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Veröffentlicht am 18.10.2024

Waidmannstod

Waidmannstod
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Kommissar Daniel Voss kehrt nach dem Tod seines Vaters zurück in die Heimat, und zwar in die Mark Brandenburg. Er kommt in seinem alten Zuhause unter und wohnt im Kinderzimmer. Seine Mutter ist pflegebedürftig ...

Kommissar Daniel Voss kehrt nach dem Tod seines Vaters zurück in die Heimat, und zwar in die Mark Brandenburg. Er kommt in seinem alten Zuhause unter und wohnt im Kinderzimmer. Seine Mutter ist pflegebedürftig und wird von der Polin Maja betreut. Voss kommt sich etwas komisch vor, als er Chef der Mordkommission wird und in seinem „Heimatwald“ nach einer Jagd ein Toter entdeckt wird. Bestialisch zugerichtet. Die Ermittlungen gehen bald in Richtung Waldverkäufe, um dort Windkraftanlagen zu errichten. Nicht alle sind damit einverstanden. Und bald gibt es einen 2. Toten – den Landrat. Auch er scheint wohl in die Verkäufe und die Windkraft“mafia“ verwickelt zu sein. Bei den Ermittlungen hat Voss einen Verdächtigen nach dem anderen, doch er kommt nicht recht vorwärts…
Der 1. Fall von Kommissar Voss hat mir gut gefallen. Voss ist ein Kommissar mit einigen Macken, mit Ecken und Kanten – trotzdem nicht übertrieben dargestellt. Er ist eigentlich ein Einzelgänger und muss jetzt erst lernen, als Chef für ein Team zuständig zu sein. Zumal ihm sein direkter Untergebene ziemlich nervt. Auch zu Hause hat er es nicht leicht mit seiner Mutter und Maja ist auch ziemlich neugierig und würde ihm gern helfen. Das Buch ist ein ganz solider Krimi. Mord – Ermittlungen – Irrtum – weitere Ermittlungen. Es ist gut geschrieben und macht Spaß beim Lesen. Auch durch die Figur Maja. Die Spannung hält sich etwas in Grenzen, weil auch oft ziemlich weitläufig über Brandenburg und die Menschen berichtet wird. Mir hat das allerdings gut gefallen, weil es wirklich die Realität abgebildet hat, ohne größere (Be)Wertungen bzw. Verurteilungen. Das Ende ist, was den Mörder angeht, nicht völlig überraschend, das Motiv jedoch sehr.
Zusammenfassend ist es für mich ein gutes Buch, was ich uneingeschränkt weiterempfehlen würde. Ich freue mich schon auf den (hoffentlich bald erscheinenden) 2. Fall.
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Veröffentlicht am 18.10.2024

Asphaltengel

Asphaltengel
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Finnland in der Gegenwart. Eigentlich eine fast ganz „normale“ Familie: Mutter, Vater und 2 Töchter. Nur der Vater ist aus dem Maghreb eingewandert und Muslim. Die Mutter ist Finnin und zum Islam übergetreten. ...

Finnland in der Gegenwart. Eigentlich eine fast ganz „normale“ Familie: Mutter, Vater und 2 Töchter. Nur der Vater ist aus dem Maghreb eingewandert und Muslim. Die Mutter ist Finnin und zum Islam übergetreten. Mehr und mehr entwickelt sie sich zu einer fanatischen Muslima, die viel strenger als der Vater die Gebote des Koran einhält und auch überwacht. Alles wird verboten: Fernsehen, die Familienfotos aus früheren Zeiten, Bekleidung … Die Töchter leiden sehr unter den vielen Verboten und dem Streit zwischen den Eltern. Die ältere Samira zieht mit 18 aus. Die jüngere Leila erlebt das Drama zu Hause und in der Schule – zu Hause die strenge Mutter, in der Schule die Ausgrenzung, weil sie anders aussieht, andere Sachen trägt, nicht „in“ ist.
Asphaltengel werden muslimische Mädchen genannt, die an ihrer Familie oder der Umwelt zerbrechen und sich dann irgendwo herunterstürzen. Und auch Samira scheint so ein Asphaltengel zu sein, als sie am Fuße einer Treppe schwerverletzt gefunden wird …
Das Buch hat mich beeindruckt. Ich habe es fast in einem Zug durchgelesen und dann erschrocken festgestellt, wie sehr ich darüber die Zeit vergessen habe. Dabei ist der Inhalt einesteils schockierend in der Brutalität der Jugendlichen untereinander, in der Ausgrenzung, teilweise dem Hass. Auf der anderen Seite beschreibt es aber – ohne erhobenem Zeigefinger – wunderbar die Probleme, die zwischen den unterschiedlichen Kulturen entstehen, die Probleme die junge (nicht nur) muslimische Mädchen beim Aufwachsen haben. Der Spagat zwischen ihrer Religion und den Anforderungen zu Hause und der modernen europäischen Welt mit der Offenheit und den anderen Sitten in der Gesellschaft, bei Freunden, in der Schule. Es wirbt für viel mehr Toleranz und Verständnis und sollte von vielen – auch jungen Leuten – gelesen werden.
Gestört hat mich nur, dass viele Ansprachen in Finnisch oder Arabisch waren und man umständlich im Glossar nachsehen musste. Dabei waren sehr viele dann Flüche oder Fäkalsprache, so habe ich das Nachschauen oft gelassen.
Davon abgesehen war es aber ein wirklich sehr gutes Buch.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Nr. 13

Nr. 13
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Köln – Kommissar Daniel Zucker sitzt im Rollstuhl und muss sich seinen Platz im Team hart erkämpfen. Eine alte Frau – verwirrt und zum Teil dement – meldet einen Mord im Haus gegenüber. Verübt soll ihn ...

Köln – Kommissar Daniel Zucker sitzt im Rollstuhl und muss sich seinen Platz im Team hart erkämpfen. Eine alte Frau – verwirrt und zum Teil dement – meldet einen Mord im Haus gegenüber. Verübt soll ihn ein Mönch haben. Das Haus ist eine Wohngemeinschaft von Pädophilen, die dort nach der Haftentlassung ein neues Leben versuchen. Zuerst findet Daniel nichts. Doch dann geschieht ein Unfall nach dem anderen. Und in einem alten jüdischen Ritualbad wird eine Frauenleiche gefunden. Es stellt sich heraus, dass alles irgendwie zusammenhängt. Und Daniel hat noch mehr Probleme, denn seine Ehe steht mehr als nur auf der Kippe …

Ich habe das Buch fast in einem Ritt durchgelesen. Schon fast von Anfang an ist eine Grundspannung vorhanden, die sich mehr und mehr aufbaut. Die Probleme eines im Rollstuhl sitzenden Kommissars in einer funktionierenden Ermittlung werden gut dargestellt. Auch die Probleme in einer entsprechenden Ehe. Alles ist sehr realistisch und die Figuren wirken überzeugend und sympathisch. Auch die Ermittlungen und die handelnden Personen bei den (Ex)Pädophilen erschienen mir sehr realistisch und nicht einfach nur schwarz-weiß gezeichnet. Es wird um Verständnis geworben, ohne sie zu dämonisieren oder zu idealisieren. Bei alle dem kommt die oben erwähnte Spannung zum Tragen – mal will weiterlesen, wissen wie es ausgeht, warum etwas passiert und wer der/die Täter sind. Insgesamt sehr gut gelungen. Ich kenne den Vorgängerband leider (noch) nicht, werde mir ihn aber jetzt besorgen.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Dinner for one, Murder for two

Dinner for one, Murder for two (Ein Pippa-Bolle-Krimi 2)
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Pippa Bolle ist auf dem Weg nach England. Sie soll in dem kleinen Ort in der Nähe von Stratford-upon-Avon das Haus ihrer Oma hüten und die Tiere versorgen. Doch ihre Familie hat das nur als Vorwand verwendet, ...

Pippa Bolle ist auf dem Weg nach England. Sie soll in dem kleinen Ort in der Nähe von Stratford-upon-Avon das Haus ihrer Oma hüten und die Tiere versorgen. Doch ihre Familie hat das nur als Vorwand verwendet, denn Pippa soll eine internationale Theatertruppe betreuen, die zum Shakespeare-Festival unter dem deutschen Regisseur Hasso von Kestring auftreten wird. Doch von Kestring entpuppt sich als regelrechtes Ekel und schikaniert die Schauspieler und den von Deutschland angereisten Reporter, wo er nur kann. Als dieser bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, stellt sich bald heraus, dass das Auto manipuliert wurde. Und dann stirbt von Kestring und jeder ist verdächtig, denn jeder hat etwas zu verbergen. Und so wird Pippa wieder mal unfreiwillig zur Ermittlerin …

Das 2. Buch über Pippa Bolle schließt nahtlos an den Vorgänger an. Wieder geschehen Morde und wieder sind die Ermittlungen eher am Rande wichtig. Im Vordergrund stehen neben Pippa diverse Tiere und skurrile Vorfälle. Dadurch bekommt das Buch einen eigenen Witz. Für richtig harte Krimifans eher ein Graus, ansonsten aber ein großer Spaß. Gut zu lesen und in diesem Fall mit viel Liebe zu England und Shakespeare geschrieben. Ich war schon 2 x in den Cotswolds und kenne auch Stratford. Beim Lesen des Buches hatte ich sofort die Bilder vor Augen und das Gefühl, ich begleite Pippa auf mir bekannten Wegen. Das Urlaubsgefühl war wieder da.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Himmelfahrt

Himmelfahrt
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Landshut versinkt im Hochwasser und überall herrscht Ausnahmezustand. Auch bei der Polizei, die im Dauereinsatz ist. Die Kommissare Peter und Flora helfen ihrem Freund beim Ausräumen des überschwemmten ...

Landshut versinkt im Hochwasser und überall herrscht Ausnahmezustand. Auch bei der Polizei, die im Dauereinsatz ist. Die Kommissare Peter und Flora helfen ihrem Freund beim Ausräumen des überschwemmten Kellers. Ansonsten gehen sie sich mehr oder weniger aus dem Weg oder streiten sich. Denn Flora ist bei Peter ausgezogen und hat ihre private Beziehung beendet. Ihr neuer Freund Vic passt Peter gar nicht. Dann wird eine Leiche gefunden. Die eines bekannten Landshuter Bauunternehmers – in einem Bordell. Der Polizeichef übergibt Flora die Aufklärung des Falls und verdonnert Peter zum Innendienst, was diesem natürlich überhaupt nicht passt. Und so macht er sich bald ziemlich eigenmächtig an die Lösung des Falles. Umso mehr, als eine Leiche nach der anderen auftaucht …
Der 2. Fall der Kommissare Peter und Flora ist auch einzeln lesbar und knüpft nur indirekt an das 1. Buch an. Die Ausnahmesituation von Landshut im Hochwasser wird sehr gut eingearbeitet. Wer selbst einmal diese Situation erlebt hat, kann das nur bestätigen. Da ist einiges anders als normal – und nicht nur das Wasser im Keller. Allerdings hat mich hier gestört, das Peter wirklich sehr im Alleingang arbeitet, was ich mir auch während eines Hochwassers so nicht vorstellen kann. Er landet für meinen Geschmack zu oft im Wasser.
Gut gelungen dagegen sind viele Dialoge, die ich oft – gewollt oder ungewollt – recht witzig fand. Die Spannung ist im ganzen Buch nicht allzu hoch, allerdings ist es auch keinesfalls langweilig. Zum Ende hin nimmt das Ganze einiges an Fahrt auf und die Lösung des Falls ist zwar nur teilweise überraschend, aber ganz gut gelungen.
Insgesamt ist das Buch wieder ein solider Krimi mit gutem Unterhaltungswert

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