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Veröffentlicht am 05.11.2024

Blood on snow

Blood on Snow. Der Auftrag
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Olav ist ein Auftragsmörder. Seinen ersten Mord verübte er noch als Jugendlicher an seinem Vater. Später dann machte er mangels anderer Fähigkeiten das zu seinem Job und bringt für seinen Chef Menschen ...

Olav ist ein Auftragsmörder. Seinen ersten Mord verübte er noch als Jugendlicher an seinem Vater. Später dann machte er mangels anderer Fähigkeiten das zu seinem Job und bringt für seinen Chef Menschen um. Er nennt es aber nicht töten, sondern expedieren und es sind auch keine Menschen, sondern Sachen. Dann erhält er den Auftrag, die Frau seines Chefs umzubringen – und damit beginnen all seine Probleme …

Mich hat dieses Buch enttäuscht. Natürlich kann man nicht von jedem neuen Jo Nesbo einen Harry Hole erwarten – als Autor hat man sicher das Recht und oft auch mal Lust, etwas ganz anderes zu machen. Doch hier ist es für mich eher eine Mogelpackung. Die Aufmachung des Buches ist sehr schön – schwarzer Schnitt, dickes Papier, passendes Cover. Doch dann innen: breite Ränder, viele Abschnitte mit halbleeren Seiten (insgesamt überhaupt nur 186). Hier wurde eine Erzählung auf einen Roman ausgewalzt – ob vom Autor oder vom Verlag gewünscht, kann ich nicht einschätzen.
Auch inhaltlich hat mich das Buch nicht überzeugt. Vom Stil her ein typischer Nesbo – kurze klare Sätze, schnörkellos, gut lesbar und zumindest im Ansatz spannend. Leider verliert sich die Spannung sehr schnell in irgendwelchen Nebensachen. Dazu kommt, dass für mich keine der Personen irgendwie sympathisch war und ich Interesse für sie bekam. Am Ende wollte ich eigentlich nur, dass es vorbei ist.
Der Verlag hat angekündigt, dass es eine Reihe dieser Blood on Snow-Bücher werden soll. Schade, hier wird viel verschenkt. Ich werde eine Fortsetzung jedenfalls nicht mehr lesen.

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Veröffentlicht am 29.10.2024

Enttäuscht

Die Lungenschwimmprobe
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1681 bekommt die junge Anna in der Nähe von Leipzig auf dem Gut ihres Vaters ein Kind. Sie behauptet, dass das Kind tot geboren wurde. Aber Anna ist ledig und die Bediensteten in ihrem Haus zeigen sie ...

1681 bekommt die junge Anna in der Nähe von Leipzig auf dem Gut ihres Vaters ein Kind. Sie behauptet, dass das Kind tot geboren wurde. Aber Anna ist ledig und die Bediensteten in ihrem Haus zeigen sie und ihre Mutter der Kindstötung an. Ein junger Rechtsanwalt versucht, die Todesursache aufzuklären und Anna zu verteidigen. Dabei benutzt er die sogenannte Lungenschwimmprobe, ein wissenschaftliches, aber sehr neues und umstrittenes Experiment.

Ich mag historische Romane. Noch mehr, wenn sie in meiner Heimat spielen. Und ich hatte von diesem Buch sehr viel erwartet. Doch leider wurde ich mehr als enttäuscht. Die Geschichte wird nicht stringent erzählt. Stattdessen springt sie in den Zeiten hin und her. Und jeder, irgendwie auch nur im Entferntesten an der Geschichte Beteiligte wird sehr ausführlich beschrieben. Jede nur kleine Gegebenheit wird regelrecht ausgewalzt und die eigentliche Geschichte kommt in meinen Augen viel zu kurz. So habe ich mich teilweise regelrecht durch das Buch gequält. Nur wenige Kapitel lesen sich für mich flüssig lesen. Ich würde keine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Blumentochter

Blumentochter
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Adalgiza – gennant Giza – lebt zusammen mit ihren beiden Tanten. Diese sind nur wenig älter und anfangs sind alle eher wie Geschwister. Als Giza älter wird und sich beginnt, für Männer zu interessieren, ...

Adalgiza – gennant Giza – lebt zusammen mit ihren beiden Tanten. Diese sind nur wenig älter und anfangs sind alle eher wie Geschwister. Als Giza älter wird und sich beginnt, für Männer zu interessieren, ändert sich das Verhältnis. Plötzlich sind sie eher Konkurrentinnen, zumal sich Gizia und eine Tante für den gleichen Mann interessieren. Die Einkünfte der Frauen bestehen aus dem Verkauf von Blumen. Giza muss diese auch in der Stadt ausliefern und erfährt so viele Geheimnisse. Mehr und mehr muss Giza alle Arbeit allein machen. Sie fühlt sich unglücklich und als Außenseiterin und hat keine Freunde. Bis sie in die „verbotene“ Vila Morena kommt, einem eher verrufenen Stadtteil, in dem Huren und Säufer wohnen und eine geheimnisvolle Königin als Göttin verehrt wird. Dort findet Giza Aufnahme und Freunde. So schleicht sie sich immer öfter heimlich dahin und trifft sich auch mit ihrem Freund. Dann wird sie schwanger …
Ich bin mit dem Buch überhaupt nicht zurecht gekommen. Der Stil ist sehr blumig und sehr ausufernd. Die Autorin hat viel Fantasie, aber sie sprach mich nicht an. Giza wirkt so unnahbar, eigentlich sind alle Figuren irgendwie „schräg“ und die Geschichte war für mich sehr unglaubwürdig. So werden die Tanten als nur wenig älter beschrieben, aber es gibt keine Erwachsenen dabei als die drei aufwachsen. Nur eine Art Dienerin/Haushälterin. Auch konnte ich nie wirklich die Zeit einordnen, in der die Geschichte spielen soll. Giza fährt Auto, also muss es relativ „neuzeitlich“ sein. Doch da werden Menschen umgebracht und niemand interessiert sich dafür. Es war einfach nicht mein Fall. Das Buch ist in sehr kurze Kapitel eingeteilt, doch ich merkte schnell, dass ich die Geschichte schon wenige Kapitel weiter völlig vergessen hatte und mich nicht an Details erinnern konnte. Sie interessierte mich immer weniger. Erst nach gut 2/3 kam so etwas wie ein wenig Spannung auf, was das auf der Buchrückseite angesprochene Geheimnis angeht. Letzteres wurde mit ein paar wenigen Seiten abgehandelt. Alles in allem war ich froh, als ich am Ende ankam. Das Buch ist einfach nichts für mich.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Verliebt in sieben Stunden

Verliebt in sieben Stunden
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Paolo ist ein angesehener Wirtschaftsjournalist bei einer seriösen Zeitung. Mit seiner Verlobten Giorgia plant er die Hochzeit. Sein Leben läuft perfekt für ihn: tolle Wohnung, teure Möbel, ein Karrieresprung ...

Paolo ist ein angesehener Wirtschaftsjournalist bei einer seriösen Zeitung. Mit seiner Verlobten Giorgia plant er die Hochzeit. Sein Leben läuft perfekt für ihn: tolle Wohnung, teure Möbel, ein Karrieresprung in Aussicht. Doch da kommt er unerwartet früher nach Hause und erwischt seine Verlobte mit seinem fiesen Chef im Bett. Wutentbrannt kündigt er seinen Job, verletzt versucht er, sich das Leben zu nehmen, landet im Krankenhaus und nach 3 Monaten in einer Wohnung ohne Wasser, Gas und Strom, dafür mit einem Haufen unbezahlter Rechnungen. Seine letzte Rettung ist ein Job bei Macho Man, einer eher banalen Wochenzeitschrift für Männer. Er muss belanglose Interviews führen und Artikel schreiben. Doch als guter Journalist macht er auch das gut und so kommt es, dass er „undercover“ an einem Kurs teilnehmen muss „Kunst der Verführung“. Und die Kursleiterin ist zwar sehr attraktiv, doch er gerät andauernd mit ihr aneinander, denn er kann den Kurs nicht ernst nehmen. Bis seine Artikel einschlagen wie eine Bombe und die Auflage der Zeitschrift unheimlich steigern …
Ich habe das Buch innerhalb von nicht mal 2 Stunden gelesen. Normalerweise würde das bedeuten, dass ich total begeistert bin. In dem Fall bedeutet es einfach nur, dass man es schnell lesen kann. Es gab einige Stellen, die ich ganz witzig fand. Doch insgesamt war es wohl eher nicht meine Art von Humor. Kurze Sätze, sehr einfacher Stil und irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass ich kein Buch lese, sondern eher ein Drehbuch für einen Film (vermutlich wird das Buch auch verfilmt werden). Viele Sachen waren einfach so vorhersehbar. Die Figuren waren teilweise übertrieben klischeehaft, die „Verwechslungen“ meilenweit vorhersehbar, die Figuren teilweise sehr platt. Ich kann nicht verstehen, warum es ein Bestseller geworden ist.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Schlafen könnt ihr, wenn ich groß bin

Schlafen könnt ihr, wenn ich groß bin
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Untertitel: Eltern erfolgreich erziehen
Dieser „Ratgeber“ ist aus der Sicht eines Kleinkindes geschrieben. Die Erziehung wird sozusagen auf den Kopf gestellt. Das Kind erklärt den Eltern, wie es sich seine ...

Untertitel: Eltern erfolgreich erziehen
Dieser „Ratgeber“ ist aus der Sicht eines Kleinkindes geschrieben. Die Erziehung wird sozusagen auf den Kopf gestellt. Das Kind erklärt den Eltern, wie es sich seine Erziehung vorstellt, was sie alles falsch machen oder wie sie alles besser machen können. Natürlich ist es eigentlich nicht wirklich ernst gemeint und viele der Tipps sind maßlos überspitzt. Trotzdem ist an vielen Sachen ein Körnchen Wahrheit. Beim Lesen erkennt man sich immer wieder in bestimmten Situationen und denkt doch darüber nach, ob alles so richtig ist. Letztendlich ist das meiste allerdings wirklich nur ein Witz.
Was von der Idee her sicher nett gemeint ist, hapert für meine Begriffe an der Umsetzung. Die ersten Seiten waren noch ganz witzig und auch zwischendrin habe ich mich immer mal wieder amüsiert (bei der Märchen-Übersetzung z. B.), doch schon bald wurde es irgendwie gleichförmig und damit langweilig. Die Wünsche des Kindes waren immer ähnlich, die Erklärung dazu eben auch. Mehr und mehr viel mir das Lesen immer schwerer. Anfangs dachte ich noch, das ist ein Buch, dass ich nur Leuten ohne Kinder schenken könnte. Weil Eltern vielleicht nicht wirklich darüber lachen können. Doch mehr und mehr dachte ich, nein – eher doch was für Eltern, die genau in solchen Situationen stecken und zumindest dann ab und zu mit dem Griff zum Buch Entspannung finden könnten. Doch nachdem ich beim Lesen mehrfach eingeschlafen bin, werde ich das Buch niemandem empfehlen. Mein Fazit: die Idee ist gut, die Umsetzung nicht unbedingt.

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