Cover-Bild Sing, wilder Vogel, sing
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 25.09.2024
  • ISBN: 9783257073096
Jacqueline O’Mahony

Sing, wilder Vogel, sing

pociao (Übersetzer), Roberto de Hollanda (Übersetzer)

Die junge Honora war schon immer eine Außenseiterin in ihrem Dorf an der irischen Westküste. Es ist das Jahr 1849. Als die Hungersnot ihre Gemeinschaft mit brutaler Wucht trifft, schöpft sie genau aus ihrem Anderssein die Kraft zu überleben. Nachdem sie alles verloren hat, bricht sie auf nach Amerika, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Honora gibt nicht auf, ehe sie ihre Freiheit findet – und jemanden, der sie als das erkennt, was sie ist.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.07.2025

Zwischen den Welten

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Honora war schon immer anders, in ihrem Zuhause, einem Dorf an der irischen Westküste, gilt sie als Außenseiterin. Als 1849 die Große Hungersnot ausbricht, verliert sie alles und macht sich auf den Weg ...

Honora war schon immer anders, in ihrem Zuhause, einem Dorf an der irischen Westküste, gilt sie als Außenseiterin. Als 1849 die Große Hungersnot ausbricht, verliert sie alles und macht sich auf den Weg nach Amerika, um dort ihre Freiheit zu finden.

Natürlich habe ich bereits einige Bücher über die Hungersnot in Irland gelesen, von der Tragödie in Doolough, County Mayo, aber noch nie etwas gehört. Das Tal ist nach dem See Doo Lough (auf Irisch Dúloch - schwarzer See) benannt. Während der Großen Hungersnot in Irland passierte dort im Jahre 1849 eine Tragödie. Die ländlichen Gegenden hatten am stärksten zu kämpfen mit der Not, die meisten Iren litten nicht nur Hunger, sondern hatten ihr Heim sowie ihre Einnahmen verloren. Die sogenannte Poor Law sollte den ärmsten der Armen eine Grundversorgung ermöglichen und um zu vermeiden, dass diese an Menschen ausgegeben wurde, die nicht dazu gehörten, schickte die englische Regierung Abordnungen zur Kontrolle nach Irland. Am 30.03.1849 kamen zwei Abgeordnete in Louisburgh an, abends sollten sich die Bedürftigen versammeln, wenn sie weiterhin diese Zuwendungen erhalten wollten. Nach einer Essenseinladung in die über zwanzig Kilometer entfernte Delphi Lodge beschlossen die Abgeordneten, dass sie die Kontrolle am Folgetag dort abhalten würden. Die über sechshundert geschwächten Männer, Frauen und Kinder hatten keine Wahl, als die Nacht durchzumarschieren, wenn sie nicht die wenigen Almosen verlieren wollten, die kaum zum Überleben reichten. Wieviele Menschen das Ziel erreichten, ist unbekannt. Diejenigen, die es geschafft hatten, wurden jedoch mit leeren Händen zurückgeschickt, sie sollten sich erneut in Louisburgh einfinden. Nach Schätzungen starben bei und durch diesen Marsch über vierhundert Menschen durch Hunger und Erschöpfung, viele sind erfroren.

»Geschichten waren nur dann real, wenn sie erzählt wurden. Bei all den anderen, den verborgenen, nicht erzählten, nicht gehörten Geschichten - da war es, als wären die Dinge nie geschehen. Man konnte so tun als ob, oder die Ereignisse im Kopf so ummodeln, dass sie einem am Ende gefielen.« (Seite 115)

Als ich zu lesen anfing, brauchte ich einige Seiten, um reinzufinden ins Buch. Ich muss gestehen, dass mir anfangs nicht gefiel, was ich las, fast war ich versucht, das Buch auf die Seite zu legen. Zu meinem großen Glück habe ich das nicht getan und nur kurze Zeit später saß ich gebannt da und begleitete Honora auf ihrem Weg. Die Autorin hat rund um das Ereignis in Doolough eine Geschichte erzählt, die fast magisch war, und mir damit ein Lesevergnügen beschert, das unvergesslich bleiben wird - inklusive einem kleinen Splitter in meinem Herz. Wer erfahren möchte, welche Rolle das Volk der Cayuse, ein indianischer Stamm im heutigen US-Bundesstaat Oregon, dabei spielt und welche historische Verbindung es zwischen Iren und indigenen Amerikanern gibt, muss das Buch schon selbst lesen. Ich wünsche gute Unterhaltung. Es lohnt sich!

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Eine unvergessliche Heldin

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Das Cover und die Gestaltung passt sehr gut zu dieser tragisch schönen Liebes- und Lebensgeschichte. Es beginnt in einem irischen Dorf 1849. Die junge Honora geht anders mit ihrem schweren Schicksal um, ...

Das Cover und die Gestaltung passt sehr gut zu dieser tragisch schönen Liebes- und Lebensgeschichte. Es beginnt in einem irischen Dorf 1849. Die junge Honora geht anders mit ihrem schweren Schicksal um, und sieht Hoffnung in einer Reise nach Amerika.

Der Schreibstil hat mir von Anfang an sehr gefallen. Es sind Schilderungen, die einen sofort in den Bann ziehen und die ich nicht mehr vergessen werde, wenn ich Honora vor meinem inneren Augen sehe. Sie ist eine tolle Figur, so stark, entschlossen und mutig. Sie ist glaubhaft, und es komme keine Zweifel auf, dass es gut ist, Dinge anders zu machen als andere es tun. Dabei widerfährt ihr großes Unrecht. Die Entbehrungen, die sie erlebt, die Ausgrenzung im Dorf, die Gewalt, alles wird eindringlich beschrieben und besonders der erste Teil des Buches und die Tragödie hat mich sehr bewegt. Es ist ein Roman, das große Gefühle hervorruft und mich überwältigt hat. Die vielen historischen Bezüge wirken mühelos und hervorragend recherchiert. Besonders die Hintergründe zwischen den Iren und den amerikanischen Ureinwohnern haben das Buch noch interessanter gemacht.

Fazit: Es ist eine atemberaubende Geschichte, die mich nicht losgelassen hat. Toll geschrieben und mit einer Heldin, deren unerschütterlicher Überlebenswille imponiert. Es ist die Hoffnung, die bei all dem Unglück nicht verloren gegangen ist. Diese Lesereise kann man genießen.

Veröffentlicht am 25.12.2024

Irlands große Hungersnot

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In ihrem neuen Roman „Sing, wilder Vogel, sing“ erzählt die irische Schriftstellerin Jacqueline O’Mahony, die wahre Tragödie von Doolough 1849 inmitten der Großen Hungersnot (1845 bis 1852) in Irland und ...

In ihrem neuen Roman „Sing, wilder Vogel, sing“ erzählt die irische Schriftstellerin Jacqueline O’Mahony, die wahre Tragödie von Doolough 1849 inmitten der Großen Hungersnot (1845 bis 1852) in Irland und verknüpft diese geschickt mit der fiktiven jungen Außenseiterin Honora, die nach ihrer Freiheit sucht und jemanden, der sie als das erkennt, was sie ist.

Inhalt:
Die junge Honora war schon immer eine Außenseiterin in ihrem Dorf an der irischen Westküste. Es ist das Jahr 1849. Als die Hungersnot ihre Gemeinschaft mit brutaler Wucht trifft, schöpft sie genau aus ihrem Anderssein die Kraft zu überleben. Nachdem sie alles verloren hat, bricht sie auf nach Amerika, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Honora gibt nicht auf, ehe sie ihre Freiheit findet – und jemanden, der sie als das erkennt, was sie ist.

Meine Meinung:
Ein Rotkehlchen im Haus ist ein piseog. Ein Fluch, der Unglück bringt …

Bei Honoras Geburt stirbt ihre Mutter und der Vater will sie lieber nicht in seiner Nähe haben. Erst durch die alte Alice, lernt Honora zu überleben und kämpft sich dann alleine durchs Leben. Sie hält sich fern von den Menschen, verbringt die Nächte im Wald, denn zu Hause hat sie nicht mal ein eigenes Bett. Honora lernt die Geheimnisse von Feld und Wald und der Lebewesen besser kennen als die meisten anderen Menschen, wird zur Außenseiterin und Käpferin.

Als die große Hungersnot Honoras Heimat mit brutaler Härte trifft und sie auf bestialische Art alles verliert, schöpft sie letztendlich Kraft aus ihrem Anderssein und widersetzt sich ihrem Schicksal. Als blinder Passagier auf einem Schiff, wagt sie schließlich als stummes Mädchen mit dem Namen Nell, den gefährlichen Weg nach Amerika. Denn dort, so glaubt Honora, wartet auf sie die lang ersehnte Freiheit, doch zunächst erfährt sie nichts anderes als Gewalt und Unterdrückung. Und wieder muss Honora um ihre Freiheit kämpfen.

Für Honora scheint Prosper der einzige Ausweg aus ihrer schwierigen Lage zu sein. Sie heiraten und leben versteckt in einer kleinen abgelegenen Hütte bis Honora plötzlich Joseph begegnet. Sie erkennt in ihm den indigenen Mann, dessen Erfahrungen ihrem eigenen ähneln und weiß, sie ist angekommen.

Fazit:
Besonders gut gefällt mir der Aufbau der Geschichte und die in der Nachbemerkung beschriebenen Verbindung zwischen den Iren und den indigenen Amerikanern. Der eindrucksvolle Schreibstil der Autorin konnte mich von der ersten Zeile an fesseln und mich tief in die Geschichte eintauchen lassen. Honora als Außenseiterin und Kämpferin, hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen.
Von mir 5 Sterne und eine absloute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.12.2024

eine starke Frau

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Die Geschichte einer starken Frau wird in „Sing , lieber Vogel, sing“erzählt.Der Roman beginnt 1850 in Irland, wo bittere Armut herrscht und eine Hungersnot viele Opfer fordert. Auch Honora, die Protagonistin ...

Die Geschichte einer starken Frau wird in „Sing , lieber Vogel, sing“erzählt.Der Roman beginnt 1850 in Irland, wo bittere Armut herrscht und eine Hungersnot viele Opfer fordert. Auch Honora, die Protagonistin dieses Romans, verliert ihr Kind und ihren Mann. Doch sie gibt nicht auf. Sie schafft es auf ein Schiff nach Amerika, um dort einen Neuanfang zu wagen.Doch auch Amerika empfängt sie nicht mit offenen Armen. Honora ist Außenseiterin und muss sich durchkämpfen, um nicht hungern zu müssen und um ihre Freiheit zu erlangen.

Der Roman ist sehr emphatisch und ergreifend geschrieben. Man hat das Elend und die Ausweglosigkeit der Irländer vor Augen und merkt die gute Recherche der Autorin,was historische Fakten angeht.Die Beschreibung des Charakters Honora hat mir sehr gut gefallen, ihre Willenskraft , die sie überleben lässt komme was wolle.Auch der Schreibstil tut sein übrigens, flüssig, spannend und sehr eingängig macht er das Buch zum Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Fesselnd und voller Emotionen

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Dieser Roman ging unter die Haut, hat mich berührt, gefesselt, zu Tränen gerührt und vollständig gepackt. Die Autorin hat ein wirklich tolles Sprachgefühl. Sie webt mit Feingefühl eine komplexe Geschichte. ...

Dieser Roman ging unter die Haut, hat mich berührt, gefesselt, zu Tränen gerührt und vollständig gepackt. Die Autorin hat ein wirklich tolles Sprachgefühl. Sie webt mit Feingefühl eine komplexe Geschichte. Die Sätze sind weich wie Seide und sie zeichnet mit Worten große Szenarien, in die man hineingezogen wird. Der Inhalt ist starker Tobak und nicht zu leicht zu vergessen.

Doch beinahe hätte ich diesen Buchschatz übersehen. Allein vom Titel her, der aber eigentlich so passend ist und die Hauptfigur so treffend charakterisiert, hätte ich wahrscheinlich nicht zu dem Roman gegriffen. Doch der Klappentext hatte mich zum Glück neugieriger gemacht. Es ist die Geschichte der jungen Irin Honora, die 1849, als die Hungersnot in Irland am größten ist, mit sehr vielen anderen aus ihrem Dorf und dem Umland aufbricht, um Hilfe anzunehmen, die ihnen versprochen wurde. Doch es kommt alles anders als erhofft. Es ist eine tragische Geschichte. Den Marsch im irischen Doolough mit seinem fatalen Ende gab es übrigens wirklich.

Honora wandert nach Amerika aus, als sie alles verloren hat. Über New York gelangt sie in den Westen. Doch ihre Freiheit findet sie erst nach einer langen Zeit von Unterdrückung und Ausbeutung. Es ist wie vom Regen in die Traufe fallen. Doch Honora ist eine starke Frau, sie weiß, wann es zu kämpfen lohnt und wann sie ihre Ressourcen einteilen muss. Sie nutzt ihre wenigen Chancen, die sich ihr bieten. Sie ist auch eine kluge Frau, auf eine stille, aber sehr tiefgründige Art und Weise. "Sing, wilder Vogel, Sing" ist die ganz besonders eindrucksvolle Geschichte dieser Frau, die schon in ihre Kindheit sehr viel ertragen musste, an den Umständen gereift ist, als Erwachsene viel Leid sehen und am eigenen Leib ertragen musste, aber trotz allem Leid nie aufgegeben hat.

Die Autorin hat nicht nur inhaltlich, sondern vor allem auch sprachlich einen richtig starken Roman geschrieben.

Ein weiteres Jahreshighlight von mir ! Unbedingte Leseempfehlung!

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