gleichzeitig auch völlig abgehackt und wirr. Alle Personen, auch die Nebenfiguren, sind mehr als nur ein wenig schräg und erwecken den Eindruck eines mehr oder weniger großen Irrsinns. Ich habe die ersten 100 Seiten noch irgendwie am Stück lesen können, doch je weiter das Buch fortschritt, desto mehr fragte ich mich, was das Ganze soll. War der Autor irgendwie auf einer Droge beim Schreiben? Oder musste ich erst zum Alkohol greifen, um den Inhalt des Buches zu verstehen? Mehr und mehr begann ich mich zu ärgern und war wütend, meine Zeit mit dem Buch zu verbringen. Die Beschreibung auf der Rückseite lautet: Melancholisch, witzig, schräg, beseelt, kultverdächtig! Allenfalls schräg würde ich gelten lassen als eine sehr milde Umschreibung für ziemlich viel Blödsinn in meinen Augen. Das Beste für mich an dem ganzen Buch war das Cover, den Rest werde ich ganz schnell vergessen.

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