Profilbild von wampy

wampy

Lesejury Star
online

wampy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit wampy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.01.2025

Trotz einiger Schwächen lesenswert

Kalter Grund
0

Buchmeinung zu Eva Almstädt – »Kalter Grund«

»Kalter Grund« ist ein Kriminalroman von Eva Almstädt, der 2004 bei Bastei Lübbe erschienen ist.

Zum Autor:
Eva Almstädt, 1965 in Hamburg geboren und dort ...

Buchmeinung zu Eva Almstädt – »Kalter Grund«

»Kalter Grund« ist ein Kriminalroman von Eva Almstädt, der 2004 bei Bastei Lübbe erschienen ist.

Zum Autor:
Eva Almstädt, 1965 in Hamburg geboren und dort auch aufgewachsen, absolvierte eine Ausbildung in den Fernsehproduktionsanstalten der Studio Hamburg GmbH und studierte Innenarchitektur in Hannover. Seit 2001 ist sie freie Autorin. Die Autorin lebt in Hamburg.

Zum Inhalt:
Ein mysteriöser Dreifachmord auf einem Bauernhof versetzt die Bewohner eines holsteinischen Dorfes in Angst. Pia Korittki, neue Kommissarin bei der Lübecker Mordkommission, ermittelt gemeinsam mit dem erfahrenen Kollegen Marten Unruh.

Meine Meinung:
Die ehrgeizige Kommissarin Pia Korittki führt ein Schattendasein bei der Lübecker Mordkommission. Ein Dreifachmord auf einem Bauernhof bietet der Außenseiterin eine unerwartete Chance, denn gemeinsam mit dem erfahrenen Kollegen Marten Unruh soll sie den Fall aufklären. Anfänglich geht es nur langsam voran, da sich die beiden Kommissare nicht gut verstehen. Mit der Zeit werden ihre Aufgaben größer und relevanter. Bis dahin stehen eher private Themen im Vordergrund. Wechselnde Perspektiven bringen Gefühle und Informationen ans Licht. Tempo und Spannung sind eher gering. Erst als eine Jugendliche verschwindet ändert sich dies. Tempo und Spannung nehmen deutlich zu. Pia Korittki folgt einem Bauchgefühl, vernachlässigt dabei aber ihre Sicherheit. Am Ende steht ein nachvollziehbar gelöster Fall und eine Kommissarin, die sich auch für ihre Kollegen beweisen konnte.
Die Sprache ist einfach, aber konkret und direkt. Sie ist leicht verdaulich und passt zum Inhalt. Die Handlung ist komplexer als zu Beginn erwartet. Die Figurenzeichnung ist nicht sonderlich ausgeprägt. Die Atmosphäre ist von einem dunklen Grundton geprägt. Auch wenn noch deutliches Verbesserungspotential vorhanden ist, hat mich dieses Buch gut unterhalten.

Fazit:
Das Krimidebut der Autorin ist lesenswert, hat aber noch deutliche Schwächen. Deshalb bewerte ich diesen Titel mit guten drei von fünf Sternen (65 von 100 Punkten).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.12.2024

Solider Krimi mit Stärken und Schwächen

Unter dem Eis - Christopher Diecks 2
0

Buchmeinung zu Lara Möller – »Unter dem Eis«

»Unter dem Eis« ist ein Kriminalroman von Lara Möller, der 2022 im dp Verlag erschienen ist.
Dies ist der zweite Band um den Hamburger Detektiv Christopher ...

Buchmeinung zu Lara Möller – »Unter dem Eis«

»Unter dem Eis« ist ein Kriminalroman von Lara Möller, der 2022 im dp Verlag erschienen ist.
Dies ist der zweite Band um den Hamburger Detektiv Christopher Diecks.

Zum Autor:
Lara Möller wurde 1978 in Hamburg geboren. In ihrer Schulzeit war sie aktive Rollenspielerin. Während ihrer Ausbildung zur Schifffahrtskauffrau und in den folgenden Jahren hat sie drei Fantasy-Romane und zwei Kurzgeschichten veröffentlicht.

Zum Inhalt:
Christopher Diecks arbeitet nun als Privatdetektiv. Seine neue Klientin, eine Bauunternehmerin, glaubt gestalkt zu werden, doch die Dinge sind weitaus komplizierter.

Meine Meinung:
Bei diesem Buch haben mir die ruhigen atmosphärischen Passagen sehr gut gefallen. Seine Beziehung zu Romy entwickelt sich langsam aber stetig. Beruflich läuft es weniger rund, denn der gute Beobachter Christopher lässt sich ablenken und gerät in Schwierigkeiten. Er muss rennen und einstecken, aber er bleibt hartnäckig. Das Tempo zieht an, die Spannung steigt und der Leser muss um den sympathischen Christopher bangen. Nach einigen überraschenden Wendungen kommt es zum Showdown. Die Auflösung ist vollständig und nachvollziehbar. Der Schreibstil ist angenehm und bringt die Gedanken der Hauptfigur zur Geltung. Viele Ortswechsel zeigen ein Hamburg, wie es nicht jeder kennt, aber in dem die Hauptfigur sich auskennt und wohlfühlt. Der Krimi hat mich gut unterhalten und die Fortsetzung liegt schon bereit.

Fazit:
Ein Hamburg-Krimi mit einer sympathischen Hauptfigur, der mich in den ruhigen Passagen überzeugen konnte. Deshalb bewerte ich den Titel mit guten drei von fünf Sternen (70 von 100 Punkten).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2024

Ein atmosphärischer Toskana-Krimi mit Schwächen

Signora Commissaria und der lachende Tod
0

Buchmeinung zu Alexander Oetker – »Signora Commissaria und der lachende Tod«

»Signora Commissaria und der lachende Tod« ist ein Kriminalroman von Alexander Oetker, der 2024 bei Atlantik erschienen ist. ...

Buchmeinung zu Alexander Oetker – »Signora Commissaria und der lachende Tod«

»Signora Commissaria und der lachende Tod« ist ein Kriminalroman von Alexander Oetker, der 2024 bei Atlantik erschienen ist.

Zum Autor:
Alexander Oetker, geboren 1982, ist Bestsellerautor und TV-Journalist, als Frankreich-Experte von RTL und n-tv berichtet er seit 15 Jahren über Politik und Gesellschaft der Grande Nation. Er ist zudem Kolumnist und Restaurantkritiker der Gourmetzeitschrift Der Feinschmecker. Er lebt mit der Familie zwischen Brandenburg, Berlin und der französischen Atlantikküste.

Zum Inhalt:
In Florenz wird ein Busfahrer ermordet und mit einem starren Lächeln auf seinem Fahrersitz drapiert. Bald findet Commissaria Giulia Ferrari heraus, dass es schon einen ähnlichen Fall gegeben hat. Gemeinsam mit ihrem Team um den blinden Polizisten Enzo und den Wirt und ehemaligen Kripobeamten Luigi macht sich die Commissaria auf die Tätersuche.

Meine Meinung:
Giulia, Luigi und Enzo wirken sympathisch und kompetent. Sie harmonieren gut, sind hartnäckig und haben ein Faible für gutes Essen. Hier kommt der Restaurantkritiker im Autor zum Tragen. Der Schreibstil ist fesselnd und eindringlich. Dabei wechseln sich ruhige und aufregende Szenen ab,
Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Auch einige Opfer werden begleitet, bevor sie ahnungslos dem Täter zum Opfer fallen. Diese Szenen sind zum Teil sehr grausam und unnötig detailreich beschrieben. Es braucht einige Zeit bis sich eine erfolgversprechende Spur findet. Der Täter scheint gefunden, aber es fehlt an Beweisen. Mit einer riskanten Falle soll der Täter überführt werden.
Gefallen haben mir die atmosphärischen Beschreibungen von Florenz, den Sehenswürdigkeiten und den Speisen, die Lust auf einen Urlaub wecken. Weniger gelungen fand ich die Figurenzeichnung fast ohne Grautöne. Die Auflösung ist vollständig und nachvollziehbar. Es war meist spannend und der Unterhaltungsfaktor war hoch.

Fazit:
Mich hat dieses Buch des Autor trotz einiger deutlich spürbaren Schwächen gut unterhalten. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten). Empfehlen kann ich das Werk als atmosphärischen Urlaubskrimi, aber die in Frankreich spielen Krimis des Autors haben mir besser gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2024

Zwölf unterhaltsame Kurzgeschichten, die meist die bekannte Miss Marple zeigen

Miss Marple
0

Buchmeinung zu Agatha Christie – »Miss Marple«

»Miss Marple« ist ein Kriminalgeschichtensammlung, die 2024 bei Atlantik in der Übersetzung von Alexander Weber erschienen ist. Der Titel der englischen ...

Buchmeinung zu Agatha Christie – »Miss Marple«

»Miss Marple« ist ein Kriminalgeschichtensammlung, die 2024 bei Atlantik in der Übersetzung von Alexander Weber erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »Marple: Twelve New Stories« und ist 2022 erschienen.

Zum Inhalt:
Mit Erzählungen von: Lucy Foley, Ruth Ware, Val McDermid, Leigh Bardugo, Naomi Alderman, Karen M. McManus, Kate Mosse, Alyssa Cole, Elly Griffiths, Natalie Haynes, Jean Kwok, Dreda Say Mitchell.

Meine Meinung:
Zwölf erfolgreiche und bekannte Autorinnen haben jeweils eine Kurzgeschichte um Miss Marple zum Buch beigesteuert. Die meisten Geschichten spielen im gewohnten Umfeld und lassen vorwiegend vom Original bekannte Figuren agieren. Einige wenige wagen den Sprung in ein neues Umfeld wie Alyssa Cole in Miss Marple erobert Manhattan. Diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen, weil sie einfach anders ist und neue Facetten von Miss Marple offenbart. Meist jedoch ist es das gewohnte Muster mit einer häkelnden und Tee trinkenden Miss Marple, die gemeinsam mit einer alten Bekannten den Fall auf überraschende Weise aufklärt. Besonders stolz wirkte Miss Marple, wenn es ihr gelang einen Mord zu verhindern. Die sympathische Ermittlerin glänzt mit ihrer Beobachtungsgabe und ihrem analytischen Verstand und zeigt den Jüngeren gerne, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehört und alles andere als eine hilflose alte Dame ist.
Manche Geschichten haben mir besser gefallen als andere, aber dies ist natürlich Geschmackssache. Mein Hauptkritikpunkt ist eher, dass sich viele Geschichten ähneln. Vielleicht ist auch deshalb Miss Marple erobert Manhattan meine Lieblingsgeschichte.

Fazit:
Diese Sammlung von zwölf Kriminalerzählungen ist unterhaltsam, leidet aber darunter, dass sich nach meinem Empfinden die Geschichten zu sehr ähneln. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.10.2024

Fällt gegenüber dem Vorgänger sehr deutlich ab

Bis in alle Endlichkeit
0

Buchmeinung zu James Kestrel – »Bis in alle Endlichkeit«

»Bis in alle Endlichkeit« ist ein Kriminalroman von James Kestrel, der 2024 bei Suhrkamp in der Übersetzung von Stefan Lux erschienen ist. Der ...

Buchmeinung zu James Kestrel – »Bis in alle Endlichkeit«

»Bis in alle Endlichkeit« ist ein Kriminalroman von James Kestrel, der 2024 bei Suhrkamp in der Übersetzung von Stefan Lux erschienen ist. Der Titel der anerikanischen Originalausgabe lautet »Blood Relations« und ist 2019 erschienen.

Zum Autor:
Jonathan S. Moore, Pseudonym James Kestrel (geboren am 5. Juni 1977 in Stanford, Kalifornien), ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Rechtsanwalt, dessen Werke mehrere renommierte Preise erhielten.
Moore arbeitete zunächst in unterschiedlichsten Berufen, darunter als Englischlehrer, Wildwasser-Rafting-Führer auf dem Rio Grande, Betreuer für jugendliche Straftäter in einem texanischen Wildniscamp und Ermittler für einen Strafverteidiger in Washington, D.C.
Er lebt heute mit seiner Familie auf Hawaii und arbeitet hauptberuflich als Anwalt in Honolulu. Seine Bücher wurden in zwölf Sprachen übersetzt.

Zum Inhalt:
Privatdetektiv Lee Crowe findet eine junge Frau in einem teuren Kleid tot auf dem Dach eines Rolls-Royce liegend, noch dazu in einem der gefährlichsten Gegenden von San Francisco. Auf Vermittlung eines Anwalts wird er von der superreichen Olivia Gravesend mit Nachforschungen beauftragt, da diese nicht wie die Behörden an Selbstmord glaubt.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich zu Beginn begeistert, weil es ein hardboiled Noir mit durchaus üblichen Zutaten ist. Lee Crowe ist ein Privatdetektiv mit ziemlich dunkler Weste und ein harter Hund. Für ihn zählt der Erfolg und die Methoden dahin sind zweitrangig. Meist arbeitet er für einen Anwalt, der auch Klienten aus der Mafia vertritt. Das ist ihm egal, aber die tote junge Frau ist es nicht. Die Polizisten sind meist nicht sonderlich kompetent oder auch wenig engagiert. Die Gegner scheinen mächtig und einflussreich zu sein, aber durch seine Auftraggeberin hat auch er vielversprechende Möglichkeiten und Kontakten. Lee Crowe gerät mehrfach in Lebensgefahr und entkommt meist nur knapp. Lange Zeit ist er auf der falschen Spur und vermutet einen falschen Hintergrund. So weit, so gut, aber dann wird es unstimmig. Seine Exfrau mutiert zu einer wertvollen Retterin und Lees Gegenspieler töten ohne Sinn und Verstand. Die Geschichte verliert sich in eine Abfolge von Actionszenen und eher zufällig findet Lee die richtige Spur. Als Thema kristallisiert sich unerlaubte Genmanipulation heraus. Fast alle Charaktere sind schwarz-weiß ohne Grautöne gezeichnet. Der Schreibstil ist durchaus fesselnd, aber Handlung und Charaktere laufen aus dem Ruder. Die Spannungskurve ist okay. Mehrere Zufälle arbeiten zugunsten des Privatdetektivs und so steht am Ende ein nachvollziehbar gelöster Fall, auch wenn diese wenig glaubwürdig erscheint. Ein Highlight für mich war der erste Kontakt zwischen dem Anwalt als Auftraggeber und dem Privatdetektiv. Sie erweisen sich als verwandte Seelen.

Fazit:
Neben dem berauschende Meisterwerk „Fünf Winter“ kann dieser Titel nicht bestehen und erweist sich als deutlich schwächer. Der fesselnde Schreibstil kann nur kurzzeitig über die Schwächen in Charakterzeichnung und vor allem in der Handlung tragen. Am Ende war meine Enttäuschung groß und deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere