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Veröffentlicht am 12.07.2025

The King's Daughter

From Here to the Great Unknown - Von hier ins Ungewisse
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Biografien lese ich immer wieder gerne, aber natürlich muss mich auch die Person dahinter interessieren. Lisa Marie Presley erlangte zuletzt durch ihren tragischen und viel zu frühen Tod Bekanntheit. Davor, ...

Biografien lese ich immer wieder gerne, aber natürlich muss mich auch die Person dahinter interessieren. Lisa Marie Presley erlangte zuletzt durch ihren tragischen und viel zu frühen Tod Bekanntheit. Davor, weil sie in erster Linie die Tochter von Elvis war. Dabei war sie so viel mehr. Ehefrau, Mutter, Songwriterin – Ein zutiefst spiritueller Mensch.

Als Lisa Marie starb, steckte sie noch mitten in der Arbeit an ihrer Biografie. Nur eine Woche vor ihrem Tod, bat sie Tochter Riley ihr bei der Vollendung zu helfen. Daher ist die Biografie zum Teil aus Lisa Marie‘s und zum Teil aus Riley‘s Sicht geschrieben.

Diese beiden Perspektiven unterscheiden sich vom Stil sehr. Während Lisa Marie‘s Zeilen recht salopp geschrieben sind, sind die Texte von Riley sehr gefühlsbetont, melancholisch und still. Sie haben insgesamt mehr Qualität und ich musste sowohl am Anfang, als auch am Ende weinen, weil sie den Verlust von Mutter und Bruder so gefühlvoll und zärtlich eingefangen hat.

Während Elvis als vergötterter Vater sehr gut wegkommt, wird Priscilla geradezu als Rabenmutter dargestellt. Dennoch wird auch von harmonischen Momenten und späterer Versöhnung geschrieben. Auch über Michael Jackson wird kaum ein schlechtes Wort verloren, sowie über die anderen Ex-Männer. Besonders ihr erster Ehemann und Vater zweier ihrer Kinder blieb ein lebenslange Konstante in ihrem Leben.

Auch ich habe Lisa Marie als jemanden in Erinnerung, der immerzu traurig aussah. Der Tod ihres Vater hat sie ihr lebenslang nicht losgelassen. Aber sie war eine Kämpferin und die Fotografien zu Beginn eines jeden Kapitels, zeigen mitunter auch eine strahlende Frau und Mutter.

Wenn man das so liest, war sie geboren für die Mutterrolle und hat ihren ersten beiden Kindern eine wunderschöne Kindheit beschert. Tatsächlich kam die ernsten Probleme erst mit der Geburt der Zwillinge auf. Ein Strudel aus Depression und Abhängigkeit, der schließlich auch ihren Sohn mit in den Abgrund zog und somit ihr Todesurteil besiegelte.

Auch wenn die letzten 10 Jahre nicht einfach waren, findet Riley nur liebevolle Worte für ihre Mutter. Das bewundere ich sehr, sie ist so eine starke Person.

Das Buch endet ein bisschen schnell und ich hätte mir Schriftarten für die beiden Perspektiven gewünscht, die sich ein bisschen mehr voneinander unterscheiden. Riley‘s Parts waren einfach schöner zu lesen, aber schließlich gab es ja nur Tonbandaufnahmen von Lisa Marie und die Idee diese möglichst unverfälscht abzutippen ist eigentlich richtig so.

Ansonsten eine sehr emotionale und lesenswerte Biografie.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Das Beste kommt zum Schluss

Sanditon
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Die Jane Austen Schmuckausgaben liefen so gut, da dachte sich der Coppenrath Verlag wohl, die Kuh melken wir noch ein bisschen weiter. Und warum auch nicht? Zwar sind manche Romane nie fertiggestellt worden ...

Die Jane Austen Schmuckausgaben liefen so gut, da dachte sich der Coppenrath Verlag wohl, die Kuh melken wir noch ein bisschen weiter. Und warum auch nicht? Zwar sind manche Romane nie fertiggestellt worden oder schlichtweg zu kurz für ein ordentliches Buch, aber deswegen sind sie ja dennoch lesenswert.

In 𝐒𝐚𝐧𝐝𝐢𝐭𝐨𝐧 begleiten wir die Familie Parker und Co. in den gleichnamigen Küstenort, der zum beliebten Kurziel aufsteigen soll. Dabei geht es auch darum die Gunst von Gönnern zu erlangen und den eignen Ambitionen zu folgen.
Es ist eine Schande, dass gerade ein Roman wie Sanditon nicht beendet werden konnte, denn ich habe die Geschichte sehr gern gelesen. Der für Austen typische Humor wird hier besonders deutlich (ich hatte viel Spaß mit den hypochondrischen Geschwistern) und ich hätte einfach gern gewusst wie es weitergeht. Die Autorin Marie Dobbs hat den Roman in Jane Austens Stil wohl ganz würdevoll beendet, aber das Buch gibt es nur noch gebraucht und auch nicht zu häufig.

𝐋𝐚𝐝𝐲 𝐒𝐮𝐬𝐚𝐧 dagegen gilt als abgeschlossen. Es handelt sich um einen Briefroman und die titelgebende Susan hebt sich deutlich von anderen Romanfiguren Austen‘s ab. Sie ist gemein und hinterhältig, aber vielleicht auch deswegen ist die Geschichte ungemein spannend. Man möchte einfach nicht dass sie damit durchkommt. Auch die unterschiedlichen Perspektiven werfen immer wieder ein neues Licht auf die Handlung.

Ebenfalls gut unterhalten konnte 𝐃𝐢𝐞 𝐖𝐚𝐭𝐬𝐨𝐧𝐬, wenn auch nicht so sehr wie die beiden vorherigen Geschichten. Fast ein bisschen wie bei 𝐒𝐭𝐨𝐥𝐳 𝐮𝐧𝐝 𝐕𝐨𝐫𝐮𝐫𝐭𝐞𝐢𝐥 geht es um eine Schar von Schwestern, von denen die jüngste (Emma Watson, haha) allerdings bei einer Tante aufgewachsen ist und ihr Elternhaus erst kennenlernen muss. Dabei wird sie auch von einem nicht so galanten Gentleman umgarnt, der einfach nicht locker lassen will.
Auch dieser Roman endet leider mittendrin.

Das sind die drei „großen“ gebündelten Geschichten, danach folgen die 𝐉𝐮𝐠𝐞𝐧𝐝𝐰𝐞𝐫𝐤𝐞, die in 3 Bücher unterteilt sind, in welchen sie auch ursprünglich erschienen sind.

Jedes Buch ist gut durchmischt von angemessen langen, abgeschlossenen oder offenen Geschichten, weiteren Briefromanen sowie sehr kurzen, rätselhaften Texten, mit denen ich teilweise nicht viel anfangen konnte und die scheinbar von einer sehr jungen Jane geschrieben wurden.

Es geht aber gleich ganz gut los mit einer sehr amüsanten Geschichte, die noch witziger ist als das, was man von Austen schon kennt. Ich würde fast sagen, dass was „Scary Movie“ für „Scream“ ist, trifft auch auf einige der Jugenwerke in Bezug auf die späteren Romanen zu. Ich weiß, was für ein Vergleich. Dieser Humor zieht sich auch durch sämtliche folgende Texte.

Ich konnte manchmal gar nicht glauben, was ich da lese. So viel Parodie in Geschichten aus der Regency Zeit. Da wird selbst über Mord, Selbstmord und Betrug über eine Weise geschrieben, dass man gar nicht anders kann als zu lachen, wenn die dummen, leichtsinnigen Damen von einer Ohnmacht in die nächste fallen.

Was mich wieder mal zu dem Gedanken bringt, ich wäre gut in dieser Zeit aufgehoben gewesen, denn ich bin manchmal ganz genauso wehmütig und hoffnungslos wie die hier beschriebenen Damen. Was aber auch heißt, ich habe mich sehr wohl gefühlt mit diesem Buch, dieser Sammlung von vollendeten und unvollendeten Geschichten.

Ja, ich glaube dies ist insgesamt mein bisher liebstes „Buch“ von Jane Austen, denn ich fand es auch sehr flüssig zu lesen.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Einfach feentastisch

Emily Wildes Enzyklopädie der Feen
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Feen sind so gar nicht mein Ding. Trotzdem hatte ich diesen Roman aufgrund des schönen Covers und der vielen positiven Bewertungen immer wieder in der Hand, zuletzt auf der Buchmesse. Aber das Thema Fee ...

Feen sind so gar nicht mein Ding. Trotzdem hatte ich diesen Roman aufgrund des schönen Covers und der vielen positiven Bewertungen immer wieder in der Hand, zuletzt auf der Buchmesse. Aber das Thema Fee war mir einfach zu heikel und ich wusste, meine Bücherei hat ein Exemplar. Also habe ich es mir nur geliehen. Vorerst.

Das Buch hat mich gleich zu Anfang positiv überrascht, denn es spielt 1909. Die Professorin Emily Wilde erforscht ein eher ungewöhnliches Gebiet, nämlich Dryadologie – Feenkunde. Um ihre Enzyklopädie zu vervollständigen, reist sie in ein nordisches Dorf und eckt sogleich bei den eigenwilligen Bewohnern an. Wie gut und schlecht zugleich, dass ihr nerviger Kollege, der umwerfende Wendell Bambleby hinterher reist und buchstäblich für Ordnung sorgt.
Zusammen stellen die beiden nach und nach fest, dass es die Bewohner mit nicht ganz so netten Elfen zu tun haben und so vereint das ungleiche Team Forschungsreise mit Rettungsaktion.

Ich war total überrascht, wie gut mir dieser Roman gefallen hat.
Das historische Setting hat sehr geholfen und auch, dass es, zumindest am Anfang, nicht zu sehr ins Fantastische geht. Ich liebe außerdem das Stilmittel, von Fabelwesen auf eine Weise zu schreiben, als würde sie wirklich existieren.

Die Legenden, Mythen und hier auch Tatsachen rund ums Feenreich habe mir gut gefallen. Alles sehr naturverbunden und mystisch im winterlichen Gewand. Ich war davon ausgegangen, die Geschichte spiele im Frühling, aber es ist tatsächlich ein schöner Herbst/ Winter Roman.

Die Feen sind größtenteils ziemlich gemein, nicht immer schön und äußerst vielfältig. Besonders ins Herz schließt man den Brownie Poe, den ich mir erstaunlich gut vorstellen konnte. Geholfen bei meiner Vorstellungskraft, hat mir auch ein Buch das ich vor Jaaaahren mal geschenkt bekommen habe (Tipp: Elfen, Goblins und Spukgestalten).

Emily – Wissbegierig, unsozial und stets genervt, ist eine wunderbare Protagonistin, abgerundet von ihrem liebreizend-arroganten Begleiter Wendell. Ich habe den Humor zwischen den Beiden geliebt und konnte ihm auch einfach nie böse sein, dem Wendell.

Zum Ende hin wurde es mir leider etwas zu fantastisch, aber damit muss man ja rechnen. Auch...haben sich diverse romantische Verwicklungen meiner Meinung nach überschlagen. Von den neckischen Flirtereien mal abgesehen, gab es für mich keinen Grund zur Annahme, dass wir in diesem Teil schon SO weit sind.

Ansonsten ist es aber ein richtig tolles Buch und ich werde die Nachfolger auf jeden Fall noch lesen. Das heißt dann aber auch, dass ich mir den ersten Teil, auch wenn ich ihn nun schon gelesen habe, leider noch nachkaufen muss….denn wie doof sieht es aus, wenn man nur Teil 2 und 3 einer Reihe im Regal stehen hat.

Trotz kleiner Abzüge vergebe ich gerade noch 5 Sterne.
Einfach auch, weil es für mich ein Überraschungshit war.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Unter dem Meer...lauert das Grauen

From Below - Die Toten warten
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Ich weiß auch nicht, was mich an Geschichten über Geisterschiffe so reizt.Vielleicht weil sie im Horrorgenre recht selten sind und in der realen Welt erst recht. Streng genommen ist das Schiff in diesem ...

Ich weiß auch nicht, was mich an Geschichten über Geisterschiffe so reizt.Vielleicht weil sie im Horrorgenre recht selten sind und in der realen Welt erst recht. Streng genommen ist das Schiff in diesem Roman auch kein Geisterschiff. Jedenfalls zunächst nicht.
Allein der Titel hätte mich wohl nicht von einem Kauf überzeugt, der klingt mehr nach blutigen Horror als nach Grusel. Aber @janinesbuecherunddiyzauber, Expertin für Festa Neuerscheinungen, hat mich mit ihrer Rezi dann doch sehr neugierig gemacht und dann konnte ich es kaum erwarten mit dem lesen anzufangen.

Vor fast 100 Jahren verschwand der Ozeandampfer Arcadia spurlos. Seltsame Funksprüche und ständige wechselnde Koordinaten machten das Schiff zu einem der mysteriösesten Fälle in der Geschichte der Seefahrt.
Nun hat man das Wrack auf dem Grund der kalte Ostsee wiederentdeckt. Dokumentarfilmerin Cove und ihr Team wollen zur Arcadia hinabtauchen. Nicht nur um mit ihrem Projekt einen ordentlichen Gewinn zu erzielen, sondern auch um hinter das Geheimnis zu kommen, was damals wirklich geschah.
Mit jedem Tauchgang erwacht das Wrack mehr zum Leben. Und das was darin lauert…

Man mische die Filme „Titanic“ und „Ghost Ship“ mit einem guten Schuss Kreativität und heraus kommt „From Below“.
Ich habe mich während des Lesens immer wieder gefragt: Wie kommt man nur auf so was? Und das meine ich positiv. Trotzdem hatte ich meine Zweifel, ob man auf die vielen Fragen da überhaupt zufriedenstellende Antworten geben kann. Jein. Es gibt zwei Lösungen für das Rätsel. Die eine fand ich gut, die andere nicht so sehr.

Der Gruselfaktor ist definitiv da. Ich habe das Buch oft Abends gelesen und bei dem Satz „Da sind Leichen in den Wänden“ ist es mir das erste mal eiskalt den Rücken runter gelaufen.
Die Szenen im Schiff sind klaustrophobisch, das Schiff selbst in seinem Verfall wunderbar beschrieben. Von den Bewohnern will ich gar nicht erst anfangen.
Manchmal haperte es an der Logik, aber das meiste ist gut erklärt.

Ich bin sehr glücklich mit dem Ende.
Darcy Coates mutet ihren Romanhelden viel zu, aber sie ist nicht herzlos.

Weil aber gerade der Anfang rund um Tauchen und Technik etwas zäh war und ich die Auflösung um die Tragödie auf der Arcadia gerne noch etwas ausführlicher gehabt hätte, ist es für mich nicht ganz ein 5-Sterne Buch.

Ich habe es genossen, mich mal wieder wahrhaftig gruseln zu können und freue mich auf weiteren Stoff von Darcy Coates.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Rubinrot reloaded

Die Gemäldespringerin
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Cover – Check!
Klappentext – Check!
Ohne viel weiter darüber nachzudenken, landete „Die Gemäldespringerin“ auf meiner Wunschliste und alsbald in meinem Warenkorb. Als Verpackungsopfer und Kunstliebhaberin ...

Cover – Check!
Klappentext – Check!
Ohne viel weiter darüber nachzudenken, landete „Die Gemäldespringerin“ auf meiner Wunschliste und alsbald in meinem Warenkorb. Als Verpackungsopfer und Kunstliebhaberin konnte ich einfach nicht nein sagen zu folgender Story.

Nach dem tragischen Verlust ihrer gesamten Familie ein paar Jahre zuvor, wagt sich Mika wieder zurück nach London, um dort ihr Kunststudium zu beginnen.
Schon kurz nach ihrer Ankunft begegnet sie dem gut
aussehenden Nicolas, der ihr eröffnet, sie sei eine Gemäldespringerin. Deren Aufgabe ist es, die Gemäldewelt zu bereisen und sie im Gleichgewicht zu halten.
Mika will zunächst nichts davon wissen, doch dann entdeckt sie auf einem Gemälde ihren totgeglaubten Bruder Jasper und lässt sich auf das Abenteuer ein. Tatsächlich wäre es möglich Jasper wieder in die reale Welt zu holen, aber Mika erkennt, dass dahinter ein viel größerer Plan steckt, den es zu vereiteln gilt.

Ich hatte mir ja schon fast gedacht, dass ich wahrscheinlich schon zu alt für diesen Roman bin, aber die Story schien mir einfach zu verlockend.

Mich hat das Ganze sehr an die Edelstein Trilogie erinnert. Die habe ich damals sehr gern gelesen, aber da war ich auch 18. Ich lese immer noch ab und zu gern Young Adult, aber manchmal gehen einen die Charaktere dann so auf den Keks mit ihren Ausdrücken und Verhaltensweisen, dass es den Lesespaß bremmst. So auch hier, aber das ist ja meine eigene Schuld.

Bevor ich hier weiter herummeckere, die Grundidee mit den Gemäldespringerin ist sehr interessant und originell. Der Plot um die Machenschaften des Kupferkabinetts war stimmig und endete in einem würdigen Showdown. Ich habe die Szenen in der Gemäldewelt genossen und konnte mich gut in sie hineinfühlen.

Größter Schwachpunkt war für mich, wer ahnt es, diese Lovestory. Hat sich für mich viel zu schnell entwickelt und Nicolas ist auch einfach der typische Roman – Traumtyp, die gibt‘s wirklich nur im Buch und das nervt mich mittlerweile einfach.

Also für ein jüngeres Publikum ein gelungener Fantasyroman mit allem was man sich wünscht. Für mich ernstes Millennial „nur“ ein 4 Sterne Buch.

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