The King's Daughter
From Here to the Great Unknown - Von hier ins UngewisseBiografien lese ich immer wieder gerne, aber natürlich muss mich auch die Person dahinter interessieren. Lisa Marie Presley erlangte zuletzt durch ihren tragischen und viel zu frühen Tod Bekanntheit. Davor, ...
Biografien lese ich immer wieder gerne, aber natürlich muss mich auch die Person dahinter interessieren. Lisa Marie Presley erlangte zuletzt durch ihren tragischen und viel zu frühen Tod Bekanntheit. Davor, weil sie in erster Linie die Tochter von Elvis war. Dabei war sie so viel mehr. Ehefrau, Mutter, Songwriterin – Ein zutiefst spiritueller Mensch.
Als Lisa Marie starb, steckte sie noch mitten in der Arbeit an ihrer Biografie. Nur eine Woche vor ihrem Tod, bat sie Tochter Riley ihr bei der Vollendung zu helfen. Daher ist die Biografie zum Teil aus Lisa Marie‘s und zum Teil aus Riley‘s Sicht geschrieben.
Diese beiden Perspektiven unterscheiden sich vom Stil sehr. Während Lisa Marie‘s Zeilen recht salopp geschrieben sind, sind die Texte von Riley sehr gefühlsbetont, melancholisch und still. Sie haben insgesamt mehr Qualität und ich musste sowohl am Anfang, als auch am Ende weinen, weil sie den Verlust von Mutter und Bruder so gefühlvoll und zärtlich eingefangen hat.
Während Elvis als vergötterter Vater sehr gut wegkommt, wird Priscilla geradezu als Rabenmutter dargestellt. Dennoch wird auch von harmonischen Momenten und späterer Versöhnung geschrieben. Auch über Michael Jackson wird kaum ein schlechtes Wort verloren, sowie über die anderen Ex-Männer. Besonders ihr erster Ehemann und Vater zweier ihrer Kinder blieb ein lebenslange Konstante in ihrem Leben.
Auch ich habe Lisa Marie als jemanden in Erinnerung, der immerzu traurig aussah. Der Tod ihres Vater hat sie ihr lebenslang nicht losgelassen. Aber sie war eine Kämpferin und die Fotografien zu Beginn eines jeden Kapitels, zeigen mitunter auch eine strahlende Frau und Mutter.
Wenn man das so liest, war sie geboren für die Mutterrolle und hat ihren ersten beiden Kindern eine wunderschöne Kindheit beschert. Tatsächlich kam die ernsten Probleme erst mit der Geburt der Zwillinge auf. Ein Strudel aus Depression und Abhängigkeit, der schließlich auch ihren Sohn mit in den Abgrund zog und somit ihr Todesurteil besiegelte.
Auch wenn die letzten 10 Jahre nicht einfach waren, findet Riley nur liebevolle Worte für ihre Mutter. Das bewundere ich sehr, sie ist so eine starke Person.
Das Buch endet ein bisschen schnell und ich hätte mir Schriftarten für die beiden Perspektiven gewünscht, die sich ein bisschen mehr voneinander unterscheiden. Riley‘s Parts waren einfach schöner zu lesen, aber schließlich gab es ja nur Tonbandaufnahmen von Lisa Marie und die Idee diese möglichst unverfälscht abzutippen ist eigentlich richtig so.
Ansonsten eine sehr emotionale und lesenswerte Biografie.