Profilbild von raschke64

raschke64

Lesejury Star
offline

raschke64 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit raschke64 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.10.2024

Sirius

Sirius
0

Sirius ist ein kleiner Foxterrier und wird 1938 geboren. Er wächst im Haushalt der jüdischen Familie Liliencron auf und heißt erst einmal Levi. Als die Rassengesetze der Nazis immer schärfer werden, bekommt ...

Sirius ist ein kleiner Foxterrier und wird 1938 geboren. Er wächst im Haushalt der jüdischen Familie Liliencron auf und heißt erst einmal Levi. Als die Rassengesetze der Nazis immer schärfer werden, bekommt er seinen neuen Namen: Sirius. Er ist ein kleine schlauer Hund, lernt viele Kunststücke und ist überall beliebt. In letzter Minute gelingt es der Familie, nach Amerika zu emigrieren und Sirius kommt mit. Sie landen in Hollywood. Dort wird sein Herrchen Fahrer und Sirius ein berühmter Schauspieler unter dem Namen Hercules. Später kommt er sogar zum Zirkus, durch eine Verwechslung zurück nach Deutschland. Umbenannt in Hansi lernt er sogar den „Führer“ kennen …



Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen. Das Cover erinnert an ein Kinderbuch, die Schreibweise an manchen Stellen auch. Oft kurze einfache Sätze, leicht verständlich. Dabei ist es eine eher irrwitzige Geschichte mit viel schwarzem Humor und oft mehr als nur doppeltem Boden. Es gibt viele Anspielungen auf berühmte Leute dieser Zeit, auf Filme oder Handlungen. Sirius ist dabei die sympathische Hauptfigur und erlebt nahezu unmögliches. Ein ernstes Thema komisch verpackt – eine nette Idee. Trotzdem bleibt einem der Humor oft im Hals stecken.

Insgesamt hat mich das Buch aber nicht restlos überzeugt. Vielleicht war es einfach nicht meine Art von Humor, vielfach fand ich die Sachen einfach auch überzogen (Sirius „spricht“ mittels Klavier mit den Menschen).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2024

Männer wie Männer, Frauen wie Frauen

Männer wie Männer, Frauen wie Frauen
0

Finnland, ein kleines Dorf im irgendwo. Eine Bauernfamilie – die Eltern und 2 Töchter. Leena, die ältere, ist gerade 18 und noch mitten drin zwischen Kind und Frau. Sie lernt einen 36-jährigen Straßenarbeiter ...

Finnland, ein kleines Dorf im irgendwo. Eine Bauernfamilie – die Eltern und 2 Töchter. Leena, die ältere, ist gerade 18 und noch mitten drin zwischen Kind und Frau. Sie lernt einen 36-jährigen Straßenarbeiter kennen. Direkt verliebt ist sie nicht, aber es reizt sie auch irgendwie, mit ihm zusammen zu sein. Schon bald wird sie schwanger. In den 1950er Jahren natürlich eine Katastrophe. Während die Mutter noch einigermaßen vernünftig reagiert, dreht der Vater regelrecht durch. Der Mann allerdings bietet Leena immer wieder an, sich scheiden zu lassen. Leena allerdings sucht sie erst einmal eine Stellung in der Stadt …
Das Buch ist nicht sehr dick, nur knapp 270 Seiten. Beschrieben wird eigentlich eine alltägliche Geschichte. Eine junge Frau entdeckt die Männer und wird ziemlich schnell schwanger und versucht, ihr Leben allein in den Griff zu bekommen. Tausendfach schon so gelesen oder gesehen und so hat das Buch keine besonderen Höhepunkte. Das Leben in der Familie wird ausführlich beschrieben. Die Familienmitglieder werden vorgestellt, die Schwester sogar mit Namen. Alle anderen Personen im Buch haben nämlich keine Namen, nicht einmal der Kindsvater. Es heißt immer nur „der Mann“, „der Sohn“, „die Alte“ usw. So wird eine Distanz um Leena aufgebaut und auch mit ihr wurde ich nicht so richtig „warm“. Trotzdem war das Buch gut lesbar, ich habe es in einem Rutsch gelesen und mich nicht gelangweilt. Es ist ein eher ruhiges Buch. Wer einfache Geschichten – gut geschrieben – mag, dem wird dieses Buch gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2024

Der Tag, an dem ich fliegen lernte

Der Tag, an dem ich fliegen lernte
0

Luisa hat einen deutschen Vater und eine brasilianische Mutter. Kurz nach der Geburt wird sie von ihrer eigenen Mutter aus dem Fenster des Krankenhauses geworfen. Zufällig rettet sie der Engländer Fergus. ...

Luisa hat einen deutschen Vater und eine brasilianische Mutter. Kurz nach der Geburt wird sie von ihrer eigenen Mutter aus dem Fenster des Krankenhauses geworfen. Zufällig rettet sie der Engländer Fergus. Ihre Mutter verschwindet darauf und Luise wächst in der WG ihres Vaters Paul auf – zusammen mit ihrem Paten Fergus, mit Max und Ingrid. Ihre Mutter kommt gar nicht vor, nicht mal ihr Name darf erwähnt werden. Trotzdem hat sie mit der WG, Pauls Freundinnen und vor allem ihren Großeltern eine schöne Kindheit. Als sie 7 ist, fällt die WG aus verschiedenen Gründen auseinander und Luisa und Paul beschließen, nach Brasilien zu fahren und Aza zu suchen.

Das Buch ist dreigeteilt. Anfangs wird aus der Ich-Perspektive von Luisa ihre Geburt und ihr Aufwachsen in der WG erzählt. Das ist teilweise – auch unfreiwillig – komisch, wenn ein ein Tage altes Baby „berichtet“. Und obwohl aus Sicht des Kindes geschrieben, ist der Text weder kindlich noch naiv. Der 2. Teil handelt von Auswanderern, und zwar Azas und Luisas Vorfahren, die vor gut 100 Jahren von Deutschland nach Brasilien gezogen sind und teilweise wenigstens auf Besuch zurückgekommen sind. Der Schluss wiederum handelt von der Suche nach Luisas Mutter in Brasilien.
Mir fällt eine Beurteilung des Buches insgesamt schwer. Es war gut und flüssig lesbar und nicht langweilig. Aber ich hatte keine Sekunde das Gefühl, ich MUSS jetzt weiterlesen. Ich konnte auf jeder Seite aufhören und wieder einsteigen, aber es gab keinen Drang danach. Für mich die einzige Spannung im Buch war eigentlich nur, warum Aza ihr Kind aus dem Fenster geworfen hat bzw. ob es dazu eine Erklärung gibt. Ansonsten war es eine nette Familiengeschichte, die irgendwie so dahin plätscherte. Wenn ich das Buch mit einem Wort beschreiben müsste, wäre das „nett“. Meine Empfehlung: Man kann es lesen, aber wenn man es nicht tut, hat man für mein Dafürhalten nicht wirklich viel versäumt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2024

Sommer der Wahrheit

Sommer der Wahrheit
0

Sommer der Wahrheit von Nele Neuhaus ist der erste Teil ihrer Sheridan Grant Trilogie. Anfangs hat sie die Bücher unter dem Pseudonym Nele Löwenberg geschrieben. Doch zum erscheinen ihres neusten und den ...

Sommer der Wahrheit von Nele Neuhaus ist der erste Teil ihrer Sheridan Grant Trilogie. Anfangs hat sie die Bücher unter dem Pseudonym Nele Löwenberg geschrieben. Doch zum erscheinen ihres neusten und den dritten Teils hat man sich entschieden auch die ersten beide Teile neuaufzulegen und dies unter dem Namen Neuhaus. Ich kenne Nele Neuhaus hauptsächlich durch ihre Taunus Krimis aber auch diese Buch hat sich gut lesen lassen. Es ist ein unterhaltsamer Roman der tiefgründig ist und geheime Familiengeheimise offenbart.

1994 Sheridan lebt bei ihrer Adoptivfamilie auf einer Farm in Nebraska. Während sie von ihrem Vater geliebt wird sie umso mehr von ihrer Adotivmutter gehasst. Diese führt ein strenges Regime auf der Farm und behandelt Sheridan alles andere als freundlich. Auch einer ihrer Brüder misshandelt Sheridan und attackiert sie immer wieder. Sheridan flieht daraufhin immer wieder aus dem Haus um ihren Frieden zu finden. Dabei stößt sie auf ein altes Geheimnis rund um ihre verstorbene Mutter und ihrer Adoptiveltern.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und leicht. Ich bin gut in die Geschichte rein gekommen. Ich konnte mir die Farm und die Umgebung sehr gut vorstellen. Auch die Protagonisten sind sehr authentisch beschrieben. So hat man mit Sheridan gelitten und gefiebert. Durch die verschiedensten Situationen und Gegebenheiten wird ein hoher Spannungsbogen aufgebaut und auch gehalten.

Das Buch ist tiefgründig und auch Sheridans leben ist alles andere als einfach. Sie macht einiges durch, wenn man ihr Alter betrachtet fand ich dies teilweise aber sehr konstruiert und unrealistisch. Einerseits ist sie etwas naiv und unbedarft auf der anderen Seite wirkt sie sehr reif und erfahren. Was mir auch nicht gefallen hat war ihre ziemlich häufigen und sehr extremen sexuellen Aktivitäten. So hat sie mit 15-17 Jahren mehrere Affären und benutzt ihr gutes Aussehen um älteren Männern den Kopf zu verdrehen. Dies ist für meinen Geschmack völlig unnötig und auch unpassend. Für mich wäre das Buch auch gut ohne die Bettgeschichten ausgekommen.

Nele Neuhaus hat hier eine Geschichte rund um Erniedrigung, altmodische Ansichten, Familiengeheimise und doch auch Liebe geschrieben. Auch wenn ich einiges zu konstruiert und zu unwahrscheinlich fand, hat mich das Buch doch gut unterhalten und auch berührt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2024

Dreimal schwarzer Kater

Dreimal schwarzer Kater (Roussillon-Krimi 1)
0

Südfrankreich – in Perpignon herrscht Sommerhitze. Da wird die Leiche einer jungen Holländerin auf einem Campingplatz von einem Rentner gefunden. Die Polizei ermittelt. Gleichzeitig wird eine weitere junge ...

Südfrankreich – in Perpignon herrscht Sommerhitze. Da wird die Leiche einer jungen Holländerin auf einem Campingplatz von einem Rentner gefunden. Die Polizei ermittelt. Gleichzeitig wird eine weitere junge Holländerin vermisst und auch ein Taxifahrer. Scheinbar haben die Fälle nichts miteinander zu tun und Inspecteur Gilles Sebag beginnt, mit seinen Kollegen zu ermitteln. Sie stellen schnell fest, dass die beiden Vermißten sich zumindest kannten. Trotzdem ist Sebag der Meinung, dass die Tote vom Campingplatz nicht dazu gehört. Dann wird versucht, eine weitere junge Holländerin zu entführen. Sie kann sich befreien, aber den Täter nicht wirklich erkennen. Die Polizei tappt auf der Stelle und die Ermittlungen stocken. Gleichzeitig hat Sebag zu Hause Probleme. Es sind Ferien. Seine Kinder sind weggefahren, seine Frau auf eine Kreuzfahrt und er vermutet, dass sie einen Liebhaber hat. Er hat nicht so viel Urlaub und muss zu Hause bleiben. Und der Täter meldet sich und treibt sein Spiel mit der Polizei …

Mich hat das Buch insgesamt enttäuscht. Die Such nach dem Mörder nimmt nur einen verschwindend kleinen Teil ein und oft habe ich mich gefragt, was die Polizei da wirklich macht. Die Aufklärung erfolgt zum großen Teil über das „Bauchgefühl“ und „Eingebungen“ von Sebag. Gleichzeitig herrscht unter den Polizisten zum Teil großer Neid und starkes Konkurrenzdenken, aber keine Teamwork. All das hätte man aber auf nur ganz wenigen Seiten abhandeln können. Der größte Teil es Buches handelt von der familiären Situation von Sebag – seitenweise Auslassungen über seine Kinder, noch mehr über sein Liebesleben und die echten und eingebildeten Probleme mit seiner Frau. Ganz nett zu lesen, aber irgendwie auch zäh und für mich viel zu ausführlich für einen Krimi. So kam für mich während des gesamten Buches überhaupt keine Stimmung auf und mir war es dann irgendwie egal, wer der Täter ist.
Auf der Buchrückseite steht, dass dieses Buch der Beginn einer „neuen hinreißenden Krimiserie“ sein soll. Hinreißend ist für mich etwas anderes und ich bin eher abgeneigt, davon einen 2. Teil zu lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere