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Veröffentlicht am 18.10.2024

Der Palast der Borgia

Der Palast der Borgia
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Sarah Dunant beschreibt die Geschichte der Familie Borgia von der Zeit der Papstwahl an bis zur 3. Verheiratung von Lucrezia. Das meiste spielt sich in Rom ab im dortigen Palast. Alle bekannten Figuren ...

Sarah Dunant beschreibt die Geschichte der Familie Borgia von der Zeit der Papstwahl an bis zur 3. Verheiratung von Lucrezia. Das meiste spielt sich in Rom ab im dortigen Palast. Alle bekannten Figuren der Geschichte „treten auf“. Alle wichtigen Entscheidungen werden benannt, alle Skandale erwähnt. Die Autorin versucht, die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft in das Buch einzuarbeiten. Manche Erklärungen, warum heute was gedacht wird oder wie welches Gerücht entstanden ist, sind gut gelungen. Manche sind Auslegungssache. Im Anhang kündigt sie an, eine Fortsetzung zur weiteren Geschichte der Borgias schreiben zu wollen.
Insgesamt allerdings muss ich sagen, dass ich schon mehrere Bücher über die Borgias gelesen habe und auch eine der Serien im letzten Jahr dazu gesehen habe. So gab das Buch inhaltlich für mich kaum Neues preis. Es war gut zu lesen, ich kam relativ schnell vorwärts und es war nicht langweilig. Allerdings für mich auch nicht wirklich sehr interessant. Die Autorin schreibt ÜBER die Borgias und genau deshalb konnte ich keine der Figuren irgendwie als persönlich empfinden oder eine Beziehung dazu aufbauen. Es war wie eine schöne Geschichte aus ferner Zeit. Zum Teil auch etwas märchenhaft. Wer sich bisher kaum mit den Borgias beschäftigt hat oder wer ein absoluter Fan historischer Romane, wird dieses Buch mögen. Allen anderen geht es vielleicht wie mir: das Buch ist gut lesbar, aber es bleibt nicht wirklich im Gedächtnis haften als etwas besonderes. Es ist ausgeschmückte mittelalterliche Geschichte. Das ist an sich nicht schlecht, aber mir persönlich zu wenig.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Sturmtöchter

Sturmtöchter
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Australien 1945 in einen kleinen Ort lebt die Familie Partridge. Rupert Partridge ist Maler, der nach dem Krieg allerdings so einige Probleme hat. Bei einer Ausstellung lernt er Ginger kennen. Sie ist ...

Australien 1945 in einen kleinen Ort lebt die Familie Partridge. Rupert Partridge ist Maler, der nach dem Krieg allerdings so einige Probleme hat. Bei einer Ausstellung lernt er Ginger kennen. Sie ist 16 und kommt aus einer schwierigen Familie. Die Mutter bekommt ein Kind nach dem anderen, der Vater ist entweder nicht da oder schlägt sie. Ginger bekommt von Rupert das Angebot, für ihn als Modell zu arbeiten. Sie geht darauf ein, um ihre Mutter mit dem Geld zu unterstützen. Bei Fam. Rupert wird sie erst gar nicht nett aufgenommen. Die beiden anderen Modells (alle drei werden „Flowers“) genannt sind etwas abweisend, die Frau des Malers eher neutral, die Tochter Shalimar ein völlig verwöhntes Kind. Und dann gibt es noch die eigenartige Puppenmacherin im Wald und deren Tochter. Dann wird Shalimar ermordet und Rupert für die Tat gehenkt.
Australien in der Gegenwart: Elizabeth ist Fotografin und die Enkelin von Rupert. Für einen Bildband fährt sie zum Haus ihres Großvaters und trifft dort auf Ginger. Doch die will nichts von den alten Zeiten und Rupert erzählen …

Das Buch liest sich sehr gut, es ist interessant geschrieben. Eine Familiengeschichte – etwas anders. Die Zeit um 1945, wo ein Künstler noch verrufen war, besonders wenn er mit Aktmodellen arbeitete. Die Zeit, als diese Modell als „leichte Mädchen“ verschrien waren. Die Zeit kurz nach dem 2. Weltkrieg. Alles wird gut beschrieben. Man kann sich richtig reinversetzen. Das Geschehen um die Familie baut sich nach und nach auf, die Spannung steigt an. Auch durch den Wechsel von 1945 zur Gegenwart. Man will unbedingt wissen, was damals passiert ist, warum Rupert seine Tochter ermordet hat. Was Ginger damit zu tun hat. Die Auflösung dann hat mich allerdings erstaunt und enttäuscht und erschien mir nicht realistisch, vor allen mit den nachfolgenden Folgen und Ereignissen. Glaubhaft ist dann wieder, wie das in die Gegenwart hineingewirkt hat.
Insgesamt ein gut lesbares Buch, das neben „nur“ Unterhaltung auch viele Einblicke in die Zeit von 1945 in Australien gibt. Wer Familiengeschichten mag, dem wird das Buch gefallen. Allerdings hat es noch Potential nach oben.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Tanz der Tarantel

Tanz der Tarantel
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Apulien, die südlichste Ecke von Italien, von Touristen noch nicht so entdeckt. Die Hamburgerin Elena lebt dort mit ihrem Sohn Ben bei ihrem Onkel Gigi. Bei einem örtlichen Fest zu Ehren von Santo Paolo ...

Apulien, die südlichste Ecke von Italien, von Touristen noch nicht so entdeckt. Die Hamburgerin Elena lebt dort mit ihrem Sohn Ben bei ihrem Onkel Gigi. Bei einem örtlichen Fest zu Ehren von Santo Paolo tritt eine Pizzica-Band auf. Gefeiert von den Menschen. Doch der Gründer der Band, Nicola Capone, wird danach tot von Elena in einer Kapelle gefunden. Sie selbst wird erst einmal des Mordes verdächtigt, doch Commissario Cozzoli hilft ihr. Mehr oder weniger gemeinsam versuchen sie, den Mörder zu finden …

Mir fällt die Beurteilung des Buches insofern schwer, weil es als ein Krimi angekündigt ist. Allerdings handeln die ersten 80 Seiten (also fast 1/3) ausschließlich von der Beschreibung der Landschaft und der diversen Bräuche dieser Gegend, allen voran der Kult um die Tarantel. Hier ist es der Autorin gut gelungen, die Landschaft, die Bräuche und die Menschen zu beschreiben. Man hat Bilder vor Augen und kann sich alles wunderbar vorstellen. Das Buch war gut lesbar und nicht langweilig. Was mir durchgehend an dem Krimi fehlte, war die Spannung. Es wurde so viel beschrieben und erklärt, das ich manchmal komplett aus den Augen verlor, dass es eigentlich um einen Mord und die Ermittlungen dazu geht. Jedenfalls bis weit über die Hälfte hinein. Zum Ende zu wurde die Handlung dann etwas rasanter, auch wenn für den Mörder bald zumindest eine richtige Richtung hat. Am Ende des Buches fand ich die Werbung für das Vorgängerbuch. Dieses muss man nicht gelesen haben, um den jetzigen Inhalt zu verstehen. Aber der Vorgänger war ein Roman und „Tanz der Tarantel“ war für mich über weite Strecken auch einer und kein Krimi.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Sirius

Sirius
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Sirius ist ein kleiner Foxterrier und wird 1938 geboren. Er wächst im Haushalt der jüdischen Familie Liliencron auf und heißt erst einmal Levi. Als die Rassengesetze der Nazis immer schärfer werden, bekommt ...

Sirius ist ein kleiner Foxterrier und wird 1938 geboren. Er wächst im Haushalt der jüdischen Familie Liliencron auf und heißt erst einmal Levi. Als die Rassengesetze der Nazis immer schärfer werden, bekommt er seinen neuen Namen: Sirius. Er ist ein kleine schlauer Hund, lernt viele Kunststücke und ist überall beliebt. In letzter Minute gelingt es der Familie, nach Amerika zu emigrieren und Sirius kommt mit. Sie landen in Hollywood. Dort wird sein Herrchen Fahrer und Sirius ein berühmter Schauspieler unter dem Namen Hercules. Später kommt er sogar zum Zirkus, durch eine Verwechslung zurück nach Deutschland. Umbenannt in Hansi lernt er sogar den „Führer“ kennen …



Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen. Das Cover erinnert an ein Kinderbuch, die Schreibweise an manchen Stellen auch. Oft kurze einfache Sätze, leicht verständlich. Dabei ist es eine eher irrwitzige Geschichte mit viel schwarzem Humor und oft mehr als nur doppeltem Boden. Es gibt viele Anspielungen auf berühmte Leute dieser Zeit, auf Filme oder Handlungen. Sirius ist dabei die sympathische Hauptfigur und erlebt nahezu unmögliches. Ein ernstes Thema komisch verpackt – eine nette Idee. Trotzdem bleibt einem der Humor oft im Hals stecken.

Insgesamt hat mich das Buch aber nicht restlos überzeugt. Vielleicht war es einfach nicht meine Art von Humor, vielfach fand ich die Sachen einfach auch überzogen (Sirius „spricht“ mittels Klavier mit den Menschen).

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Männer wie Männer, Frauen wie Frauen

Männer wie Männer, Frauen wie Frauen
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Finnland, ein kleines Dorf im irgendwo. Eine Bauernfamilie – die Eltern und 2 Töchter. Leena, die ältere, ist gerade 18 und noch mitten drin zwischen Kind und Frau. Sie lernt einen 36-jährigen Straßenarbeiter ...

Finnland, ein kleines Dorf im irgendwo. Eine Bauernfamilie – die Eltern und 2 Töchter. Leena, die ältere, ist gerade 18 und noch mitten drin zwischen Kind und Frau. Sie lernt einen 36-jährigen Straßenarbeiter kennen. Direkt verliebt ist sie nicht, aber es reizt sie auch irgendwie, mit ihm zusammen zu sein. Schon bald wird sie schwanger. In den 1950er Jahren natürlich eine Katastrophe. Während die Mutter noch einigermaßen vernünftig reagiert, dreht der Vater regelrecht durch. Der Mann allerdings bietet Leena immer wieder an, sich scheiden zu lassen. Leena allerdings sucht sie erst einmal eine Stellung in der Stadt …
Das Buch ist nicht sehr dick, nur knapp 270 Seiten. Beschrieben wird eigentlich eine alltägliche Geschichte. Eine junge Frau entdeckt die Männer und wird ziemlich schnell schwanger und versucht, ihr Leben allein in den Griff zu bekommen. Tausendfach schon so gelesen oder gesehen und so hat das Buch keine besonderen Höhepunkte. Das Leben in der Familie wird ausführlich beschrieben. Die Familienmitglieder werden vorgestellt, die Schwester sogar mit Namen. Alle anderen Personen im Buch haben nämlich keine Namen, nicht einmal der Kindsvater. Es heißt immer nur „der Mann“, „der Sohn“, „die Alte“ usw. So wird eine Distanz um Leena aufgebaut und auch mit ihr wurde ich nicht so richtig „warm“. Trotzdem war das Buch gut lesbar, ich habe es in einem Rutsch gelesen und mich nicht gelangweilt. Es ist ein eher ruhiges Buch. Wer einfache Geschichten – gut geschrieben – mag, dem wird dieses Buch gefallen.

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