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Veröffentlicht am 28.10.2024

Pageturner zum Mitfiebern

Kingdom of Lies
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Einst gab es einen erbitterten Krieg zwischen den Menschen und den mächtigen Fae. Als es schien, dass für die Menschen alles verloren war, flehten sie die Götter um Hilfe an. Im Tausch gegen die magischen ...

Einst gab es einen erbitterten Krieg zwischen den Menschen und den mächtigen Fae. Als es schien, dass für die Menschen alles verloren war, flehten sie die Götter um Hilfe an. Im Tausch gegen die magischen Fähigkeiten, die ein Mensch seit Geburt hat, werden sie den Menschen beistehen. Seitdem wird jeder Säugling am Entnahmetag seine Magie beraubt und erst im Alter von fünfundzwanzig Jahren erhalten sie einen Teil der Magie zurück. Doch es gibt die Verderbten, die trotz der Entnahme über Magie verfügen und denen und ihren Familien am Tag der Magierückführung der Tod droht. Eine von diesen Verderbten ist Prisca, eigentlich hätte sie noch etwas Zeit bis zur Übergabezeremonie, doch ein dummer Zufall lässt ihre Fähigkeiten auffliegen und ihr bleibt keine andere Möglichkeit als die Flucht. Dabei trifft sie auf Lorian und seine Södnertruppe, die ihr unerwartet zur Hilfe kommen, allerdings erst beim zweiten Mal.
Was ist dieses Buch wieder für eine Schönheit, für die optische Gestaltung gibt es von mir schon die volle Punktzahl, doch dieses Buch kann durchaus auch inhaltlich mit seiner Optik mithalten.
Schon beim Einstieg erfährt man, wie es bei den Zeremonien zugeht, schonungslos erzählt Stacia Stark von den Regeln und lässt schon zu Beginn Spannung aufkommen. Dabei ist ihr Schreibstil fesselnd, bildlich und direkt, ich fühlte mich wie in einem Fantasyfilm.
Auch die Spannung ist von Beginn an hoch, immer wieder sorgen Plottwists dafür, weiterlesen zu wollen. Natürlich gibt es immer wieder kleinere Momente, in denen es zwar ruhiger wird, die aber deutlich dazu dienen, dass man einen tieferen Einblick in die Welt erhält. Doch es bleiben auch viele Momente, die geheimnisvoll bleiben und förmlich dazu einladen, Vermutungen anzustellen. Auch wenn vielleicht die ein oder andere dieser Vermutungen sich dann auch bestätigt, gibt es noch genügend Momente die überraschen.
Die Welt ist recht düster, der Menschenkönig steht dem König der Fae in Grausamkeiten in nichts nach. Die Menschen in den vielen Dörfern leben in Armut, ihre zurückgewonnene Magie ist oftmals gering. Die Menschen in den Städten leben allerdings durchaus im großen Wohlstand und verfügen über deutlich mehr Magie. Letzten Endes gibt es dann noch die Verderbten, die am Göttertag auf dem Marktplatz der Stadt verbrannt werden, wenn sie erwischt werden.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Priscas Sicht, hin und wieder dürfen wir aber auch mehr aus Sicht Lorians erfahren, was auch immer wieder zum Nachdenken anregt.
Prisca ist eine unglaublich toughe und starke Protagonistin, deren Entwicklung hervorragend ausgearbeitet wurde. Von der Putzfrau der Dorfbäckerei hin zu einer ideenreichen Rebellin, dazwischen allerdings mit vielen kleinen Zwischenschritten, die diese Entwicklung auch glaubhaft machen.
Lorian hingegen wirkt zunächst arrogant, wird aber immer aufgeschlossener, wenn er auch viele Geheimnisse für sich behält, was ihn undurchsichtig lässt. Die Schlagabtäusche zwischen ihm und Prisca sind stark, bringen oft zum Schmunzeln und machen neugierig auf den Charakter. Das es zwischen ihm und Prisca deutlich knistert, ist zwar vorhersehbar, aber gefiel trotzdem sehr gut.
Auch Nebencharaktere gibt es zahlreiche, von denen Priscas Bruder ein wenig mehr im Vordergrund steht als andere, trotzdem sorgen diese für einige Überraschungsmomente und wirken authentisch. Ganz besonders gut gefallen haben mir die fünf Söldner und deren Chemie untereinander.
Mein Fazit: Ein spannendes Fantasyabenteuer voller Liebe, Gefahren, Kämpfe, aber auch Humor, das sich nur schwer aus der Hand legen lässt. Mit Prisca erhält man eine starke, aber durch und durch großherzige Protagonistin, mit der man mitfiebern kann. Von mir gibt’s eine klare Leseempfehlung, aber Vorsicht, es erwartet uns ein mieser, fieser Cliffhanger, der schon beim Zuschlagen des Buches sehnsüchtig auf Band 2 warten lässt.

Veröffentlicht am 26.10.2024

Nicht ganz so stark wie Band 1

A Whisper of Wings
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Nachdem Smilla die neue Anführerin der Wilden Jagd, der berüchtigten Söldnertruppe Middangarts, geworden ist, hat sie nur ein Ziel: sie will die gefährlichen Walküren vernichten. Doch dabei bemerkt sie ...

Nachdem Smilla die neue Anführerin der Wilden Jagd, der berüchtigten Söldnertruppe Middangarts, geworden ist, hat sie nur ein Ziel: sie will die gefährlichen Walküren vernichten. Doch dabei bemerkt sie nicht, wie sehr sie davon besessen ist und sich immer wieder verzettelt. Als sie eine Prophezeiung erhält, dass ihr die erste Suche beim Kampf gegen die Walküren helfen kann, machen sie sich auf die Suche nach genau dieser. Dabei hätte niemand von ihnen damit gerechnet, dass ihre Reise noch ganz andere Ausmaße annimmt, denn die Hexe hat für ihre Hilfe Bedingungen. Sie schickt die Wilde Jagd nach Addangart, direkt in Odins Hallen. Was die Gefährten allerdings hier vorfinden, rückt alles bisher Geschehene in ein ganz anderes Licht.
Nachdem A Breath of Winter im vergangenen Jahr ein wahres Highlight war, war ich absolut gespannt auf die Fortsetzung dieser düsteren Geschichte, vor allem auch wegen des wirklich heftigen Cliffhangers von Band 1.
Der Einstieg fiel mir allerdings gar nicht so leicht, denn auch wenn die Ereignisse recht schnell ans Ende von Band 1 anknüpfen, hat es für mich ein wenig gedauert, bis ich mich wieder zurechtfand. Ohne Frage ist der Schreibstil der Autorin sehr detailreich und bildlich, aber hier waren es unzählige, teils zwar wichtige Dialoge, die für mich aber den Beginn in die Länge zogen.
Dieses Mal tauchen wir deutlich tiefer in die nordische Mythologie rund um Odin, den Weltenbaum und Asgard, hier Addangard, ein. Es gibt viele Verbindungen zur Saga, gerade auch was die Figuren angeht, allerdings interpretiert die Autorin die Ereignisse auf ganz eigene Art, was mir wirklich gut gefallen hat. Bis auf ein paar kleinere Ausnahmen, die in meinem Kopf etwas absurde Bilder entstehen ließen, um nicht zu spoilern erwähne ich nur den Namen Loki, für alle die es schon gelesen haben.
Die Welt ist also weiterhin sehr düster, gefährlich und kalt und es gilt das ein oder andere Abenteuer für die Gefährten zu bestehen, bis hin zu epischen Schlachten. Allerdings empfand ich es oft als langatmig, denn die actionreichen Momente wurden immer wieder durch lange Dialoge unterbrochen, die mir das Vorankommen in der Handlung oftmals erschwerten.
Wir treffen hier auf viele Figuren des ersten Bandes und auch ein Wiedersehen mit Leif habe ich als sehr wertvoll gehalten, da es zwischen ihm und Smilla zu eine wirklich interessanten Gespräch kam, dass viele Widrigkeiten des ersten Bandes wieder auflösten.
Smilla fand ich sehr authentisch und glaubhaft dargestellt. Ich konnte zu jederzeit ihre Gefühle und ihre absolute Zerrissenheit nachempfinden. Auch ihre Handlungen fand ich absolut gelungen dargestellt, denn nach dem, was sie in Band 1 erlebt hat, hätte ich alles andere nicht nachvollziehen können. Trotzdem hat mich ihre Art auch irgendwie runtergezogen, sogar etwas genervt, was mich in Bezug auf ihren Charakter zwiegespalten zurücklässt.
Die Wilde Jagd mag ich sehr gerne, ihre wirklich facettenreichen Charaktere haben mich im Großen und Ganzen wieder überzeugt, wobei ich eine ganz bestimmte Handlung ebenfalls zwiegespalten zurücklässt. Auch darauf kann ich leider nur bedingt eingehen, da es sonst zu sehr spoilern würde.
Daneben treffen wir hier wirklich auf eine absolute Vielzahl an Charakteren, von Odin und der Götterwelt, über Hel und die erste Hexe und noch mehr. Hier braucht man auf jeden Fall etwas Aufmerksamkeit beim Lesen, um es nicht durcheinander zu bringen, wer die Göttersaga ein wenig kennt, dürfte aber keine Schwierigkeiten haben.
Mein Fazit: Mich lässt der Abschluss der Dilogie ein wenig zwiegespalten zurück und irgendwie wäre es für mich fast schon sinniger gewesen, wenn Band 1 allein stehen geblieben wäre. Für mich waren verschiedene Ereignisse nicht ganz schlüssig und mir fehlte es zwischendurch an Spannung. Smilla fand ich glaubwürdig, aber auch ein wenig nervig, auch wenn ich es durchaus nachempfinden konnte, warum sie so voller Hass und Rachewünsche steckte. Letzten Endes kann der zweite Band für mich leider nicht an Band 1 anknüpfen.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 26.10.2024

Absolut fesselnd und herrlich düster

Die Sonnenfeuer-Ballade 1: A Song to Raise a Storm
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Seit dem großen Friedensabkommen herrschen im Lande Talbeth klare Regeln und Strukturen. Wähend in den Städten und Dörfern die Menschen das Sagen haben, gehören den magischen Wesen, den Qidhe die Wälder. ...

Seit dem großen Friedensabkommen herrschen im Lande Talbeth klare Regeln und Strukturen. Wähend in den Städten und Dörfern die Menschen das Sagen haben, gehören den magischen Wesen, den Qidhe die Wälder. Doch gerade die Halb-Qidhe, halb Mensch, halb Magische, haben in beiden Welten mit Vorurteilen zu kämpfen. Eine von ihnen ist Sintha, doch diese gibt nichts auf Regeln, denn sie hat ganz andere Sorgen. Als sie für ihren kranken Vater in der Stadt Medizin besorgt hat, wird sie auf dem Rückweg von einem Sturm überrascht und sie muss in einem Gasthaus der Menschen übernachten. Allerdings geschah kurz bevor Sin dort ankam ein Mord im Ort und dieser soll von den Vakár aufgeklärt werden. Schnell bemerkt deren Anführer, der furchteinflößende Alezander, dass Sin über ganz besondere Fähigkeiten verfügt und durch einen Trick gelingt es ihm, Sin zu überwältigen, so dass sie ihm helfen muss, den Täter zu finden.
Julia Dippel ist für mich die deutsche Fantasyqueen und ich weiß gar nicht, warum ich diesen ersten Band so lange auf dem Sub liegen hatte, denn auch der erste Band der Sonnenfeuer-Ballade ist ein absolutes Highlight für mich gewesen.
Der Einstieg gelingt sehr leicht, denn die Autorin erzeugt nicht nur von Beginn an Spannung, sondern versetzt den Leser mit ihrem sehr bildlichen Schreibstil direkt in eine andere, düstere Welt.
Die Welt hat mir unheimlich gut gefallen, denn sie wirkt einfach mit ihrer kalten und finsteren Atmosphäre zusätzlich auf die Spannung ein. Ob Städte oder das kleine Gasthaus im eingeschneiten Dorf, in dem ein großer Teil des ersten Bandes stattfindet, alles wurde direkt vor meinem inneren Auge sichtbar.
Die Geschichte wirkt geheimnisvoll und immer wieder gibt es kleinere, aber auch größere Plottwists, die die Spannung erhöhen. Man beginnt mitzurätseln, was bzw wer hinter den Morden steckt und wie all das zusammenhängen kann. Das ein oder andere habe ich zwar vorhersehen können, was ich aber keineswegs schlimm fand, denn es gab so einige Überraschungen. Emotionen werden lebendig und ich habe nicht nur mit Sin mitgefiebert, sondern in jeder Hinsicht auch mitfühlen können.
Die magische Welt, die hier mehr oder weniger unterdrückt wird, hat ein eigenes Magiesystem, die unterschiedlichen magischen Völker ihre eigenen Fähigkeiten. Noch hat man nur einen kleinen Einblick erhalten, doch da im Hintergrund eine Rebellion schwelt, schätze ich, dass wir hier noch ganz viel mehr erleben dürfen.
Protagonistin Sin ist eine großartige Figur, die mir gleich von Beginn an sehr sympathisch war. Auch Sin trägt ein Geheimnis in sich und ihre Fähigkeit ist etwas ganz besonderes. Ich mochte aber auch ihre toughe Art und das sie ohne Angst agierte und sich auf keinen Fall irgendwie einschüchtern ließ. Natürlich führt genau das aber auch zu so manch einem Konflikt mit dem Anführer der Vakár, die man auch die Todbringer nennt und die hier ganz besonders dunkel und gefährlich gezeichnet sind. Alezander, der Anführer oder auch der Syr der Syrs bringt Sin so manches Mal zur Weißglut und natürlich prickelt es zwischen ihnen gewaltig. Doch auch die Schlagabtäusche sind nicht zu verachten und brachten mich manchamal zum Lachen und manchmal zur Weißglut.
Die Nebencharaktere bekommen ebenfalls ihrer Wichtigkeit nach ein authentisches Auftreten und individuelle Züge, so dass sie hier ebenfalls für Abwechslung im Geschen sorgen.
Mein Fazit: Ein absolut starker Auftakt der Trilogie, der spannend, fesselnd und mitreißend war und dank des wunderbaren Schreibstils bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Sin ist ein starker Charakter, die sich allerdings schnell in Gefahr bringt und manchmal, auch dank ihres Sturkopfs, Hals über Kopf handelt Alezander wirkt düster und absolut faszinierend und mit seiner Art bringt er die Leser zum Wegschmelzen, aber auch zur Weißglut, denn natürlich verbirgt auch er etwas. Ganz klare Leseempfehlung für diesen gigantischen Auftakt!

Veröffentlicht am 20.10.2024

I just can't get enough!

Der Schlachter (Tom-Bachmann-Serie 4)
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Freitag ist Markttag, doch was die Frau des Metzgermeisters unter ihrer Plane vorfindet, lässt sie schreien. Eine brutal zugerichtete Leiche eines Mannes, dem nicht nur Körperteile fehlen, sondern auch ...

Freitag ist Markttag, doch was die Frau des Metzgermeisters unter ihrer Plane vorfindet, lässt sie schreien. Eine brutal zugerichtete Leiche eines Mannes, dem nicht nur Körperteile fehlen, sondern auch ein ganzes Stück Fleisch aus der Hüfte, lässt die Polizei den Ermittler des BKA, Tom Bachmann und dessen Team rufen, denn dieser Fall zählt zu den wirklich brutalen. Kaum hat das Team jedoch mit den Ermittlungen begonnen, taucht eine weitere Leiche auf, ebenfalls vor einer Metzgerei und ebenfalls mit einem Stück seiner selbst, das ihm fehlt. Kannibalismus? Rache? So ganz wird die Richtung der Ermittlungen nicht klar und es scheint, als würde der Täter eskalieren.
Mit Der Schlachter erschien nun der vierte Fall für den BKA Ermittler Tom Bachmann und sein Team und auch wenn die Fälle an für sich eigenständig sind, lohnen sich auch die ersten drei Bände der Reihe. Aber Achtung, diese Bücher sind nichts für schwache Nerven, denn es wird hin und wieder blutig und die Frage nach Hüfte oder Haxe betrifft hier nicht die übliche Ware eines Metzgers. Wer damit umgehen kann, erhält ein unheimlich spannendes Buch, das man kaum aus der Hand legen kann. Hier gibt es immer wieder neue Überraschungen, Plottwists und erschreckende Momente und man versucht, selbst mitzurätseln, wer dahintersteckt.
Aus unterschiedlichen Perspektiven wird dieses Buch knallhart und schonungslos erzählt. Wir verfolgen Bachmann bei seinen Ermittlungen, aber beobachten auch den Täter beim Entfernen von Körperteilen und letzten Endes gibt es noch eine dritte Perspektive, die mit Bachmanns Vergangenheit, die ihn immer wieder einholt, zusammenhängt. Gerade auch um diese dritte Perspektive greifen zu können, macht es Sinn, alle Bücher der Reihe zu lesen, denn hier geht es um zwei Menschen, die mit Tom gemeinsam aufwuchsen, allerdings eine ganz andere Laufbahn einschlugen als er selbst.
Neben den wechselnden Perspektiven bekommen wir auch einen kleinen Einblick in die Vergangenheit von Toms ehemaligen Freunden. Dieses Mal ist es Lisa, deren traurige Vergangenheit wir kennenlernen dürfen. Diese hat mich ganz schön betroffen gemacht und aucht traurig, denn das Schicksal des kleinen Mädchens ist leider oft Realität.
Tom Bachmann ist eine unglaublich spannende Figur, dem man durchaus seine Vergangenheit und die daraus resultierenden emotionalen Störungen anmerkt. Nichtsdestotrotz ist er hier ein Beweis, dass man nicht immer in die Fußstapfen der Eltern treten muss, wenn man das in diesem Zusammenhang so nennen möchte.
Auch auf den Täter dürfen wir einen Blick werfen und bei diesem wird schnell klar, dass er ebenfalls aufgrund seiner Vergangenheit zu morden beginnt., Er ist brutal, schonungslos und doch hatte ich am Ende zumindest ein kleines bisschen Mitleid.
Mein Fazit: knallhart, schonungslos, temporeich und mega spannend. Für mich hat dieser Thriller wieder sehr spannende Lesestunden bereitgehalten. Wer einen ungewöhnlichen Ermittler, mit einer wirklich erschreckenden Vergangenheit auf der Suche nach brutalen Serienmördern begleiten will, ist hier genau richtig. Chris Meyer ist für mich die deutsche Antwort auf Chris Carter. Frau Meyer: I just can't get enough!

Veröffentlicht am 08.10.2024

Fantasy Pageturner

The Games Gods Play – Schattenverführt
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Alle hundert Jahre kommen die zwölf Götter des Olymps auf die Erde, um ihren sterblichen Teilnehmer für ihre Crucible Games auszuwählen. Doch in diesem Jahr ist alles anders, denn ausgerechnet der Gott ...

Alle hundert Jahre kommen die zwölf Götter des Olymps auf die Erde, um ihren sterblichen Teilnehmer für ihre Crucible Games auszuwählen. Doch in diesem Jahr ist alles anders, denn ausgerechnet der Gott der Unterwelt, Hades, hat sich in diesem Jahre dazu entschieden, ebenfalls daran teilzunehmen. Seine Wahl fällt auf Lyra, die seit ihrer Kindheit bei den Pledges, einer Diebesgilde, lebt. Diese ist völlig fassungslos, dass ausgerechnet Hades sich für sie enschieden hat, doch Hades hat ganz eigene Absichten mit diesem für Lyra gefährlichem Spiel. Aber je länger die Spiele sich hinziehen, desto mehr fühlt sich Lyra ausgerechnet zu Hades hingezogen, denn dieser bricht nicht nur einmal für sie die Regeln.
Ich muss ja gestehen, dass ich beim Blick auf das Cover zunächst eher an nordische Götter gedacht habe und nicht an Zeus, Hades und Co, aber trotzdem erweckte das Cover sofort meine Neugier und da die Geschichte ein wenig nach Panem mit Fantasy klang, war klar, dass ich das lesen muss.
Der Einstieg fällt sehr leicht, denn Abigail Owens schreibt absolut leicht und locker und bedient sich auch gerne an einer sehr jugendlichen Sprache. Gerade auch die Dialoge, auch zwischen Hades und Lyra, ließen mich so manches Mal schmunzeln, so dass trotz der Spannung auch jede Menge Humor mit einfließt.
Die Handlung beginnt recht rasch, nachdem man einen kurzen ersten Blick auf Lyra erhaschen kann. Die Crucibles sind wirklich spannende Spiegel, die jede Menge Abwechslung bieten und das Buch niemals langweilig werden lässt. Auch zwischen den einzelnen Spielen gibt es immer wieder spannende Momente, vor allem zwischen den beiden Protagonisten der Story.
Natürlich ließen mich die Crucibles umgehend an Panem denken, aber trotzdem wurde es kein Abklatsch und hat seinen ganz eigenen Charme. Auch die kurzen Kapitel in den doch recht umfangreichen Buch mit über 700 Seiten lassen das Buch recht schnell vorbeifliegen.
Ganz besonders gut gefallen hat mir die Protagonistin Lyra, die alles andere als auf den Mund gefallen ist und mit ihrer Schlagfertigkeit mich manches mal zum Lachen brachte. Auch vor den Göttern kuscht sie nicht und gibt auch nicht klein bei. Eine toughe, clevere Protagonistin, die man gerne bei ihren Abenteuern begleitet hat.
Hades ist ebenfalls ein besonderes Protagonist und wirkte auf mich alles andere als der finstere Gott der Unterwelt. Allerdings war ich mir auch nie so wirklich klar, ob man ihm vertrauen kann, denn dass er etwas bezweckt mit der Teilnahme an den Crucibles ist klar.
Neben diesen beiden gibt es zahlreiche Nebencharaktere, die Götterwelt mit all ihren unterschiedlichen Göttern und Helfern, die Teilnehmer oder aber auch die Pledges. Sie sind zahlreich, bieten Abwechslung und trotzdem kommt man hier gut zurecht und kann sie recht schnell zuordnen.
Das es sich hier übrigens um einen ersten Band einer Reihe? ich weiß es leider nicht genau, handelt, wurde mir erst recht weit in der Geschichte bewusst. Ich hoffe, dass man nicht zu lange auf eine Fortsetzung warten muss, da ich noch keinerlei Ankündigungen dazu gefunden habe.
Mein Fazit: Ein spannendes Buch, das man trotz seines Umfangs nicht aus der Hand legen möchte. Hier punktet vor allem Protagonistin Lyra mit ihrer schlagfertigen Art und auch Hades fand ich gelungen. Man bekommt durch die Crucibles spannende Abwechslung, auch wenn der ein oder andere Plottwist leicht vorhersehbar ist. Spannender erster Band, der mit einem Cliffhanger endet und der hoffen lässt, dass es nicht zu lange dauert, bis Band 2 erscheinen wird.