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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2024

Verwirrend

RAUCH
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Eine Gruppe von fünf Freunden fahren auf die Westmännerinsel von Island. Sie wollen an der Beerdigung einer ehemaligen Freundin teilnehmen. Diese ist an Krebs gestorben. Doch im Haus der Freundin finden ...

Eine Gruppe von fünf Freunden fahren auf die Westmännerinsel von Island. Sie wollen an der Beerdigung einer ehemaligen Freundin teilnehmen. Diese ist an Krebs gestorben. Doch im Haus der Freundin finden sie eine Leiche. Und damit wird etwas in Gang gesetzt, dass nicht mehr zu stoppen ist.

Das Buch ist eines: sehr verwirrend. Es laufen mehrere Geschichten parallel nebeneinander. Da ist zum einen die Geschichte um Asta und ihren Unfall. Da ist die Geschichte der Freunde und die Geschehnisse der Vergangenheit. Und da sind die aktuellen Ermittlungen, bei denen Idunn, die einzige Rechtsmedizinerin Islands, sehr viel private Probleme in die Geschichte bringt. Das alles vermischt sich und ist teilweise richtig spannend. Teilweise wurde es mir aber gegen Ende auch etwas zu viel. Zumal die Auflösung dann nur wenige Seiten umfasste. Es blieb für mich auch einiges offen. Trotzdem ist es ein sehr guter Thriller. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.11.2024

Unterschiedliche Welten

Wächter der Magie – Aufbruch nach Artimé (Wächter der Magie 1)
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Im Land Quill ist es Brauch, dass die 13-jährigen Kinder sortiert werden. Es gibt gewollte und nützliche, die im Land bleiben dürfen. Und dann gibt es die ungewollten, die z. B. gegen ein Gesetz verstoßen ...

Im Land Quill ist es Brauch, dass die 13-jährigen Kinder sortiert werden. Es gibt gewollte und nützliche, die im Land bleiben dürfen. Und dann gibt es die ungewollten, die z. B. gegen ein Gesetz verstoßen haben. Diese Verstöße sind oft willkürlich und nur sehr klein, trotzdem werden diese Menschen verstoßen und sollen sterben. Das passiert auch mit den Zwillingen Alex und Aaron. Alex soll liquidiert werden, Aaron nicht.

Das Buch zeigt die Geschichte zweier völlig unterschiedlicher Staaten. In dem einen herrscht eine Art Terror und Angst. In dem anderen dürfen sich die Menschen und auch die Tiere sehr frei entfalten. Beides ist mit großer Magie belegt, wobei allerdings in dem freien Land die Magie um vieles vielfältiger und auch größer ist. Man muss sich darauf einlassen können. Denn gerade in dem unfreien Land wird vieles nicht richtig erklärt und man muss einfach alles akzeptieren. Hier hätte ich mir mehr Details gewünscht. Die Geschichte ist anhand vor allem der Zwillingsbrüder geschrieben. Damit wird die Zielgruppe sehr gut erreicht. Die Probleme sind wiedererkennbar. Alles in allem ein schönes Buch, bei dem ich vor allem das wunderbar gestaltete Cover erwähnen möchte. Eine Fortsetzung ist angedacht.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Nur einen Horizont entfernt

Nur einen Horizont entfernt
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Hannah ist eine bekannte TV-Moderatorin mit eigener Sendung. In einer Zeitung findet sie einen Bericht über Fiona, eine ehemalige Mitschülerin, von der sie immer gequält wurde. Fiona hat ein Buch geschrieben ...

Hannah ist eine bekannte TV-Moderatorin mit eigener Sendung. In einer Zeitung findet sie einen Bericht über Fiona, eine ehemalige Mitschülerin, von der sie immer gequält wurde. Fiona hat ein Buch geschrieben über das Vergeben und Verzeihen. Sie verschickt 2 Steine mit der Bitte, einen als Zeichen der Vergebung zurückzusenden und einen an jemanden anderen zu schicken. Hannah erinnert sich, dass sie von Fiona vor 2 Jahren ebenfalls so einen Brief bekommen hat. Doch jetzt denkt sie darüber nach. Sie schickt Fiona den Stein zurück und möchte sie in ihrer Sendung haben. Gleichzeitig überlegt sie, den 2. Stein ihrer Mutter zu geben, mit der sie seit über 20 Jahren keinen Kontakt mehr hat. Denn ihr Freund hat sie wohl belästigt und so hat Hannah den Kontakt komplett abgebrochen und bei ihrem Vater aufgewachsen. Doch jetzt zweifelt sie daran, ob sich alles so zugetragen hat…

Das Thema des Buches hat mir gut gefallen. Auch die Idee mit den 2 Steinen. Es ist nie zu spät, jemanden um Verzeihung zu bitten. Die Autorin zeigt aber im Verlauf der Geschichte auch auf, dass nicht alles nur einfach schwarz-weiß ist und dass manche Wahrheit mehr Schaden anrichten kann und man sich gut überlegen soll, was man tut.
Was den Stil des Buches angeht, war ich im 1. Viertel sehr enttäuscht. Die Figuren waren mir viel zu klischeehaft und teilweise auch statisch. Dazu kam noch, dass ich das Gefühl hatte, aus dem Buch heraus spricht ein Oberlehrer zu mir mit erhobenem Zeigefinger. Ich war etwas genervt. Obwohl ich nicht weiß, ob es an der Autorin oder an der Übersetzung gelegen hat. Zum Glück hat sich das dann im Verlauf der Geschichte gegeben. Die Figuren durften sich entwickeln, es gab mehr Facetten und man konnte Mitgefühl für fast alle aufbringen. Auch die verschiedenen Probleme, die unterschiedlichen Möglichkeiten des Verzeihens oder eben auch nicht, waren gut gewählt und sind dem Leser sicher schon irgendwo mal begegnet. Das macht die Geschichte menschlich und vor allem verständlich und nachvollziehbar. Die Zweifel der Hauptfigur und ihre Entwicklung sind wunderbar gelungen.
Der Stil ist eher einfach und macht das Lesen leicht. Das Cover passt gut dazu.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Winterfeldtstraße, 2. Stock

Winterfeldtstraße, 2. Stock
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Berlin 1923. Charlotte ist im 5. Monat schwanger, als ihr Mann sich das Leben nimmt. Sie kann es nicht fassen und findet nur langsam zurück in die Normalität. Dazu kommen finanzielle Sorgen. Schwanger ...

Berlin 1923. Charlotte ist im 5. Monat schwanger, als ihr Mann sich das Leben nimmt. Sie kann es nicht fassen und findet nur langsam zurück in die Normalität. Dazu kommen finanzielle Sorgen. Schwanger findet sie keine Arbeit, Geld hat sie keins – nur eine große Wohnung. So entscheidet sie sich, die einzelnen Zimmer zu vermieten. Neben ihrem Bruder zieht dessen Freund ein, später findet sie durch Zufall noch Claire und auch Theo. Doch ihr Bruder hält nicht viel von Arbeit und gerät auf die schiefe Bahn und Theo ist auch nicht der, der zu scheinen er vorgibt. Und so hat Charlotte bald neue Sorgen…
Mir hat das Buch gut gefallen. Durch die verschiedenen Untermieter hat Charlotte Zugang zu allen Kreisen. Den ganz armen Menschen, die mit Mühe und Not in Zeiten der Inflation versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen. Aber auch in die der Reichen, die die Nächte durchfeiern und für die Berlin gerade in den 1920er Jahren ein billiges Pflaster ist. Der Autorin Johanna Friedrich gelingt es, auch die politischen Probleme dieser Zeit in das Buch einzubauen, ohne dass es langweilig wird oder aufgesetzt wirkt. Man kann die Menschen verstehen, die sich für etwas entscheiden- sei es die Kommunisten, die Sozialdemokraten oder auch die Mitgliedschaft in den sogenannten Ringvereinen oder später in der NSDAP. Die Figuren sind überwiegend sympathisch und man kann ihre Entscheidungen nachvollziehen. Das Leben in dieser Zeit kommt gut rüber, auch die Verwirrungen und die Probleme. Und trotzdem ist es eine gut erzählte Geschichte. Das macht das Buch auf jeden Fall lesenswert und auch eine Fortsetzung würde mir gefallen.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Janusmond

Janusmond
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Louisson in Südfrankreich im Sommer. Es ist brütend heiß, als der Deutsche Leon Bernberg in den Ort kommt, um seine seit über 10 Jahren verschwundene Zwillingsschwester Lune für tot erklären zu lassen. ...

Louisson in Südfrankreich im Sommer. Es ist brütend heiß, als der Deutsche Leon Bernberg in den Ort kommt, um seine seit über 10 Jahren verschwundene Zwillingsschwester Lune für tot erklären zu lassen. Er stellt es sich ganz einfach vor – nur ein Papier von der Polizei und gut. Doch der Polizist Christian macht es sich nicht so einfach. Er beginnt, nach Lune zu suchen bzw. ihre alten Spuren zu verfolgen. Und verfällt irgendwie mehr und mehr in den Bann dieser sehr eigenartigen Frau. Und auch in den von Christian. Ein paar Tage lässt er ihn sogar bei sich und seiner Familie (Frau und 3 Kinder) leben. Doch mehr und mehr häufen sich eigenartige Vorfälle und dann sterben 2 Männer, die früher viel mit Lune zu tun hatten …

Zuerst an dem Buch aufgefallen ist mir die Gestaltung. Der Schnitt ganz schwarz, der Einband ebenfalls mit nur wenig roter und weißer Schrift. Innen ist es genau umgekehrt – rot überwiegt. Schon hier wird sehr deutlich gemacht, worum es in dem Buch geht. Die zwei Seiten eines Menschen oder eben zwei unterschiedliche Zwillinge oder auch zwei Sicht auf jedes Ereignis. Das zieht sich konsequent durch das ganze Buch. Zuerst kennt man nur die Version von Leon, der von seiner Frau und seinem Freund/Anwalt gedrängt wird, Lune für tot erklären zu lassen, damit sie an ihr Erbe von 8 Millionen kommen. Er verschweigt allerdings, dass die Mutter der Zwillinge, die Lune als Kind immer gequält hat, auf eigenartige Weise gestorben ist. Im Verlaufe des Buches erfährt man einiges aus Sicht von Lune durch ihre Briefe. Und im Fortgang der Geschichte hat man mehr und mehr Zweifel, dass Leon das alles so richtig erklärt hat und welche Rolle er bei dem ganzen spielt. Genau das macht die Spannung des Buches aus. Immer wenn man das Gefühl hat, jetzt klärt sich etwas, ist der nächste Abschnitt schon wieder mit neuen Sachen verwirrend. Man ahnt oder weiß, Leon ist nicht einfach nur der, der er vorgibt (was auch auf einige andere Personen zutrifft), aber man kann ihn nicht fassen. Und genau so geht es auch Christian, der mit seinem Kollegen ermittelt. Erst ganz am Ende gibt es eine zum Teil sehr überraschende Wende und trotzdem schließt das Buch auch wieder nicht völlig ab. Dieses Eigenartige und auch Zwiespältige hat mir gut gefallen. Es ist eben nichts eindeutig schwarz/weiß (oder eben hier schwarz/rot), die Seiten wechseln oft.
Auf eine Fortsetzung mit dem Polizisten Christian oder auf ein ganz anderes Buch der Autorin freue ich mich jedenfalls sehr.

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