Weihnachten: das Fest schreibt eine Autobiographie. Auf diese Idee muss man erst einmal kommen. Und sie dann auch noch so gut umsetzen. Das schmale Büchlein erzählt die Geschichte von Weihnachten. Die ...
Weihnachten: das Fest schreibt eine Autobiographie. Auf diese Idee muss man erst einmal kommen. Und sie dann auch noch so gut umsetzen. Das schmale Büchlein erzählt die Geschichte von Weihnachten. Die historische, die verbürgte, aber auch eben die, die es vielleicht gar nicht gibt, die erfunden wurde. Das alles ist mit viel Humor geschrieben und als Leser musste ich immer wieder über die Selbstironie von Weihnachten schmunzeln. Aber ganz nebenbei erfuhr ich auch viele interessante Dinge. Erwähnt werden ebenfalls Bräuche in anderen Ländern. Das alles macht das Buch rundum gelungen und es gibt von mir eine Leseempfehlung.
1871. Der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich ist gerade vorbei. Und so treffen sich im böhmischen Kurort Karlsbad Menschen aus ganz Europa. Und auch aus unterschiedlichen Schichten.
Vicky kommt ...
1871. Der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich ist gerade vorbei. Und so treffen sich im böhmischen Kurort Karlsbad Menschen aus ganz Europa. Und auch aus unterschiedlichen Schichten.
Vicky kommt aus London und trifft dort den jungen Paul, ein Berliner Ingenieur, der in Karlsbad erste Erfahrungen sammelt. Ebenfalls trifft sie Auguste, der als Koch arbeitet. Sie werden trotz ihrer Unterschiedlichkeit Freunde und teilweise noch mehr.
Das Buch ist sehr gelungen. Wie immer schafft es der Autor, Weltgeschichte im ganz Kleinen zu verbinden und auch noch mit berühmten Leuten anzureichern. Aufgrund der Verschiedenheit der Hauptfiguren gelingt es ihm, dass man die damalige Zeit aus verschiedenen Sichtweisen und Schichten kennenlernen kann und trotzdem gut unterhalten wird. Das Ende des Buches ist zwar versöhnlich, aber die nächsten Konflikte sind schon vorprogrammiert. Und so freue ich mich auf eine Fortsetzung.
In der Kanzlei von Sophie Mahlers Vater werden zwei Geschäftsführer getötet. Ihr Vater engagiert Max Bischoff, um von Seiten der Kanzlei Ermittlungen zu tätigen. Anfangs sucht die Polizei nach dem Mörder, ...
In der Kanzlei von Sophie Mahlers Vater werden zwei Geschäftsführer getötet. Ihr Vater engagiert Max Bischoff, um von Seiten der Kanzlei Ermittlungen zu tätigen. Anfangs sucht die Polizei nach dem Mörder, bis sie Sophies Vater selbst für den Mörder erklärt und in Haft bringt. Sophie wendet sich an Pirlo und dieser und Max beginnen eine eigene Suche. Doch dazu müssen sie sich erst einmal einig werden und als Alphatiere eine Art Rangordnung festlegen.
Ich fand das Buch richtig gut. Und ich hätte gern bitte nach Möglichkeit eine Fortsetzung. Dabei fand ich den Fall an sich gar nicht mal so sehr interessant. Vieles von den technischen bzw. finanziellen Sachen habe ich nicht bis ins Detail verstanden. Das ist aber auch nicht nötig. Der Reiz des Buches macht eindeutig die Gegenüberstellung von Max und Pirlo aus und oft habe ich mich wirklich köstlich amüsiert, weil beide sofort Vorstellungen in meinem Kopf wecken konnten. Diese so gegensätzlichen Männer können eigentlich gar nicht miteinander, aber eben auch nicht ohne. Und ich kann mir gut vorstellen, dass beide künftig immer mal wieder zusammenarbeiten.
Die berühmte Autorin Linda Conrads ist 38 und seit fast 12 Jahren hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Jahr für Jahr liefert sie ein Buch ab, aber niemand in der Öffentlichkeit hat sie gesehen, Interviews ...
Die berühmte Autorin Linda Conrads ist 38 und seit fast 12 Jahren hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Jahr für Jahr liefert sie ein Buch ab, aber niemand in der Öffentlichkeit hat sie gesehen, Interviews erhalten oder kennt sie. Sie hat sich in ihrem Haus eine eigene Welt geschaffen, weil sie nicht mehr raus kann. Sie hat ihre Schwester ermordet aufgefunden und den Mörder sogar kurz gesehen. Seitdem geht nichts mehr normal. Dann sieht sie zufällig im Fernsehen eine Sendung und erkennt den Mörder wieder. Da ihr die Polizei schon damals nicht wirklich geholfen hat, beschließt sie, dem Mörder eine Falle zu stellen. Doch so einfach ist es dann doch nicht …
Das Buch ist als Roman gekennzeichnet, es ist eine Mischung aus Roman, Thriller, Krimi und Liebesgeschichte. Doch genau diese Mischung tut ihm gut. Denn das Buch selbst die die „Falle“: Einmal angefangen mit dem Lesen hatte ich keine Chance aufzuhören. Ich habe das Buch in einem Rutsch lesen müssen. Die Spannung wurde raffiniert geschürt: zum einen durch den Wechsel zwischen realem Geschehen und dem Buch, das Linda schreibt. Zum anderen durch die relativ kurzen Kapitel, die immer dann enden, wenn es wirklich etwas neues gibt. Der Stil ist kurz und direkt, die beteiligten Personen sind auf nur wenige reduziert, dadurch wird man nicht durch unwesentliches abgelenkt. Die Geschichte wird quasi Schlag auf Schlag fortgesetzt und enthält einige Überraschungen. Die Autorin Melanie Raabe hat mich komplett überzeugt und ich freue mich auf ein nächstes (hoffentlich bald erscheinendes) Buch.
Teo ist 8 und unglücklich. Seine Eltern streiten sich nur und alles steuert auf eine Scheidung zu. Seine große Schwester ist in der Situation nicht wirklich hilfreich, zum einen hat sie mit sich zu tun, ...
Teo ist 8 und unglücklich. Seine Eltern streiten sich nur und alles steuert auf eine Scheidung zu. Seine große Schwester ist in der Situation nicht wirklich hilfreich, zum einen hat sie mit sich zu tun, zum anderen hat sie mehr Erfahrungen und will sich bei den Eltern nicht einmischen. Teo möchte aber, dass sich die Eltern wieder verstehen und er will alles tun, damit das passiert. Als er ein Buch über Napoleon bekommt und erfährt, dass der „alle Schlachten“ gewonnen hat, nimmt er sich ihn zum Vorbild. Umso größer das Erschrecken, als er lesen muss, dass Napoleon schon lange tot ist. Trotzdem will er ihn treffen – nur weiß er nicht wo: Himmel oder Hölle oder doch irgendwo auf der Erde?
Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und mich vor allem anfangs sehr amüsiert über die teils naiven Fragen und Vorstellungen von Teo. Doch mit der Zeit wandelte sich das etwas. Ich hatte das Gefühl, ich lese das ganze auf einmal mit Teos Augen und die Fragen waren gar nicht mehr so naiv. Ja, naiv gestellt – aber der Hintergrund hatte so viel Ernst und so viel wichtige Lebensweisheiten. Mehr und mehr faszinierte mich das Weiterlesen. Das Gefühl des „Spaßes“ blieb und die Lösung am Ende fand ich mehr als genial. Auch wenn Teo seine Schlacht um die Eltern vielleicht nicht gewinnt, er wird oft im Leben „siegen“.