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Veröffentlicht am 18.11.2024

Gegensätze ziehen sich an

Practice Makes Perfect
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Ich war wieder in Rome! Sarah Adams hatte mich bereits früher im Jahr mit “When in Rome” in die beschauliche Kleinstadt entführt. Da hatte ich mich total in das Setting, die Bewohner und die Geschichte ...

Ich war wieder in Rome! Sarah Adams hatte mich bereits früher im Jahr mit “When in Rome” in die beschauliche Kleinstadt entführt. Da hatte ich mich total in das Setting, die Bewohner und die Geschichte um die Protagonisten Amelia und Noah verliebt. Entsprechend groß war meine Freude, nochmal dorthin zurückzukehren und eine weitere Geschichte an Ort und Stelle erleben zu dürfen.
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Floristin Annie sucht den Mann fürs Leben. Das brave Kleinstadtmädchen fühlt sich ausgerechnet zu Bodyguard Will hingezogen. Der will alles, nur keine feste Beziehung. Als ihr Dating-Coach kommt er Annie dann näher, als ihm lieb ist…
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Sofort bin ich wieder in Rome angekommen. Annie und Will sind schließlich keine Fremden. Annie ist die Schwester von Noah und Will der Angestellte von Amelia. Somit ist der Bezug zu Band 1 hergestellt. Ich dachte, dass ich mich in die zweite Rome-Story genauso verlieben würde. Das war aber nicht so ganz der Fall.
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Sarah Adams schreibt wieder locker und humorvoll. Das Wiedersehen mit den Kleinstadt-Bewohnern war schön. Es war aber auch ein bisschen wie aufgewärmter Kaffee. Bezogen auf das Buch, könnte man sagen, dass der Zauber des Neuen eben verflogen war. Ich wusste, was mich erwartet. Und obwohl ich Annie und Will einerseits ganz süß fand, gingen sie mir andererseits doch auch etwas auf die Nerven. Der Opposites Attract-Trope hat für mich nicht so 100%ig funktioniert. Er ist halt sehr klischeebehaftet und vorhersehbar. Ja, das war die Geschichte in Band 1 auch. Aber sie hatte für meinen Geschmack noch etwas mehr Charme. WHEN IN ROME habe ich geliebt. PRACTICE MAKES PERFECT ist auch nett. Das Erfolgskonzept aus Band 1 hat hier aber nicht nochmal in gleicher Form funktioniert. Was von vornherein klar wie Kloßbrühe ist, erscheint mir zu sehr künstlich in die Länge gestreckt, ohne dass die Story es wirklich trägt.
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Fazit: Blumenfee meets Bad Boy. Friends-to-Lovers. Nicht neu und auch nicht überraschend. Dafür aber herrlich cosy und angenehm zu lesen. Allerdings passt die Geschichte eher zur Lese-Gefühlslage im Frühling und nicht unbedingt zur jetzigen Herbststimmung.

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Veröffentlicht am 28.10.2024

Das Ende der Trilogie

Hildur – Der Schatten des Nordlichts
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„Der Schatten des Nordlichts“ ist der dritte und letzte Band der HILDUR-Trilogie von Satu Rämö. Ich war also wieder im rauen Island unterwegs. Zum Abschluss der Reihe habe ich mehr als nur einen Kriminalfall ...

„Der Schatten des Nordlichts“ ist der dritte und letzte Band der HILDUR-Trilogie von Satu Rämö. Ich war also wieder im rauen Island unterwegs. Zum Abschluss der Reihe habe ich mehr als nur einen Kriminalfall gelöst. Hier werden diesmal weitere bisher noch lose Fäden zusammengeführt.
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Darum geht’s: An den isländischen Westfjorden taucht in einem Fischgehege eine Leiche auf. Der Fall zieht ungeahnte Kreise, als es über die Insel verteilt zu weiteren Gewalttaten kommt. Hildurs Schwester verschweigt etwas. Außerdem wird Hildurs Kollege Jakob in seiner Heimat Finnland in einen Mord verwickelt…
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Der dritte Fall ist vollgepackt. Vor allem punktet der Krimi erneut mit wunderbaren Landschaftsbeschreibungen. Wieder lerne ich Island ein bisschen besser kennen. Zusätzlich habe ich auch noch Finnland besucht. Während man die nordischen Länder ja gerne alle in einen Topf schmeißt, habe ich hier wichtige Unterschiede und Eigenheiten erfahren. Das betrifft zum Beispiel die Wetterbedingungen, die eindrücklich beschrieben werden. Dabei zeigt sich zum Beispiel, dass der Winter in Island ganz anders ist als der Winter in Finnland. In diese Gegebenheiten einzutauchen, hat mir tolle Stimmungsbilder vermittelt und mir beim Lesen viel Freude bereitet.
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Der Abschlussband lässt sich spannend an. Der Kriminalfall hat seinen Reiz. Und auch die grundlegende Geschichte um Hildurs in der Kindheit verschwundene Schwestern ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Dann hat die Handlung noch einen etwas anderen Turn gemacht, als ich es erwartet hatte. Die Originalausgabe des Buches trägt schlicht und ergreifend den Titel „Jakob“. Daran wird deutlich, dass Hildurs Kollege als Person und mit seiner Geschichte diesmal deutlich in den Fokus rückt. Irgendwie wirkte mir alles etwas zu konstruiert und die Erklärungen etwas über das Knie gebrochen. Irgendwie gewollt, um zum Ende zu kommen, was ich etwas schade finde.
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Letztendlich ist der letzte Teil der Trilogie nicht der ganz große Knaller, den ich mir erhofft und eigentlich auch fest erwartet hatte. Und trotzdem hat mir die Krimireihe insgesamt betrachtet sehr gut gefallen. Den Namen Satu Rämö habe ich jetzt definitiv auf der Liste, wenn es um Krimis aus den nordischen Ländern geht.
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Verschiedene Fäden werden zusammengeführt und mehrere Handlungsstränge zum Abschluss gebracht. Es ist gewohnt spannend zu lesen und auch wieder sehr angenehm geschrieben. Und trotzdem hat mich die Story ab etwa der Hälfte des Buches schleichend etwas verloren.

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Veröffentlicht am 16.10.2024

Gut aber noch ausbaufähig

Lilienopfer. Dein Tod gehört mir
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Leo Born ist vielen Thriller-Leser*innen durch seine Mara Billinsky-Reihe ein Begriff. “Lilienopfer” ist der Auftaktband einer weiteren Reihe. Hier steht Ermittler Jack Diehl im Mittelpunkt. Das Buch ist ...

Leo Born ist vielen Thriller-Leser*innen durch seine Mara Billinsky-Reihe ein Begriff. “Lilienopfer” ist der Auftaktband einer weiteren Reihe. Hier steht Ermittler Jack Diehl im Mittelpunkt. Das Buch ist bereits vor zwei Jahren als eBook erschienen und jetzt endlich auch als Print verfügbar.
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Darum geht’s: Eine grausame Mordserie erschüttert Frankfurt. Die Taten erinnern an den Lilienmörder - aber der sitzt seit Jahren hinter Gittern…
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Der Einstieg in die neue Thriller-Reihe ist auf vielen Ebenen gelungen. Leo Born knallt hier voll rein. Brutale Morden. Mysteriöses Szenario. Spannende Atmosphäre. Und vor allem: Interessante Charaktere. Hauptfigur Jack Diehl ist der Lonesome Cowboy-Typ, Fallanalytikerin Viola ist seine Ex und Tatort-Fotografin Berenice ist die Neue im Team.
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Die Basis für einen richtig guten Reihenauftakt ist da. Ich bin mit Hochspannung in den Fall gestartet. Das erste Drittel finde ich auch sehr gelungen. Danach flacht es etwas ab. Auf der zwischenmenschlichen Ebene wurde mir teilweise zu tief in die Klischeekiste gegriffen. Auch bei den Ermittlungen war ich nicht mehr so ganz bei der Sache, weil mir im Handlungsverlauf irgendwie der besondere Clou gefehlt hat. Ich hatte den Eindruck, dass der Autor alles in den Anfang hineingepackt hat, was geht. Dann wurde aber die Handbremse gefühlt etwas angezogen. Vielleicht um nicht sämtliches Potenzial schon im ersten Band zu verschleudern. Auf jeden Fall konnte bei mir die Spannung nicht durchgängig hoch gehalten werden.
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Fazit: Der Thriller beginnt granatenstark. Im Verlauf schleichen sich Längen ein. Da ist noch Luft nach oben. Die gut gezeichneten Hauptcharaktere haben aber meine Sympathie gewonnen und machen neugierig auf mehr.

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Veröffentlicht am 26.09.2024

Winter-Romanze

Ein Winter in New York
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Lebkuchen und Spekulatius im Supermarkt. Romane mit winterlichem Setting in der Buchhandlung. Ja, es lässt sich nicht verleugnen, dass wir schon wieder auf Weihnachten zusteuern. Im Zuge vorfreudiger saisonaler ...

Lebkuchen und Spekulatius im Supermarkt. Romane mit winterlichem Setting in der Buchhandlung. Ja, es lässt sich nicht verleugnen, dass wir schon wieder auf Weihnachten zusteuern. Im Zuge vorfreudiger saisonaler Stimmung ist auch “Ein Winter in New York” von Josie Silver auf meiner Leseliste gelandet und direkt gelesen worden.
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Darum geht’s: Iris startet einen Neuanfang in New York. Eisdielen-Inhaber Gio verzaubert sie mit seinem italienischen Charme und seiner Familie. Aber ein Happy End scheint unmöglich…
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Die romantische Wintergeschichte ist grundsätzlich richtig süß. Sie beginnt wie eine typische RomCom mit einer witzigen Buchhandlungs-Szene und einer im Eifer des Gefechts ausgesprochenen Lüge. Als die beiden Protagonisten sich Monate später zufällig wieder begegnen, steht diese Unwahrheit zwischen ihnen. Und auch noch ein anderes Geheimnis. Was fluffig und humorvoll anfängt, artet meiner Meinung nach dann leider in ein irgendwie überflüssiges Drama aus. Ich konnte nicht wirklich nachvollziehen, warum Iris nicht einfach die Wahrheit sagt. Statt das Gespinst aus Lügen und Geheimnissen aufzulösen, verkompliziert sie mit ihrem Verhalten alles unnötig. Das macht sie mir leicht unsympathisch und nimmt der Story teilweise ein bisschen den Zauber. Der fiese Ex-Freund taucht dann auch noch auf und sorgt noch für einen Hauch von Spannung und Action. Das hat für mich nicht so zusammengepasst. Ich hätte mir einfach andere Drehs gewünscht, die der Handlung mehr Leichtigkeit und Wintermagie verleihen. Insgesamt bleibt die winterliche Atmo aber eher auf der Strecke. Ich meine, es geht um eine Eisdiele und ein geheimes Vanilleeis-Rezept. Das schreit eigentlich geradezu nach Sommer. Aber hier rieselt irgendwann trotzdem noch der Schnee, es gibt Lichterglanz und der Found Family-Trope sorgt noch für ein wohliges Gefühl und einen schönen Abschluss. Das wirkt auf mich alles irgendwie konstruiert.
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Der Roman ist insgesamt angenehm zu lesen. Die Geschichte ist ansich echt süß und die Charaktere liebenswert. Aber irgendwie ist es nicht so ganz stimmig. Es kommt mir so vor, als wäre die Story extra mal eben auf Winter getrimmt worden, weil der Verlag da gerade noch was brauchte. Die Vibes, die ein Winterroman versprühen sollte, sind bei mir allenfalls mittelprächtig angekommen. In neutraler Verpackung hätte mir die Geschichte in ihrer Art wahrscheinlich tatsächlich besser gefallen.

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Veröffentlicht am 12.09.2024

Speziell

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Es war mal an der Zeit für mich, ein Buch von Matt Haig zu lesen. “Die Mitternachtsbibliothek” hatte ich als Hörbuch gehört und mochte die Geschichte - vor allem auch die Art und Weise, wie Annette Frier ...

Es war mal an der Zeit für mich, ein Buch von Matt Haig zu lesen. “Die Mitternachtsbibliothek” hatte ich als Hörbuch gehört und mochte die Geschichte - vor allem auch die Art und Weise, wie Annette Frier sie mir als Sprecherin präsentiert hat. Die Story von Haigs neuem Roman wollte ich nun selbstständig in meinem Kopf entwickeln.
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Darum geht’s: Grace ist 72 Jahre alt, pensionierte Mathematiklehrerin und nie über den frühen Tod ihres Sohnes hinweggekommen. Als sie aus heiterem Himmel das Haus einer ehemaligen Kollegin auf Ibiza erbt, beginnt für sie eine besondere Reise…
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Die Vergangenheit hinter sich lassen und einfach leben! Die Message ist toll und wichtig. Wie sie hier vermittelt wird, hat mir aber nur teilweise gefallen. Ich mag die philosophischen und horizonterweiternden Aspekte der Geschichte. Die Entwicklung zum Spirituellen und Paranormalen hat mich dagegen weniger mitgenommen. Da bin ich ehrlich gesagt aus der Story ausgestiegen.
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Die Ibiza-Karte im Buchdeckel weckt den Eindruck, als könnte man hier in eine sonniges Urlaubssetting abtauchen. Die Story hat zu Beginn auch eine gewisse Aussteiger-Romantik. Das sonnendurchflutete Insel-Flair gerät immer mehr ins Hintertreffen. Die Geschichte rückt Themen wie Krankheit, Tod und Trauer in den Mittelpunkt. Umweltschutz kommt auch noch dazu. Und dann noch die beschützende Kraft tief im Meer. Mir ist das etwas zu viel des Guten und thematisch überladen.
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Ich mag den Schreibstil von Matt Haig und den bodenständigen Teil der Geschichte. Damit kann ich was anfangen und bin auch in vielen Punkten zum Nachdenken angeregt worden. Es gibt mir hier aber zu viel Esoterik. Dafür bin ich nicht so empfänglich. Dieser Anstaz ist für mich weniger interessant und hat das Lesen zeitweise auch etwas anstrengend gemacht. Wer sich darauf einlassen kann, wird an der Geschichte bestimmt noch mehr Freude haben als ich.

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