Stuttgart in der Stunde Null
Hotel Silber – neue Zeit, alte SchuldKai Bliesener siedelt seinen historischen Kriminalroman in der Zeit der letzten Tage des Zweiten Weltkrieges und vor allem in der direkten Nachkriegszeit an.
Zu Beginn wirkt die Geschichte etwas "zerstückelt" ...
Kai Bliesener siedelt seinen historischen Kriminalroman in der Zeit der letzten Tage des Zweiten Weltkrieges und vor allem in der direkten Nachkriegszeit an.
Zu Beginn wirkt die Geschichte etwas "zerstückelt" wegen der schnellen Perspektivwechsel, aber all diese kleinen "Happen" sind entscheidend für die weitere Entwicklung.
Der Protagonist Paul hat definitiv das Herz am rechten Fleck. Vor dem Krieg hat er schon einmal kurz bei der Polizei gearbeitet, konnte aber wegen falscher Gesinnung dort nicht weiter arbeiten. Die Polizei in Stuttgart sucht händeringend Personal, das möglichst unbelastet ist, aber wie soll das gehen und wer hat wirklich nichts mit dem Naziterror zu tun gehabt? Paul definitiv, denn noch in den letzten Tagen des Krieges wird er im "Hotel Silber", dem Hauptsitz der Gestapo in Stuttgart, gefangen genommen und gefoltert und nur das Kriegsende rettete ihn vor einer Exekution.
Der Krimiaspekt steht nicht immer im Vordergrund, da Kai Bliesinger sich Zeit lässt mit der Erläuterung der Zustände, was mir sehr gut gefallen hat. Doch der Krimi wird nicht vergessen und immer wieder geschickt eingebunden.
Eine sehr gut recherchierte Hintergrundgeschichte, die mit einer fiktionalen Geschichte gut verflochten wird.