Autobiografische Lebensgeschichte
Portrait meiner Mutter mit GeisternEs handelt sich um eine Familiengeschichte mit autobiografischen Zügen der Autorin. Sie erzählt vor allem die Geschichte ihrer mütterlichen Linie, beginnend bei der Urgroßmutter über die Großmutter bis ...
Es handelt sich um eine Familiengeschichte mit autobiografischen Zügen der Autorin. Sie erzählt vor allem die Geschichte ihrer mütterlichen Linie, beginnend bei der Urgroßmutter über die Großmutter bis zur eigenen Mutter. Interessant zu lesen ist zum einen der jeweilige zeitgeschichtliche Hintergrund, vor dem die Frauen gelebt haben/leben. Das ist bei Urgroßmutter und Großmutter im Wesentlichen die Zeit des Nationalsozialismus. Beide Frauen hatten familiäre bzw. persönliche Berührungen zu Juden, so dass die diesbezüglichen Probleme eine Rolle spielen, außerdem auch Gewalt und Schweigen, wie sie typisch für die früheren Generationen sind. Zum anderen berührt es zu lesen, dass den Frauen ein ganz ähnliches Schicksal zu eigen ist. Sie gebaren ein schon im Babyalter verstorbenes erstes Kind und erst Jahre später ein zweites. Die biologische Vaterschaft wirft dabei Rätsel auf. Das gibt Anlass zu der Frage, ob Schicksal etwas Vorherbestimmtes ist. Die Mutter der Autorin jedenfalls widersetzt sich dem und führt ein unangepasstes Leben. Vor allem aber gibt sie ihrer Tochter lange Zeit keine Antworten auf Fragen zu der familiären Vergangenheit. Manche Themen werden in der Familie einfach nicht berührt, was tatsächlich gar nicht so untypisch ist. Das soll vor den Geistern der Vergangenheit schützen, womit die Verbindung zum Buchtitel hergestellt ist. So interessant die Familiengeschichte auch ist, muss doch gesagt werden, dass für den Leser Vieles offen bleibt und sie sich nicht leicht lesen lässt, da die Autorin immer wieder in Bildern spricht, z.B. auf Schwarze Löcher zu sprechen kommt und sie sich der Sprache in besonderer Form bedient.