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Veröffentlicht am 07.01.2025

Unsympathisch

Die unsterbliche Familie Salz
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Lola ist das „Oberhaupt“ der Familie Salz. Mit über 100 Jahren stirbt sie in Leipzig im Hotel ihrer Familie. Dabei war das Hotel nur der Wunsch ihres Vaters, der es 1914 kaufte – gegen den Willen seiner ...

Lola ist das „Oberhaupt“ der Familie Salz. Mit über 100 Jahren stirbt sie in Leipzig im Hotel ihrer Familie. Dabei war das Hotel nur der Wunsch ihres Vaters, der es 1914 kaufte – gegen den Willen seiner Frau, die nicht aus München weg wollte. Doch der Skandal – mehrere Affären ihres Vaters auch mit der Schwester der Mutter, Nacktbilder usw. – bringt die Familie nach Leipzig. Dort bringt die Mutter den ersehnten Stammhalter zur Welt. Nach der Geburt bleibt sie kränklich und stirbt, weil ihre 9-jährige Tochter sie erstickt hat, in dem Glauben ihr damit zu helfen. Lola selbst behauptet immer, sie hat ihre Mutter nicht umgebracht. Der Vater sieht das anders und Lola muss ins Internat. Später wird sie Schauspielerin, heiratet und bekommt 2 Kinder – die sie mit allen Folgen durch den 2. Weltkrieg bringen muss… aber auch die Enkel und Urenkel habe Probleme.

Die Geschichte hat mich nur in einem Teil berührt – dem Bericht über den 2. Weltkrieg. Hier hatten die Figuren Kraft, ihr Handeln war verständlich und nachvollziehbar, man hatte Mitgefühl und Verständnis. In allen anderen Teilen waren mir sämtliche Familienangehörige Salz einfach nur unsympathisch. Sie logen und belogen sich selbst und gegenseitig, wobei mir bis zum Schluss nicht klar war, ob es einfach psychologische Gründe – sprich eine Geisteskrankheit – waren in Verbindung mit viel Alkohol – oder ob es einfach solche Typen waren. Bei jeder neuen Generation erwartete man, dass sie sich von den Schatten der Vergangenheit und der übermächtigen Lola frei machen – sie hätten Gelegenheit dazu gehabt. Aber immer wieder machen sie genau das gleiche und man fragt sich, ob sie nie etwas dazu lernen. Da das für mich unverständlich ist, tippe ich eben auf Krankheit. Alles in allem war das Buch gut lesbar, aber es hat mir überhaupt keinen Spaß gemacht, es zu lesen. Dabei meine ich mit Spaß jetzt nicht etwas Lustiges oder Witziges, sondern Freude am Inhalt. Ich war froh, als es zu Ende war.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Der namenlose Tag

Der namenlose Tag
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Jakob Franck ist pensioniert. Vorher war er Kriminalbeamter und spezialisiert darauf, Menschen Todesnachrichten überbringen zu müssen. Die Toten lassen ihn nicht los – auch nicht als Rentner. Da nimmt ...

Jakob Franck ist pensioniert. Vorher war er Kriminalbeamter und spezialisiert darauf, Menschen Todesnachrichten überbringen zu müssen. Die Toten lassen ihn nicht los – auch nicht als Rentner. Da nimmt eines Tages Herr Winther mit ihm Kontakt auf. Vor 20 Jahren starb dessen Tochter – sie erhängte sich. Doch Winther glaubt nicht an Selbstmord, er denkt, es war Mord. Und so bittet er Franck um nochmalige Untersuchungen. Franck sagt zu und beginnt, den Fall wieder aufzurollen. Denn in der Familie gibt es einige Geheimnisse …
Das Buch ist eine Mischung aus Krimi, Roman und philosophischen Gedanken um den Tod. Genau das ist in meinen Augen das Problem – das Buch ist alles mögliche, aber nichts richtig. Die Ermittlungen führen Franck zu verschiedenen Personen und dann tauchen plötzlich immer mehr Tote auf, die mit dem eigentlichen Fall nicht wirklich etwas zu tun haben. Manchmal habe ich mich gefragt, um wen es denn da eigentlich jetzt wirklich geht. Dazu kommt noch, dass sich die Handlung – auch durch diese Nebenstränge – oft furchtbar zäh vorwärts kämpft. Wenn es um die eigentlichen Ermittlungen im direkten Fall geht, ist das Buch dann abschnittsweise gut lesbar. Die meiste Zeit jedoch war ich oft abgelenkt und nicht richtig bei der Sache, weil ich mich öfter gelangweilt habe. Alles in allem ist mein Fazit, dass ich eine Fortsetzung mit Jakob Franck nicht mehr lesen möchte.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Blood on snow

Blood on Snow. Der Auftrag
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Olav ist ein Auftragsmörder. Seinen ersten Mord verübte er noch als Jugendlicher an seinem Vater. Später dann machte er mangels anderer Fähigkeiten das zu seinem Job und bringt für seinen Chef Menschen ...

Olav ist ein Auftragsmörder. Seinen ersten Mord verübte er noch als Jugendlicher an seinem Vater. Später dann machte er mangels anderer Fähigkeiten das zu seinem Job und bringt für seinen Chef Menschen um. Er nennt es aber nicht töten, sondern expedieren und es sind auch keine Menschen, sondern Sachen. Dann erhält er den Auftrag, die Frau seines Chefs umzubringen – und damit beginnen all seine Probleme …

Mich hat dieses Buch enttäuscht. Natürlich kann man nicht von jedem neuen Jo Nesbo einen Harry Hole erwarten – als Autor hat man sicher das Recht und oft auch mal Lust, etwas ganz anderes zu machen. Doch hier ist es für mich eher eine Mogelpackung. Die Aufmachung des Buches ist sehr schön – schwarzer Schnitt, dickes Papier, passendes Cover. Doch dann innen: breite Ränder, viele Abschnitte mit halbleeren Seiten (insgesamt überhaupt nur 186). Hier wurde eine Erzählung auf einen Roman ausgewalzt – ob vom Autor oder vom Verlag gewünscht, kann ich nicht einschätzen.
Auch inhaltlich hat mich das Buch nicht überzeugt. Vom Stil her ein typischer Nesbo – kurze klare Sätze, schnörkellos, gut lesbar und zumindest im Ansatz spannend. Leider verliert sich die Spannung sehr schnell in irgendwelchen Nebensachen. Dazu kommt, dass für mich keine der Personen irgendwie sympathisch war und ich Interesse für sie bekam. Am Ende wollte ich eigentlich nur, dass es vorbei ist.
Der Verlag hat angekündigt, dass es eine Reihe dieser Blood on Snow-Bücher werden soll. Schade, hier wird viel verschenkt. Ich werde eine Fortsetzung jedenfalls nicht mehr lesen.

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Veröffentlicht am 29.10.2024

Enttäuscht

Die Lungenschwimmprobe
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1681 bekommt die junge Anna in der Nähe von Leipzig auf dem Gut ihres Vaters ein Kind. Sie behauptet, dass das Kind tot geboren wurde. Aber Anna ist ledig und die Bediensteten in ihrem Haus zeigen sie ...

1681 bekommt die junge Anna in der Nähe von Leipzig auf dem Gut ihres Vaters ein Kind. Sie behauptet, dass das Kind tot geboren wurde. Aber Anna ist ledig und die Bediensteten in ihrem Haus zeigen sie und ihre Mutter der Kindstötung an. Ein junger Rechtsanwalt versucht, die Todesursache aufzuklären und Anna zu verteidigen. Dabei benutzt er die sogenannte Lungenschwimmprobe, ein wissenschaftliches, aber sehr neues und umstrittenes Experiment.

Ich mag historische Romane. Noch mehr, wenn sie in meiner Heimat spielen. Und ich hatte von diesem Buch sehr viel erwartet. Doch leider wurde ich mehr als enttäuscht. Die Geschichte wird nicht stringent erzählt. Stattdessen springt sie in den Zeiten hin und her. Und jeder, irgendwie auch nur im Entferntesten an der Geschichte Beteiligte wird sehr ausführlich beschrieben. Jede nur kleine Gegebenheit wird regelrecht ausgewalzt und die eigentliche Geschichte kommt in meinen Augen viel zu kurz. So habe ich mich teilweise regelrecht durch das Buch gequält. Nur wenige Kapitel lesen sich für mich flüssig lesen. Ich würde keine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Blumentochter

Blumentochter
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Adalgiza – gennant Giza – lebt zusammen mit ihren beiden Tanten. Diese sind nur wenig älter und anfangs sind alle eher wie Geschwister. Als Giza älter wird und sich beginnt, für Männer zu interessieren, ...

Adalgiza – gennant Giza – lebt zusammen mit ihren beiden Tanten. Diese sind nur wenig älter und anfangs sind alle eher wie Geschwister. Als Giza älter wird und sich beginnt, für Männer zu interessieren, ändert sich das Verhältnis. Plötzlich sind sie eher Konkurrentinnen, zumal sich Gizia und eine Tante für den gleichen Mann interessieren. Die Einkünfte der Frauen bestehen aus dem Verkauf von Blumen. Giza muss diese auch in der Stadt ausliefern und erfährt so viele Geheimnisse. Mehr und mehr muss Giza alle Arbeit allein machen. Sie fühlt sich unglücklich und als Außenseiterin und hat keine Freunde. Bis sie in die „verbotene“ Vila Morena kommt, einem eher verrufenen Stadtteil, in dem Huren und Säufer wohnen und eine geheimnisvolle Königin als Göttin verehrt wird. Dort findet Giza Aufnahme und Freunde. So schleicht sie sich immer öfter heimlich dahin und trifft sich auch mit ihrem Freund. Dann wird sie schwanger …
Ich bin mit dem Buch überhaupt nicht zurecht gekommen. Der Stil ist sehr blumig und sehr ausufernd. Die Autorin hat viel Fantasie, aber sie sprach mich nicht an. Giza wirkt so unnahbar, eigentlich sind alle Figuren irgendwie „schräg“ und die Geschichte war für mich sehr unglaubwürdig. So werden die Tanten als nur wenig älter beschrieben, aber es gibt keine Erwachsenen dabei als die drei aufwachsen. Nur eine Art Dienerin/Haushälterin. Auch konnte ich nie wirklich die Zeit einordnen, in der die Geschichte spielen soll. Giza fährt Auto, also muss es relativ „neuzeitlich“ sein. Doch da werden Menschen umgebracht und niemand interessiert sich dafür. Es war einfach nicht mein Fall. Das Buch ist in sehr kurze Kapitel eingeteilt, doch ich merkte schnell, dass ich die Geschichte schon wenige Kapitel weiter völlig vergessen hatte und mich nicht an Details erinnern konnte. Sie interessierte mich immer weniger. Erst nach gut 2/3 kam so etwas wie ein wenig Spannung auf, was das auf der Buchrückseite angesprochene Geheimnis angeht. Letzteres wurde mit ein paar wenigen Seiten abgehandelt. Alles in allem war ich froh, als ich am Ende ankam. Das Buch ist einfach nichts für mich.

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