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Veröffentlicht am 24.02.2025

Eine unerträgliche Serienmörderin

How To Kill a Guy in Ten Ways
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Eine feministische Serienmörderin, die üble Männer aus dem Verkehr zieht? Klingt erstmal nach einer großartigen Prämisse. Aber was dieses Buch daraus macht … puh.

Millie ist einfach nur furchtbar. Nicht, ...

Eine feministische Serienmörderin, die üble Männer aus dem Verkehr zieht? Klingt erstmal nach einer großartigen Prämisse. Aber was dieses Buch daraus macht … puh.

Millie ist einfach nur furchtbar. Nicht, weil sie mordet – sondern weil sie denkt, wie sie denkt. Missgünstig, selbstbezogen, sexistisch (ja, wirklich!), und einfach unangenehm. Ich brauche keine netten weiblichen Protagonistinnen, aber ich sollte auch nicht alle paar Seiten schreien wollen, weil sie so unfassbar heuchlerisch ist. Die Morde sollten das moralisch Verwerfliche sein, nicht ihr ganzer Blick auf andere Frauen.

Auch suggeriert der Klappentext eine komplett andere Geschichte. Millie rettet über ihre Message M Hotline Frauen vor üblen Männern. Stattdessen geht es kaum darum und es werden Männer mit fadenscheinigen Begründungen ausgewählt und um die Ecke gebracht.

Dazu zieht sich das Buch ohne Ende. Schon der Titel verrät: zehn Morde. Warum dann nicht auch zehn Kapitel? Stattdessen passiert nach Mord Nummer drei … bis zum letzten Drittel nichts Spannendes mehr. Und als dann auch noch ein komplett unsinniger Love Interest und ein Plottwist aus dem Nichts dazukommen, war’s endgültig vorbei. Ich habe wirklich gehofft, dass Millie einfach eingesperrt wird – nicht mal aus moralischen Gründen, sondern weil es dann wenigstens vorbei gewesen wäre. Das Ende ist schrecklich unfair, mir tuen wirklich alle um Millie herum leid.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Ich bin in die Falle getappt

The Trap. Wie weit würdest du gehen, um deine Schwester zu retten?
6

Nach der Leseprobe dachte ich: Endlich mal etwas anderes! Kein 08/15-Thriller, sondern eine neue Geschichte. Eine Frau sucht ihre entführte Schwester, streift nachts allein durch die Straßen und steigt ...

Nach der Leseprobe dachte ich: Endlich mal etwas anderes! Kein 08/15-Thriller, sondern eine neue Geschichte. Eine Frau sucht ihre entführte Schwester, streift nachts allein durch die Straßen und steigt sogar in das Auto eines Fremden. Ich war sofort gespannt: Wird sie so den Entführer finden? In welche weiteren gefährlichen Situationen gerät sie? Am meisten hatte ich mich auf eine Szene gefreut, in der sie den Täter endlich aufspürt und versucht, ihn anzugreifen.

Doch Fehlanzeige – diese Szene war die erste und letzte ihrer Art. Stattdessen bekommen wir eine Ermittlungsgeschichte mit mehreren POVs und Zeitebenen: die Schwester Lucy, die Ermittlerinnen Angela und Denise, der Täter – und als wäre das nicht genug, kommen im Laufe des Buches noch mehr dazu. Dazu noch jede Menge Nebencharaktere, bei denen ich oft nicht mal verstanden habe, warum sie überhaupt eine Rolle spielen. Ermittlungsarbeiten finde ich ohnehin meist langweilig, und hier haben sie mich auch nicht packen können. Unsere Protagonistin stolpert währenddessen von einer unsinnigen Entscheidung in die nächste. Die meiste Zeit war ich einfach nur verwirrt – zu viele Perspektiven, zu viele Plotholes. Am Ende ergibt kaum noch etwas Sinn.

Die Wendungen? Unplausibel und völlig an den Haaren herbeigezogen. Und das Ende? Einfach nicht vorhanden. Das Buch hört einfach mittendrin auf, als hätte jemand die zweite Hälfte vergessen.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Austauschbar

The Fake Mate – Die Liebe ist eine Bestie für sich
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Ich hatte mich auf ein Buch gefreut, bei dem ich meinen Kopf einfach ausschalten und mich in eine rosarote Welt katapultieren kann. Statt die Romanze zu genießen, habe ich aber eigentlich nur ständig ...


Ich hatte mich auf ein Buch gefreut, bei dem ich meinen Kopf einfach ausschalten und mich in eine rosarote Welt katapultieren kann. Statt die Romanze zu genießen, habe ich aber eigentlich nur ständig die Augen verdreht.

Keiner der Charaktere hat eine echte Persönlichkeit, sondern ist nur eine Hülle einer Person. Mackenzies ganzer Charakter besteht daraus, dass sie Suppe mag, einen schwulen besten Freund hat und als Omega mega scharf auf Noah ist. Noah seinerseits ist nach außen hin grob, aber natürlich sofort hin und weg von Mackenzie. Die beiden haben exakt eine Art von Gespräch: Sie zieht ihn für seine mürrische Art auf, und er himmelt sie an. Das war’s.

Worldbuilding? Gibt’s nicht. Werwölfe existieren einfach, ohne dass irgendetwas erklärt wird. Stattdessen wird man mit Begriffen wie „Alpha“, „Omega“, „Knoten“ und „Hitze“ bombardiert, ohne dass auch nur ansatzweise darauf eingegangen wird, was das überhaupt bedeutet. Dabei hätte man aus Themen wie Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz so viel mehr rausholen können.

Die zahlriechen intimen Szenen sind so cringe, dass man irgendwann nur noch lachen kann. Macht euch bereit für einen „Knoten“ à la Bride von Ali Hazelwood. Vielleicht ist das Omegaverse einfach nichts für mich.

Mehr passiert auch wirklich nicht – außer dass noch schnell insta love, fake dating und ein völlig an den Haaren herbeigezogener third act breakup reingequetscht wurden. WIE hat dieses Buch trotzdem so viele Seiten?

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Langweilig und unsympathisch

Mordscoach
1

Die Prämisse des Buches fand ich ganz witzig: gerade eine Therapeutin bzw. Coach tötet die Affäre ihres Mannes und wird dann wohl zur Serienmörderin. Es hätte ein Buch mit einer bösen, aber doch sympathischen ...

Die Prämisse des Buches fand ich ganz witzig: gerade eine Therapeutin bzw. Coach tötet die Affäre ihres Mannes und wird dann wohl zur Serienmörderin. Es hätte ein Buch mit einer bösen, aber doch sympathischen Frau sein können, dass Spannung aufbaut, in dem man sich fragt, ob sie wohl der Jagd der Polizei entkommen kann. Das ganze gespickt mit Humor und psychologischen Insights und es hätte gut sein können.

Tja, falsch gedacht. Mit Wortwitz kann das Buch nicht trumpfen. Der Humor ist über das ganze Buch repetitiv und kann einen nicht aus der Reserve locken.
Die psychologischen Elemente wirken arg aus der Luft gegriffen und absurd. Insbesondere die spontanen Einfälle, die natürlich mit einem sechsten Sinn erahnt werden, wirken übermäßig konstruiert. Viel brainstormt sie dann einfach während den Sitzungen und stellt so lange suggestive Fragen, bis die Klienten das sagen, was irgendwie dazu passt. Persönlichkeiten und Absichten durchschaut sie sofort und schreibt Personen ihre Einfälle zu, hier ein Beispiel:

> „Kommissar nickt. »Ich weiß«, sagt Quast und schaut mir ebenso direkt in die Augen. »Aber ich fand Regeln schon immer scheiße.« »Ah, das ist dein übersteigerter Autonomiedrang. Regeln sind Kontrolle, und das wirkt bedrohlich auf dich, du fühlst dich eingeengt, und daher der Wunsch nach Freiheit, diese Lonesome Wolf-Attitüde.«“

Der Spannung bleibt auch auf der Strecke. Alle Handlungen werden schon unzählige Kapitel davor angedeutet oder direkt vorab gesagt. Beispielsweise wird die Vergangenheit unserer Protagonistin immer wieder betont, obwohl es am Ende durch Jakob viel interessanter gewesen wäre. Durch dieses vorweg nehmen ist die Handlung dann einfach nicht überraschend.
Hinzu kommen die fadenscheinigen Mordabsichten und darüber hinaus sind ganze zwei von Morde einfach nur banale Unfälle - jemand fällt und ist sofort tot.
Die ganze Masche mit der Polizeiarbeit ist leider auch nicht überzeugend. Der Kommissar wird dann einfach angeflirtet und erzählt ihr alles aus den Ermittlungsarbeiten, ist klar. Einfach alles ist unrealistisch. -Ende

Unsere Protagonistin ist dazu unfassbar unsympathisch. Ein schlechter Mix. Ihre Gedanken sind ziemlich eintönig und flach und dazu kommt dann noch eine Bandbreite an Sexismus und Fatphobia. Ich habe tatsächlich gehofft, dass sie einfach auffliegt und verhaftet wird. Hier ein Beispiel zu ihren Gedanken bezüglich Seitensprüngen, bei der ich die Absicht zwar verstehe, das Wort „verantwortlich“ aber echt lächerlich ist:

> „Denn ich als Paartherapeutin weiß: Es sind in fast allen Fällen beide Partner dafür verantwortlich, dass sich einer von ihnen jemandem außerhalb der Beziehung zuwendet.“

Ihre Gedanken zu Sex mit ihrem Mann sind folgende:
> „Und es ist female empowerment at its best. Ich habe mir das genommen, was ich wollte. Meinen Mann.“

Und hier hat sie für mich den Vogel abgeschossen:
> „Jakob sitzt auf der Couch und liest. Ich sehe seine Wuschelhaare von hinten, und mich packt der Drang, von hinten hineinzupacken, sein Gesicht zu mir zu beugen und ihm einen langen, intensiven Kuss zu geben. Mir zu nehmen, was mir zusteht. Meinen Mann. Meinen Sex.“

Igitt!

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Veröffentlicht am 20.10.2024

Atmosphärische Langeweile

Die Honeys (Erstauflage mit gestaltetem Farbschnitt): Ein queerer Mystery-Thriller für Fans von Pretty Little Liars
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Das Cover dieses Buches ist wirklich atemberaubend – wahrscheinlich eines der schönsten, das mir je untergekommen ist. Genau das hat mich dazu verleitet, nach der Leseprobe direkt in die Geschichte einzutauchen. ...

Das Cover dieses Buches ist wirklich atemberaubend – wahrscheinlich eines der schönsten, das mir je untergekommen ist. Genau das hat mich dazu verleitet, nach der Leseprobe direkt in die Geschichte einzutauchen. Die Probe selbst war vielversprechend: Von der ersten Seite an war sie voller Action und Spannung, und die zentrale Frage drängte sich auf – warum greift Caroline Mars an?

Doch leider muss ich sagen, dass nach diesem vielversprechenden Einstieg die Handlung für die nächsten 70% des Buches nahezu stillsteht. Es passiert kaum etwas, es gibt viel Atmosphäre, aber wenig Plot. Alles scheint auf dem anfänglichen Prolog zu fußen, der die Erwartungen hochschraubt, aber im Nachhinein keine tiefere Bedeutung entwickelt. Das Thriller-Element, das mich anfangs so gefesselt hat, verblasst zunehmend, weil der Plot so dünn ist.

Gegen Ende wird endlich klar, dass hinter der Gruppe, die sich die “Honeys” nennt, eine Sekte steckt, die dem Motto „Töten für den eigenen Stock“ folgt. Diese Enthüllung wirft jedoch mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Zahlreiche Plotlöcher bleiben am Ende bestehen und vieles wirkt konstruiert und unglaubwürdig. Besonders enttäuschend war, dass selbst der packende Prolog durch die spätere Aufklärung jegliche Bedeutung verliert.

Am Ende blieb für mich nur die kleine Romanze interessant. Leider konnte der Rest der Geschichte meine Erwartungen nicht erfüllen. Insgesamt ist das Buch eine YA Version von Bunny von Mona Awad.

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