Profilbild von MademoiselleMeow

MademoiselleMeow

Lesejury Profi
offline

MademoiselleMeow ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MademoiselleMeow über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2024

Fantastische Meereswesen und wo sie zu finden sind

Verborgene Fabelwesen der Meere
0

Schon „Fast verschwundene Fabelwesen“ hat mich mit seinem güldenen Cover sofort in seinen Bann gezogen. Leider bin ich bisher nicht dazu gekommen, es zu kaufen. Aber dank @vorablesen darf ich den zweiten ...

Schon „Fast verschwundene Fabelwesen“ hat mich mit seinem güldenen Cover sofort in seinen Bann gezogen. Leider bin ich bisher nicht dazu gekommen, es zu kaufen. Aber dank @vorablesen darf ich den zweiten Band mein Eigen nennen. Wider Erwarten handelt es sich dabei nicht um ein herkömmliches Sachbuch, sondern um einen Forschungsbericht, der noch dazu wundervoll gestaltet ist.

Wir begleiten wie wohl auch schon im ersten Teil Konstantin O. Boldt und seinen Tatzelwurm Archibald (süß!), sowie eine Reihe von Wissenschaftlern, die das Team komplettieren. Ziel der Operation ist es herauszufinden, was die gestiegene Zahl von Seeungeheuer Angriffen verursacht.
Hierfür geht es an Bord der Nautilus und tief unter den Meeresspiegel, wo gewaltige Kreaturen wie Riesenkraken, Serra oder Seeteufel warten. Nicht alle sind der Nautilus und ihrer Besatzung milde gestimmt und auch an Bord bilden sich erste Konflikte, welche das gesamte Projekt gefährden könnten.

Es ist kein Muss den ersten Teil zu kennen, auch wenn es ein paar Verweise gibt und man definitiv neugierig wird, steh die Operation Bathys für sich allein.

Die Aufmachung mit seinen zahlreichen Zeichnungen, Fotografien und unterschiedlich gestalteten Einträgen ist ein richtiges Schmuckstück, jedes umblättern ein Highlight.

Von den Meereswesen sind einige bekannt, aber auch viele für mich neue Arten dabei. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es für jedes eine „reale“ Grundlage gibt oder ob einige eine Erfindung für das Buch darstellen.

Die Vermischung von Realität und Fantasy fand ich auch sehr gelungen. Das ganze spielt 1865, Bismarck ist kurz Teil der Handlung, die Expedition hat einen ernsten Charakter und es scheint, als hätten wir hier einen realen Bericht aus einer Parallelwelt vor uns.

Die Geschichte selbst verschnauft kaum und weiß durchweg zu unterhalten. Nur das Ende um Elin habe ich nicht ganz verstanden.

Das Schlusswort hält die Möglichkeit eines weiteren Teils bereit, wobei ich mich frage, worum es da dann gehen soll, nach Fabelwesen über und unter dem Meer.

In jedem Fall werde ich mir jetzt noch den ersten Teil zulegen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.10.2024

Der Müll-Adel und ihre schrecklichen Geheimnisse

Die dunklen Geheimnisse von Heap House
0

Habt ihr Lust auf eine skurrile Geschichte? Dann ist „Die dunklen Geheimnisse von Heap House“ das richtige für euch.
Aufgefallen ist es mir wegen dem viktorianisch anmutenden Cover und natürlich auch wegen ...

Habt ihr Lust auf eine skurrile Geschichte? Dann ist „Die dunklen Geheimnisse von Heap House“ das richtige für euch.
Aufgefallen ist es mir wegen dem viktorianisch anmutenden Cover und natürlich auch wegen der „dunklen Geheimnisse“. Und das obwohl dieser Roman eher für ein jüngeres Publikum bestimmt ist, was in dem Fall aber gar nicht schlimm war.

Die Geschichte hopst zwischen dem Iremonger Clod und dem Dienstmädchen Lucy hin und her.
Clod wohnt im Heap House, dem mehr oder weniger herrschaftlichen Anwesen der Iremonger, inmitten der Londoner Müllberge. Iremonger – das sind die Mitglieder ebenjener dort ansässigen Familie. Jeder von ihnen besitzt ein Geburtsobjekt, dass sie immer bei sich tragen müssen. In Clod‘s Fall ist das ein Stöpsel. Clod besitzt die die seltene Fähigkeit diese Objekte zu hören, welche immerzu ihren Namen sagen. Aus einem erschreckenden Grund, wie wir später herausfinden. Diese Gabe macht ihn allerdings zum Sonderling. Als dann die aufmüpfige Lucy als entfernter Iremonger Abkömmling eingestellt wird, bringt das die Ordnung von Heap House mächtig durcheinander, genauso wie Clod‘s Gefühle.

Mir hat das Buch erstaunlich viel Spaß gemacht, obwohl das ganze Müll-Thema richtig unangenehm war. Ich musste mir immer wieder vorstellen, wie es da wohl riecht und der Roman bietet auch einige Ekelszenen, ich sag nur der Löffel mit der Müllpampe.

Clod und Lucy sind beides Charaktere zum gernhaben. Er liebenswert und einfühlsam, sie frech und neugierig. Dabei entstehen immer wieder sehr amüsante Dialoge. Auch über die abgewandelten Namen musste ich immer wieder lachen. Moorcus, Tummis oder Ormilly, um nur einige zu nennen.

Ich war so abgelenkt von der kuriosen Handlung, dass ich ganz überrascht war, als dann plötzlich noch ein Plot kam. Das Buch endet in einem richtigen Cliffhanger und auch wenn der 2. Teil dieser Trilogie längst erhältlich ist, lässt der letzte mit der Übersetzung schon viel zu lange auf sich warten und wird vielleicht gar nicht auf deutsch erscheinen.

Ein weiterer Bonus sind noch der Seitenriss des Hauses, sowie zahlreicher Illustrationen der Charaktere.

Ich werde den 2. Teil auf jeden Fall noch lesen. Ein wirklich besonderer Roman.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.10.2024

Ihr Geisterlein kommet

Wintergeister
0

Zwar haben wir noch keinen Winter, aber wenn um 23 Uhr die Heizungen abgestellt werden, sind die Nächte auch jetzt schon frostig.
Ich bin noch gar nicht dazu gekommen „Schaurige Nächte“ zu lesen, da erscheint ...

Zwar haben wir noch keinen Winter, aber wenn um 23 Uhr die Heizungen abgestellt werden, sind die Nächte auch jetzt schon frostig.
Ich bin noch gar nicht dazu gekommen „Schaurige Nächte“ zu lesen, da erscheint auch schon der nächste Sammelband an unheimlichen Kurzgeschichten. Wieder einmal mit einer Reihe an namenhaften Autoren des Genres. Besonders ins Auge gestochen sind mir dabei Susan Stokes-Chapman und Laura Purcell, deren Geschichten ich immer mit große Vorfreude erwarte. Und gerade letztere beide sollten nicht enttäuschen.

Enttäuschend geht es aber erst einmal los mit den beiden ersten der sechs Geschichten.

In „Der steinerne Dämon“ versucht eine scheinbar alkoholkranke Autorin ihren nur mäßig gelungenen Roman zu überarbeiten und bekommt Besuch von einem Gargoyle.
Ich wusste am Ende nicht, was mir die Geschichte eigentlich sagen wollte und die Protagonistin war mega unsympathisch.
3/5

In „Das alte Theaterstück“ bekommen wir es wieder mit einem Alkoholiker zu tun, der Darsteller eines grotesken Stücks ist, welches nur einmal jährlich aufgeführt wird und zum Ende schreckliche Realität wird. Schon besser, aber auch hier ließ das Ende zu viele Fragen offen.
4/5

Ab da ging es aber aufwärts mit „Ada Lark“, welche für ein betrügerisches Medium arbeiten muss. Endlich kommen Geister ins Spiel und ein Haushalt, der diese auch begrüßt. Feiner Grusel mit einem gerechten Ende.
5/5

„Jenkins“ ist ein sonderbares Wesen, der eine von zwei Schwestern heimsucht und an deren Lügen erinnert, durch die er immer stärker wird. Eine skurrile Geschichte mit Wendungen und düsteren Ausgang.
5/5

„Der Witwenweg“ war mein Liebling. Eine verlassende Karrierefrau, welche sich auf raffinierte Weise rächt, aber dafür bezahlen muss. Von Anfang bis Ende packend, jede Seite hat Spaß gemacht
5/5

Dicht gefolgt von „Das Lied von Glocken und Ketten“ in der eine gepeinigte Gouvernante versucht den frechen Bälgern mit der Geschichte vom Krampus eine Lektion zu erteilen. Doch die Gouvernante hat selbst einiges auf dem Kerbholz und der Krampus vergisst nicht. Der perfekte Weihnachts-Horror, Laura Purcell kann es einfach.
5/5

Ich dachte am Anfang wirklich, ich und Kurzgeschichten werden einfach keine Freunde. Aber die letzten vier Geschichten haben mich vom Gegenteil überzeugt. Manche Autoren können es einfach besser als andere.

Das Buch hat mir sehr viel Spaß gemacht und war so schön kurzweilig. Der Winter kann kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.12.2025

Geister, Schwiegermonster und grässliche Geheimnisse

Die Verlorenen von Greyswick
0

Das schöne bei den Festa Taschenbüchern ist, dass egal wie dick sie sind, sie 16,99 € kosten. Ich war sehr überrascht, als ich 𝐃𝐢𝐞 𝐕𝐞𝐫𝐥𝐨𝐫𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐯𝐨𝐧 𝐆𝐫𝐞𝐲𝐬𝐰𝐢𝐜𝐤 auspackte, denn der Roman hat über 600 Seiten. ...

Das schöne bei den Festa Taschenbüchern ist, dass egal wie dick sie sind, sie 16,99 € kosten. Ich war sehr überrascht, als ich 𝐃𝐢𝐞 𝐕𝐞𝐫𝐥𝐨𝐫𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐯𝐨𝐧 𝐆𝐫𝐞𝐲𝐬𝐰𝐢𝐜𝐤 auspackte, denn der Roman hat über 600 Seiten. Aber eine Geschichte rund um ein Spukhaus darf meinetwegen auch ruhig etwas länger ausfallen.

England, 1917: Noch immer erholt sich Stella von einem schweren Verlust. Doch nun braucht ihre schwangere Schwester Stella’s Hilfe. Diese lebt zusammen mit der Schwiegermutter auf dem Anwesen Greyswick und wird zunehmend von einem nervlichen Leiden geplagt. Nächtliches Weinen, urplötzlich auftauchende Spielzeugsoldaten. Doch auf Greyswick gibt es kein Kind. Zunächst glaub Stella nicht an einen Spuk, aber dann häufen sich die Vorfälle und diese deuten ein lang zurückliegendes Verbrechen an.

Stella ist eine etwas andere Romanheldin. Sie behandelt ihre Bediensteten (zunächst) nicht, wie so oft als Freunde, sondern als das was sie sind, wenn auch nicht ohne Respekt. Sie ist außerdem stur wie ein Esel und gibt selbst da noch Widerworte, wo andere längst aufgeben. Diese freche Hartnäckigkeit fand ich manchmal fast schon zum lachen. Aber gut! Endlich mal jemand der sich durchsetzt.

Der Großteil der Figuren ist weiblich. Sie arbeiten mit- und gegeneinander, stehen zwischen Tradition und Eigensinn. So entsteht eine interessante Dynamik bei der die Männer nicht unwichtig, aber nur Nebendarsteller sind.

Der Spuk ist jetzt nichts neues, aber dennoch sehr schön eingefangen. Wo der seinen Ursprung hat entblättert sich in gewohnter Manier Stück für Stück und führt einen auf so manche falsche Fährte. Natürlich kann man sich einiges schon denken und doch gab es für mich so manche Überraschungen.

Eigentlich habe ich nichts zu meckern, aber da mich die Geschichte trotz wirklich einwandfreier Spukhaus Atmosphäre mal wieder nicht gruseln konnte und mir manches nicht ausreichend genug erklärt wurde (Billy, Das Geheimnis um die Widmung in Stella’s Buch,…) gibt es von mir sehr gute 4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2025

Erschreckend und Ergreifend

True Crime Italien 2
0

Auch True Crime Italien entäuscht nicht.
Neben relativ bekannten Fällen, die man auch in den Medien mitverfolgen konnten, werden auch welche präsentiert, die weit zurückliegen. Über die Seifenmacherin ...

Auch True Crime Italien entäuscht nicht.
Neben relativ bekannten Fällen, die man auch in den Medien mitverfolgen konnten, werden auch welche präsentiert, die weit zurückliegen. Über die Seifenmacherin habe ich interessanterweise erst in "Fake History" gelesen und so nochmal einen detaillieren Blick auf die Mörderin erhaschen können. Eine Sammlung historischer Kriminalfälle fände ich nach wie vor sehr spannend!
Bis auf einen Fall, der mich leider gar nicht fesseln konnte (Ich glaube es ging um einen Mafiosi) konnte auch dieser Teil wieder durch eine emotionale, respektvolle und doch interessante Aufarbeitung Kriminalfälle überzeugen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung