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Veröffentlicht am 25.05.2025

Nicht nur San Gennaro ist in Neapel kopflos!

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
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"Commissario Gaetano und der lügende Fisch" ist der erste Band der Gaetano-ermittelt-Reihe von Fabio Nola. Ganz Neapel ist in Feierlaune. Es wird das Fest des Heiligen San Gennaro gefeiert. Nur Commissario ...


"Commissario Gaetano und der lügende Fisch" ist der erste Band der Gaetano-ermittelt-Reihe von Fabio Nola. Ganz Neapel ist in Feierlaune. Es wird das Fest des Heiligen San Gennaro gefeiert. Nur Commissario Gaetano ist noch in seiner Questura, als ein Mann aufgeregt bei ihm erscheint. Der Turiner Ianus Capuano fühlt sich verfolgt und ist der festen Überzeugung, dass jemand nach seinem Leben trachtet. Denn anscheinend bekommt er während seiner Abwesenheit in Neapel aus seiner dortigen Wohnung immer seltsame Anrufe. Dabei spielt ihm der mysteriöse Anrufer die Glockenschläge seiner eigenen Wanduhr vor. Nur jedes Mal ist es ein Schlag weniger, seine Zeit scheint abzulaufen. Commissario Gaetano hat kein rechtes Interesse dem Mann zu helfen, zu viel scheint wirres Gerede. Doch tags darauf wird er an einen Tatort gerufen. Es ist die Wohnung von Capuano und der sitzt dort enthauptet in einem Stuhl. Ein Schicksal wie das des Stadtpatrons San Gennaro. Es beginnt eine Mordermittlung, die ihre Ursprünge in der Vergangenheit sucht. Fabio Nola schickt seinen Ermittler in Neapel in diesem Krimi zum ersten Mal an den Start. Dieser ist ein spezieller Typ, mit dem man als Leser warm werden muss. Gleiches gilt für dessen Kollegen. Mir fiel dies teilweise schwer, ich konnte keine wirkliche Beziehung zu den Ermittlern aufbauen. Beginnt dieser Krimi mit einem spektakulären Mord, die etliche Handlungsstränge vermuten lassen, so kristallisiert sich doch schnell ein wahres Tatmotiv heraus. Die Abgründe dazu sind tief, aber der Autor dringt darin nur bedingt vor. So ergibt sich öfters eine Gemengelage aus Ermittlungen und Privatleben des Commissario, dass zwar interessant ist, aber eben immer wieder auch den Spannungsbogen erschlaffen lässt. Hier hätte ich mir mehr über Beweggründe, Seelenleben der Beteiligten, etc. gewünscht, sowie eine Straffung der Szenen des Privatlebens des Commissario. So hat dieser erste Fall des Commissario Salvatore Gaetano gute Ansätze, aber für mich zu wenig spannende Momente, die mich fesselten und gebannt hinterlassen hätten. Ein solider Krimi mit Ausbaupotential für weitere Bände.

Veröffentlicht am 30.03.2025

Es duftet nach Lavendel und Intrige

Tödlicher Duft
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"Tödlicher Duft" ist der Auftaktband der Commissaire-Campanard-Reihe von René Anour. Der bekannte Parfümeur Eric Sentir wird tot in einem Bottich seiner eigenen Duftkreation aufgefunden. Er ist darin ertrunken, ...

"Tödlicher Duft" ist der Auftaktband der Commissaire-Campanard-Reihe von René Anour. Der bekannte Parfümeur Eric Sentir wird tot in einem Bottich seiner eigenen Duftkreation aufgefunden. Er ist darin ertrunken, aber schnell ist klar das es sich hier um Mord handelt. Commissaire Campanard und sein Mitarbeiter Olivier werden auf den brisanten Fall angesetzt, schließlich handelt es sich beim Mordopfer um den "König der Düfte". Sie schleußen die Polizeipsychologin Delacours in ein Duftseminar der Firma Fragonard ein. Diese soll für sie undercover das Umfeld des Toten durchleuchten. Denn anscheinend gab es durchaus Missgunst und Neid unter den renommeriten Parfümeurs im beschaulichen Grasse in Frankreich. René Anour taucht mit diesem neuen Ermittler in die Welt der Düfte in Süd-Frankreich ein. Dort wo der Lavendel blüht und die Natur noch beschaulich ihren Lauf geht. Und so beschaulich ist auch der Krimi über lange Strecken. Der Commissaire erinnerte mich beim Lesen ein wenig an eine Mischung von Hercule Poirot und Colombo. Teils interessant, aber doch mangels Spannung mit einigen Längen. Zu sehr lag lange Zeit der Fokus auf den Duftkreationen, als auf den kriminalistischen Ermittlungen. Daher dauerte es bis sich Spannung in diesem Mordfall aufbaute. Diese war aber dann gut gestaltet. In Summe hinterlässt mich dieser Auftaktband zwiespältig. Teils erforderte es ein wenig Durchhaltevermögen um weiterzulesen, ab der Hälfte kam aber Fahrt in die Geschichte und es lohnte sich bis zum Ende diesen Krimi dabei zu bleiben.

Veröffentlicht am 14.01.2025

Indien 1803 - Die Schlacht von Assaye

Sharpes Sieg
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"Sharpes Sieg" ist der zweite Band der Sharpe-Serie von Bernard Cornwell. Sergeant Sharpe ist weiterhin als Soldat in Indien stationiert. Dabei überlebt er durch viel Glück ein Massaker in einem Dorf, ...

"Sharpes Sieg" ist der zweite Band der Sharpe-Serie von Bernard Cornwell. Sergeant Sharpe ist weiterhin als Soldat in Indien stationiert. Dabei überlebt er durch viel Glück ein Massaker in einem Dorf, dass ein englischer Überläufer zur Marathen-Konföderation dort mit seiner Armee, den Kobras, anrichtet. Doch er will Gerechtigkeit und stellt dem Verräter William Dodd nach. In Reihen der East India Company kommt es zur Belagerung von Ahmadnagar und der Schlacht von Assaye. Bernard Cornwell vermischt in diesem Roman wieder reale historische Ereignisse wie diese mit purer Fiktion rund um seinen Helden, wie das erfundene Massaker. Richard Sharpe ist kein echter Held. Zwar will er als einfacher Soldat die Offizierslaufbahn erreichen, aber andererseits hat auch er keine reine Weste. Die militärische Recherche ist dem Autor für diesen Roman wieder in der Umsetzung gut gelungen. Dennoch fehlte es mir streckenweise aber an der nötigen Spannung. Erst als es für Sharpe wieder ins Schlachtgetümmel geht, kommt diese auf. Dies ist mir aber etwas zu wenig um vollends von diesem zweiten Band der Reihe überzeugt zu sein. Daher sicherlich interessant nicht nur für Cornwell-Fans, aber auch nicht Spitzenformat. In Summe ein solider Roman, der das Interesse an dem Protagonisten Richard Sharpe aufrechterhält um weitere Bände zu lesen.

Veröffentlicht am 19.12.2024

Blut fordert Blut

Millennium Kingdom: Der Bastard
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"Der Bastard" ist der dritte Band der Millennium Kingdom Reihe von Tonny Gulløv. Ulv Palnatoki muss das Land der Dänen gegen Eindringlinge verteidigen. Aus dem Süden droht Otto der Große, König von Sachsen ...

"Der Bastard" ist der dritte Band der Millennium Kingdom Reihe von Tonny Gulløv. Ulv Palnatoki muss das Land der Dänen gegen Eindringlinge verteidigen. Aus dem Süden droht Otto der Große, König von Sachsen und Ostfranken. Dessen Ziel ist es die Dänen zum Christentum zu bekehren oder zu töten. Doch Ulv Palnatoki soll im Namen von Harald Blauzahn den Eindringling aufhalten. Es kommt zum unvermeidlichen Aufeinandertreffen der Widersacher. Der Autor bleibt auch in diesem dritten Band seiner Linie treu. Ulv Palnatoki ist meist schlecht gelaunt, säuft wie ein Weltmeister oder kämpft wie ein Berserker. Hier muss man klar sagen, dass dies durch ständige Wiederholungen nicht interessanter wird und daher für Längen im Buch sorgt. Geht es dann aber um den Fortgang der Story und das Aufeinandertreffen von König Otto und Ulf Palnatoki wird die Geschichte auch spannend und gut. Doch bis dahin muss man als Leser öfter Durchhaltevermögen beweisen. Teils ist dies schade, denn die Grundidee der Reihe ist ansprechend. Für mich lässt in diesem Band die Reihe nach und ich würde mir weniger Gelage des Protagonisten und mehr Parallelen zu den historischen Ereignissen der Geburt Dänemarks als Nation wünschen. In Summe ist für mich dieser Band mit Höhen und Tiefen zu bewerten und kann an die Bände davor nicht ganz heranreichen.

Veröffentlicht am 03.11.2024

Chattanooga Choo Choo im Dezember 1941

Dezember 41
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"Dezember 41" ist ein Thriller von William Martin. Alles beginnt am Tag nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Habor, als die USA in den Zweiten Weltkrieg eintritt. In ganz Amerika steht das Leben still, ...

"Dezember 41" ist ein Thriller von William Martin. Alles beginnt am Tag nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Habor, als die USA in den Zweiten Weltkrieg eintritt. In ganz Amerika steht das Leben still, als am 8. Dezember 1941 die Menschen der Erklärung ihres Präsidenten Franklin D. Roosevelt über den Äther folgen. Eine Spirale tritt in Kraft als das Deutsche Reich und Italien daraufhin am 11. Dezember der USA ebenfalls den Krieg erklären. Und innerhalb der Vereinigten Staaten gab es in Südkalifornien eine starke Gemeinschaft von Deutschen und Faschisten. Ausgehend von hier plant man ein Attentat auf den amerikanischen Präsidenten. Am Weihnachtsabend soll dieser bei der Entzündung des nationalen Christbaums vor dem Kapitol erschossen werden. Werden die Attentäter erfolgreich sein? William Martin baut seinen Thriller auf die Tage nach dem Kriegseintritt der USA im Dezember 41 auf. Dabei lässt er seine Geschichte an der Westküste der Staaten im Umfeld der Filmfabriken in Hollywood beginnen, um sie zum Höhepunkt an die Ostküste in Washington enden zu lassen. Dazwischen liegt eine lange Reise durch die USA, in der der Attentäter seine Vorbereitungen trifft und seine Häscher vom FBI auf vermeintlich falsche Spuren lockt. Dabei gelingt es dem Autor aber nicht, dies immer spannend zu erzählen. Und da ist auch das Manko des Thrillers. Wo Thriller draufsteht, sollte der Spannungslevel auch gegeben sein. Über lange Strecken ist dies aber nicht der Fall, die Story plätschert einfach so dahin. Dies ist schade, denn die Rahmenbedingungen für diese Geschichte, als auch der Klappentext versprechen mehr. Erst im letzten Drittel des Buches kommt Fahrt auf und hier zeigt William Martin auch sein ganzes Können als Autor. Erst in Washington erlebt der Leser dann spannendes Lesevergnügen. Dann ist das Katz und Maus Spiel in vollem Gange und entschädigt für vorige Längen im Buch. Die fiktionale Vermischung aus Roman und Historie gelingt gut. Man begegnet realen Personen, die geschickt in den Story eingearbeitet sind. Das Finale entschädigt für einige Seiten davor, die man straffen hätte können. In Summe aufgrund länger fehlender Spannung kein Thriller der Spitzenklasse, aber trotzdem ein lesenswertes Buch, das seinen Platz in der Reihe der Agententhriller hat.