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Veröffentlicht am 18.10.2024

Sommer der Wahrheit

Sommer der Wahrheit
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Sommer der Wahrheit von Nele Neuhaus ist der erste Teil ihrer Sheridan Grant Trilogie. Anfangs hat sie die Bücher unter dem Pseudonym Nele Löwenberg geschrieben. Doch zum erscheinen ihres neusten und den ...

Sommer der Wahrheit von Nele Neuhaus ist der erste Teil ihrer Sheridan Grant Trilogie. Anfangs hat sie die Bücher unter dem Pseudonym Nele Löwenberg geschrieben. Doch zum erscheinen ihres neusten und den dritten Teils hat man sich entschieden auch die ersten beide Teile neuaufzulegen und dies unter dem Namen Neuhaus. Ich kenne Nele Neuhaus hauptsächlich durch ihre Taunus Krimis aber auch diese Buch hat sich gut lesen lassen. Es ist ein unterhaltsamer Roman der tiefgründig ist und geheime Familiengeheimise offenbart.

1994 Sheridan lebt bei ihrer Adoptivfamilie auf einer Farm in Nebraska. Während sie von ihrem Vater geliebt wird sie umso mehr von ihrer Adotivmutter gehasst. Diese führt ein strenges Regime auf der Farm und behandelt Sheridan alles andere als freundlich. Auch einer ihrer Brüder misshandelt Sheridan und attackiert sie immer wieder. Sheridan flieht daraufhin immer wieder aus dem Haus um ihren Frieden zu finden. Dabei stößt sie auf ein altes Geheimnis rund um ihre verstorbene Mutter und ihrer Adoptiveltern.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und leicht. Ich bin gut in die Geschichte rein gekommen. Ich konnte mir die Farm und die Umgebung sehr gut vorstellen. Auch die Protagonisten sind sehr authentisch beschrieben. So hat man mit Sheridan gelitten und gefiebert. Durch die verschiedensten Situationen und Gegebenheiten wird ein hoher Spannungsbogen aufgebaut und auch gehalten.

Das Buch ist tiefgründig und auch Sheridans leben ist alles andere als einfach. Sie macht einiges durch, wenn man ihr Alter betrachtet fand ich dies teilweise aber sehr konstruiert und unrealistisch. Einerseits ist sie etwas naiv und unbedarft auf der anderen Seite wirkt sie sehr reif und erfahren. Was mir auch nicht gefallen hat war ihre ziemlich häufigen und sehr extremen sexuellen Aktivitäten. So hat sie mit 15-17 Jahren mehrere Affären und benutzt ihr gutes Aussehen um älteren Männern den Kopf zu verdrehen. Dies ist für meinen Geschmack völlig unnötig und auch unpassend. Für mich wäre das Buch auch gut ohne die Bettgeschichten ausgekommen.

Nele Neuhaus hat hier eine Geschichte rund um Erniedrigung, altmodische Ansichten, Familiengeheimise und doch auch Liebe geschrieben. Auch wenn ich einiges zu konstruiert und zu unwahrscheinlich fand, hat mich das Buch doch gut unterhalten und auch berührt.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Dreimal schwarzer Kater

Dreimal schwarzer Kater (Roussillon-Krimi 1)
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Südfrankreich – in Perpignon herrscht Sommerhitze. Da wird die Leiche einer jungen Holländerin auf einem Campingplatz von einem Rentner gefunden. Die Polizei ermittelt. Gleichzeitig wird eine weitere junge ...

Südfrankreich – in Perpignon herrscht Sommerhitze. Da wird die Leiche einer jungen Holländerin auf einem Campingplatz von einem Rentner gefunden. Die Polizei ermittelt. Gleichzeitig wird eine weitere junge Holländerin vermisst und auch ein Taxifahrer. Scheinbar haben die Fälle nichts miteinander zu tun und Inspecteur Gilles Sebag beginnt, mit seinen Kollegen zu ermitteln. Sie stellen schnell fest, dass die beiden Vermißten sich zumindest kannten. Trotzdem ist Sebag der Meinung, dass die Tote vom Campingplatz nicht dazu gehört. Dann wird versucht, eine weitere junge Holländerin zu entführen. Sie kann sich befreien, aber den Täter nicht wirklich erkennen. Die Polizei tappt auf der Stelle und die Ermittlungen stocken. Gleichzeitig hat Sebag zu Hause Probleme. Es sind Ferien. Seine Kinder sind weggefahren, seine Frau auf eine Kreuzfahrt und er vermutet, dass sie einen Liebhaber hat. Er hat nicht so viel Urlaub und muss zu Hause bleiben. Und der Täter meldet sich und treibt sein Spiel mit der Polizei …

Mich hat das Buch insgesamt enttäuscht. Die Such nach dem Mörder nimmt nur einen verschwindend kleinen Teil ein und oft habe ich mich gefragt, was die Polizei da wirklich macht. Die Aufklärung erfolgt zum großen Teil über das „Bauchgefühl“ und „Eingebungen“ von Sebag. Gleichzeitig herrscht unter den Polizisten zum Teil großer Neid und starkes Konkurrenzdenken, aber keine Teamwork. All das hätte man aber auf nur ganz wenigen Seiten abhandeln können. Der größte Teil es Buches handelt von der familiären Situation von Sebag – seitenweise Auslassungen über seine Kinder, noch mehr über sein Liebesleben und die echten und eingebildeten Probleme mit seiner Frau. Ganz nett zu lesen, aber irgendwie auch zäh und für mich viel zu ausführlich für einen Krimi. So kam für mich während des gesamten Buches überhaupt keine Stimmung auf und mir war es dann irgendwie egal, wer der Täter ist.
Auf der Buchrückseite steht, dass dieses Buch der Beginn einer „neuen hinreißenden Krimiserie“ sein soll. Hinreißend ist für mich etwas anderes und ich bin eher abgeneigt, davon einen 2. Teil zu lesen.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Moin

Moin
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Böris Kröger ist in einem kleinen Nest am Oderhaff Polizist. Seine zwei Kollegen sind ständig beim Angeln oder beim Hausbau. So bleibt „alle“ Arbeit an ihm hängen – doch die besteht allenfalls aus gestohlenen ...

Böris Kröger ist in einem kleinen Nest am Oderhaff Polizist. Seine zwei Kollegen sind ständig beim Angeln oder beim Hausbau. So bleibt „alle“ Arbeit an ihm hängen – doch die besteht allenfalls aus gestohlenen Handtaschen oder weggelaufenen Hunden. So halten sich die Anstrengungen in Grenzen. Und er hat Zeit, mit seinem Freund in See zu stechen – um seine ausgeprägte Seekrankheit zu bekämpfen. Denn darunter leidet er stark und schwimmen kann er auch nicht. Doch die beschauliche Ruhe hat ein Ende. Zuerst steht das Dorffest an und Kröger wird vom Bürgermeister zu einer Vorführung verdonnert. Danach findet sich eine Yacht ohne Skipper, dafür voll mit Ratten. Dann taucht die berühmte Krimischriftstellerin Dora Pan auf und will Kröger bei der täglichen Arbeit begleiten. Und zu guter Letzt gibt es einen Toten – ganz nebenbei hat Kröger noch Stress mit seiner Oma … alles doch ein bißchen viel auf einmal.

Das Buch nennt sich nicht Kriminalroman und das ist gut so. Denn auch wenn es um Polizei und um Tote geht – ein Krimi ist es wirklich nicht. Statt dessen hätte es richtig witzig werden können – wenn, ja wenn es nicht in so vielen Details der erfolgreichen Serie von Rita Falk ähnelt. Auch dort kämpft ein Dorfpolizist mit widrigen Umständen, seiner Oma, diversen eigenartigen Dorfbewohnern und schwierigen Fällen. Was bei Rita Falk aber eben das Original ist, wirkt dieses Buch wie der 3. oder 4. Abguss davon. Es gibt einfach zu wenig eigene Einfälle und nur das Verlegen der Geschichte in den Norden reicht nicht wirklich. Einzig das Ende und die Auflösung des Falls ist dann eine gute Idee. Alles andere war für mich einfach zu überzogen.

Mein Fazit: wer nie eins der Bücher von Rita Falk gelesen hat, wird sicher viel Spaß an diesem Buch haben. Wer die Bücher kennt, ist wohl eher enttäuscht.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Als der Sommer eine Farbe verlor

Als der Sommer eine Farbe verlor
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Eine nicht ganz "normale" Familie – der Vater ist Nervenarzt, die Mutter Malerin mit französischen Wurzeln und mit einigen Problemen. Die Kinder Marcel und Benedicte sind gewöhnt, dass die Mutter einige ...

Eine nicht ganz "normale" Familie – der Vater ist Nervenarzt, die Mutter Malerin mit französischen Wurzeln und mit einigen Problemen. Die Kinder Marcel und Benedicte sind gewöhnt, dass die Mutter einige Besonderheiten macht. Oft die Oma da. Doch dann findet Benedicte ihre Mutter inmitten von Blut. Sie hat einen Selbstmordversuch gemacht – und verschwindet plötzlich aus dem Leben der Familie. Die Kinder erfahren, dass die Mutter in einem Sanatorium ist. Doch die Oma macht dem Vater viele Vorwürfe. Dann zieht die Familie ohne die Mutter von Hamburg aufs Land, der Vater wird dort Leiter einer Nervenheilanstalt. Die Kinder wollen nicht umziehen, sie verlieren ihre gewohnte Umgebung, ihre Freunde – das neue Haus ist riesig und ängstigt sie, sie vermissen die Mutter total und die Oma kann auch nicht kommen. Die Nachbarn behaupten, dass die Mutter gestorben ist. Genau erfährt man das im Laufe des Buches nicht.
Erst als der Vater mit Gertrud eine Art Kindermädchen und Haushälterin engagiert, bekommt das Leben ein wenig mehr Normalität. Marcel lernt Freunde kennen und auch Benedicte hat eine neue Freundin – Susi Engel… so versuchen sie, die Abwesenheit der Mutter zu verarbeiten und irgendwie eine normale und schöne Kindheit zu haben.
Mir fällt die Beurteilung des Buches schwer. Es war gut lesbar, trotzdem bin ich nicht ganz glücklich darüber. Leider kann ich das schlecht begründen, denn ich würde dazu zu viel vom Inhalt verraten müssen. Nur so viel: über Susi war ich total enttäuscht, auch wenn ich verstehe, warum es diese Person im Buch geben muss. Insgesamt ließ das Buch für mich einfach zu viele Fragen offen, das ist etwas, was ich nicht mag bei einem Buch. Ich möchte zumindest am Ende ein Art Klarheit. Es ist eine schöne Beschreibung einer ungewöhnlichen Kindheit, einer Entwicklung von einem teilweise traumatisierten Mädchen zu einer doch glücklichen Jugendlichen.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Rabenschwestern

Rabenschwestern
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Die bekannte Fotografien Hanna wird von ihrem Mann als vermisst gemeldet. Kommissarin Franza beginnt mit ihrem Team zu ermitteln. Doch kurze Zeit später wird die Töpferin Gertrud ermordet aufgefunden. ...

Die bekannte Fotografien Hanna wird von ihrem Mann als vermisst gemeldet. Kommissarin Franza beginnt mit ihrem Team zu ermitteln. Doch kurze Zeit später wird die Töpferin Gertrud ermordet aufgefunden. Bei der Recherche wird schnell klar. Hanna und Gertrud waren Schwestern – wenn auch nur Adoptivschwestern. Hanna war in die Familie aufgenommen worden, hatte aber schon bald Gertrud in allem überflügelt. Eine Rivalität machte sich breit, die besonders zum Ausbruch kam, als sie Tonio kennenlernten. Doch dann gab es einen Unfall und Hanna war für lange Zeit unauffindbar und mied jeden Kontakt mit ihrer Familie. Bis sie wieder auftaucht und Gertrud tot ist …
Die Geschichte hätte richtig gut werden können. Mich hat sie enttäuscht. Das Buch war gut lesbar, aber irgendwie habe ich mich nicht wirklich damit anfreunden können. Es gibt einige Verdächtigte und die Polizei ermittelt auch. Allerdings nimmt ein Großteil des Buches das Privatleben von Franza ein – ihr Freund, ihr Ex-Mann, ihre Internetbekanntschaft. Das wird mehr als ausführlich dargestellt. Außerdem gibt es viele Kapitel in der Ich-Form und jedes Mal musste man eine Weile raten – spielt das Kapitel nun gerade in der Vergangenheit oder Gegenwart, welche Person ist gerade der Ich-Erzähler. Mit der Zeit hat mich das ermüdet und zum Teil gelangweilt bis genervt. Irgendwann war es mir dann eigentlich egal, wer der Täter ist – ich wollte nur noch mit dem Buch zu Ende kommen. Und auch wenn der Täter am Ende überrascht, wirklich herausgerissen hat es das Buch dann für mich nicht mehr. Alles in allem hat mich das 2. Buch der Autorin nicht überzeugt.

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