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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.12.2024

Vielleicht das wichtigste Erziehungsbuch in der heutigen Zeit

Allein mit dem Handy: So schützen wir unsere Kinder
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Der IT-Journalist Daniel Wolff kennt und liebt die digitale Welt. Dieses Buch ist also nicht eine Hassrede von jemanden, der sich über technische Neuerungen ärgert. Das Gegenteil ist der Fall. Und doch ...

Der IT-Journalist Daniel Wolff kennt und liebt die digitale Welt. Dieses Buch ist also nicht eine Hassrede von jemanden, der sich über technische Neuerungen ärgert. Das Gegenteil ist der Fall. Und doch hört er in seiner Medien-Aufklärungsarbeit an Schulen täglich Schockierendes aus Kindermund. Gewalt, Pornographie, riesige Ausgaben für Glücksspiele. Und das alles oft unter der Bettdecke, ohne Mitwissen der Eltern.

Dieses aufschlussreiche Buch ist schnell gelesen. Jede Seite ist spannend und sehr gut geschrieben. Eltern werden genau darüber aufgeklärt, welche Inhalte Kinder im Internet konsumieren, oft mit statistischen Angaben aus der Arbeit des Autors in Schulklassen. Dabei hat er volles Verständnis für die Faszination der Kinder mit den bunten Bildern auf ihren Bildschirmen. Er findet es auch verständlich, dass sie von den Inhalten gefesselt sind. Große Konzerne lassen es sich immerhin viel kosten, genau zu erfahren, wie sie ihre Nutzer fesseln können, damit sie möglichst lange auf ihre Geräten starren.

In verschiedenen Kapiteln geht es jeweils um die wichtigsten Gefahren für Kinder: Horror, Glücksspiele, sexuelle Inhalte und mehr. Besonders interessant ist das Kapitel über Künstliche Intelligenz und wie unsere Kinder davon betroffen sind. Es geht dabei nicht nur um Tools, mit deren Hilfe man Aufgaben leichter erledigen kann, sondern auch um Fake-Inhalte, die Zuschauer manipulieren, sodass sie eine bestimmte Ansicht übernehmen.

Neben den vielen Vorschlägen im Text, enden die Kapitel mit weiteren konkreten und sehr praktischen Tipps. Ob das Kind schon ein erstes Smartphone hat, oder ob Eltern diesen Schritt erwägen, diese Ratschläge helfen, dass Kinder nicht unkontrolliert Traumatisches oder Schädliches im Internet sehen. Und sollte das doch passieren, zeigt der Autor, wie Eltern das Vertrauen ihrer Kinder gewinnen, sodass sie mit ihren Eltern darüber reden.

Fazit: Alle Eltern mit heranwachsenden Kindern sollten unbedingt dieses Buch lesen! Trotz der Schwere des Themas ist es gut und unterhaltsam geschrieben und enthält jede Menge ganz konkrete Vorschläge, um sinnvoll mit Medien umzugehen. Sehr empfehlenswert – gerne würde ich mehr als fünf Sterne vergeben!

Veröffentlicht am 16.12.2024

Traurig, echt und ermutigend

Mutig und stark - Meine Schwester Elli
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Ohne Vorwarnung ist die schreckliche Krankheit plötzlich da. Die 14-jährige Elli verliert ihr Kurzzeitgedächtnis. Was sie gerade erzählt hat, sagt sie gleich danach von Neuem. Und noch einmal. Und dann ...

Ohne Vorwarnung ist die schreckliche Krankheit plötzlich da. Die 14-jährige Elli verliert ihr Kurzzeitgedächtnis. Was sie gerade erzählt hat, sagt sie gleich danach von Neuem. Und noch einmal. Und dann wieder. Weil sie nicht weiß, dass sie ihr Erlebnis bereits zum Besten gegeben hat.

Leider verursacht die Krankheit viele weitere Schäden im Gehirn, und wie ein Arzt der Familie sagt: Was weg ist, bleibt weg. So bekommt das Mädchen von nun an schwere epileptische Anfälle. Sie stürzt andauernd und verletzt sich dabei oft stark. Das Allerschlimmste sind jedoch die Psychosen und die Aufenthalte in der psychiatrischen Klinik.

Nach siebzehn Jahren des Leidens stirbt die junge Frau. Auch wenn ihre Krankheit das Miteinanderleben erschwerte, hinterlässt ihr Tod eine klaffende Lücke im Leben ihrer Familie. Ihre Fröhlichkeit, ihr Mut, ihr Gottvertrauen fehlen. Ihre Witze und ihre Abenteuerlust. Das alles ist für immer weg.

Die Autorin dieses Buches beschreibt in wundervoller Sprache die Erlebnisse mit ihrer großen Schwester und ihre anschließenden Verarbeitung dieser Jahre. Da steht Schmerzliches, das Tränen in die Augen treibt, neben lustigen Erlebnissen. Schwere Fragen und das Ringen mit Gott verwandeln sich nach trostlosen Monaten in das Vertrauen, dass Gott gut ist und weiß, was er macht.

Es ist schwer dieses berührende Buch zu lesen, zumindest wenn man selbst ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Trauer, Verzweiflung, der dringende Wunsch, dass Gott doch bitte jetzt und sofort eingreifen soll! Das alles versteht die Autorin so zu beschreiben, dass eigene Erlebnisse beim Lesen angerührt werden.

Von einer tiefen Reife zeugt der letzte Teil, in dem sie die Erkenntnisse beschreibt, die sie aus diesen schweren Jahren für ihren Glauben gewonnen hat. Es ist ungeheuer wertvoll und tröstlich zu lesen, wie sie Halt und Geborgenheit bei dem Gott findet, der nicht auf Knopfdruck Wünsche erfüllt, auch wenn sie in stundenlangen Gebeten vorgebracht werden. Mirjam Löwen weiß: Trotzdem ist das, was Gott tut, gut. Auch wenn wir es nicht verstehen.

Fazit: Dieses wundervolle Buch ist eine Ermutigung für Menschen, die schwere Zeiten durchleben und dabei verständnislos fragen, warum Gott nicht eingreift. Offen und ehrlich, erschütternd und gleichzeitig leicht und humorvoll, ist dieses Buch sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 06.11.2024

Schluss mit Manipulation

Damit sich der Nebel lichtet
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Wir brauchen Beziehungen – Menschen, die das Leben mit uns teilen. Doch das Zusammensein mit anderen ist manchmal gar nicht so leicht. Wenn die gute Stimmung umschlägt und Partner oder Eltern plötzlich ...

Wir brauchen Beziehungen – Menschen, die das Leben mit uns teilen. Doch das Zusammensein mit anderen ist manchmal gar nicht so leicht. Wenn die gute Stimmung umschlägt und Partner oder Eltern plötzlich nur noch abwertende Worte finden, fragt man sich schnell, wie man das hätte verhindern können. Doch vielleicht sind das Anzeichen für eine toxische Beziehung.

Es ist gar nicht so einfach festzustellen, wann eine Beziehung schädlich geworden ist. Die Suche nach Antworten kann sich anfühlen wie ein Umherwandern im Nebel. Meinungsverschiedenheiten sind schließlich normal und gehören zum Leben. Doch wenn ein Partner oder Elternteil den anderen manipuliert und benutzt, um sich selbst besser zu fühlen, handelt es sich vermutlich um eine toxische Beziehung.

Am Beispiel der Geschichte vom Exodus des Volkes Israel aus Ägypten beschreibt die Autorin die Knechtschaft einer schädlichen Beziehung. Anschließend erklärt sie, wie der Weg in die Freiheit aussehen kann. Sie schildert, wie sich Manipulation anfühlt, nennt Taktiken der Täter und untersucht ihre Beweggründe. Die konkreten Handlungsschritte im zweiten Teil des Buches machen Mut und zeigen, dass Veränderung möglich ist.

Die Schreibweise des Buches ist leicht verständlich. Die Autorin verzichtet größtenteils auf schwierige Fachbegriffe. Vier Fallbeispiele sorgen dafür, dass die Informationen leicht nachvollziehbar sind. Der Leser kann sich gut in den beschriebenen Personen wiederfinden und so klarer erkennen, ob eine Beziehung toxisch ist – sei es in der Familie, am Arbeitsplatz oder in der Gemeinde.

Die meisten Beispiele in diesem Buch handeln von Verletzungen, die Eltern ihren Kindern zufügen, beispielsweise indem sie in der Öffentlichkeit ein anderes Gesicht zeigen als zuhause. Doch auch das Leiden am Ehepartner wird thematisiert, ebenso wie Probleme mit Vorgesetzten. Durch das breite Spektrum der Anwendungsbeispiele ist dieses Buch sicher für jeden interessant, der mit Menschen zu tun hat. Es ist wohltuend zu erleben, wie sich der Nebel beim Lesen lichtet und immer klarer zu erkennen ist, wo Menschen nicht richtig miteinander umgehen.

Die Stimme der Autorin ist verständnisvoll und mitfühlend. Immer wieder fordert sie ihre Leser auf, innezuhalten und eine Pause zu machen, um das Gelesene besser zu verkraften. Sie liefert gleich Atem- und Bewegungsübungen für diese Zeiten mit.

Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Buch für jeden, der sich einen klareren Durchblick bei Beziehungen wünscht. Es bietet viele Informationen, um toxische Beziehungen zu erkennen, und wertvolle Tipps, um Grenzen zu setzen und Missbrauch ein Ende zu bereiten.

Veröffentlicht am 05.11.2024

Worte

Wir treffen uns zwischen den Zeilen wieder
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In diesem Buch geht es um Worte und um Trauer. Worte, die nicht ausgesprochen werden. Worte, die klären. Worte, die verwirren. Trauer, die sich verändert, aber nie ganz verschwindet. „Trauer nimmt immer ...

In diesem Buch geht es um Worte und um Trauer. Worte, die nicht ausgesprochen werden. Worte, die klären. Worte, die verwirren. Trauer, die sich verändert, aber nie ganz verschwindet. „Trauer nimmt immer neue Formen an, wandelt sich genauso stark wie die Menschen, die sie durchlaufen, Augenblick für Augenblick, Schritt für Schritt, Tag für Tag.“

Zu Beginn der Geschichte ist Ingrid sechzehn Jahre alt. Sie lebt allein mit ihrem Vater auf einem Hausboot. Nach einer nie endenden Reise von Hafen zu Hafen freut sie sich, endlich einen festen Wohnsitz zu haben. An ihrem neuen Wohnort findet Ingrid zwei besondere Freunde: Cece, die mit ihrer Mutter im Hotel ihres Onkels lebt, und deren Cousin Joel.

Cece liebt es, Piratengeschichten zu schreiben. Jahre später arbeitet Ingrid als Lektorin in einem Verlag und kann Ceces Geschichten veröffentlichen. Die Serie wird ein großer Erfolg. Doch dann kommt der Anruf: Cece ist gestorben. Für Ingrid bricht eine Welt zusammen. Neben aller Trauer kann sie nun nicht mehr lesen und verliert damit ihre liebste Beschäftigung, und vor allem die Grundlage ihrer Arbeit als Lektorin.

Auf der Suche nach Ceces letztem Manuskript muss Ingrid in ihre alte Heimat zurückkehren. Obwohl sie nicht zurück zum Ort ihres Schmerzes will, bleibt ihr keine Wahl, da sie ohne das Manuskript ihren Job verliert. Die unerwünschte Reise entwickelt sich jedoch ganz anders als erwartet.

Dieses berührende Buch beleuchtet den Umgang mit Trauer. Die Charaktere, die dem Leser schnell ans Herz wachsen, gehen jeweils anders mit ihrem Schmerz und den dazugehörigen Schuldgefühlen um. Immer wieder wird dezent auf Gottes tröstende Rolle beim Umgang mit Trauer hingewiesen. Er ist ein Gott, dem unsere Tränen nicht gleichgültig sind. So lernt Ingrid zum Beispiel: „Dein Vater hat dir mit diesem Ring etwas ganz Besonderes geschenkt, Ingrid. Es ist eine Erinnerung daran, dass keine Träne unbemerkt bleibt und keine Dunkelheit so finster ist, dass das Licht sie nicht überwinden könnte.“

Dieses spannende Buch gleicht einer Schatzsuche. Zusammen mit Ingrid und Joel entdeckt der Leser die wahre Geschichte einer tiefen Freundschaft. Einmal angefangen, fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Und passend zum Thema, folgt nach dem Lesen eine Zeit der Trauer, denn liebgewonnene Charaktere müssen auf den Buchseiten zurückgelassen werden.

Fazit: Ein gelungener Roman, der spannend, tiefgründig und berührend ist. Eine junge Frau stellt sich den traurigen Ereignissen ihrer Vergangenheit und erfährt nach und nach Heilung. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 23.10.2024

Wunder in der Umgebung entdecken

Moments in Nature
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Das junge Geschwisterpaar, das dieses Buch zusammengestellt hat, zeigt auf jeder Seite dieses ausgesprochen schönen Werkes eine tiefe Verbundenheit zur Natur. Bereits beim ersten Durchblättern wird klar, ...

Das junge Geschwisterpaar, das dieses Buch zusammengestellt hat, zeigt auf jeder Seite dieses ausgesprochen schönen Werkes eine tiefe Verbundenheit zur Natur. Bereits beim ersten Durchblättern wird klar, dass die Aufnahmen der Tiere und Vögel mit viel Liebe und Hingabe entstanden sind. Die beeindruckenden Fotografien zaubern dem Betrachter unweigerlich ein Lächeln ins Gesicht.

Die Texte im Buch erzählen von ausgedehnten Spaziergängen, von der Kunst des Tarnens und Beobachtens sowie von faszinierenden Entdeckungen in der Natur. Leser erhalten wertvolle Informationen über die verschiedensten Tierarten. So erfahren Leser beispielsweise wofür ein Biberschwanz alles gut ist und was in einer Biberburg gemacht wird. Erstaunlich ist, wie viel Nahrung eine Spitzmaus braucht, und mit welchem Trick sie den Winter überlebt.

Das Buch beginnt mit einer Beschreibung der Vögel, die sich auf Balkonen und Terrassen am bereitgestellten Futter bedienen. Ein weiteres Kapitel widmet sich den Bewohnern des Waldes, während ein anderes die Wasservögel in den Mittelpunkt stellt. Zusätzlich finden sich detaillierte Beschreibungen zu Eichhörnchen, Füchsen, Mäusen und Haubentauchern, denen jeweils eigene Kapitel gewidmet sind.

Die gelungene Gestaltung des Buches zeichnet sich durch den harmonischen Wechsel von Texten und Bildern aus. Die hohe Qualität der Fotografien ist bemerkenswert. So finden sich im Buch beispielsweise Aufnahmen eines schlafenden Eichhörnchens, die offenen Schnäbel von Babyvögeln und außerdem faszinierende Unterwasseraufnahmen. Obwohl die meisten Fotos in der deutschen Heimat entstanden sind, unternimmt der Fotograf Gamander immer wieder Reisen in andere europäische Länder, stets auf der Suche nach der perfekten Aufnahme.

Die Texte passen hervorragend zu den Bildern und bieten eine Fülle an Informationen über die Gewohnheiten der Tiere und Vögel. Darüber hinaus enthält das Buch zahlreiche nützliche Tipps, wie man unauffällig Teil der Tierwelt werden kann, was es besonders für Hobbyfotografen zu einer wertvollen Ressource macht.

Fazit: Dieses Buch ist nicht nur ein visuelles Vergnügen, sondern auch ein wahres Schatzkästchen voller wertvoller Tipps für Natur- und Fotografiebegeisterte. Es weckt Begeisterung und lädt dazu ein, die Schönheit der Natur durch die Linse der Kamera zu entdecken. Sehr empfehlenswert!