Leider etwas kitschig geratene Liebesgeschichte
Die verlassene Tochter
Nach dem Tod ihrer Mutter erfährt Rose, dass sie ein großes Anwesen in Argentinien von einer unbekannten Vorfahrin geerbt hat. Neugierig reist sie nach Südamerika und entdeckt die Geschichte ihrer Urgroßmutter ...
Nach dem Tod ihrer Mutter erfährt Rose, dass sie ein großes Anwesen in Argentinien von einer unbekannten Vorfahrin geerbt hat. Neugierig reist sie nach Südamerika und entdeckt die Geschichte ihrer Urgroßmutter Valentina, die in ihrer Jugend für das Lebenswerk ihres Vaters, ihre Freiheit und ihre große Liebe kämpfen musste.
Die verlassene Tochter ist der sechste Band der „Töchter“-Reihe von Soraya Lane, kann aber unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden. Die Geschichte wechselt immer wieder von Roses Geschichte in der Gegenwart zu Valentinas Geschichte, die 1939/40 spielt. Die Beschreibung der Estancia in Argentinien hat mir gut gefallen und das besondere Gefühl dieses Ortes konnte ich gut nachvollziehen. Auch die Charaktere waren in ihren Handlungen und Gefühlen toll dargestellt, so dass ich sie mir gut vorstellen konnte.
Valentinas Geschichte hat mich sehr beeindruckt und ich habe diese Kapitel mit Spannung verfolgt. Valentina reift im Laufe des Romans von einem lebensfrohen Kind zu einer starken, mutigen Frau, die ihren Weg geht und sich auch von Schicksalsschlägen nicht brechen lässt. Bis zum Schluss habe ich gehofft, dass für sie am Ende alles gut werden wird.
Roses Geschichte in der Gegenwart hat mir nicht so gut gefallen. Rose wirkte auf mich oft kindisch und ich konnte ihre Handlungen nicht nachvollziehen. Zum Glück gab es noch ihre Freundin Jessica, ein Nebencharakter, der mir aber sehr gut gefallen und für mich die Geschichte gerettet hat. Außerdem wird die Handlung in der Gegenwart durch unnötige Dramatisierungen immer unrealistischer und das Ende war mir dann viel zu übertrieben und dadurch nur noch kitschig.
Leider enthält der Roman auch einige Logikfehler, die mich beim Lesen sehr gestört haben. Vor allem die zeitlichen Abfolgen bzw. das Alter einiger Personen passten für mich nicht richtig zusammen. Einige Fragen bleiben für mich am Ende offen. Sie sind zwar nicht entscheidend für die Geschichte, aber mir hätte eine Antwort darauf das Ganze noch runder gemacht.
Fazit
Netter Roman mit einigen Logikfehlern, die den Lesegenuss trüben. Insgesamt hat mir die Geschichte in der Vergangenheit deutlich besser gefallen, als die in der Gegenwart.
3 Sterne